Blutdruck, Bluthochdruck und Alkohol

Wirkungsweisen des Blutdruck bei Alkohol – die Menge macht das Gift

Bereits seit Jahren wird die Wirkung von Alkohol auf den Blutdruck kontrovers diskutiert. Wird ihm einmal eine blutdrucksenkende Wirkung zugeschrieben, soll er zugleich für dauerhaft hohen Blutdruck sorgen. Dabei ist vor allem eines entscheidend: Die Menge. Hinzu kommen andere Faktoren die sich auf die Problematik Blutdruck auswirken und somit zur negativen Beeinflussung führen.

Blutdurck Veränderungen durch Alkohol – Urheber: feverpitched / 123RF

 

 

Bluthochdruck und Alkohol

Ob und in wie weit sich Alkoholgenuss auf den Blutdruck auswirkt, hängt stark davon ab, welche weiteren Faktoren einwirken.
Diese Faktoren sind:

  1.  Stress
  2. Rauchen
  3. Geschlecht

 

1) Stress, Alkohol und Blutdruck

Wird Alkohol in Verbindung mit seelischer Erregung konsumiert, kommt es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Anstieg des Blutdrucks. Mögliche Auslöser sind hierbei Wut, Ärger, Sorgen, Trauer, Verzweiflung u.ä. negative Gefühlszustände. Diese bewirken negativen Stress, der den Blutdruck steigen lässt. Dies ist bedingt durch die automatisch ausgelöste Flucht- oder Angriffshaltung des Körpers.
Daher sollte Alkohol nie als Beruhigungsmittel oder zur Entspannung missbraucht werden.

 

2) Rauchen, Alkohol und Blutdruck

Wird der Genuss von alkoholischen Getränken mit Zigarette und schlimmstenfalls Stress kombiniert, kommt es fast immer zu einem Anstieg des Blutdrucks. Dabei werden die blutdrucksenkenden Effekte durch die hypertonischen Effekte überlagert.

3) Geschlecht

Inwiefern sich Alkohol negativ auswirkt, hängt stark vom Geschlecht ab. Dabei sind für Männer in der Regel etwas höhere Werte angesetzt als für Frauen. Gegensätzlich dazu ist zu beobachten, dass der Hypertonus beim Mann unter Alkohol stärkere Ausprägung findet als beim weiblichen Geschlecht.

 

Warum steigt nach Alkohol der Blutdruck?

Als Ursache für die Erhöhung des Blutdrucks durch Alkohol werden diverse, noch nicht in Gänze abgeklärte, Mechanismen verantwortlich gemacht. Dabei wesentlich beteiligt ist das Zwischenhirn, worüber eine gesteigerte Aktivität des Sympathikus gesteuert wird. Diese Steigerung bewirkt wiederum die vermehrte Ausschüttung blutdruckerhöhender Hormone.
Weiterhin kann durch regelmäßigen Alkoholgenuss das Körpergewicht steigen, die zur entsprechenden Erhöhung des Blutdrucks führt.

 

Wie viel Alkohol gilt als unbedenklich?

Da der regelmäßige Konsum von Alkohol zur chronischen Hypertonie führen kann, werden von verschiedenen medizinischen Fachgesellschaften, beispielsweise die Deutsche Hochdruckliga oder internationale Hochdruckgesellschaften, geschlechtsspezifische Werte ausgegeben, die als unbedenklich gelten.
Diese Unbedenklichkeit bezieht sich hierbei rein auf den Blutdruck.

 

Dabei gelten folgende Normwerte:

1) Männer bis 30g Alkohol pro Tag
2) Frauen bis 20g Alkohol pro Tag

Dabei sind 30g Alkohol in etwa 2 Gläsern Wein oder Bier enthalten.
Diese Werte gelten allerdings nur dann, wenn nicht bereits eine Blutdruckproblematik besteht. Liegt diese schon vor, sollte weitestgehend auf Alkohol verzichtet werden. Dies dient nicht nur dem therapeutischen Zweck der Hypertonie sondern soll auch weiteren Risiken durch Organschäden und Übergewicht vorbeugen.

