Aufgaben und Untersuchungen in der Gastroenterologie

Vielleicht hat Ihr Hausarzt Sie zur Abklärung oder Weiterbehandlung einer Erkrankung zu einem Gastroenterologen überwiesen und Sie fragen sich gerade: Was ist die Gastroenterologie? Und was macht ein Gastroenterologe?

Gastroenterologie ist die medizinische Lehre vom Magen-Darm-Trakt. Einen Facharzt der Inneren Medizin, der sich mit dieser Thematik beschäftigt, bezeichnet man als Gastroenterologen. Wir möchten Ihnen erklären, was alles zum Fachgebiet der Gastroenterologie gehört und welche Aufgaben ein Gastroenterologe hat.

Was macht ein Gastroenterologe?

Was ist ein Gastroenterologe?

Sie leiden unter Magen-Darm-Erkrankungen die Ihr Hausarzt nicht mehr weiterbehandeln kann, dann wird Sie Ihr Hausarzt zu einem dafür ausgebildeten Facharzt überweisen. Zum Facharzt für Gastroenterologie. Gastro-was? Wir erklären Ihnen in unserem Beitrag was ein Gastroenterologe ist, welche speziellen Aufgaben er hat und welche Erkrankungen der Gastroenterologe behandelt.

Sowie die wichtigsten medizinischen Untersuchungen die in der Abteilung die Gastroenterologie durchgeführt werden.

Ein Gastroenterologe ist ein Facharzt für innere Medizin, der die Zusatzausbildung zum Gastroenterologen abgeschlossen hat. Die Gastroenterologie ist ein Bereich der Inneren Medizin und befasst sich mit:

Therapie, Diagnostik sowie der Vorsorge von Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt sowie der Leber.

Als Internisten bezeichnet man Gastroenterologen, die sich auf die Verdauungsorgane Magen, Darm, Speiseröhre, Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse spezialisiert haben. Die Bezeichnung Gastroenterologe ist standesrechtlich geschützt.

Nur mit Nachweisen über geleistete Fort- und Weiterbildungen sowie einem vorangegangenen Studium der Humanmedizin sind die Voraussetzungen gegeben, um sich als Facharzt für Gastroenterologie bezeichnen zu dürfen.

Gastroenterologe arbeiten als Fachärzte sowohl in Krankenhäusern als auch in speziellen Fachpraxen und Ambulanzen als sogenannter niedergelassener Facharzt.

Was macht ein Gastroenterologe? Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Gastroenterologie ist die medizinische Lehre vom Verdauungstrakt. Dieser umfasst den gesamten Bereich vom Mund bis zum After.
  2. Ein Gastroenterologe ist ein Facharzt für Innere Medizin mit einer zusätzlichen Qualitfikation im Fach Gastroenterologie.
  3. Das Aufgabengebiet eines Gastroenterologen ist die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes.
  4. Dazu zählen Infektionen, Entzündungsreaktionen, Krebserkrankungen und Funktionsstörungen des Verdauungstraktes.
  5. Die wichtigsten Untersuchungsmethoden sind die Endoskopie, Ultraschalluntersuchungen des Bauchraumes, Laboruntersuchungen von Blut- und Stuhlproben und funktionelle Tests.

Definition Gastroenterologie

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Was ist die Gastroenterologie? Das Wort besteht aus drei Bestandteilen: γαστήρ, gastēr bedeutet im Griechischen Magen; ἒντερον, énteron der Darm und λόγος, lógos die Lehre von etwas. Somit bedeutet in der Medizin Gastroenterologie die Lehre von Magen und Darm.

Streng genommen handelt es sich um den gesamten Verdauungstrakt, angefangen vom Mund bis hinab zum After. Und was ist ein Gastroenterologe? Ein Arzt, der sich mit genau diesem Spezialgebiet befasst.

Die Untersuchungsobjekte der Gastroenterolgie

Fragen Sie sich: Was ist die Gastrologie? ist es hilfreich zu wissen, mit welchen Organen sie sich befasst.

Gastroenterologie: Untersuchungsobjekte Mund

Der Verdauungstrakt beginnt mit der Mundhöhle (Cavum oris). Die Gastroenterologie beschäftigt sich in der Regel nur mit Krankheiten der Speicheldrüsen, Zunge, Gaumens und Rachens. Zähne und Zahnfleisch fallen ins Fachgebiet des Zahnarztes (Dentisten), der eine ganz andere Ausbildung erfährt.

