Anisozytose positiv oder negativ? Erläuterungen zur Anomalie der Erythrozyten

Erhalten Sie die Ergebnisse Ihres Blutbildes, steht in der Zeile der Anisozytose „positiv“ oder „negativ“.

Besagter Fachbegriff bezeichnet in der Labordiagnostik eine Abweichung der roten Blutkörperchen von ihrer herkömmlichen Größe.

Normalerweise besitzen die Erythrozyten eine bikonkave, runde Form mit einheitlichen Abmessungen.

Erhöhte Erythrozyten
Erhöhte Erythrozyten im Urin (Hämaturie)

Anisozytose positiv oder negativ? Das Wichtigste im Überblick

  • Gesunde Erythrozyten besitzen eine runde, bikonkave Form mit einem Durchmesser von ca. 7,5 Mikrometern.
  • Bei der Anisozytose, der häufigsten Form der Erythrozytenanomalie, weichen die Maße der roten Blutkörperchen von der Normgröße ab.
  • Ein positiver Test auf Anisozytose liegt vor, wenn mehr als drei Prozent der Erythrozyten zu klein (Mikrozyten) und/oder zu groß (Makrozyten) ausfallen.
  • Die Anisozytose geht möglicherweise auf eine Störung der Erythropoese zurück und führt zu allgemeinen Symptomen wie Schwäche, blasser Haut, Kurzatmigkeit oder Müdigkeit.
  • Abhängig vom Verhältnis zwischen gesunden und veränderten roten Blutkörperchen differenziert die Labordiagnostik zwischen verschiedenen Graden der Erythrozytenanomalie.

Anisozytose im Blutbild

Im Fall der Anisozytose zeigen die roten Blutkörperchen starke Größenschwankungen, behalten jedoch ihre äußere Form. Dementsprechend finden sich im Blut zu kleine und zu große Erythrozyten im Vergleich zum Normwert.

Auf die Mikro- und Makrozyten entfallen mehr als drei Prozent aller roten Blutkörperchen. In diesem Fall listet der Laborbefund den Zusatz „positiv“ bei Anisozytose. Negativ hingegen bedeutet, dass keine auffällige Veränderung vorliegt.

Verlieren die Erythrozyten auch ihre runde Form, handelt es sich um eine Poikilozytose. Oft geht die Anisozytose mit einer Reduktion der Erythrozyten-Anzahl einher.

Diagnose der Erythrozytenanomalie Anisozytose

Methodische Vorgehensweise bei der Diagnose

Die Anisozytose gilt als die häufigste Ausprägung der Erythrozytenanomalie. Diese krankhafte Veränderung der Erythrozyten zeigt sich beim Differentialblutbild unter dem Mikroskop.

Die vergrößerten oder verkleinerten roten Blutkörperchen heben sich optisch von den Erythrozyten mit normaler Größe ab. Um das Ausmaß der Anisozytose zu bestimmen, bietet sich beispielsweise die Durchflusszytometrie an.

Diese Methodik aus der Labormedizin ermittelt die Verteilungsbreite der Erythrozyten. Dazu zeigt die Price-Jones-Kurve bei der Anisozytose eine auffällig breite Basis.

Differenzierung nach dem Grad der Anomalie

In Abhängigkeit von der Schwere Ihrer Anomalie differenziert die Labordiagnostik zwischen vier Graden mit nachfolgender Symbolik:

  • Bei der mit einem „+“ gekennzeichneten kleineren Anisozytose entfallen auf die veränderten roten Blutkörperchen maximal 25 Prozent der Gesamtkonzentration.
  • Die mäßige Anisozytose (++) umfasst den Bereich von 25% bis 50%.
  • Bis zur Grenze von 75% diagnostiziert das Labor einen ausgeprägten Grad der Krankheit (+++).
  • Die sehr seltene kritische Anisozytose (++++) bedeutet, dass nahezu alle Erythrozyten eine Anomalie aufweisen.

