Welche Bedeutung nimmt der GLDH-Blutwert ein?

Die Abkürzung GLDH Wert bezeichnet in der Medizin die Glutamat-Dehydrogenase. Hierbei handelt es sich um ein Enzym, das vorwiegend in der Leber vorkommt.

Bei Verdacht auf eine Beschädigung der Leberzellen, messen die Ärzte den GLDH-Blutwert. Dafür entnehmen sie Ihnen eine Blutprobe und untersuchen diese labortechnisch.

Ein erhöhter Wert deutet auf einen schweren Leberschaden hin. Schließlich entstammt das im Blut befindliche GLDH ausschließlich aus den Leberzellen, den Hepatozyten. Aufgrund einer kurzen Halbwertzeit sinkt der Blutwert schnell wieder ab.

Blutwerte Labor Urheber: 123RF

Wann bestimmten Ärzte die Glutamat-Dehydrogenase?

Eine Erhöhung des GLDH-Blutwerts tritt bei Schäden an der Leber auf. Die Glutamat-Dehydrogenase nimmt im Körper eine katabole Bedeutung ein. Demnach unterstützt das Enzym den Abbau von Stoffwechselprodukten, indem es diese katalysiert.

Das geschieht über das Freisetzen von Ammoniak aus dem Glutamat sowie das Ausscheiden von Stickstoff. Sobald der Blutwert die Normgrenze übersteigt, gehen die Mediziner von einer schweren Parenchymzellschädigung aus. Das Parenchym existiert als Teilstück der Leber, das die Leberzellen beinhaltet. Sobald das GLDH stark steigt, leiden Sie unter einer Lebererkrankung mit Zellnekrose. Der Fachbegriff steht für den Zelltod.

Was sagen hohe oder niedrige GLDH-Blutwerte aus?

Die Glutamat-Dehydrogenase dient als relevantes Enzym des Stickstoffstoffwechsels. Es beteiligt sich an der Herstellung von Glutamat.

Das GLDH erweist sich als leberspezifisch, da seine Aktivität in dem Organ zehnfach höher als im restlichen Körpergewebe ist. Damit kommt es ausschließlich mitochondrial – in den Mitochondrien – vor.

Unter einem erhöhten GLDH-Blutwert leiden Sie, sobald Ihre Werte den Normbereich überschreiten. Durch die folgende Tabelle erhalten Sie einen Überblick über die Normwerte:

 

Geschlecht

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GLDH-Blutwert in Units pro Liter

Männer

bis 3,0

Frauen

bis 4,0

 

Der GLDH-Blutwert: alles Wichtige auf einen Blick

  • GLDH existiert als leberspezifisches Enzym des Stickstoffstoffwechsels.
  • Es dient als Bestandteil der Mitochondrien und kommt ausschließlich im Fall eines Zellschadens im Blut vor.
  • Einem niedrigen GLDH-Wert messen die Ärzte keine Bedeutung bei.
  • Eine starke Erhöhung des Blutwerts tritt bei Leberkrankheiten, einem ungesunden Lebensstil oder einer Lebervergiftung auf.
  • Zu den Folgen einer überhöhten Glutamat-Dehydrogenase kann der Funktionsverlust der Leber gehören.

 

Welche Ursachen führen zu einem hohen oder niedrigen Glutamat-Dehydrogenase-Wert?

Wann entsteht ein niedriger GLDH-Blutwert?

Im Blut befindet sich die Glutamat-Dehydrogenase nur, wenn es zu einer Schädigung der Leberzellen kommt. Demnach erhält ein niedriger Blutwert des Enzyms keine medizinische Relevanz.

Wann kommt es zu einem hohen GLDH-Wert?

Bemerken die Ärzte im Rahmen einer Blutuntersuchung erhöhte GLDH-Werte, bilden diese einen Hinweis auf einen schweren Leberschaden. Er tritt in folgenden Fällen ein:

  • Schäden nach langfristigem oder exzessiven Alkoholmissbrauch,
  • Lebernekrose,
  • Gallenstau (posthepatischer Ikterus),
  • akute Lebervergiftung durch Schimmelpilze (Aflatoxine),
  • Lebervergiftung durch Arsen oder Tetrachlorkohlenstoff,
  • Halothan-Narkose,
  • akute Hepatitis (Leberentzündung),
  • chronische Hepatitis,
  • Leberzirrhose,
  • Fettleber,
  • Lebertumor oder Lebermetastasen,

Welche Symptome zieht ein niedriger oder hoher GLDH-Wert nach sich?

Ein niedriger GLDH-Wert bleibt symptomlos. Die Anzeichen für einen hohen Glutamat-Dehydrogenase-Blutwert hängen stark von der zugrunde liegenden Krankheit ab. Leiden Sie unter einer Hepatitis, kann diese symptomlos vonstattengehen. Sofern der GLDH-Wert steigt, kommt es bei den Patienten zu leberspezifischen Krankheitsbildern. Dazu zählt beispielsweise die Gelbfärbung von Augen, Nägeln und Haut. Zudem folgen allgemeine Krankheitssymptome wie:

  • Übelkeit,
  • Juckreiz,
  • Abgeschlagenheit,
  • Schmerzen im Oberbauch.

Durch die Schäden an der Leber sinkt auf die Dauer die körpereigene Immunabwehr. Das führt bei den Betroffenen zu einem erhöhten Infektionsrisiko.

Welche Konsequenzen entstehen bei niedrigen oder hohen GLDH-Werten?

Die Folgen einer niedrigen GLDH-Konzentration im Blut

Befindet sich wenig oder kein GLDH im Blutkreislauf, brauchen Sie keine Folgen oder Erkrankungen zu befürchten.

Wozu kann überhöhtes GLDH im Blut führen?

Der Anstieg von Glutamat-Dehydrogenase verweist bei Mensch und Tier auf eine Hepatopathie (Leberleiden). Zu dem Ergebnis kommt eine retrospektive Untersuchung (Quelle: Leban-Danzl, A., et al.: Sensitivity of liver parameters in diagnosing liver diseases in rabbits (November 2016). Gehen die Mediziner dem Leberschaden nicht auf den Grund, droht das komplette Leberversagen. Unbehandelt führt dieses zum Tod der Betroffenen.

Tipps, um die Glutamat-Dehydrogenase zu senken

Ein erhöhter GLDH-Blutwert deutet nicht zwingend auf eine lebensbedrohliche Krankheit hin. Beispielsweise steigt der Wert kurzzeitig nach starkem Alkoholkonsum. Um ihn zu senken, schonen Sie Ihre Leber und beeinflussen die spezifischen Leberwerte positiv.

Zu dem Zweck verzichten Sie auf alkoholische Getränke und nehmen viel Wasser zu sich. Zudem empfiehlt sich eine fettarme Kost. Naturmedizinische Hilfsmittel stellen Auszüge der Mariendistel dar. Diese stärken die Leberzellen und unterstützen die Regeneration des Organs.

Sofern keine schwerwiegende Erkrankung vorliegt, heilt die Leber nach wenigen Wochen vollständig aus. Anschließend liegen die Leberwerte im normalen Bereich.