 

 

Der Blutdruckanstieg bei Alkoholkonsum

Bei der Betrachtung der jeweiligen systolischen und diastolischen Druckanstiege muss klar im Geschlecht differenziert werden. Bei Männern ist stets ein höherer Anstieg zu beobachten als bei Frauen.  Gleiches gilt in der Gegenüberstellung von Rauchern und Nichtrauchern. Der zusätzliche Tabakkonsum bedingt hier höhere Werte als bei Nichtrauchern der Fall ist.
In welcher Höhe die Drücke steigen ist individuell und kann somit nicht pauschal angegeben werden. Teilweise wurden aber Blutdruckerhöhungen von 7mmHg systolisch und 5mmHg diastolisch beobachtet.

Wird Alkohol regelmäßig in Mengen konsumiert, die über die Normwerte hinausreichen, kann es zu einem chronischen Bluthochdruck kommen.

 

Alkohol und Gewicht

Ist vom Blutdruck die Rede spielt der Faktor Körpergewicht eine enorme Rolle. Mit jedem Kilogramm zu viel steigt das Risiko für Hypertonie. Grund kann hier ebenfalls Alkohol sein. Dieser schlägt mit 7kcal/g zu Buche und ist daher in keinster Weise als kalorienarm anzusehen, liefert er schließlich nur 2kcal weniger als ein Gramm Fett.
Beim Thema Bluthochdruck und Alkohol ist zudem signifikant auffällig, dass der Konsum alkoholischer Getränke meist den Appetit auf Salziges steigert. Auch ein zu hohes Maß an Kochsalz wirkt sich kontraproduktiv auf den Blutdruck aus.

 

Alkohol und Organe

Neben der allgemeinen Risikoerhöhung für Bluthochdruck, kann eine alkoholbedingte Hypertonie auch als sekundäre Erkrankung erfolgen. Alkohol als Zellgift führt über lange Zeiträume zu dauerhaften Schäden diverser Organe, darunter Leber und Pankreas. Sind diese beiden in ihrer Funktion durch Alkohol beeinträchtig, kann dies zu erheblichen Störungen in bestehenden Stoffwechselprozessen führen. Daraus resultiert oftmals ebenfalls ein Anstieg des Blutdrucks. Vor allem durch Schädigungen der Leber kann es zur vermehrten Ablagerung in den Arterien kommen. Diese wiederum führen zu Engpässen, die dann den Blutdruckanstieg herausfordern.

 

Das schützende Glas Wein

Seit Jahren kursiert regelmäßig in den Medien, dass ein Glas Wein, meist roter, am Abend zur Gesunderhaltung des Herzens beitragen soll. Dies wurde auch in zahlreichen Studien untersucht und belegt. Für den Schutz des Herzens, speziell gegen die koronare Herzerkrankung die zum Infarkt führen kann, sorgen hierbei Riboflavine. Diese sind tatsächlich im alkoholischen Rebensaft enthalten und bewirken einen positiven Effekt. Jedoch überwiegt auch hier der negative Effekt des enthaltenen Alkohols.
In kleinen Dosierungen wirkt dieser zwar gefäßerweiternd und sorgt somit eher für einen Blutdruckabfall. In höheren Dosierungen jedoch überwiegt der negative Effekt auf den Sympathikus.
Daher wird auch hier bei bestehenden Problemen mit zu hohem Blutdruck von regelmäßigem Konsum abgeraten.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"


Bewerten Sie jetzt den Artikel:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 rating, 2 votes)

Redaktions Tipp:

Blutbild

B-Lymphozyten im Blut

Aufgaben der B-Lymphozyten als ein wichtiger Antikörper Weiße Blutkörperchen übernehmen die Funktion des Beschützers und verteidigen den menschlichen Organismus gegen […]