Blutprobe – was wird getestet?

Was ist eine Blutprobe – Entnahme und Untersuchungen

Eine der ersten Maßnahmen zur Diagnose einer vermuteten Erkrankung ist die Entnahme einer Blutprobe – was wird dabei getestet? Das Blut gibt Aufschluss über den Stand zahlreicher Funktionen des Stoffwechsels. Mangel-Erscheinungen, die aus der Ernährungsweise resultieren, und verschiedene Erkrankungen lassen sich mithilfe einer Blutprobe diagnostizieren. Abhängig von der Vermutung des Arztes finden nach Entnahme des Blutes spezielle Labor-Untersuchungen statt. Bei Routine-Untersuchungen beispielsweise erstellen Laborärzte ein kleines Blutbild, das zur Prüfung der festen Blutbestandteile dient.

Blutröhrchen

Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com

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Worauf testen Ärzte bei einer Blut-Untersuchung?

Bei Routine-Untersuchungen sowie bei Verdacht auf eine bestimmte Krankheit nimmt der Arzt eine Blutprobe. – Was wird dabei getestet? Im Wesentlichen lassen sich zwei Arten von Bluttest unterscheiden: das kleine Blutbild und das Differenzial-Blutbild. Das kleine Blutbild gibt Aufschluss über die Konzentration der festen Bestandteile des Blutes. Dazu gehören die roten und weißen Blutkörperchen, der in den Erythrozyten enthaltene Blutfarbstoff Hämoglobin, die Anzahl der Blutplättchen sowie den Hämatokrit-Wert. Mithilfe des großen Blutbildes überprüft der Arzt zusätzlich die diversen Leukozyten-Typen und damit das Immunsystem.

Vermutet der Mediziner eine spezielle Erkrankung oder Mangel-Erscheinung, gibt er eine Blut-Untersuchung in Auftrag. Das Blut transportiert Nährstoffe und Sauerstoff durch den Körper, bekämpft Viren und Pilze und unterstützt die Wundheilung. Ärzte entnehmen es entweder aus einer Vene, einer Arterie oder als Kapillarblut beispielsweise aus der Fingerspitze oder dem Ohrläppchen. Die Resultate der Blut-Untersuchung bestätigen den Verdacht auf eine Krankheit oder liefern dem Mediziner nützliche Hinweise auf den Gesundheits-Zustand des Patienten.

 

Anlässe zur Durchführung einer Blut-Untersuchung

Die Entnahme einer Blutprobe ist häufig eines der ersten Mittel, um eine Verdachtsdiagnose zu bestätigen. Im Blut lassen sich zahlreiche Krankheitserreger und Viren nachweisen. Auch bei Routine-Untersuchungen findet in der Regel eine Blutentnahme statt. Sie bestätigt beispielsweise den Verdacht auf einen Mangel bestimmter Vitamine und Nährstoffe wie Eisen, Kalium und Ähnliches. Diese Defizite sind häufig die Ursache von Symptomen wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen oder Hautproblemen.

Mithilfe einer Blut-Untersuchung erkennt der Arzt verschiedene Erkrankungen des Immunsystems, des Herz-Kreislauf-Systems und anderer Organe des menschlichen Körpers. Entzündungen, Ursachen von Blutvergiftungen oder Unverträglichkeiten gehören ebenso dazu wie beispielsweise der sichere Nachweis einer Schwangerschaft.

Zu den Anlässen einer Untersuchung des Blutes gehören:

  • Routine- und Vorsorge-Checks,
  • Bestätigung einer Verdachtsdiagnose,
  • Kontrolle des Verlaufs einer bereits diagnostizierten Erkrankung,
  • Feststellung von Therapie-Erfolgen,
  • Prognose des weiteren Krankheitsverlaufs.

