Alkoholentzugssyndrome und Delirium tremens
Alle Körperliche und psychische Symptome:

Nahezu jeder siebte Erwachsene in Deutschland konsumiert zuviel Alkohol. Oft bleibt es nicht beim vermeintlich harmlosen Glas Wein oder der Flasche Bier. Experten gehen davon aus, dass rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland alkoholabhängig sind.

Der Weg aus der Alkoholabhängigkeit ist schwer aber machbar. Wir zeigen in diesem Artikel alle Entzugserscheinungen bei Alkoholentzug.

Dabei gehen wir auf die körperlichen und psychischen Symptome während der Alkoholentgiftung und der anschließenden Entwöhnung ein und zeigen mit welchen Symptomen zu rechnen ist.

Alkoholentzug Symptome

Die wichtigsten Alkohol Entzugserscheinungen

  • Delirium Tremens
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Halluzinationen
  • Schweißausbrüche, Zittern
  • Herzrasen und Kreislaufstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Despressionen, Angst- und Panikattacken

Alkoholentzug =  Alkoholentgiftung + Alkoholentwöhnung

Erkennt man, dass man alkoholabhängig ist, ist der erste Schritt des Alkohlentzugs das Absetzen des Suchtstoffes Alkohol durch eine Alkoholentgiftung – bei langjähriger Sucht wird diese unter medizinischer Aufsicht und mit Beihilfe von Medikamenten im Krankenhaus durchgeführt. Die Kosten der Alkoholentgiftung übernehmen die Krankenkassen.

  • Eine Alkoholentgiftung dauert ca. 7 Tage

Nach der Entgiftung sollte unbedingt eine ambulante oder stationäre Alkoholentwöhnung durchgeführt werden. Die stationäre Alkoholentwöhnung wird in einer Reha-Einrichtung durchgeführt. Beratung dazu geben Krankenkasse und Suchtberatungstellen. Die Kosten der Alkoholentwöhnung übernehmen die Rentenversicherungen.

  • Eine stationäre Alkoholentwöhnung dauert 3-6 Monate
  • Eine ambulante Alkoholentwöhnung dauert 6-12 Monate
  • Psychologischen Nachbetreuung und Aufarbeitung 2-5 Jahre

Alkoholentzug Symptome und Nebenwirkungen

Der Alkoholentzug ist für viele Symptome und Nebenwirkungen bekannt. Dies ist kein Wunder, denn das Ziel des Entzugs ist es, die körperliche Abhängigkeit nach der Substanz Alkohol zu beenden. Je schwere und länger die Alkoholabhängigkeit bestand, umso mehr Entzugserscheinungen treten bei Betroffenen auf.

Starke körperliche und seelische Symptome sind die Folge. Daher sollte ein Alkoholentzug auf Grund der Entzugserscheinungen nicht ohne ärztliche Aufsicht erfolgen. Doch mit welchen Nebenwirkungen des Alkoholentzugs müssen Betroffene rechnen? Wie können diese Nebenwirkungen gelindert werden?

Entzugserscheinungen bei Alkoholentzug – Faktenblock:

  • Ein Alkoholentzug wird meist stationär durchgeführt, da Entzugserscheinungen so zeitnah gelindert werden können
  • Die Dauer des Alkoholentzugs ist unterschiedlich: Nach einigen Tagen bis zu einer Woche ist der körperliche Entzug meist abgeschlossen
  • Der psychische Alkoholentzug dauert ungefähr drei bis vier Wochen. Ohne ihn ist ein Rückfall trotz überwundenem, körperlichen Entzug sehr wahrscheinlich, da Alkohol stark psychisch abhängig macht
  • Die schwerste Nebenwirkung eines Alkoholentzugs ist das sogenannte Delirium tremens
  • Wird der Alkoholentzug von Medikamenten begleitet, die die Entzugserscheinungen mindern, sprechen Experten vom sogenannten „warmen Entzug“
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Entzugserscheinungen

Alkoholentgiftung Körperliche Symptome

Diese Symptome treten meist nur in der Entgiftung während der ersten Tage auf.

  • Delirium Tremens
  • Herz-Kreislauf-Störungen
  • Halluzinationen
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Herzrasen und Herzstolpern
  • Übelkeit und Erbrechen
  • körperliche Schwäche
  • Durchfall
  • Sprachstörrungen

Anhaltende körperliche Entzugserscheinungen

Diese Symptome können während des gesamten Alkoholentzuges einsetzen.

  • Schwitzen und Zittern
  • Mundtrockenheit
  • Schlafstörungen
  • Sehstörungen
  • Gleichgewichtsstörungen
  • körperliche Schwäche

Psychische Entzugserscheinungen

Diese Symptome können sowohl bei der Entgiftung wie auch bei nachfolgenden Entwöhnungstherapien auftreten.

