Wann und warum ist der GLDH-Blutwert hoch?

GLDH bezeichnet die Glutamat-Dehydrogenase, ein Enzym des Stickstoffstoffwechsels. Dieses fungiert als Anzeiger für einen schweren Leberschaden.

Ursachen warum der GLDH-Blutwert zu hoch ist:

Der Blutwert GLDH steigt ausschließlich beim Zelltod im Lebergewebe. Bei einer leichten Beschädigung des Organs tritt die Glutamat-Dehydrogenase nicht ins Blut. Erhöht sich ihre Konzentration im Blutkreislauf, kommen folgende Ursachen dafür infrage:

  1. Galle-Stauung (mechanische Verlegung der großen Gallengänge außerhalb der Leber, ausgelöst von Gallensteinen oder einem Tumor),
  2. Leberentzündung (Hepatitis),
  3. Fettleber (Verfettung des Organs durch Adipositas, Zuckerkrankheit oder Alkoholismus),
  4. langfristiger Alkoholmissbrauch,
  5. Leberzirrhose,
  6. Leberkrebs,
  7. plötzliche Blutunterversorgung mit Sauerstoffmangel in der Leber,
  8. Gifte (Pilzgifte oder Tetrachlorkohlenstoff).

Ist der GLDH-Blutwert hoch, deutet das auf eine Vergiftung oder einen plötzlichen Sauerstoffmangel in der Leber hin. Beispielsweise geschieht dies bei einer Blutunterversorgung. Bei der Beurteilung des Werts, kontrollieren die Ärzte auch andere Leberwerte wie AST und ALT.

Da die Glutamat-Dehydrogenase vorwiegend in der Leber vorkommt, gilt sie als leberspezifisch. In geringeren Mengen existiert sie in den Nieren und der Pankreas.

GLDH – Erhöhungen im Blut stammen aus der Leber

Ihren Namen verdankt die Glutamat-Dehydrogenase ihrer Wirkung auf den Stoffwechsel. Sie unterstützt die Umwandlung von Glutamat in Oxoglutamat.

Das geschieht unter Abspaltung von Hydrogenium (Wasserstoff). Als Biokatalysator ermöglicht es damit den Stickstoffstoffwechsel. Zeigt sich der GLDH-Blutwert zu hoch, diagnostizieren die Mediziner bei den Betroffenen einen schweren Leberschaden.

In der Medizin erfolgt das Bestimmen der Glutamat-Dehydrogenase zusammen mit anderen Leberwerten. Im Gegensatz zu diesen stammt GLDH ausschließlich aus den Mitochondrien. Dementsprechend steigt der Blutwert erst an, wenn die Leberzellen absterben. Eine Erhöhung von ALT und AST setzt bereits bei geringeren Leberschäden ein.

GLDH-Blutwert ist hoch: Was bedeutet das?

Die Glutamat-Dehydrogenase existiert als leberspezifisches Enzym. Folglich verweist ein erhöhter Wert ausschließlich auf eine Schädigung im Lebergewebe. Dadurch folgt ein Übertritt des Enzyms ins Blut.

Von einem hohen GLDH-Wert sprechen die Ärzte, wenn die Konzentration des Biokatalysators die Normgrenze überschreitet. In der Regel geschieht dies erst bei einem ausgeprägten Zelluntergang. Dementsprechend bildet GLDH einen deutlicheren Indikator für eine schwere Zellschädigung als die anderen Leberwerte.

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Die folgende Tabelle zeigt die GLDH-Normwerte:

Geschlecht

Männer

Frauen

GLDH-Blutwert in Units pro Liter

bis 4,0

bis 3,0

 

Relevante Faktoren und um einen erhöhten GLDH-Blutwert

  • GLDH besteht als leberspezifisches Enzym und Indikator für schwere Leberschäden.
  • Der Blutwert steigt beispielsweise bei Leberzirrhose oder einer Leberentzündung an.
  • Ein typisches Anzeichen für eine Beschädigung des Lebergewebes stellt die Gelbfärbung der Haut dar.
  • Bleibt der hohe GLDH-Wert unentdeckt, führt der Zelltod der Leberzellen unter Umständen zum vollständigen Leberversagen.
  • Um den GLDH-Blutwert zu senken, helfen Medikamente oder eine Umstellung des Lebensstils.

 

Während bei einer Lebervergiftung sehr hohe GLDH-Werte auftreten, steigt die Konzentration des Enzyms bei einer Leberzirrhose kaum. Gleiches gilt für die Fettleber, die nur einen geringen Anstieg des Blutwerts nach sich zieht.

Eine sehr starke Erhöhung der Glutamat-Dehydrogenase entsteht durch eine Blutunterversorgung in der Leber. Diese setzt beim Versagen des rechten Herzteils oder verstopften Lebervenen ein. In dem Fall steigt die Konzentration des Enzyms um das Zweihundertfache.

Welche Symptome treten bei hohen GLDH-Werten auf?

Zeigt sich der GLDH-Blutwert zu hoch, können spezifische Symptome auftreten. Oft handelt es sich um Krankheitszeichen, die direkt auf den Leberschaden hinweisen. Beispielsweise spüren Sie ein Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch. Häufig setzt eine Gelbfärbung der Fingerspitzen, Nägel und des Auges ein.

Diese resultiert aus einem erhöhten Bilirubinwert im Blut. Ebenso leiden die Betroffenen unter Juckreiz, Erbrechen und Übelkeit. Abgeschlagenheit und Appetitmangel führen zur Muskel- und Gewichtsreduktion. Der Leberschaden sorgt auf lange Sicht zu einer Schwäche der körpereigenen Abwehr, sodass die Infektionsanfälligkeit der Patienten steigt.

Welche Komplikationen zieht ein hoher GLDH-Wert nach sich?

Bleibt die hohe Konzentration der Glutamat-Dehydrogenase unentdeckt, setzen sich die schwerwiegenden Leberschäden fort. Schlimmstenfalls kommt es zu einem kompletten Funktionsverlust des Organs.

Die Mediziner sprechen von einem Leberversagen. Geschätzt tritt das Krankheitsbild deutschlandweit bei 200 bis 500 Menschen ein (Quelle: Canbay, Ali, et al.: Acute Liver Failure – a Life-Threatening Disease (2011). Bereits eine gravierende Störung der Leber zieht zerstörte Leberzellen, Hepatozyten genannt, nach sich. Aus dem Grund heißt das Leberversagen in der Fachsprache auch Leberzerfallskoma.

Tipps: Wie senken Sie die GLDH-Blutwerte?

Bemerken die Mediziner bei einer Blutuntersuchung einen stark erhöhten GLDH-Wert, erfolgt zunächst die Ursachenforschung. Anschließend erhalten Sie Medikamente gegen die jeweilige Krankheit. Als begleitende Maßnahmen achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und Schonkost. Beispielsweise gilt es, auf Alkohol sowie fettreiche Speisen zu verzichten.

Zeigt der der GLDH-Blutwert zu hoch, greifen die Patienten auf die Naturmedizin zurück. Beispielsweise unterstützen Auszüge aus Mariendistel und Löwenzahn die Regenerierung der Leberzellen. Dadurch stärken Sie das gesamte Organ und verbessern die Leberwerte.

Literatur:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/109829/Akutes-Leberversagen