Drogenwissen: Was hilft bei Crystal Überdosis?

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Erste Hilfe bei Überdosierung mit Crystal Methamphetamin

Bei einer Crystal Meth Überdosierung kommt es nicht selten zu einem lebensgefährlichen Blutdruckabfall, diese kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Doch was hilft bei einer Crystal Überdosierung?

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sind ratsam, wenn man eine Crystal Überdosierung vermutet?

Crystal Meths oder Methamphetamin ist eine hochwirksame Substanz. Das Risiko einer lebensgefährlichen Überdosis besteht daher sehr schnell, da Reinheitsgrad und Menge der Droge auch von erfahrenen Konsumenten nicht immer richtig eingeschätzt werden können.

Erste Hilfe bei Überdosierung mit Crystal Meths
Erste Hilfe bei Überdosierung mit Crystal Meths ist immer das rufen des Rettungswagens – Copyright: Corepics bigstockphoto
Eine Überdosis Crystal Meths kann zu einem lebensbedrohlichen Blurdruckabfall mit Todesfolge führen. Daher sollte bereits beim Verdacht sofort der Notarzt verständigt werden (Tel.: 112).

Absetzer des Notrufes sollten den Verdacht der Überdosis äußern sowie auftretende Symptome beschreiben, um eine schnellstmögliche und optimale Erstversorgung des Konsumenten sicherzustellen.

Was hilft bei einer Crystal Überdosierung – Faktenblock:

  • Überhitzung und Atemnot können auf eine Überdosis hindeuten. Diese können einzeln oder zusammen auftreten
  • Eine Eigenbehandlung mit Medikamenten wie beispielsweise Valium sollte auf keinen Fall erfolgen
  • Opfer einer Überdosis können sowohl langjährige Konsumenten werden, als auch Erstkonsumenten, die die „Reinheit“ der Substanz oder die Menge nicht einschätzen können
  • Der Konsum von Crystal Meths sollte nicht aus Scham oder aus anderen Gründen verschwiegen werden, wenn Betroffene selbst vermuten, eine Überdosis eingenommen zu haben

Wie erkennt man eine Überdosierung mit Crystal Meths?

Gerade wenn der Suchtdruck bei Betroffenen steigt, ist eine Überdosierung schnell eine folgenschwere Fehlentscheidung. Auch bereits beim Erstkontakt mit der Droge ist eine Überdosis möglich.

Crystal Meth
Methamphetamine als Crystal Meth führen zur Abhängigkeit – Copyright: kaarsten bigstockphoto

Sowohl Betroffene als auch Angehörige sollten bei folgenden Symptomen gerade nach dem (bekannten) Konsum der Droge den Notarzt verständigen:

  • Überhitzung (Hyperthermie) des Betroffenen. Zeigt sich durch einen hochroten Kopf, vermehrtes Schwitzen und Fieber
  • Starke Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühle
  • Atemnot (Vorsicht: Es besteht Erstickungsgefahr!)
  • Atemlähmung (Vorsicht: Es besteht Erstickungsgefahr)
  • Zittern am ganzen Körper
  • Muskelkrämpfe und Krampfanfälle
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lähmungserscheinungen
  • Blutdruckabfall
  • Bewusstlosigkeit
  • Angstzustände und Realitätsverlust (Fachleute nennen dies: Intoxikationspsychose)

Die Folgen einer Überdosis mit Crystal Meths können schwerwiegend sein: In schlimmen Fällen kommt es zu einem Herzstillstand, der tödlich endet.

Gerade Konsumenten, die Methsamphetamin das erste Mal ausprobieren, können die Wirkung und Menge nicht einschätzen.

Doch auch erfahrene Konsumenten erleiden häufig Symptome einer Überdosierung, da sie dem drohenden „Comedown“ mit einer erneuten Einnahme entgegen wirken möchten.

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Merken Betroffene oder andere Personen im Umfeld, dass es einem Konsumenten nicht gut geht, sollte umgehend der Notarzt verständigt werden.