  • Angstzusttände
  • Panikattacken
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Paranoia und Psychosen
  • Ruhelosigkeit
  • Depressionen
  • Selbstmordgedanken
  • verminderte Konzentrationsfähigkeit
  • vermindertes Leistungsvermögen
  • Reizbarkeit

Delirium tremens

Alkoholentzugssyndrom / Delirium tremens

Das schwerste Symptom beim Alkoholentzug ist das Delirium tremens, es wird auch als Alkoholentzugssyndrom oder Alkoholdelirium bezeichnet und kann in verschiedenen Stärken und Formen auftreten. Delirium tremens stellt eine lebensbedrohende Komplikation mit unterschiedlichen Symptomen dar.

Symptome Delirium tremens ohne Delir

Beginnt 12 Stunden nach Absetzen des Alkohols

  • Gesichtsrötung
  • Durchfall
  • Fieber
  • Herzrasen
  • epileptische Anfälle
  • Wortfindungsstörungen
  • Angst
  • Schlafstörungen

Delirium tremens mit Delir

Es tritt bei bis zu 15% der Alkoholiker nach ca. 2 Tagen nach dem letzten Alkoholkonsum auf und ist die schwerste Form des Alkoholentzugssyndroms. Zu den oben aufgeführten Symptomen kommen dazu:

  • Optische und akustische sowie taktile Halluzinationen
  • Paranoia und Psychosen
  • Ruhelosigkeit, Herumsuchen
  • starke Eigengefährdung
  • Gefährdung anderer Personen
  • Selbstmord

 

Alkoholentzug – Was man wissen muss

Normalerweise wird ein Alkoholentzug mit einer stationären Entgiftung begonnen. Dies ist notwendig, da die Entzugserscheinungen und Symptome nicht nur sehr unangenehm für den Betroffenen sind, sondern auch schwerwiegende Folgen haben können.

Im schlimmsten Fall können die Nebenwirkungen eines Alkoholentzugs sogar lebensbedrohlich sein. Ein stationärer Aufenthalt zur Entgiftung kann in jedem Krankenhaus durchgeführt werden, die Entgiftung im Krankenhaus dauert 7 Tage und bietet beste medizinische Unterstützung und Sicherheit für Betroffene.

In seltenen Fällen ist auch eine Alkoholentgiftung zu Hause möglich. Dieser sogenannte Kalte Entzug sollte aber mit einem Arzt abgesprochen sein um schwere Entzugserscheinungen auszuschließen.

Nach der Entgiftung folge die Entwöhnungsbehandlung, die sogenannte Alkoholentzugs-Therapie kann stationär wie auch ambulant durchgeführt werden.

Die Gefahr, dass Betroffene während eines ambulanten Entzugs die Motivation verlieren und sich in Folge dessen nicht mehr an die ärztlichen Empfehlungen halten, ist sehr viel größer als bei einem stationären Aufenthalt. Die häusliche Umgebung ist oft tiefsitzend mit dem Alkoholkonsum verknüpft, sodass ein Rückfall wahrscheinlicher ist.

Die Dauer eines Alkoholentzugs ist sehr unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass nach spätestens einer Woche der körperliche Entzug abgeschlossen ist und es dem Betroffenen sehr viel besser geht.

Durch die gravierende psychische Abhängigkeit, die Alkohol auslöst, ist ein Rückfall jedoch trotzdem noch sehr wahrscheinlich. Mit Hilfe einer Langzeit-Therapie kann die Chance zur dauerhaften Abstinenz gesteigert werden. Eine Langzeit-Therapie umfasst die stationäre Therapie und Kur, diese dauert 3 bis 6 Monate und wird anschließend durch eine psychologische Betreuung weitergeführt.

weiterlesen: Alkoholentzug zu Hause, Dauer

Alkoholentzug Symptome und Entzugserscheinungen

Das ein Alkoholentzug keine Kleinigkeit ist, ergibt sich bereits aus dem Bedarf eines stationären Aufenthalts mit medizinischer und psychologischer Betreuung, die nach Abschluss ambulant fortgeführt werden muss.

Alkoholentzug hat eine Vielzahl von Entzugserscheinungen zur Folge, sehr schwer Abhängige spüren die körperlichen Symptome meist sehr schnell, spätestens jedoch nach 24 Stunden.

Neben dem bekannten Zittern der Hände kommen Übelkeit und Erbrechen, sehr starkes Schwitzen, sehr starke Mundtrockenheit, Unwohlsein und körperliche Schwäche hinzu. Psychische Entzugserscheinungen sind meist zum Teil schwere, depressive Phasen, Schlafstörungen, Angstzustände und Unruhe.

