Kommen einige Blutgruppen selten vor?

Im Körper eines erwachsenen Menschen fließen fünf bis sechs Liter Blut, das Transport- und Abwehrfunktionen übernimmt. Blutgruppe und Rhesusfaktor geben Auskunft über genetische Merkmale, wobei unterschiedliche Gruppen existieren. Karl Landsteiner erschuf das AB0-System, bei dem eine Blutgruppe selten vorkommt: die Null.

  

Blutgruppe A
Blutgruppe A – Erythrozyten und Antigen Verteilung in der Bild-Darstellung der Blutgruppe A – copyright www.grossesblutbild.de

Seltene Blutgruppen: Welche gibt es?

Das Blut des Menschen besteht aus mehreren Bestandteilen. 50 Prozent bildet das Plasma, die andere Hälfte setzt sich aus roten und weißen Blutkörperchen sowie den Blutplättchen zusammen. Anhand der Oberfläche der Blutzellen und ihrer Antigene unterscheidet sich der Lebenssaft bei allen Personen. Häufig verfügen Kinder über die elterliche Blutgruppe. Selten bilden sie die Blutgruppe Null aus.

Um die Blutgruppe zu bestimmen, existieren mehrere Systeme. Die Blutgruppeneinteilung erhält in verschiedenen Situationen, beispielsweise bei einer Blutspende, Relevanz. Reagieren die Antigene mit den Antikörpern des Fremdbluts, droht eine Verklumpung.

Um das zu vermeiden, verwenden Ärzte Erythrozyten-Konzentrate. Sie ermöglichen es beispielsweise, einem AB-Empfänger die Blutgruppe A zu verabreichen. Besitzen Sie eine seltene Blutgruppe, suchen die Mediziner im Ernstfall einen geeigneten Spender, um gesundheitlichen Risiken vorzubeugen.

Seltene Blutgruppen bestimmen: Wie geht das?

Um die Blutgruppen einzuteilen, setzten sich in Deutschland zwei Systeme durch. Neben dem AB0-System nutzen die Ärzte das Rhesussystem. Letzteres erlangte im Jahr 1937 Bekanntheit. Es unterteilt das Blut in Rhesusfaktor positiv (Rh+) und Rhesusfaktor negativ (Rh-). Ersteres bedeutet, die roten Blutzellen beinhalten das D-Antigen auf der Oberflächenstruktur.

Bei seinem Fehlen weisen Sie einen negativen Rhesusfaktor auf. In Deutschland trifft dies auf 15 Prozent der Bevölkerung zu. Weltweit liegt der Durchschnitt mit zwölf Prozent niedriger. Im Rhesussystem besteht es als seltene Blutgruppe. Blut mit einem negativen Faktor eignet sich als Spenderblut für alle Menschen. Anders verhält es sich mit dem Blut mit zusätzlichem D-Antikörper. Dieses injizieren Mediziner ausschließlich Patienten mit identischer Blutgruppe.

Bekannter als der Rhesusfaktor ist die Blutgruppeneinteilung nach Karl Landsteiner. 1901 stellte dieser fest, dass das Zusammenführen disharmonierender Blutgruppen Probleme verursacht. Ähnliches geschieht, wenn Blut und Blutserum betroffener Personen sich mischen. Daraufhin nahm er die bis heute bekannte Gruppierung vor und identifizierte drei Merkmale: A, B und C. Letzteres steht mittlerweile für Null. Zusätzlich kennen Sie die seltene Blutgruppe AB.

Was sagt das AB0-System aus?

Das Einteilungssystem gliedert die Blutgruppen anhand von vier Antigenen, sodass sich folgende Kategorisierung ergibt:
Blutgruppe A,
• B,
• AB,
Blutgruppe Null.

Letztere kommt weltweit bei 45 Prozent der Bevölkerung vor. Die zweithäufigste Blutgruppe A besitzen 40 Prozent der Weltbevölkerung. Elf Prozent verfügen über die seltenere Blutgruppe B. Sie weisen ein erhöhtes Krankheitsrisiko auf. Das belegt eine französische Studie [Quelle: Fagherazzi, Guy, et al.: ABO and Rhesus blood groups and risk of type 2 diabetes: evidence from the large E3N cohort study (März 2015); URL: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00125-014-3472-9 (letzter Zugriff: 05.02.2018)].

Tipps für Ihre nächste Blutspende

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Die seltene Blutgruppe AB kommt bei vier Prozent der Weltbevölkerung vor. Spenden Sie mit dieser Blut, eignet es sich ausschließlich für AB-Empfänger. Ebenso brauchen Personen mit Blutgruppe Null Spenderblut mit gleicher Blutgruppe. Als Träger der Gruppen A und B spenden Sie den Lebenssaft für Personen mit identischer Klassifizierung oder für Menschen mit AB.

  

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