Granulozyten gehören zum Abwehrsystem des Körpers

Granulozyten sind Zellen, die zur Gruppe der weißen Blutkörperchen gehören. Sie wandern zum Teil mit dem Blutstrom ins Gewebe und sind dort zu finden, wo sich Entzündungen bilden oder bereits stattfinden. Granulozyten bekämpfen die Infektion oder Entzündung beispielsweise mit Eiter, der die drei Formen der Zellen sowie Monozyten enthält.

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Am Rand kleiner Blutgefäße lassen sich die Zellen ebenfalls nieder. Die Granulozyten weisen unter dem Mikroskop ein unterschiedliches Farbverhalten auf, das auf akute Entzündungen oder Entzündungsphasen schließen lässt.

Ein Differenzialblutbild zeigt die stabkernigen und segmentkernigen neutrophilen sowie die eosinophilen und basophilen Granulozyten und deren Anzahl. Das Differenzialblutbild ergibt in Verbindung mit dem kleinen Blutbild das große Blutbild. Wichtig beim Blutbild ist die Anzahl der Zellen.

Daraus lesen Ärzte ab, wie gut die Abwehr von Infektionen ist. Eine höhere Anzahl Granulozyten deutet auf Infektionen und Entzündungen hin, wobei nierigere Werte auch als Nebenwirkung von Medikamenten oder verschiedenen Krankheiten vorkommen.

Erhöhte Anzahl der Granulozyten

Eine erhöhte Anzahl von Granulozyten ist im Blutbild sichtbar, wenn Infektionen sowie Entzündungen, die chronisch verlaufen, im Körper vorhanden sind. Daneben können für die Erhöhung einige Krebsarten, Medikamente oder eine Störung des Hormonhaushalts ursächlich sein.

Die Granulozyten bekämpfen die Krankheit und rufen die Neutrophilen als Verstärkung aus dem Knochenmark. Sie bilden Antikörper, um die Viren, Bakterien oder Parasiten zu eliminieren.

Der Arzt spricht von Neutrophilie, wenn die neutrophilen Granulozyten erhöht sind. Mögliche Ursachen dafür sind Infekte aufgrund Bakterien, Pilzen oder Parasiten. Auch extremer Stress sowie verschiedene Krankheiten wie eine akute Herzkrankheit erhöhen die Anzahl der Zellen. Daneben sind für die Erhöhung auch Verbrennungen oder Vergiftungen, Autoimmunkrankheiten, Streukrebs, Kortisonbehandlung und / oder erhöhter Kortisolspiegel und regelmäßige Einnahme der Antibabypille ursächlich.

Treten die eosinophilen Granulozyten vermehrt im Blut auf, können Krankheiten die Ursache sein. Dazu gehören Erkrankungen, die mit erhöhten Blutfetten einhergehen sowie andere Infektionskranken. Ärzte bezeichnen diesen Vorgang im Körper als Eosinophilie.

Mögliche Ursachen können Wurminfekte, Schuppenflechte und andere Hautkrankheiten, Krebserkrankungen wie chronisch myeloische Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs, Streukrebs, Autoimmunkrankheiten und verschiedene Medikamente wie Penicillin und Acetylsalicylsäure sein.

Verminderte Anzahl der Zellen

Zu wenig neutrophile Granulozyten kommen vor bei einigen Infektionen und Bluterkrankungen. Ursächlich können eine Überfunktion oder Vergrößerung der Milz sowie die Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten sein.

Weitere mögliche Ursachen sind Infektionen, verursacht durch Bakterien, Viren oder Parasiten, Blutvergiftung, Krebserkrankungen und metastasierende Krebserkrankungen, schwere Vergiftungen mit Schädigung des Knochenmarks.

Ursachen für eine verminderte Anzahl eosinophilen Granulozyten können schwere Infektionen, Blutvergiftung, Lungen- oder Bauchfellentzündung sowie Typhus, Leukämie, aktuelle Kortisonbehandlung sowie Stress sein. Sind die basophilen Granulozyten in verminderter Anzahl vorhanden, geht diese Verminderung einher mit niedrigeren Werten der anderen Zellen. Dies geschieht beispielsweise bei Erkrankungen des Knochenmarks.

Granulozyten – ihre Bildung und Bedeutung

Die Granulozyten bilden sich im Knochenmark aus multipotenten Vorläuferzellen. Von dort gelangen sie ins Blut und bilden einen Teil des Immunsystems. Die Zellen greifen aktiv Krankheitserreger an, um diese zu beseitigen. Die Zellen sind eine Unterform der Leukozyten, der weißen Blutkörperchen. Die Granulozyten sind wichtige Bestandteile des Immunsystems im menschlichen Körper. Kommen sie erhöht oder vermindert im Blut vor, ist der Mensch in der Regel nicht gesund.

Definition der Laborwerte des Blutbildes

Die Werte der Zellen sind im Blutbild als Tausend oder Mikroliter angegeben. Die Anzahl der Zellen an den Leukozyten haben einen prozentualen Wert. Diese Werte ordnet der Arzt im Zusammenhang mit Vorerkrankungen und dem Gesundheitszustand des Patienten ein. Die Richtwerte für Erwachsene sind bei Granulozyten wie folgt:

  •         segmentkernige 1,7 bis 7,2 Tausend, was 41 bis 75 Prozent entspricht;
  •         eosinophile 0,03 bis 0,41 Tausend, was bis sieben Prozent entspricht;
  •         basophilen 0,01 bis 0,07 Tausend, was bis einem Prozent entspricht.

Wohl gemerkt, diese Richtwerte entsprechen nicht für Kinder. Nach einem großen Blutbild spricht der Patient mit seinem Arzt die einzelnen Werte durch. Der Mediziner erkennt im Blutbild Veränderungen der Werte, kann diese einschätzen und eine Diagnose stellen.

Kurze Beschreibung der verschiedenen Granulozyten

Granulozyten sind Zellen, die sich im Knochenmark bilden und mit den Leukozyten zum Abwehrsystem des Körpers gehören. Ihre Lebensdauer beträgt im Blut höchstens zwei Tage. Die Zellen haben unterschiedliche Formen.

Eine erhöhte oder verminderte Anzahl gibt Aufschluss auf die Krankheit, die der Körper aktuell durchsteht oder die bereits im Abklingen ist. Das große Blutbild zeichnet die Anzahl der Granulozyten sowie deren prozentualen Anteil an den Leukozyten auf.

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