Die wohl schwerste Form der Nebenwirkung ist das gefürchtete Delirium tremens. Wie viele andere Entzugsbetroffene auch, sind Patienten zu Beginn meist unruhig und ängstlich. Zum Teil lebensbedrohliche Krampfanfälle schließen sich an. Herzrasen und Kreislaufstörungen kommen hinzu und sind nicht selten ebenfalls lebensbedrohlich.

Diese Nebenwirkungen treten meist in den ersten beiden Tagen des Alkoholentzugs auf. Eine starke Desorientiertheit und Verwirrtheit der Betroffenen ist ebenfalls ein klassisches Symptom des Delirium tremens.

Nicht selten wird dieser Zustand von Halluzinationen und Wahnvorstellungen begleitet. Die medizinische Betreuung solcher Entzugspatienten ist eine Herausforderung und macht speziell qualifiziertes Personal notwendig.

Viele Betroffene sind während eines Delirium tremens nicht mehr ansprechbar oder gar geschäftsfähig. Bleibt das Delirium tremens unbehandelt, endet es bei ungefährt 30 Prozent der Betroffenen tödlich. Diese Zahl unterstreicht die Notwendigkeit eines stationären Aufenthaltes, um Nebenwirkungen des Alkoholentzugs entgegen zu wirken und sie rechtzeitig zu behandeln.

Alkoholentzug Symptome lindern

Ein Alkoholentzug ohne medikamentöse Unterstützung wird gemeinhin als „kalter Entzug“ bezeichnet. Heutzutage gibt es jedoch eine Vielzahl von Medikamenten, die die Entzugserscheinungen eines Alkoholentzugs lindern und erträglicher machen. Diese Form des Alkoholentzugs nennt man „warmen Entzug“.

Die unterstützenden Medikamente sind meist Beruhigungsmittel. Sie wirken krampf- und angstlösend und hemmen Krampfanfälle. Auch das gefürchtete Delirium tremens kommt unter Medikamentengabe seltener vor.

Leider haben die Wirkstoffe dieser Medikamente ebenfalls ein starkes Abhängigkeitspotential, weshalb sie nicht ohne medizinische Begleitung eingesetzt werden dürfen.

Viele Kliniken, die sich auf Alkoholentzug und deren Behandlung spezialisiert haben, bevorzugen daher immer noch den kalten Entzug ohne medikamentöse Unterstützung um die Gefahr von einer Abhängigkeit in die nächste zu rutschen zu minimieren. Auch kann es sein, dass ein Verfahren angewandt wird, bei dem der Alkohol nicht sofort radikal abgesetzt, sondern langsam dosiert reduziert wird.

Auch dies geschieht unter ärztlicher Aufsicht. Egal ob kalter oder warmer Entzug: Manchmal müssen zusätzlich krampflösende Medikamente verabreicht werden, um die Entzugserscheinungen nicht lebensbedrohlich werden zu lassen.

Eine weitere Möglichkeit des Entzugs, der nebenwirkungsarm erlebt wird, ist der sogenannte Turbo-Entzug. Hierbei werden Betroffene für ungefähr 36 Stunden in einer Art Narkosezustand versetzt. Mit Hilfe von Medikamenten wird die körperliche Entzugszeit auf diesen Zeitraum verkürzt.

Diese Methode hat den Vorteil, dass Betroffene die Entzugserscheinungen nicht bei vollem Bewusstsein erleben müssen. Auch kann der Entzug nicht abgebrochen werden. Leider halten die Entzugssymptome nach der Narkose oft weiter an, wenn auch nicht so stark.

Auf Grund starker Komplikationen und hoher Kosten hat sich diese Methode jedoch nicht durchgesetzt und kommt daher eher selten zur Anwendung. Hinzu kommt, dass die psychische Abhängigkeit ohnehin behandelt werden muss, sobald der körperliche Entzug überstanden ist.

Alkoholentzug und Entzugserscheinungen – Fazit

Alkoholabhängigkeit ist eine schwere undernstzunehmenden Krankheit. Die Bekämpfung in Form eines Alkoholentzugs wird von vielen unangenehmen Nebenwirkungen begleitet, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen.

Daher ist es wichtig, dass sich Betroffene nach der Entgiftung mit Hilfe einer Beratungsstelle in eine Fachklinik für Suchtkrankheiten überweisen lassen. Der Alkoholentzug und die anschließende ENtwöhnung wird von vielen verschiedenen Entzugserscheinungen begleitet.

Ein Alleingang beim Alkoholentzug ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll und daher nicht zu empfehlen.

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