Arterienverkalkung Symptome und Behandlung der Arteriosklerose

Arterienverkalkung – Ablagerungen in den Arterien erkennen

Bei einer Verengung von Arterien infolge von Ablagerungen spricht der Mediziner von einer Arterienverkalkung oder Arteriosklerose. Durch diese ist der Blutfluss eingeschränkt oder unterbrochen. Bei starken Ablagerungen in den Arterien droht schlimmstenfalls ein Schlaganfall oder Infarkt, warnt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin. Betroffen sind häufig ältere Menschen. Schlechte Essgewohnheiten mit viel fetthaltiger Nahrung und eine mangelhafte Bewegung, führen zu einem erhöhten Risiko an einer Arteriosklerose zu erkranken. Arterienverkalkung-Symptome finden Interessierte in diesem Artikel. Die Arterienverkalkung-Behandlung spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Vorbeugung der Erkrankung.

Blutröhrchen

Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com

 

Arterienverkalkung: Behandlung und Vorbeugung

Die Symptome der Arterienverkalkung sind abhängig vom Ort der Verstopfung. Neben Gedächtnisstörungen und Schwindel treten im Herzbereich koronare Herzkrankheiten, Brustschmerzen und ein Engegefühl im Brustkorb auf. In den Beinen äußern sich die Symptome durch Muskelschmerzen beim Gehen. Bei Männern tritt eine Impotenz ein durch Verstopfungen im Bereich der Beckengefäße. In den Nieren führt die Arteriosklerose zu Nierenversagen und Bluthochdruck.

 

Um eine Erkrankung zu vermeiden, gilt es, sich fett- und kalorienarm zu ernähren, um den Cholesterinspiegel zu senken. Viel Bewegung fördert die Gesundheit der Arterien. Gleiches gilt für das Einstellen des Rauchens. Leidet der Patient an Diabetes mellitus, Bluthochdruck, einer Schilddrüsenüberfunktion, Gicht oder unter chronischem Nierenversagen, gilt es diese Erkrankungen bestmöglich zu behandeln. Sie begünstigen eine Arteriosklerose. Zur ArterienverkalkungBehandlung stehen je nach Art und Ausmaß des Befalls verschiedene Optionen zur Auswahl. Zunächst erfolgt eine Umstellung der Lebensgewohnheiten mit einer begleitenden medikamentösen Therapie. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, hilft ein chirurgischer Eingriff durch Setzen eines Bypasses, eines Stents, eines Ballonkatheters oder durch Ausschabung der Arterien.

Überblick über Arteriosklerose

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Schädigung der Arterien durch Ablagerungen. Normalerweise transportieren die Blutgefäße sauerstoffreiches Blut zu den Muskeln, Geweben und Organen. Bei Arteriosklerose lagern sich Blutgerinnsel, Bindegewebe, Kalk und Blutfette in den Wänden der Gefäße ab. Der Mediziner nennt diese Plaques. Die Ablagerungen sammeln sich potenziell in allen Körperarterien an.

In den meisten Fällen geschieht dies im Gehirn, im Hals, im Becken, in den Beinschlagadern oder am Herz. Die am häufigsten betroffenen Stellen sind Gefäßverzweigungen. Verkalken diese, wird das Blutgefäß enger und verliert an Elastizität. Dadurch fließt das Serum nicht ungehindert. Bei Nichtbehandlung bildet sich ein Thrombus. Schlimmstenfalls erliegt der Patient einem Infarkt. Alternativ schwächt die Verkalkung die Gefäßwand so stark, dass sich ein Aneurysma entwickelt. Die Folgen einer Arteriosklerose führen oftmals zum Tod. Daher ist eine Behandlung der Arterienverkalkung unerlässlich.

 

Arterienverkalkung: Symptome erkennen

Generell entwickelt sich diese Erkrankung über mehrere Jahre hinweg, bevor sich erste Symptome zeigen. In den meisten Fällen treten die Arterienverkalkung-Symptome erst im hohen Alter auf. Die Anzeichen sind abhängig von der betroffenen Körperregion des Patienten.