An Mund und Rachen schließt sich die Speiseröhre (Ösophagus) an, die man sinnigerweise noch im Mittelalter als Schluckdarm bezeichnete. Sie ist etwa 25 Zentimeter lang.

Gastroenterologie: Untersuchungsobjekt Magen

Daran schließt sich der Magen an, der bei dreißig Zentimetern Länge ein Fassungsvermögen von maximal zweieinhalb Litern und eine drei Millimeter dicke Wand aufweist. Anatomisch unterteilt man ihn in mehrere Abschnitte. Er beginnt mir dem Mageneingang (Kardia, Pars caridiaca) und setzt sich in den luftgefüllten Magengrund (Fundus, Fundus ventriculi) fort.

Den größten Anteil hat der Magenkörper (Korpus, Corpus ventriculi), in dem die Zersetzung des Magenbreis (Chymus) durch die Magensäure stattfindet. Die zuunterst gelegene Pförtnerhöhle (Anthrum, Anthrum pyloricum) verengt sich und bildet den Pförtnerkanal (Canalis pyloricus), der mit dem Schließmuskel (Sphinkter) des Magens (Pylorus, Pylorus gastricus) endet.

Untersuchungsobjekt Dünndarm

Der Darm zwischen Magen und After ist sechs Meter lang und in mehrere Abschnitte mit unterschiedlichen Aufgaben gegliedert. Grob unterscheidet man einen Dünndarm (Intestinum tenue) und einen Dickdarm (Intestinum crassum), die zusammen eine Länge von etwa drei Metern aufweisen.

Untersuchungsobjekt Zwölffingerdarm

Unmittelbar an den Magen schließt sich als erster Teil des Dünndarms der C-förmige Zwölffingerdarm (Duodenum) an. Seine Länge entspricht zwölf Fingerbreiten oder dreißig Zentimetern. Hier münden der Ausführgang der Bauchspeicheldrüse (Ductus pancreaticus) und der Hauptgallengang (Ductus choledochus).

Untersuchungsobjekt Leerdarm

Es folgt der Leerdarm (Jejunum), der etwa zwei Meter lang ist und sich in zahlreichen Darmschlingen windet. Seinen Namen hat er von der Tatsache, dass er nach dem Tod meistens leer vorgefunden wird. Hier geht die Verdauung weiter und werden die meisten Nährstoffe aus dem mit Galle und Bauchspeicheldrüsensaft aufbereiteten Nahrungsbrei aufgenommen, darunter zahlreiche Vitamine.

Untersuchungsobjekt Krummdarm

Der Leerdarm geht nahtlos in den Krummdarm (Ileum) über. Dieser ist etwa drei Metern lang und von lymphatischem Gewebe durchzogen, wogegen die typischen Darmzotten kleiner werden.

Hier findet ein Großteil der Wasserresorption und Aufnahme von Nährstoffen statt, vor allem des wichtigen Vitamin B12. Die zahlreichen Lymphfollikel mit ihren Lymphozyten deuten darauf hin, dass es sich um ein wichtiges immunologisches Organ handelt. Nicht verwunderlich, muss doch der Körper vor dem Eindringen der hier allmählich zunehmenden Darmbakterien geschützt werden. Immerhin beläuft sich deren Menge auf bis zu ein Pfund.

Untersuchungsobjekt Dickdarm

Der Dickdarm (Intestinum crassum) ist der letzte, etwa eineinhalb Meter lange Teil des Darms, der am After endet. Seine Hauptaufgabe liegt in der Rückgewinnung des verbliebenen Wassers und dem Transport des Stuhls nach außen. Dort lebt der größte Teil der Darmflora.

Der Dickdarm beginnt mit der Ileozäkalklappe, einem Verschluss zwischen Dünn- und Dickdarm. Hier liegt der blind endende Blinddarm (Caecum) mit seinem Wurmfortsatz (Appendix vermiformis). Dahinter steigt der Dickdarm auf (Colon ascendens), biegt unterhalb der Leber nach links (Colon transversum) und steigt wieder nach unten ab (Colon descendens).

Darauf folgt der S- oder Sigma-förmige Sigmadarm (Colon sigmoideum), der in den zwanzig Zentimeter langen Mastdarm (Rektum) übergeht. Mit dem Afterkanal (Canalis analis) stellt der After die Verbindung nach außen her.

Gastroenterologie: Untersuchungsobjekt Leber

Zum Magen-Darm-Trakt gehören nicht nur Magen und Darm, sondern auch die großen Drüsen des Magen-Darm-Traktes.

