Hilfe und Hintergründe um eine Blutung zu stoppen

Um eine Blutung stoppen zu können benötigen Sie einige Hintergründe. Wir zeigen wie man kleinere Wunden versorgen kann. Bei stark blutenden Verletzungen muss eine Wundversorgung durch den Arzt erfolgen. Wichtig ist eine schnelle Wundversorgung. Sie ist essenziell als Notfallmaßnahme und für den sich anschließenden Heilungsverlauf. Ist der Blutverlust enorm oder kommt es zur Bewusstlosigkeit oder einem Herz-Kreislauf-Stillstand erfordert dieser Notfall Erste-Hilfe-Maßnahmen vom Notarzt. Wie nicht medizinisch tätige Personen handeln sollten, um eine kleine bis große Blutung zu stoppen, erfahren Sie im Folgenden.

Blutende Wunde versorgen und Blutung stoppen
Verletzung – Blutung stoppen © Photographee.eu – Fotolia.com

 

Art und Schwere der Wunde bestimmen die Versorgung

Im Alltag ziehen sich Menschen öfter kleine und große Verletzungen zu. Blutung stoppen Sie bei kleinen Wunden in der Regel selbst. Um große Wunden zu verschließen und um einen großen Blutverlust zu vermeiden, suchen Betroffene schnellstens einen Arzt auf. Er verklebt oder näht die Wunde. Eine schnelle Behandlung ist essenziell, um den Blutverlust zu minimieren und die Heilung zu begünstigen. Generell unterscheiden sich die Maßnahmen nach Art und Schwere der Verletzung. Wichtig ist, dass Helfer vor allen anderen Dingen die Blutung stoppen. Ein Druckverband hilft bei größeren Wunden, Pflaster bei kleinen Blessuren. Die moderne Wundversorgung begünstigt eine schnelle und narbenfreie Heilung.

 

Was tun bei einer Blutung?

Generell gilt es, blutende Stellen umgehend zu versorgen, um den Sekretverlust zu minimieren. Große Wunden mit starkem Blutaustritt behandelt ausschließlich der Mediziner. Bei kleineren Wunden stoppen sie die Blutung selbst. Die Behandlung erfolgt im Sitzen, um den Kreislauf zu beruhigen. Helfer behalten den Patienten im Auge, um Kreislaufschwächen oder Übelkeit frühzeitig zu bemerken.

Einmalhandschuhe schützen den Ersthelfer und den Betroffenen vor Keimen und Krankheiten. Eine größere Wunde reinigen sie ausschließlich mit klarem Wasser und verwenden einen keimfreien Verband zum Abdecken. Die Erstversorgung und das Blutung stoppen verhindert einen starken Blutverlust. Fremdkörper entfernt der Arzt und stoppt die Blutung in akuten Fällen. Eine schnelle und effektive Versorgung beeinflusst die Wundheilung enorm. Innerhalb von sechs Stunden suchen Betroffene einen Arzt auf, um die Verletzung zu behandeln. Falls erforderlich, verabreicht er eine Tetanus- oder Tollwutimpfung.

Um zu Hause Blessuren und größere Wunden zu behandeln, empfehlen sich folgende Artikel für die Hausapotheke:

  • Pflaster,
  • Mullbinde,
  • sterile Wundauflagen,
  • Brandwundauflage,
  • Hautantiseptikum,
  • Verbandsschere,

Der Schweregrad der Verletzung bestimmt über die Versorgung

Welche Maßnahmen Helfer einsetzen, um die Wunde zu versorgen, richtet sich nach Art und Schwere der Verletzung. Starke Blutungen stoppt der Arzt durch Nähen oder Verkleben der Stelle. Im Folgenden erfahren Interessierte mehr über die Versorgung verschiedener Blessuren.

 

Schürfwunden zu Hause behandeln

Diese versorgen Betroffene mit Natrium-Chlorid-Lösung oder spülen sie mit sauberem, klarem Wasser. Ein keimfreier Wundverband deckt die Blessur ab. Zunächst tragen Helfer die Wundauflage vorsichtig auf, darüber liegt eine Polsterschicht aus Tupfern. Die Befestigung erfolgt mit Heftpflastern oder einer Mullbinde. Bei großen und tiefen Wunden, die stark bluten, sucht der Patient einen Arzt zur weiteren Behandlung auf. Für kleine Schürfwunden reicht die Versorgung mit einem Pflaster aus. Von der Verwendung von Wundsalben, Gelees, Puder und Pasten raten Mediziner bei der Erstversorgung ab.

 

Schnittwunden mit Druckverband versehen

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Bei einer Schnittwunde verwenden Betroffene einen leichten Druckverband und lagern den verletzten Körperteil hoch. Der Verband drückt das Gewebe leicht zusammen, stoppt die Durchblutung jedoch nicht. Bei einem weißen Rand rund um den Verband liegt die Binde zu fest an. Nachdem die Blutung stoppt, erfolgt die Reinigung mit sauberem Wasser oder Kochsalz-Lösung. Größere Schnittwunden bedürfen einer Desinfektion mit Jod- oder Octenidinlösung. Je nach Schwere der Verletzung hilft ein Arztbesuch. Dieser näht Schnittwunden ab einem Zentimeter oder versorgt sie mit Wundnahtstreifen und Hautkleber. Die Behandlung erfolgt innerhalb von sechs Stunden, da später kein Nähen oder Kleben hilft, um die verletzte Stelle zu verschließen.