Dies gilt auch, wenn der Gesundheitszustand nicht zweifelsfrei beurteilt werden kann. Dies gilt bereits beim Verdacht, dass ein Betroffener möglicherweise Crystal Meths konsumiert haben könnte.

Maßnahmen bei Crystal Überdosis

Was ist zu tun, wenn eine Crystal Meths Überdosis eingenommen wurde?

Nach dem Absetzen des Notrufes gilt zu aller erst: Ruhe bewahren! Aufgeregte Ersthelfer können die Symptome ungewollt verschlechtern. Daher ist es wichtig, Ruhe auszustrahlen. Ist dies dem Ersthelfer nicht möglich, kann er eine andere, ruhigere Person bitten, bei dem Betroffenen zu bleiben.

Falls möglich, sollte die betroffene Person an einen ruhigen Ort gebracht werden, wo eine Zufuhr von frischer Luft gewährleistet ist. Wenn der Konsument es wünscht oder wenn es hilfreich erscheint, kann Körperkontakt helfen, die Symptome zu lindern, bis der Notarzt eintrifft. Hier muss jedoch die Situation genau abgeschätzt werden: Gerade bei Atemnot kann Körperkontakt genau das Gegenteil bewirken.

Getränke mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt wie frischer Orangensaft oder Getränke mit einem hohen Mineralstoffgehalt können helfen. Alkohol sollte vom Konsumenten der Überdosis vermieden werden.

Leidet der Betroffene an Kreislaufproblemen, sollte er in eine für ihn angenehme sitzende oder liegende Position gebracht werden. Kommen Muskelkrämpfe hinzu, kann die Gabe von Magnesium oder Traubenzucker etwas Linderung verschaffen.

Bis der Notarzt eintrifft ist es wichtig, Puls- und Atemfrequenz zu überwachen und diese Informationen beim Eintreffen des Notarztes zu nennen. Dies hilft dem Fachpersonal, die Brisanz der Situation besser abzuschätzen.

Von einer Selbstmedikation mit anderen Mitteln, zum Beispiel Valium, ist dringend anzuraten. Diese können gerade bei einer Überdosis zu einer weiteren Krise des Kreislaufes und in Folge zu einem Herzstillstand führen.

Gerade erfahrene Konsumenten mit erhöhtem Suchtdruck greifen missbräuchlich zu solchen Substanzen. Beim Verdacht einer Überdosis sollte von dem Konsum anderer Substanzen jedoch dringend Abstand genommen werden.

Blaue Lippen und stockende, schwere Atmung können auf eine Atemlähmung hindeuten. Auch hier ist sofort der Notarzt zu verständigen. Erste-Hilfe-Maßnahmen sollten eingeleitet werden. Das Hochlagern der Arme kann dem Betroffenen helfen, wieder besser Luft zu bekommen.

Bei einer Überdosis Crystal Meths erleidet der Körper eine Vergiftung. Akute Vergiftungserscheinungen haben nicht selten eine Bewusstlosigkeit zur Folge, die im Anschluss an die oben genannten Symptome erfolgt.

Um langfristig nicht erneut auf Grund der Folgen und Symptome einer Überdosis Crystal Meths in Lebensgefahr zu gelangen, sollten Betroffene sich von einer qualifizierten Drogenberatungsstelle beraten lassen.

Fakten zu Chrystal Meth

Studien zeigen, dass rund 30 Prozent der Erwachsenen einmal im Leben die Wirkung von Methamphetamin (so wird Crystal Meths im Fachjargon genannt) ausprobieren.

Auf Grund der starken, euphorisierenden und aufputschenden Rauschwirkung der Droge, die man rauchen, schniefen und spritzen kann, hat sie eine starke Gefährdung, um in eine Abhängigkeit zu rutschen.

Schuld daran ist auch der als sehr unangenehm empfundene „Comedown“, der Zeitpunkt, indem die Droge im Körper nachlässt und der Konsument wieder nüchtern wird. Ein Verlangen nach „mehr“ kann sehr schnell die Folge sein.

 

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin. Als langjährige Medizinautorin entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur und aktuelle medizinische Leitlinien.