Niedrige Granulozytenwert

Unterschiedliche Ursachen führen zu einer veränderten Granulozytenzahl. Erniedrigte Werte kommen durch Immunkrankheiten zustande. Ebenso treten sie als Nebenwirkung spezieller Medikamente auf.

Leiden Sie unter niedrigen Granulozyten, sprechen Ärzte von einer Granulozytopenie. Hierbei verringert sich vorrangig die Anzahl der neutrophilen Zellen.

Die gesundheitliche Komplikation führt zu einer starken Schwäche der Immunabwehr. Sie geht mit einer Anfälligkeit gegenüber Infektionen einher.

Neutrophile Granulozyten Werte zu hoch

Fünf wesentliche Fakten über Granulozyten:

  • Liegt der Granulozytenwert unterhalb der Normgrenze, sprechen Mediziner von einer Granulozytopenie.
  • Verringert sich die Anzahl der Granulozyten stark oder fehlt diese Art der weißen Blutkörperchen beinahe komplett, handelt es sich um eine Agranulozytose.
  • Gründe für niedrige Granulozyten stellen Infektionen, Bluterkrankungen und Knochenmarkschädigungen dar.
  • Verringert sich der Granulozytenwert, kommt es zu einer gravierenden Schwäche der körpereigenen Immunabwehr.
  • Um den Blutwert zu normalisieren, empfiehlt sich eine generelle Erhöhung der weißen Blutzellen.

Welche Aufgabe übernehmen die Granulozyten?

Bei den Granulozyten handelt es sich um die zahlenmäßig größte Unterkategorie der Leukozyten. Sie dienen der Abwehr von Infektionen, verursacht durch Viren, Bakterien oder Pilze. Bei diesen Zellen existieren drei Formen:

• basophile Granulozyten
• eosinophile Granulozyten
neutrophile Granulozyten.

Kommt es zu einer Granulozytopenie, verringert sich im Normalfall die Anzahl letzterer. Neutrophile Granulozyten unterscheiden sich anhand ihrer Kerne in zwei Gruppen. Diese nennen sich segmentkernige und stabkernige Zellen. Treten im Blut niedrige Granulozyten auf, schwächt der Umstand die körpereigene Immunabwehr. Bei einer stark verminderten Zellanzahl, kommt es zur Agranulozytose. Der Fachbegriff steht für das fast vollständige Fehlen der Granulozyten.

Neutrophile Granulozyten
Neutrophile Granulozyten

Wann und warum sind die Granulozyten zu niedrig?

Von einer Granulozytopenie sprechen die Ärzte, wenn der Granulozytenwert unter die Normgrenze sinkt. Zu den Auslösern kann eine Schädigung des Knochenmarks gehören. In diesem bilden sich die Granulozyten. Um ihre Anzahl zu kontrollieren, nehmen die Mediziner eine Blutuntersuchung vor. Hierbei beachten sie folgende Normwerte:

Geschlecht

Neutrophile Granulozyten (G.) in Prozent je Mikroliter

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Stabkernige neutrophile G. in Prozent

Segmentkernige neutrophile G. in Prozent

Eosinophile G. in Prozent

Männer

bis 70

drei bis fünf

54 bis 62

ein bis vier

Frauen

bis 70

drei bis fünf

54 bis 62

ein bis vier

 

Aus welchem Grund entstehen verringerte Granulozytenwerte?

Fehlen im Blut vorwiegend die neutrophilen Granulozyten, handelt es sich bei der gesundheitlichen Komplikation um eine Neutropenie (C. L. Andersen, et al.: Prevalence and clinical significance of neutropenia discovered in routine complete blood cell counts: a longitudinal study (Januar 2016).

Zu den Ursachen für das Phänomen gehören:

  • geschädigtes Knochenmark,
  • Antibiotika,
  • Chemikalien mit giftiger Wirkung,
  • verschiedene Arzneien,
  • Infektionen, die das Knochenmark beeinträchtigen,
  • Autoimmunerkrankungen,
  • Leukämie,
  • neuplastische Schädigungen des Knochenmarks.

Einen weiteren Grund für die Granulozytopenie stellt ein erhöhter Verbrauch der Zellen dar. Das geschieht beispielsweise bei einer akuten Entzündung im Körper. Schwere Infektionen belasten ebenfalls das Immunsystem. Hält dieses die Überproduktion der Granulozyten nicht aufrecht, kommt es auf die Dauer zu einem Mangel. In einigen Fällen zeigen sich ausschließlich die eosinophilen Granulozyten vermindert.

Folgende Ursachen kommen infrage:

• Stress,
• ein erhöhter Cortisolspiegel,
• eine Kortisontherapie,
• das Cushing-Syndrom,
• Infektionen.

Welche Symptome weisen auf die Granulozytopenie hin?

Bleiben im Organismus die Granulozyten niedrig, treten typische Anzeichen auf. Beispielsweise bedingt die verringerte Immunabwehr eine erhöhte Infektionsanfälligkeit. Betroffene leiden häufig unter einer Erkältung oder starker Grippe. Gleichzeitig erhöht sich bei ihnen das Risiko einer Pilzinfektion. Oft geht eine verringerte Granulozytenzahl mit niedrigen Erythrozyten und Thrombozyten einher. Daher können spontanes Nasen- und Zahnfleischbluten zu den Symptomen zählen.

Welche Komplikationen drohen bei Granulozytopenie?

Zu den negativen Folgen eines niedrigen Granulozytenspiegels zählt eine lang anhaltende Immunschwäche. Dem Organismus fehlt die Möglichkeit, eindringende Krankheitserreger zu identifizieren und zu vernichten. In der Folge erleiden betroffene Personen Infektionen, die oftmals mit einem schweren Krankheitsverlauf einhergehen.

Mit diesen Tipps normalisieren Sie Ihren Granulozytenwert

Oft hängt die Granulozytopenie von einer Grunderkrankung ab. Diagnostizieren die Ärzte die Komplikation, suchen sie zunächst nach der Ursache. Die anschließende Therapie richtet sich speziell gegen die zugrunde liegende Krankheit.

Des Weiteren helfen granulozytenkolonienstimulierende Faktoren, GCSF, den Blutwert zu normalisieren. Sie existieren als bestimmte Wachstumsfaktoren, die den Reifeprozess der Granulozyten aktivieren. Dadurch erhöhen sie deren Anzahl im Blut.

Bei einer Neutropenie kommt es auf präventive Maßnahmen an. Sie verhindern das Übertragen von Krankheitserregern. Beispielsweise achten Sie auf eine umfassende Hygiene sowie das Tragen eines Mundschutzes. Um niedrige Granulozyten zu erhöhen, lohnt ein genereller Anstieg weißer Blutzellen.

Diesen können Sie durch eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise unterstützen.

Quellen:

https://www.apotheken-umschau.de/laborwerte/granulozyten
https://www.leukozyten-info.de/granulozytopenie-ursachen.html

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