Ernährung bei Blutarmut und Eisenmangel, Vitamin B12 und Folsäure

Eine Anämie wird umgangssprachlich auch als Blutarmut bezeichnet und in vielen Fällen mit einem Eisenmangel gleichgestellt. Zwar stimmt es, dass Eisenmangel zur Blutarmut führen kann, allerdings gibt es zwei weitere Faktoren: zu wenig Vitamin B12 und zu wenig Folsäure in der Nahrung. Suchen Sie die richtige Ernährung bei Blutarmut, muss daher zunächst der konkrete Mangel geklärt und dann die Nahrung darauf eingestellt werden.

Ernährung bei Blutarmut
Ginger, Lebensmittel und Ernährung bei Blutarmut Copyright: gorchittza2012, Bigstockphoto

 

 

Ernährung bei Blutarmut, wenn Eisenmangel der Grund ist

Zur Orientierung ist es wichtig zu wissen, dass Männer rund zehn und Frauen rund 15 Milligramm Eisen am Tag benötigen. Hat Ihr Hausarzt in einem Blutbild festgestellt, dass Ihre Anämie auf zu wenig Eisen zurückgeht, gibt es viele Lebensmittel, die Abhilfe schaffen.

Pro 100 Gramm zubereiteter Speise finden Sie Eisen in folgender Konzentration vor:

  •  Ein Toplieferant ist Kakao in seiner ungesüßten Form. Sie decken sich direkt mit 47 Milligramm Eisen ein. Verarbeitet, etwa in Zartbitterschokolade, sind es nur noch circa 15 Milligramm.
  •  Auf Platz 2 stehen Schweineleber und Salzhering mit je 20 Milligramm Eisen.
  •   Ein guter dritter Platz geht an Pfifferlinge, da 17 Milligramm enthalten sind,
  • Weitere Lebensmittel zur Ernährung bei eisenbedingter Blutarmut: Geflügelleberwurst, Rollmops, Sesam und Soja.

Tipp: Sie können zudem Eisen zu sich nehmen, indem Sie Speisen mit geringem Eisengehalt mit passenden Kräutern verfeinern. Eisen finden Sie beispielsweise in Petersilie und Thymian aber auch in Brennnessel und Sonnenblumenöl.

 Ernährung bei Blutarmut
Ginger, Lebensmittel und Ernährung bei Blutarmut Copyright: gorchittza2012, Bigstockphoto

 

Ernährung bei Blutarmut: Der Mythos von Spinat als Eisenlieferant

Gehören Sie noch zu den Menschen, die mit der Zeichentrickfigur Popeye vertraut sind, zählen Sie Spinat sicher zu den wichtigen Eisenlieferanten in der Ernährung. Auch Erwachsene, die mit der Matrosen-Figur selbst nicht bekannt sind, haben von ihren Eltern früher gehört, dass Spinat groß und stark macht. Die Wahrheit ist jedoch, dass Spinat im Bezug auf Ernährung bei Blutarmut nur eine kleine Rolle spielt. Tatsächlich ist Eisen enthalten, allerdings nur 3,5 mg pro 100 Gramm Spinat und nicht wie früher angenommen 35 mg. Dieser Rechenfehler wurde in der Wissenschaft zwar korrigiert, bleibt aber als falsches Wissen in vielen Köpfen haften.

Vorsicht: auch bei guter Eisenaufnahme kann eine Blutarmut entstehen

Es kommt vor, dass Menschen in ihrer täglichen Ernährung eigentlich genügend Eisen konsumieren, die Blutwerte aber schlecht sind und eine Anämie diagnostiziert wird. In diesem Fall sollte darauf geachtet werden, ob der Lebensstil dazu führt, dass der Darm das aufgenommene Eisen nicht in den Körper resorbieren kann. Hemmstoffe sind beispielsweise Kaffee und schwarzer Tee. Auch manche Medikamente stören die Aufnahme von Eisen über die Magenschleimhaut.

 

Ernährung bei Blutarmut mit Vitamin B12 als Mangel

Sowohl für Frauen als auch für Männer gilt der Richtwert von rund drei Mikrogramm (abgekürzt µg) Vitamin B12 am Tag. Zu den Lieferanten des Vitamins zählen nahezu ausnahmslos tierische Lebensmittel. Fleisch und Milcherzeugnisse sowie Fisch und Eier sind reich an Vitamin B12. Auf 100 Gramm pro Lebensmittel verteilt sich der Gehalt an Vitamin B12 wie folgt:

  •  Rinds- oder Kalbleber haben rund 75 µg.
  •  Schweinsleber kommt mit 25 µg auf den zweiten Platz.
  •  Austern liefern noch 14,5 µg und Ei 2,5 µg.

Aus dem Pflanzenreich können maximal fermentierte Mittel wie Sauerkraut oder Soja genutzt werden. Zudem liefert Chlorella als Alge etwas Eisen. Im Zweifelsfall sollte der Mangel jedoch vom Hausarzt mit Ergänzungsmitteln therapiert werden. Vor allem Vegetarier und Veganer sowie Schwangere gelten als Risikogruppen für eine zu geringe Zufuhr an Vitamin B12. Die beiden ersten Gruppen können ihren Tagesbedarf nicht nur tierische Produkte decken und werdende Mütter haben einen erhöhten Umsatz.

 

Ernährung bei Blutarmut: die Folsäure im Zentrum

Wie wichtig Folsäure ist, erfahren meist die Frauen mit Kinderwunsch. Nicht selten erhalten sie vom Gynäkologen die Empfehlung, während der Schwangerschaft zusätzlich Folsäure einzunehmen und den gestiegenen Bedarf damit zu decken. Durch eine einseitige Ernährung kann jedoch auch jenseits einer Schwangerschaft bei allen Frauen und auch Männern ein Folsäure-Mangel auftreten und damit zu Anämie führen.

Betrachtet man Folsäure aus Sicht der Ernährungswissenschaft, ist ihre Aufnahme über die Nahrung quasi der Gegenspieler zu Vitamin B12. Während das eine vor allem in tierischen Produkten zu finden ist, kommt Folsäure überwiegend in Pflanzen vor. Es sind daher Menschen mit übermäßigem Fleischkonsum, die zu einem Folsäure-Mangel tendieren.

Zur Orientierung: Jeder Mensch benötigt ungefähr 400 µg Folsäure pro Tag.

Folgende Nahrungsmittel (pro 100 Gramm ) sind daher gute Lieferanten:

  •  Rinderleber (gebraten) deckt als eines der wenigen tierischen Produkte mit rund 488 µg den kompletten Tagesbedarf ab.
  •  Noch besser sind allerdings Weizenkeimflocken mit 520 µg.
  •   Macadamianüsse liefern geröstet 446 µg und Petersilie 149 µg.
  • Sehr gute Folsäure-Lieferanten sind zudem Erdnüsse (169 µg) und Spargel (105 µg ungekocht und 60 µg gekocht) sowie Walnüsse (75 µg).

Quellen und Literatur:
G. Beutel u. a.: Anämie auf einen Blick. Thieme Verlag, Stuttgart 2003
http://www.meine-gesundheit.de/eisenmangel/eisenmangel-behandlung
http://www.ernaehrung.de/tipps/anaemie/anaemie12.php

 

Hinweis für unsere Leser

Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
Unsere Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Sie dürfen als erster diesen Artikel bewerten