Magenprobleme und Kreislauf – Warum wird mir bei niedrigem Blutdruck flau und Übelkeit steigt auf?

Besonders junge Frauen kennen es: Bei längerem Stehen, am Morgen oder wenn man den Tag über zu wenig gegessen hat, wird der Blutdruck niedrig und es kommt zu Übelkeit. Die Organe werden schlechter durchblutet, der Organismus arbeitet langsamer.

Der Magen-Darm-Trakt wird träge, Speisen verweilen länger im Magen und führen zu Unwohlsein. Hier gibt es Infos, Tipps und Tricks im Kampf gegen die Übelkeit.

Übelkeit und niedriger Blutdruck
Übelkeit und niedriger Blutdruck Copyright: Yastremska bigstockphoto

Das Wichtigste im Überblick: Übelkeit und niedriger Blutdruck

  • Übelkeit bei niedrigem Blutdruck kommt durch eine verminderte Durchblutung der Organe, vor allem des Magens und des Gleichgewichtsorgans, zustande
  • Niedriger Blutdruck ist meist ungefährlich, kann aber sehr unangenehm sein
  • Niedriger Blutdruck führt neben Übelkeit oft zu Schwindel, verminderter Leistungsfähigkeit und Synkopen
  • Lifestyle-Änderung bringen meist eine wirksamere Linderung der Symptome als Medikamente
  • Sport, ausreichende Trinkmenge, gesunde Ernährung und ein Stehttraining können Symptome bessern

 

Eigentlich ist der Blutdruck des Menschen ein gut abgestimmtes System. Er reagiert auf die jeweiligen physiologischen Gegebenheiten, indem er das Herzminutenvolumen und den peripheren Gefäßwiderstand anpasst.

Das führt zu einer Senkung oder einer Steigerung des Blutdrucks. Ein normaler Blutdruck liegt beim Menschen etwa bei 120/80mmHg. Bei darunter liegenden Werten spricht man von einer Hypotonie, sind die Werte erhöht von einer Hypertonie.

Im Schlaf oder bei Entspannung sind niedrigere Werte völlig normal, beim Sport wiederum sind hypertone Blutdruckwerte physiologisch.

Manchmal kann das System auch durcheinander geraten. Während das Herz-Kreislauf-System bei dauerhaft zu hohem Blutdruck deutlichen Schaden nehmen kann, ist zu niedriger Blutdruck zwar oft unangenehm, aber harmlos.

Hoher Blutdruck kann gut mit Medikamenten behandelt werden, für niedrigen Blutdruck sind die Möglichkeiten deutlich begrenzter.

Auch wenn ein niedriger Blutdruck in der Regel nicht schlimm ist, können seine Symptome den Alltag manchmal stark beeinträchtigen. Es kann zu Schwindel, verminderter Leistungsfähigkeit, Konzentrationsschwächen, manchmal sogar zu Synkopen, also zu kurzen Ohnmachtsanfällen, kommen. Auch Übelkeit und niedriger Blutdruck sind eine häufig zu beobachtende Konstellation. Viele Menschen mit dauerhaft niedrigem Blutdruck sind aber auch so gut daran adaptiert, dass sie keine Beschwerden bekommen.

„Hypotone können sich über längere Zeit schlechter konzentrieren.“
http://www.sueddeutsche.de/wissen/gesundheit-watte-im-kopf-1.833712

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Warum entsteht bei niedrigem Blutdruck Übelkeit?

Wenn der Blutdruck sinkt und der Magen weniger durchblutet wird, ist die Weiterverarbeitung und der Transport des Speisebreis gestört.

Das führt zu Übelkeit und kann manchmal sogar mit Erbrechen enden. Außerdem werden durch den niedrigen Blutdruck das Gehirn und das dort liegende Gleichgewichtsorgan vermindert durchblutet. Dadurch kann es neben Übelkeit auch zu Schwindel und Koordinationsstörungen kommen.

Übelkeit und niedriger Blutdruck führen häufig auch dazu, dass die Patienten verminderten Appetit haben. Wenn sie somit auch zu wenig Nahrung zu sich nehmen, kann das die Beschwerden weiter verstärken.

Erbrechen, Übelkeit und niedriger Blutdruck: die häufigsten Ursachen

Man kann zwischen primären und sekundären Formen des niedrigen Blutdrucks unterscheiden. Primäre Formen liegen vor, wenn es keine Grunderkrankungen gibt, die einen niedrigen Blutdruck bedingen. Es gibt erbliche Einflüsse, die die Neigung zu niedrigem Blutdruck verstärken können. Zusätzlich sind besonders häufig junge Menschen, insbesondere Frauen, von niedrigem Blutdruck betroffen.

Liegt eine bekannte Ursache der Hypotonie vor, spricht man von einer sekundären Form. Dies kann zum Beispiel im Rahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorkommen, bei hormonellen Störungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten. In diesen Fällen ist es vor allem wichtig, die Grunderkrankung zu behandeln. Die alleinige Behandlung des niedrigen Blutdrucks reicht meistens nicht aus.

Übelkeit und niedriger Blutdruck kommen recht häufig auch bei der orthostatischen Hypotonie vor. Dabei kommt es beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen zu einem Absacken des Bluts in die Beine und damit zu einer Hypotonie und einer vorübergehenden Minderdurchblutung im Gehirn. Auch dadurch kann es zu Übelkeit durch niedrigen Blutdruck kommen.

Wie können Übelkeit und niedriger Blutdruck behandelt werden?

Erbrechen, Übelkeit und niedriger Blutdruck lassen die meisten Ärzte eher Lifestyle-Änderungen empfehlen als die Einnahme von Medikamenten. Dennoch gibt es einige Mittel, die den Blutdruck erhöhen und so dem lästigen Symptom der Übelkeit entgegenwirken können.

Am häufigsten werden Etilefrin-Tropfen verschrieben. Möglich ist aber auch die Einnahme von Fludrocortison oder Dihydroergotamin. Da die Einnahme von Medikamenten aber immer mit Nebenwirkungen verbunden ist und ein niedriger Blutdruck eigentlich nichts Schlimmes, werden sie häufig nicht empfohlen.

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Häufig kann es bereits helfen, einige Tipps im Alltag zu befolgen.

Eine ausreichende Trinkmenge von mindestens zwei Litern pro Tag ist zu empfehlen. Weiterhin sollte man regelmäßig Sport machen und sich gesund ernähren. Auch physikalische Maßnahmen wie Wechselduschen oder Bürstenmassagen können helfen. Vielen Patienten, die bei niedrigem Blutdruck zu Synkopen neigen, kann ein Stehtraining helfen. Dabei wird der Kreislauf durch immer längeres Stehen darauf trainiert, nicht mit einem übermäßigen Blutdruckabfall zu reagieren.

Im Akutfall können Übelkeit und niedriger Blutdruck gebessert werden, indem man sich kurz hinsetzt oder hinlegt. Wichtig ist es auch, Ruhe zu bewahren, weil Panik und Hyperventilation Übelkeit und Schwindel noch verstärken können.

 

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