 

Verlauf einer Untersuchung des Blutes

Für die Entnahme einer Blutprobe vereinbaren Ärzte mit ihren Patienten einen Termin am Morgen. Dies gilt als der geeignetste Zeitpunkt, da es für einige Teile der Untersuchung notwendig ist, dass der Patient mit nüchternem Magen erscheint. Er trinkt vor der Maßnahme lediglich Wasser, um die Blutentnahme zu erleichtern.

Je nach Anlass entnimmt der Arzt die Blutprobe mithilfe einer Kanüle aus einer Vene oder einer Arterie, in den meisten Fällen aus der Armbeuge. Bei Kindern oder sehr kleinen benötigten Blutmengen ritzt er die Haut an den Fingerspitzen oder Ohrläppchen ein, um Kapillarblut zu erhalten. Die Menge des Blutes, die der Arzt dem Körper des Patienten entnimmt, ist unterschiedlich.

Für viele Untersuchungen reicht bereits der Inhalt eines Abnahmeröhrchens von zwei bis vier Milliliter aus. Für weitere Kontrollen der Blutbestandteile nimmt der Arzt mehrere Proben ab. Die entnommenen Mengen vertragen erwachsene Personen in der Regel gut. Möglich ist allenfalls eine kleine Blutung, die sich durch einen blauen Fleck an der Einstichstelle zeigt.

 

Entnahme einer Blutprobe – was wird getestet?

Entnommene Blutproben füllen die Ärzte in farblich gekennzeichnete Röhrchen, in denen der Weitertransport in das medizinische Labor erfolgt. Dort finden die erforderlichen Untersuchungen des Blutes statt. Die Laborärzte überprüfen die Bestandteile der Blutprobe.

Was wird getestet? Das hängt davon ab, von welchen Verdachtsdiagnosen ausgehend der behandelnde Arzt die Blut-Untersuchung veranlasst. Er wählt abhängig von seiner Vermutung zwischen Untersuchungen des Vollblutes und des Blutserums. Der größere Teil der Blutkontrollen findet mithilfe des Serums statt. Das Vollblut dient beispielsweise der Messung des Blutzuckerspiegels oder des pH-Wertes.

Bei einer Routine-Untersuchung gibt der Arzt ein kleines Blutbild in Auftrag. Dabei bestimmen die Laborärzte die Anzahl der Erythrozyten, der Leukozyten und der Thrombozyten. Hinzu kommt die Kontrolle der Menge aller festen Bestandteile des Blutes sowie der des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Bei einem großen Blutbild untersuchen die Laborärzte zusätzlich die Form der einzelnen Blutzellen sowie die weißen Blutkörperchen und ihre Unterarten.

 

Weitere Methoden zur Kontrolle des Blutes sind:

  • Blutsenkung,
  • das Anlegen von Blutkulturen,
  • Tests der Blutgerinnung,
  • chemische Blut-Untersuchungen,
  • serologische Blut-Untersuchungen

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Blutuntersuchung zur Diagnose zahlreicher Erkrankungen

Ein Großteil der möglichen Erkrankungen des menschlichen Körpers lässt sich mithilfe einer Blut-Untersuchung feststellen. So deutet ein zu niedriger Wert an Hämoglobin auf einen Eisenmangel hin. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen steigt bei bakteriellen Infektionen oder einer Leukämie und sinkt beispielsweise bei einer Grippe. Der Blutzuckerwert gibt darüber Aufschluss, ob eine Diabetes-Erkrankung vorliegt.

Ist der Wert an festen Bestandteilen im Blut zu hoch, liegt möglicherweise ein Flüssigkeitsmangel vor. Verschiedene Elemente und Nährstoffe weist das Labor im Blut nach, durch die der Arzt auf eventuelle Mangel-Erscheinungen schließt. Die Untersuchungs-Methode der Blutsenkung zeigt die Geschwindigkeit an, mit der sich die festen Blutbestandteile von den flüssigen trennen. Zu hohe Werte weisen auf Entzündungen, Blutarmut oder eine Schwangerschaft hin.

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Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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