Die Leber (Hepar) ist die größte Drüse des Körpers und ein wichtiger Synthese- und Abbauort zahlreicher Substanzen. Zudem bildet sie die Galle als Verdauungsflüssigkeit und speichert Glukose in Form von Glykogen und vor allem Blut, das bei Bedarf aus der Leber freigesetzt wird.

Gastroenterologie: Untersuchungsobjekt Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) besteht aus einem exokrinen und einem endokrinen Teil. Das bedeutet, sie produziert (exokrin) Verdauungssäfte, die Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette spalten sowie (endokrin) Hormone, allen voran die den Blutzuckerspiegel regulierenden Hormone Insulin und Glukagon.

Fachliche Qualifikation für die Gastroenterologie

Ein Gastroenterologie ist ein Facharzt, der sich mit den Erkrankungen dieser inneren Organe beschäftigt. Dabei handelt es sich um einen Internisten mit einer Weiterbildung im Fach Gastroenterologie.

Bei uns in Deutschland bedeutet das fünfjährige Ausbildung und Prüfung zum Facharzt für Innere Medizin. Daran schließt sich eine zweijährige Zusatzausbildung Gastroenterologie in einer entsprechenden Einrichtung an. In den meisten Bundesländern gibt es eine geänderte Weiterbildungsordnung, nach der ein Gastroenterologe eine dreijährige Ausbildung als Internist und anschließend eine dreijährige Weiterbildung als Gastroenterologe nachweisen muss.  

Aufgaben des Gastroenterologen 

Untersuchungen durch einen Gastroenterologen

Neben der Magen- und Darmspiegelungen führen Gastroenterologen aber auch noch weitere Untersuchungen durch auf die sie speziell ausgebildet sind:

  1. Medizinische Beratung und ausführliche, körperliche Untersuchung
  2. Blutuntersuchungen, Untersuchungen von Urin- und Stuhlproben im Labor
  3. Koloskopie (Darmspiegelung)
  4. Sonografie (Ultraschalluntersuchung)
  5. Abdomen Sonografie (Bauchorgane)
  6. Doppelballon- und Push-Enteroskopie
  7. Kapselendoskopie des Dünndarms
  8. Rektoskopie, Proktoskopie (Enddarmspiegelung)
  9. Endosonografie (Galle und Bauchspeicheldrüse)
  10. Magenspiegelung
  11. Ösophago-Gastro-Duodenoskopie
  12. Leberdiagnostik
  13. Leberpunktion
  14. Hepatitis Nachweis
  15. Labor- und Funktionsdiagnostik
  16. Manometrie (Druckmessungen)
  17. Bewegungsstörungen der Speiseröhre
  18. Atemtest
  19. Chemischer Okkultbluttest
  20. Blut im Stuhl Nachweis
  21. Stuhltests

Was macht ein Gastroenterologe?

Was ist die Gastroenterologie und was macht ein Gastroenterologe? Tätigkeitsgebiete der Gastroenterologie

Ein Gastroenterologe beschäftigt sich mit Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Verdauungstraktes. Dazu gehören auch Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmkrebsvorsorge, die die Krankenkassen ab dem fünfzigsten Lebensjahr finanziell übernehmen.

Was macht ein Gastroenterologie: Gastrointestinale Infektionen mit Viren, Bakterien und Parasiten

  • Magengeschwüre und
  • Zwölffingerdarmgeschwüre – gehen beide in den meisten Fällen auf das Bakterium Campylobacter pylori (Helicobacter pylori) zurück
  • Wurmparasiten:
    • Madenwürmer (Oxyuren)
    • Bandwürmer (Cestoden)
    • Spulwürmer (Ascariden)
  • Infektionen des Darms mit Viren
    • Noroviren
    • Rotaviren
    • Adenoviren
  • Virus-Hepatitiden der Leber mit Hepatitisvirus A-E
  • Bakterielle Infektionen des Darmes mit
    • Bacillus cereus
    • Clostridium perfringens
    • EHEC (enterohepatische Escherischia coli)
    • Salmonellen
    • Yersinien
    • Shigellen
    • Vibrio cholerae

Was macht ein Gastroenterologe: Entzündungen des Magen-Darm-Traktes

  • Magenentzündungen (Gastritis) und Magengeschwüre
  • Infektionen der Gallenwege (Cholangitis) und Gallenblase (Cholezystitis)
  • Geschwüre des Zwölffingerdarms und anderer Darmabschnitte
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, vor allem Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • Reizmagen und Reizdarm
  • Blinddarmentzündung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Sprue, Glutenallergie)
  • Leberentzündungen (Hepatitis)
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Was macht ein Gastroenterologe: Tumorerkrankungen im Verdauungstrakt

  • Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)
  • Magenkrebs (Magenkarzinom)
  • Darmkrebs (vor allem Colon- und Rektumkarzinom)
  • Leberkrebs (Leberkarzinom, hepatozelluläres Karzinom)
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Was macht ein Gastroenterologe: Funktionsstörungen der Verdauung

  • Refluxkrankheit
  • Stuhlinkontinenz
  • Durchfälle
  • Verstopfungen
  • Blähungen

Was macht ein Gastroenterologe: Wachstumsstörungen von Geweben des Magen-Darm-Traktes

  • Hämorrhoiden
  • Darmdivertikel
  • Darmpolypen

 

Übersicht der Krankheiten die Gastroenterologen behandeln

  • spezifischen Erkrankungen des Magens
  • Sodbrennen
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Magengeschwüre
  • Speiseröhrenentzündung
  • Reizmagen
  • Tumore
  • spezifischen Erkrankungen der Leber
  • Hepatitis, Hepatitis B, Hepatitis C
  • Leberzirrhose
  • Fettleber und Leberverfettung
  • spezifischen Erkrankungen des Darms
  • Durchfall, Reisedurchfall
  • Reizdarmsyndrom
  • Divertikulose und Divertikulitis
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen CED
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Colitis Indeterminata
  • spezifischen Infektionen
  • Norovirus
  • EHEC
  • Darmbakterien
    Salmonellen
  • spezifische Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Fruktoseintoleranz
  • Laktoseintoleranz
  • Glutenunverträglichkeit (Zöliakie)
  • Histaminintoleranz
  • Saccharoseintoleranz

Spezielle medizinische Beratung bei Betroffenen mit chronischen Krankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Lebererkrankungen wie Hepatitis und Leberzirrhose, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Reizdarmsyndrom, Reizmagen und spezifischen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes

In diesem Zusammenhang berät der Gastroenterologe auch zu Ernährungsgewohnheiten und spricht Empfehlungen aus, um Symptome zu verbessern oder zu lindern.

 

Diagnostische Methoden in der Gastroenterologie

Diagnostische Endoskopie

Die Gastroenterologie bietet bei vielen Untersuchungen die Möglichkeit eines Eingriffs über die natürlichen Zugangswege Mund und After. Daher zählt die Endoskopie zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden, die die Gastroenterologie im Repertoire hat. Zu diesen Untersuchungen verwendet der Gastroenterologe spezielle Endoskope, die mit einer speziellen Optik eine direkte Inspektion der Schleimhäute ermöglichen.

  • Speiseröhrenspiegelung (Ösophagoskopie)
  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • Zwölffingerdarmspiegelung (Duodenoskopie)
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie).

Therapeutische Endoskopie

Über Arbeitskanäle im Endoskop kann der Gastroenterologe miniaturisierte Instrumente einführen, um Biopsien zu entnehmen oder kleinere operative Eingriffe wie die Entfernung von Polypen vorzunehmen. Ebenso lassen sich auf diese Weise kleine Blutungen stillen.

Gastroenterologe: Ultraschalluntersuchungen (Sonografie)

Macht der Gastroenterologe eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes und der inneren Organe, bezeichnet man das als Abdomen-Sonografie. Ultraschallwellen werden von den inneren Organen je nach Dichte des Gewebes unterschiedlich stark reflektiert. Ein Computer setzt dieses Echo in ein zweidimensionales Bild um, das eine Live-Beobachtung ermöglicht. Im Gegensatz zur Röntgenstrahlung sind Ultraschallwellen gesundheitlich absolut ungefährlich.

Gastroenterologe: Laboruntersuchungen der Leber und Leberwerte

Hier steht vor allem die Diagnostik von Lebererkrankungen über auffällige Blutwerte im Vordergrund. Die Leber als zentrales Stoffwechselorgan beeinflusst zahlreiche Blutwerte, die als Leberwerte bekannt sind. Das sind der GOT-Blutwert (AST, ASAT), GPT-Blutwert (ALT, ALAT), Gamma-GT und AP.

