Behandlung der Blutarmut

Wie erfolgt die Blutarmut-Behandlung?

Leiden die Patienten an einer Blutarmut, befinden sich in ihrem Organismus zu wenig rote Blutkörperchen. In der Fachsprache nennt sich die gesundheitliche Komplikation Anämie. Ihr liegen unterschiedlichen Ursachen zugrunde. Beispielsweise entsteht das Phänomen aufgrund einer Blutung. Das geschieht in der Regel nach Unfällen oder tiefen Schnittwunden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Eisenmangel-Anämie, die aus einer verringerten Einnahme von Spurenelementen resultiert.

In der Folge bildet der Körper weniger Erythrozyten. Durch die Anämie entstehen gesundheitliche Folgen, die vorwiegend die körpereigenen Abwehrkräfte betreffen. Daher erhält eine zeitnahe Blutarmut-Behandlung Relevanz. In der Regel hängen die entsprechenden Maßnahmen von der jeweiligen Art der Erkrankung ab.

Anämie - Blutarmut-Behandlung

Bluttransfusion bei einer Anämie © Tobilander – Fotolia.com

 

 

Die Behandlung der Anämie zusammengefasst

Eine Anämie entsteht aus verschiedenen Gründen, von denen die Therapie des Phänomens maßgeblich abhängt. Vorrangig kommt es darauf an, die Ursache für die gesundheitliche Komplikation zu bekämpfen. Daher steht vor der Blutarmut-Behandlung die Anamnese des Patienten im Mittelpunkt. Sobald der behandelnde Arzt erkennt, warum es zu der Anämie kommt, leitet er eine geeignete Therapie ein.

Dabei spielen spezielle Medikamente sowie homöopathische Arzneien eine wesentliche Rolle. In manchen Fällen besteht für die Betroffenen die Möglichkeit, eigenständig auf ihre Blutbildung einzuwirken. Beispielsweise geschieht das unter Einfluss der Ernährung. Jedoch erfolgen die Maßnahmen ausschließlich unter Absprache mit dem Arzt, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

 

Wann erfolgt die Blutarmut-Behandlung?

Eine Anämie entsteht aufgrund unterschiedlicher Ursachen. Nach einem Unfall kommt es beispielsweise zu einer Blutungsanämie. Hierbei geht die Blutarmut mit der Verletzung und dem daraus resultierenden Blutverlust einher. Des Weiteren existieren folgende Formen der gesundheitlichen Komplikation:

  • die Eisenmangel-Anämie,
  • die Anämie aufgrund fehlender Folsäure,
  • die Blutarmut durch Vitamin B12-Mangel
  • sowie eine krankheitsbedingte verringerte Blutbildung.

Jede Form der Erkrankung führt unter Umständen zu schwerwiegenden Folgen. Dabei droht hauptsächlich eine geschwächte Immunabwehr. Auf diese Weise gelangen diverse Erreger in die Blutbahn und lösen unterschiedliche Infektionen aus. Gleichzeitig geht die mangelnde Konzentration der roten Blutkörperchen mit allgemeinen Krankheits-Symptomen einher. Beispielsweise fühlen sich die betroffenen Personen oftmals müde oder abgeschlagen.

Anhand einer Blut-Untersuchung gelingt es dem Arzt, eine Anämie festzustellen und die geeigneten Maßnahmen einzuleiten. Dabei existieren Therapieformen, welche die Erkrankten ohne Schwierigkeiten eigenständig durchführen. Von Bedeutung ist, aus welchem Grund die Blutarmut zustande kommt.

 

Welche Behandlungen spielen eine Rolle?

Um eine Anämie festzustellen, misst der Arzt den Hämoglobin-Gehalt im Blut. Demnach liegt die Blutarmut vor, wenn die Werte eine Grenze von elf bis 13 Gramm in einem Deziliter Blut unterschreiten. Eine von der American Society of Hematology am 21. Februar 2006 veröffentlichten Studie der Wissenschaftler Ernest Beutler und Jill Waalen legt nahe, dass sich die Normwerte des Hämoglobins bei hellhäutigen und schwarzen Personengruppen unterscheiden. Die Publikation erschien unter dem Namen „The definition of anemia: what is the lower limit of normal of the blood hemoglobin concentration“.

Diagnostizieren die Mediziner aufgrund der Blutwerte eine Blutarmut, erhält deren Ursache einen hohen Stellenwert. Daher erfolgt in der Regel eine Anamnese des Patienten, die mit unterschiedlichen Untersuchungen einhergeht. Abhängig von der Art der Anämie schlägt der Experte eine Blutarmut-Behandlung vor. Bei einer Blutungsanämie steht die Stillung der Blutungsquelle im Fokus. Verliert der Betroffene eine große Menge der Flüssigkeit, eignet sich eine Transfusion als Therapiemethode.Eine Eisenmangel-Anämie entsteht aufgrund einer verringerten Einnahme von Spurenelementen. Die Stoffe erhält der menschliche Organismus vorwiegend aus der Nahrung. Resultiert die Blutarmut aus einer geringen Eisenzufuhr, bekommt eine Umstellung der Ernährung eine wesentliche Bedeutung. Als geeignete Lebensmittel präsentieren sich Nüsse, Geflügel und ausreichend Fleisch. Des Weiteren befindet sich eine niedrige Eisenkonzentration in Eiern, Hülsenfrüchten und Milchprodukten.