Anisozytose hängt von der Größe der Erythrozyten ab

Normgrößen der roten Blutkörperchen

Ob das Testergebnis hinsichtlich der Anisozytose positiv oder negativ ausfällt, hängt folglich von den Abmessungen der Erythrozyten ab.

Der als normal bzw. gesund eingestufte Durchmesser der roten Blutkörperchen liegt bei 7,5 Mikrometern. Das entspricht umgerechnet 0,0075 Millimetern. Von oben betrachtet besitzen die flachen Erythrozyten in der Mitte eine Dicke von einem Mikrometer, am Rand messen sie jeweils zwei Mikrometer.

Anomalie mit Mikrozyten und Makrozyten

Je nachdem, ob die roten Blutkörperchen zu groß oder zu klein ausfallen, differenziert die Labordiagnostik zwischen Mikro- und Makrozyten. Überschreitet der Durchmesser eines Erythrozyten die Größe von zehn Mikrometern, handelt es sich um einen Makrozyt.

Misst ein rotes Blutkörperchen weniger als sechs Mikrometer, liegt per Definition ein Mikrozyt vor. Sofern mehr als drei Prozent aller Erythrozyten die Maße von Mikrozyten, Makrozyten oder beiden Ausprägungen aufweisen, fällt der Test auf Anisozytose positiv aus.

Ein „negativ“ im Ergebnisbericht impliziert folgerichtig, dass bei Ihnen keine Erythrozytenanomalie in der geschilderten Form vorliegt.

Gesunde Werte der Anisozytose
♀ Negativ
♀ Negativ

 

Mögliche Ursachen der Anisozytose

Die Anisozytose impliziert eine Störung der Erythropoese, indem der Körper vermehrt oder vermindert rote Blutkörperchen produziert. In den meisten Fällen stellt die erläuterte Anomalie der Erythrozyten die Folge einer anderen Bluterkrankung dar.

Zu den häufigsten Ursachen zählen unter anderem:

  • Eisenmangelanämie,
  • Thalassämie,
  • hämolytische Anämie,
  • Anämien in Folge chronischer Erkrankungen,
  • Beeinträchtigungen der DNS-Synthese durch Medikamente (beispielsweise Immunsuppressiva oder Zytostatika),
  • Folsäuremangel,
  • Mangel an Vitamin C oder Vitamin B12.

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Anisozytose Symptome, Therapie und Folgen

Typische Zeichen einer Blutkrankheit

Die Symptome der Anisozytose ähneln den Begleiterscheinungen von anderen Blutkrankheiten. Typischerweise zeigen die Patienten ein verstärktes Schwächegefühl sowie blasse Haut, klagen über Müdigkeit und neigen zu Kurzatmigkeit. Derartige Symptome gehen auf eine beeinträchtigte Versorgung des Körpers mit Sauerstoff zurück. Die sich an die Diagnose anschließende Behandlung hängt davon ab, welche Grunderkrankung die Anisozytose verursacht.

Komplikationen der Anisozytose

Bleibt die Therapie aus, hängen die Folgen von der verantwortlichen Ursache ab. Unter den möglichen Komplikationen befinden sich Schäden am Nervensystem, erniedrigte Thrombozyten- sowie Leukozytenwerte. Während der Schwangerschaft drohen erhebliche Geburtsfehler an Gehirn oder Rückenmark des Fötus. Eine schwere Anämie geht mit Atemnot, Herzschwäche und Sehproblemen einher.

Tipp bei Eisenmangelanämie:

Einnahme von Supplementen empfohlen

Weist das Testergebnis hinsichtlich der Frage „Anisozytose positiv oder negativ?“ einen kritischen Befund auf, schließt sich zwingend die Suche nach der Ursache an.

Da die Anisozytose häufig auf eine Eisenmangelanämie zurückgeht, empfiehlt sich die Einnahme geeigneter Supplemente. Ihr Arzt spricht Ihnen diesbezüglich eine Empfehlung aus.

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⏲ Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan

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Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
Unsere Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

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