Blutbild, Blutwerte Serum Analyse

Phosphaterhöhung

Bei einer bedenklichen Phosphaterhöhung im Blut sprechen Ärzte von einer Hyperphosphatämie. Hohe Werte im Blut und Urin entstehen vorwiegend bei Patienten mit einer Vorerkrankung, beispielsweise einer chronischen Niereninsuffizienz. In der Folge scheidet der Organismus nicht genügend Phosphor aus und der Blutwert Phosphat ist hoch.

Bei dauerhaft erhöhten Phosphat Werten treten körperliche Beeinträchtigungen auf. Im Gewebe sammelt sich übermäßig viel Kalk an, sodass in den Gefäßen Verkalkungen entstehen. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer koronaren Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Das Wichtigste:

  1. Zeigt sich der Phosphat-Blutwert zu hoch, sprechen die Ärzte von einer Hyperphosphatämie.
  2. Vorrangig kommt Phosphat in den Knochen und Zähnen, in geringerer Konzentration in den Körperzellen vor.
  3. Bei einem Anstieg der Phosphatkonzentration droht eine Verkalkung von Gewebe und Gefäßen.
  4. Der Phosphatstoffwechsel hängt mit dem Kalziumhaushalt zusammen.
  5. Um den Phosphatspiegel zu senken, eignet sich eine phosphat- und Vitamin-D-reduzierte Ernährung.

 

Wie bestimmen die Mediziner den Phosphatspiegel?

Um die Phosphatkonzentration im Blut zu kontrollieren, entnehmen Ihnen die Ärzte eine Blutprobe. Sie erkennen den Blutwert beispielsweise aus dem Plasma, antikoaguliert mit Lithium-Heparin.

Die Normwerte im Serum liegen in der Regel höher als im Blutplasma. Das resultiert aus Gerinnungsvorgängen, bei denen es zum Freisetzen intrazellulären Phosphats kommt.

Zeigt sich der Phosphat-Blutwert hoch, vermuten die Mediziner eine gesundheitliche Komplikation. Beispielsweise liegt eine gestörte Nierenfunktion oder eine beeinträchtige Funktion der Nebenschilddrüsen bei den Betroffenen vor.

Wann zeigt sich der Blutwert Phosphat hoch?

Leiden Sie unter einem überhöhten Phosphatspiegel, bleibt der Blutwert über einen längeren Zeitraum oberhalb der Normgrenze. Um ihn zu kontrollieren, entnehmen Ihnen die Ärzte venöses Blut mittels einer Armvenenpunktion.

Hierbei kommt es auf Ihren nüchternen Zustand an. Insulin beeinflusst die Konzentration des Phosphats im Serum. Demzufolge droht ein verfälschtes Messergebnis. Bei gesunden Menschen zeigen sich folgende Normwerte:

Geschlecht

Phosphat im Serum in Milligramm je Deziliter

Phosphat (i. S.) in Mikromol je Liter

Männer

2,6 bis 4,5

0,84 bis 1,45

Frauen

2,6 bis 4,5

0,84 bis 1,45

 

Blutwerte
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Ursachen

Zu den typischen Gründen für erhöhte Phosphatspiegel im Blut zählt das Nierenversagen, Niereninsuffizienz genannt. Ebenso kommen folgende Ursachen infrage:

  • eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen (Hypoparathyreoidismus),
  • eine vermehrte Phosphatzufuhr durch die Ernährung,
  • die metabolische Ketoazidose (vorrangig zu Beginn der Krankheit),
  • der Missbrauch von Abführmitteln (Laxanzien),
  • die intravenöse Zufuhr von Phosphor,
  • eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose),
  • Chemotherapie.

Symptome

Zu den typischen Anzeichen einer Hyperphosphatämie zählen starker Juckreiz sowie gichtartige Beschwerden an den Gelenken. Ebenso erhöht sich das Risiko verkalkter Herzklappen. Ein Symptom stellt ein unregelmäßiger Herzschlag, oftmals begleitet von Atemnot, dar.

Wozu kann die Hyperphosphatämie führen?

Ein drastischer Anstieg der Phosphatkonzentration im Körper verursacht schlimmstenfalls eine Zerstörung der Organe durch die Kalzifizierung. Hierbei bilden sich Kalziumphosphatablagerungen in den Gefäßen sowie im Gewebe, welche die Organfunktion und den Blutfluss hemmen.

Zeigt sich der Blutwert Phosphat zu hoch, entstehen zusätzliche Veränderungen im Körper. Zu ihnen gehört der sekundäre Hyperparathyreoidismus. Durch die übermäßige Stimulation der Nebenschilddrüsen entwickeln diese eine Überfunktion. Gleichzeitig kommt es zu einer gehemmten Calcitriol-Bildung. Hierbei handelt es sich um den Hormonvorläufer vom Vitamin D3.

Tipps um den Phosphatspiegel zu senken

Leiden Sie an einer Hyperphosphatämie, empfiehlt sich eine Ernährungsberatung. Diese klärt sie über die Relevanz einer günstigen Kalzium- und Phosphorkombination im menschlichen Organismus auf. Das empfohlene Verhältnis liegt bei zwei zu eins. Bei Patienten mit einer Niereninsuffizienz kann eine vegetarische Diät die Phosphatlast senken (Sharon M. Moe, et al.: Vegetarian Compared with Meat Dietary Protein Source and Phosphorus Homeostasis in Chronic Kidney Disease (Dezember 2010).

Bei Kindern liegen die Phosphatwerte höher als bei Erwachsenen. Da sie sich im Wachstum befinden, weisen sie einen höheren Umsatz an Knochensubstanz auf. Niedrige Blutwerte können das Knochenwachstum und damit die Entwicklung hemmen. Daher sollten junge ebenso wie erwachsene Patienten die Phosphatwerte nicht ohne ärztliche Beratung verändern.

Vorwiegend gilt es, auf phosphathaltige Limonade und Fast Food zu verzichten. Zu den günstigen Faktoren für das Senken der Phosphatkonzentration im Blut zählen Lebensmittel mit einem niedrigen Phosphorgehalt. Allerdings reicht eine Ernährungsanpassung häufig nicht aus, um die Blutwerte zu normalisieren. Schließlich kommt der Mineralstoff beinahe in allen Nahrungsmitteln vor, sodass keine Möglichkeit einer komplett phosphatfreien Lebensweise besteht. Zeigt sich Ihr Phosphat-Blutwert hoch, empfehlen die Mediziner beispielsweise Phosphatbinder. Zu ihnen gehört das Kalziumkarbonat.

Quellen und Nachweise

  • Physiologie des Menschen, Robert Franz Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann (Hrsg.): 31. Auflage. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010
  • Calium und Phosphathaushalt, Quellen wikipedia ↑mehr lesen
  • Hyperphosphatämie (hoher Phosphatspiegel im Blut) James L. Lewis, III, MD, Attending Physician, Brookwood Baptist Health and Saint Vincent’s Ascension Health, Birmingham
    aberufen auf MSD Manual

⏲ Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan

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Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
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