Zu den harmloseren Symptomen zählen Schwindel und nachlassende Hirnfunktionen. Betreffen die Ablagerungen die Herzkranzgefäße, spricht der Mediziner von einer koronaren Herzkrankheit. Die Anzeichen der Arterienverkalkung zeigen sich hier durch eine schlechte Herzmuskeldurchblutung. Neben dem typischen Engegefühl in der Brustregion verspüren sie Brustschmerzen auf der linken Körperseite. Dies bezeichnen Ärzte als Angina pectoris. Beim Verschluss eines verengten Gefäßes mit einem Blutgerinnsel entsteht ein Herzinfarkt.

 

Stört eine Verstopfung oder ein Blutgerinnsel den Blutfluss an der Halsschlagader droht ein Schlaganfall. Das Nervensystem unterliegt dann einer Funktionsstörung, die zu Sprachstörungen und Lähmungen führt.

Verengt die Arteriosklerose die Arterien in den Beinen oder im Becken, entsteht eine paVK oder periphere arterielle Verschlusskrankheit. Dabei kommt es zu Störungen der Durchblutung in den Waden oder Oberschenkeln. Zu den Symptomen der Arterienverkalkung in diesem Bereich gehören Muskelschmerzen beim Gehen. Dadurch legen Patienten öfter Gehpausen ein. Es etablierte sich der Begriff Schaufensterkrankheit, medizinisch Claudicatio intermittens genannt. Betrifft die Erkrankung das Becken, führt diese bei Männern zu Impotenz. Finden sich verkalkte Arterien in den Gefäßen der Nieren, führt das zu Bluthochdruck und einer eingeschränkten Funktion dieser Organe. Schlimmstenfalls droht ein Nierenversagen.

 

Risikofaktoren kennen, um einer Arteriosklerose vorzubeugen

Patienten leiden in den älteren Jahren häufiger an dieser Erkrankung. Zu den größten Risikofaktoren zählen eine fettreiche Ernährung, Rauchen, ein Mangel an Bewegung sowie Diabetes, warnt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin.

 

Zu den größten Risikofaktoren gehören:

  • Übergewicht und hohe LDL-Cholesterinwerte infolge einer kalorien- und fettreichen Ernährung,
  • Bluthochdruck und verschlechterter Cholesterinstoffwechsel durch mangelnde Bewegung,
  • Plaquebildung durch erhöhte LDL-Cholesterinwerte,
  • Gefäßinnenwandschädigungen durch hohen Blutdruck,
  • Bildung instabiler Plaques durch Tabakkonsum,
  • Schädigung der Gefäße durch unzureichende Behandlung der Diabetes mellitus,,
  • Ausbildung einer Mediasklerose infolge chronischen Nierenversagens
  • eine Überfunktion der Schilddrüse,
  • die Stoffwechselerkrankung Gicht,
  • rheumatische Arthritis,
  • Frauen tragen ein erhöhtes Risiko in der Menopause durch Östrogenmangel,
  • genetische Veranlagung, Vererbung erfolgt durch das gegenteilige Geschlecht.

 

Laut einer Studie von Beulens J.W. et al. aus dem Jahr 2009 zum Thema „High dietary menaquinone intake is associated with reduced coronary calcification“ empfiehlt sich eine höhere Einnahme von Vitamin K2, um das Risiko einer Erkrankung um 20 Prozent zu senken.