 

1. Stich- und Schusswunden behandelt der Notarzt

Zum Stoppen der Blutung bringen Helfer einen leichten Druckverband an und lagern den betroffenen Körperteil hoch. Reicht der Verband nicht aus, legen diese einen weiteren direkt darüber an. Ein Notarzt behandelt die verletzte Stelle zügig. Kleine Stichwunden sieht sich der normale Hausarzt an.

 

2. Bei offenen Brüchen Blutung stoppen

Knochenbrüche, die Haut und Muskulatur durchtrennen, erfordern einen Notarzt. Helfer stillen vorerst die Blutung, versuchen jedoch nicht, den Knochen einzurenken. Ein Knochenbruch führt zu einem starken Blutverlust, durch das Bewegen verschlimmert sich die Verletzung.

 

3. Bisswunden mit anschließender Immunisierung

Bei diesen Wunden steht ebenfalls das Stoppen der Blutung im Vordergrund. Helfer waschen die Stelle mit reinem Wasser aus. Bei Tollwutverdacht verwenden sie Seifenlösung oder Desinfektions-Lösung. Bei einem Tierbiss gilt es, den Arzt schnell aufzusuchen. Er versorgt die Wunde und impft gegen Tollwut.

In folgenden Fällen suchen Betroffene einen Mediziner auf:

  • Herz-Kreislauf-Stillstand,
  • Bewusstseinsverlust durch starken Blutverlust,
  • großflächige, tiefe oder stark blutende Wunden,
  • Wunden an Geschlechtsorganen, in Organnähe, am Hals,
  • Augenverletzungen,
  • Fremdkörper in der Wunde,
  • Bisswunden,
  • Stich- und Schusswunden,
  • größere Wunden in Gelenknähe,
  • tiefe Blessuren an Hand- oder Fußrücken.

 

Blutung stoppen mit Moderner Wundversorgung

Eine feuchte Wundbehandlung zielt zusätzlich auf einen natürlichen Heilungsprozess ab. Blessuren heilen schneller und verhindern eine bleibende Narbe. Dazu verwenden Mediziner hydroaktive Verbände oder Pflaster. Sie sind mit einer speziellen Wundauflage versehen, die die Wundflüssigkeit nicht austrocknet. Hormone, Wachstums-Faktoren und Enzyme wirken in der verletzten Stelle und regen die Neubildung der Zellen an. Durch das feuchte Milieu verringert sich das Infektions-Risiko. Ebenso verhindert die feuchte Auflage die Bildung von Wundschorf und ein Verkleben mit der Wunde. So zerstört der Betroffene beim Abnehmen des Verbandes kein neues Gewebe.

Feuchte Verbände enthalten teilweise Alginate, gewonnen aus der Braunalge. Sie nehmen Wundsekret auf und bilden ein zähflüssiges Gel, das die Wunde befeuchtet. Alginate bieten sich zur Behandlung tiefer und nässender Wunden an. Einige Produkte enthalten Zink- oder Mangan-Ionen. Sie regen zusätzlich die Zellaktivität an. Ebenso erhältlich sind Hydrokolloide. Sie bilden durch die Aufnahme des Wundsekrets ein Gel, das die Wunde feucht hält. Sie eignen sich für alle Wundversorgungen. Hydrogele empfehlen Ärzte zum Ablösen und Aufweichen trockener Gewebeteile. Erhältlich sind sie als Fertigverbände oder Gele.

Silber-Aktivkohle-Wundauflagen dienen der Vorbeugung von Infektionen. Sie helfen zusätzlich bei der Reinigung infizierter Bereiche. Zum Thema erschienen verschiedene Studien. Die Metaanalyse zur Wirksamkeit moderner Wundversorgung von Kristina Heyer et al. von der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf beweist eine Überlegenheit der Methode gegenüber herkömmlichen Wundverbänden.

 

Wundheilungs-Störungen verlangsamen die Blutgerinnung

In einigen Fällen lässt sich die Blutung nicht stoppen. Schuld sind verschiedene Wundheilungs-Störungen. Oft liegt es an einer chronischen Erkrankung, dem Lebensalter, Medikamenten wie Zytostatika, Durchblutungs-Störungen oder einer Mangel-Ernährung. Der Mensch benötigt zur Wundheilung Gerinnungsfaktoren. Bestimmte Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Verbrennungen, Leukämie oder eine chronische venöse Insuffizienz verbrauchen viele dieser Faktoren. Dadurch schließen sich Wunden langsamer.

 

weiterführend:

https://www.bvmed.de/de/bvmed/publikationen/broschueren-moderne-wundversorgung http://www.onmeda.de/behandlung/wundversorgung.html

http://www.info-wundversorgung.de/iw-de/presse-wundversorgung/covermeldung-moderne-wundversorgung-15-07-13

 

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