Speziell das Eisen, das sich in Fleischfasern sammelt, verarbeitet der Mensch ohne Probleme. Daher besitzt es gegenüber dem pflanzlichen Eisen einen Vorteil. Um gleichzeitig den relevanten Stoff aus dem Gemüse zu erhalten, verwenden die Interessenten einen unkomplizierten Trick. Sie nehmen zu der Mahlzeit ein Vitamin-C-Präparat ein oder konsumieren Lebensmittel, die den Zusatzstoff zur Genüge enthalten.

Auf diese Weise nimmt der Körper das pflanzliche Eisen ohne Schwierigkeiten auf. Alternativ verschreibt der Hausarzt spezielle Eisentabletten. In Form eines Dragees nehmen die Verwender diese zweimal täglich zu ihrer Nahrung ein. Bereits nach drei bis sechs Monaten reguliert sich die Eisenkonzentration innerhalb des Organismus. Auf diese Weise bilden sich vermehrt rote Blutzellen und die Blutarmut klingt ab.

In einigen Fällen resultiert die Eisenmangel-Anämie aus einer gestörten Aufnahmefähigkeit im Bereich des Darms. Das bedeutet, dass der Körper sich die Spurenelemente nicht aus den Nahrungsmitteln ziehen kann. In dem Fall bringen Eisendragees keinen Nutzen. Stattdessen erhalten die Patienten das Eisen in Form einer Injektion direkt in die Blutgefäße gespritzt.

 

Was geschieht bei einem Mangel an Folsäure?

Ebenso gelingt eine Bekämpfung der Blutarmut bei einem Defizit an Folsäure. Die Substanz befindet sich vorwiegend in grünem Gemüse, sodass sich auch in dem Fall eine Nahrungsumstellung lohnt. Hierbei achten die Patienten darauf, ausreichend Vollkornprodukte zu sich zu nehmen. Diese verfügen gleichfalls über eine hohe Konzentration an der wichtigen Folsäure.

Fehlt sie dem Organismus aufgrund eines Alkoholproblems, stellt die Anämie lediglich ein Symptom der Störung dar. Hierbei gilt es, den Alkoholkonsum einzuschränken, um die körpereigene Blutbildung zu verbessern. In seltenen Fällen entsteht das gesundheitliche Problem durch das Fehlen des Vitamin B12. Dieses benötigt der Körper ausschließlich in geringen Mengen, sodass die Nahrung den täglichen Bedarf in der Regel deckt.

Jedoch leiden beispielsweise Vegetarier an einem niedrigen Vitamin-B12-Spiegel, da sich dieses vorrangig in tierischen Produkten befindet. Stellt eine Nahrungsumstellung keine Alternative dar, eignen sich Vitamin-Präparate als Therapie-Maßnahmen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, den relevanten Zusatzstoff direkt in den Muskel zu spritzen. Das geschieht, wenn der Darm das Vitamin aufgrund einer Störung nicht aus der Nahrung extrahieren kann.

 

Welche Behandlungen helfen bei anderen Anämieformen?

In einigen Fällen entsteht die Blutarmut aufgrund einer verschlechterten Blutbildung. Hierfür stellen beispielsweise Autoimmun-Erkrankungen oder Gen-Defekte die Auslöser dar. Eine Umstellung der Essgewohnheiten bringt im Normalfall keine Besserung, daher bekämpft der Mediziner die Hauptursache für die gestörte Produktion der Erythrozyten. Bei einer Erkrankung der Niere eignet sich beispielsweise das Hormon Erythropoetin, um die Bildung der roten Blutkörperchen anzuregen.

Die Gründe für eine Anämie zeigen sich vielfältig, daher existiert in der Regel keine pauschale Behandlungs-Methode. Zudem holen die betroffenen Patienten den Rat ihres Arztes ein, bevor sie mit einer Eigenmedikation beginnen. Eine fehlerhafte Therapie verschlimmert die Symptome der Blutarmut, statt diese zu verbessern.

 

weiterführend:

http://www.bloodjournal.org/content/107/5/1747.full?sso-checked=true

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


Bewerten Sie jetzt den Artikel:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 rating, 1 votes)

Redaktions Tipp:

RDW-Werte und ihre Bedeutung

RDW für Red Blood Cell Distribution Width Die RDW-Werte bestimmen die Mediziner mithilfe eines großen Blutbilds. Ein Synonym ist der EVB-Blutwert. […]