 

Überblick über die Arterienverkalkung-Behandlung

Damit es nicht zu einer Arteriosklerose kommt, lassen sich Patienten regelmäßig vom Hausarzt untersuchen. Hier steht die Messung des Blutdrucks, des Blutzuckers und der Fett- und Harnsäurewerte im Vordergrund. Zur Behandlung der Erkrankung empfiehlt sich neben der Einnahme von Medikamenten eine Operation der verkalkten Areale. Die Therapie hängt ab von der Art und dem Ausmaß der Verengung sowie den sich daraus ergebenden möglichen Komplikationen. Besteht beim Patienten ein großes Risiko für eine Arteriosklerose, steht eine Änderung der Lebensweise im Vordergrund. Diese verlangsamt die Entwicklung der Erkrankung und verhindert deren Fortschreiten. Eine fett- und kalorienreduzierte Ernährung mit ausreichend Bewegung ist maßgeblich. Ebenso spielen spezielle Diäten, die den Cholesterinspiegel senken, eine wichtige Rolle, um den Prozess zu verlangsamen. Zudem gilt es, Stress und Übergewicht zu reduzieren und das Rauchen einzustellen.

 

Im oberen Abschnitt finden Leser die verschiedenen Risikofaktoren, die es zu vermeiden gilt. Ebenso bedeutend ist es, Krankheiten, die einen Ausbruch der Erkrankung begünstigen, zu behandeln. Allen voran sorgt eine Therapie gegen chronisches Nierenversagen und Diabetes mellitus für die Reduktion des Erkrankungsrisikos.

Eine weitere Methode, um den Ausbruch hinauszuzögern, ist die Einnahme von Blutdrucksenkern und Statinen (Cholesterinsenker). Die SATURN-Studie (Study of CoronaryAtheroma by InTravascular Ultrasound: Effect of Rosuvastatin Versus AtorvastatiN) vom amerikanischen Kardiologen Stephen Nicholls untersuchte den Einfluss von Statinen auf das Plaque-Volumen in den Koronararterien. Er fand heraus, dass diese Medikamente das Fortschreiten der Erkrankung hemmen und die Ablagerungen verringern. Ebenso hilfreich sind Arzneimittel, die ungünstige Blutfette wie Fibrate, Nikotinsäure oder Omega-3-Säurenethylester senken.

Fortgeschrittene Erkrankungen behandelt der Arzt mit den gleichen Medikamenten, die bei Herz- und Kreislauferkrankungen zum Einsatz kommen. Sie hemmen die Blutgerinnung und die Entstehung von Thromben.

 

Zur Behandlung der Arterienverkalkung im fortgeschrittenen Stadium wie eine koronare Herzkrankheit eigenen sich chirurgische Eingriffe. Welches Verfahren der behandelnde Arzt wählt, hängt von dem Ausmaß und der Art der Verstopfung ab. Eine Ballonerweiterung kommt in vielen Fällen zum Einsatz. Bei dieser führt der Chirurg einen Ballonkatheter durch die Arterien in den verengten Bereich und bläst diesen auf. Er bewirkt eine Erweiterung des Gefäßes, wodurch das Blut erneut fließt. Um es langfristig zu erweitern, verwendet er einen sogenannten Stent, ein selbstentfaltendes Drahtnetz.

Mit einem Bypass bildet der Arzt eine Umleitung der Blutbahn an der verstopften Stelle. Dazu verwendet er eine Kunststoffgefäßprothese oder ein vorhandenes Gefäß. Der Bypass liegt vor und hinter der verkalkten Stelle und umgeht dadurch die Verengung, sodass das Blut frei weiterfließt. Diagnostiziert der Arzt eine verengte Halsschlagader, erfolgt eine Ausschabung der Arterie.

 

Quellen:

Beulens J.W. et al. (2009): High dietary menaquinone intake is associated with reduced coronary calcification.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18722618.

Stephen J. Nichols et al. (2011): Effect of Two Intensive Statin Regimens on Progression of Coronary Disease: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1110874#t=article

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"


Bewerten Sie jetzt den Artikel:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne ( Sie dürfen als erster diesen Artikel bewerten

Redaktions Tipp:

blutwerte verstehen

Blutwerte verstehen

Die wichtigsten Blutwerten verstehen: Um die Blutwerte verstehen zu können muss das Ergebnis einer vorhergehenden Blutuntersuchung zwischen Arzt und Patient […]