Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf Syphilis testen

Gefährliche Syphilis für das ungeborene Kind: Schwangere auf Syphilis testen

Zur Routine gehören Blutuntersuchungen bei Schwangerschaft. Syphilis ist eine gefährliche Krankheit, die beim Fötus schwerwiegende Konsequenzen hervorruft. Eine verzögerte Organentwicklung, absterbendes Gewebe und diverse Entzündungsherde führen zu irreparablen Schädigungen oder dem pränatalen Tod. Das Risiko einer Totgeburt bei einer Infektion liegt je nach Erkrankungsstadium bei drei bis zwanzig Prozent. Die Erreger erreichen das Ungeborene ab dem fünften Schwangerschaftsmonat über die Plazenta und bewirken eine Syphilis connata. Ohne Behandlung hat sie lebenslange gesundheitliche Auswirkungen.

Blutröhrchen

Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com

 

Dank Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf Syphilis und einer Therapie ist es möglich, das Ungeborene vor irreparablen Schädigungen zu bewahren. Verschiedene Tests zeigen, ob im Blut des Kindes Antikörper oder Erreger vorhanden sind. Durch eine Serie von Untersuchungen erkennt der Arzt mit großer Wahrscheinlichkeit eine Erkrankung des Fötus und reagiert entsprechend darauf.

Folgen einer Syphilis-Infektion während der Gravidität

Vorgehen bei der Schwangerschaftsvorsorge

Ein wichtiger Teil der Schwangerschaftsvorsorge sind die Blutuntersuchungen. Sie zeigen auf, ob die werdende Mutter an Infektionen leidet und welche Antikörper von früheren Leiden existieren. Das Labor prüft auf Röteln, Hepatitis B und Syphilis, die für die Föten irreversible Konsequenzen haben. Eine infizierte Mutter überträgt den Erreger in den meisten Fällen auf ihr Kind. Er verzögert seine Organentwicklung und sorgt für diverse Entzündungsherde in seinem Körper. In verschiedenen Organen stirbt Gewebe ab.

 

Syphilis-Nachweis mittels verschiedener Tests

Die Diagnostik einer vorhandenen Syphilis ist wichtig für die Entwicklung des Fötus. Sie basiert auf einer gleichzeitigen serologischen Untersuchung bei Frau und Kind. Der Vergleich von Immunoblots und quantitativen Tests zeigt eine Infektion an. Kindliche Proben mittels PCR und Plazenta reichen für eine Diagnose nicht aus. Treponemenspezifische IgG-Antikörper im fötalen Blut stammen von der Mutter durch diaplazentare Übertragung oder der Fötus bildet sie als Antwort auf eine Infektion.

Ein Test im Rahmen von Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft bei Syphilis auf treponemenspezifische IgM-Antikkörper beweist einen der beiden Infektionswege. Sie sind nicht diaplazentar übertragbar, sondern entstehen im Blut des Fötus. Mit den Testarten 19S FTA-ABS-IgM und Immunoblot-IgM untersuchen die Fachleute die Existenz von IgM-Antikörpern. Sind die Tests positiv, ist eine konnatale Syphilis vorhanden. Eine weitere Untersuchung ist der parallele Nachweis von Cardiolipin-Antikörper-Titer. Ist der Wert beim Kind um das Vierfache höher als bei der Mutter, spricht dies für das Vorhandensein der Krankheit.

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Negative Erreger- und Antikörpernachweise schließen eine konnatale Syphilis nicht zu 100 Prozent aus. Die Mutter leiht dem Kind IgG-Antikörper sowie Lipoid-Antikörper. Sie passieren die Plazenta und bewirken im Blut des Fötus einen vergleichbaren Titer wie bei der Mutter. Mit einer Halbwertszeit von 21 Tagen eliminiert sie das Blut automatisch. Cardiolipin-Antikörper sinken nach der Geburt innerhalb sechs Monaten unter die Nachweisgrenze. Bei treponemenspezifischen IgG-Antikörpern geschieht dies innerhalb von einem Jahr.

 

Bei Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf Syphilis testen

Unter Therapie erreichen die Werte bei einigen Kindern negative Zahlen, bei anderen persistieren sie lebenslänglich im Blut. Die vierteljährliche Nachuntersuchung bei infizierten Säuglingen ist notwendig, bis der Nachweis mütterlicher Antikörper keine Resultate mehr ergibt.

 

Folgende Indikatoren weisen auf eine konnatale Syphilis hin:

  • positiver Lipoid-IgM-Antikörperbefund,
  • 4-fach höherer Lipoidantikörpertiter beim Kind im Vergleich zur Mutter,
  • positiver IgM-Antikörperbefund,
  • differente Bandenmuster,
  • Antikörperpersistenz bei Nachkontrollen während des ersten Lebensjahres.

Eine rechtzeitige Erkennung der Syphilis bei der Schwangeren und eine adäquate Therapie bilden die beste Prophylaxe.

Uneinigkeit in der Schweiz beim Testen von Syphilis in der Schwangerschaft

Die Studie „Heterogeneity in testing practices for infections during pregnancy: national survey across Switzerland” des Institutes für soziale und präventive Medizin der Universität Bern zeigt Uneinigkeit im Bezug auf Syphilis. 98 Prozent der Ärzte testen auf Streptokokken, Hepatitis B und HIV. Bei Syphilis gehen die Meinungen auseinander. Während in Genf und der Nordwestschweiz mehr als 95 Prozent den Test durchführen, sind es in der Ostschweiz nur 73 und in Zürich 65 Prozent.

Die Studienautoren unter der Leitung von Karoline Aebi-Popp sehen als Konsequenz der Untersuchung das Anstreben eines nationalen Syphilis-Screenings während der Schwangerschaft. Dies stehe mit den Empfehlungen der WHO im Einklang.

 

weiterführend:

http://www.smw.ch/content/smw-2016-14325/

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-002l_S2k_Diagnostik_Therapie_Syphilis_2014_07.pdf

 


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