Gastroenterologe: Laboruntersuchungen der Blutwerte

Blutproben dienen auch dem Nachweis von bestimmten Antikörpern (Immunglobulinen) bei verschiedenen Infektionen und Autoimmunerkrankungen oder dem Nachweis einer Mangelernährung. Vor allem Vitamine wie das Vitamin B12 können nur über den Darm aufgenommen werden, was bei vielen Erkrankungen nicht zufriedenstellen funktioniert. Blutwerte wie das Ferritin und Coeruleoplasmin geben Auskunft über Eisenspeicherkrankheiten oder Erkrankungen des Kupferstoffwechsels.

Gastroenterologe: Untersuchung von Stuhlproben

Die Untersuchung von Stuhlproben gehört zu den Spezialgebieten der Gastroenterologie. Sie können auf Blutungen im Magen-Darm-Trakt hinweisen (Okkult-Bluttest) oder sind die Grundlage der Erkennung von Infektionen mit Bakterien und Viren, die Durchfälle verursachen.

Gastroenterologe: Funktionelle Tests

Die Gastroenterologie verwendet Atemtests zum Nachweis des Magenbakteriums Helicobacter pylori, Lactose-Intoleranz oder Fructose-Malabsorption. Ebenso führt ein Gastroenterologe Druckmessungen zur Diagnose von Motilitätsstörungen in Speiseröhre und Rektum durch (Ösophagus-Manometrie, Rektum-Manometrie).

 

Muss man gleich zum Gastroenterologen?

Mit einer normalen Magen-Darm-Grippe ist man vorerst weiterhin gut beim Hausarzt aufgehoben. Auch ein kurzer Durchfall erfordert noch nicht den Gang zum Gastroenterologen.

Halten Symptome allerdings länger als eine Woche oder sogar noch länger an oder kommen in regelmäßigen Abständen wieder, ist es sinnvoll, mit dem Hausarzt über eine Weiterbehandlung beim Facharzt für Gastroenterologie zu sprechen.

Eine wichtige, häufige Untersuchung zur Diagnosestellung und Vorsorge ist die Spiegelung des Dickdarms und/oder des Magens. Durch die endoskopische Untersuchung könne Ursachen für Symptome spezifiziert und zum Teil sogar bereits beseitigt werden.

Diese Untersuchung wird in der Regel ambulant in einem Krankenhaus oder eine Facharztpraxis für Gastroenterologie durchgeführt. Für die Magenspiegelung- oder Darmspiegelung werden die Patienten mit Hilfe von Medikamenten in eine Kurznarkose gelegt. Bei einer Darmspiegelung ist eine Einnahme von Abführmitteln im Vorfeld notwendig.

Beide Untersuchungen setzten voraus, dass der Betroffene im Vorfeld weder gegessen noch getrunken hat. Mit einem Endoskop wird dann das Innere des Magens beziehungsweise Dickdarms untersucht.

Die Untersuchung an sich dauert meist nur wenige Minuten. Nach dem Aufwachen darf der Patient in Begleitung wieder nach Hause und ist am Folgetag meist bereits wieder arbeitsfähig und darf aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.

Nicht jeder Gastroenterologe darf Magen- und Darmspiegelungen vornehmen. Die Kassenärztliche Vereinigung erteilt nur dann eine Genehmigung für endoskopische Untersuchungen von Dickdarm und Magen, wenn der Arzt nachweisen kann, dass er mindestens 200 Koloskopien (Darmspiegelungen) begleitet hat und 50 Darmpolypen innerhalb eines Jahres entfernt hat.

Somit verfügt der Facharzt bereits im Vorfeld über einen Erfahrungsschatz, der die Untersuchungen für ihn als „Routine“ darstellen und dem Patienten so ein großes Maß an Sicherheit bieten.

Wann ist ein Besuch beim Gastroenterologen sinnvoll?

Viele Vorsorgeuntersuchungen sind heutzutage angeraten. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Hierzu gehört ab einem bestimmten Alter beispielsweise die Darmspiegelung.

Steht eine solche Vorsorgeuntersuchung an, ist der Gang zum Gastroenterologen sinnvoll.
Doch auch, wenn Symptome wie Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall oder gar Blutungen aus dem Darm längere Zeit anhalten, sollte der Gastroenterologe genauer hinschauen und eine umfassende Diagnostik betreiben.

Doch nur weil man eine Überweisung zum Facharzt für Gastroenterologie in den Händen hält, ist dies noch kein Grund zur Sorge. Viele Krankheiten sind zwar lästig aber harmlos und können mit der richtigen Therapie rasch abheilen.

Auch eine Vorsorgeuntersuchung dient der rechtzeitigen Erkennung von Erkrankungen und kann diese im besten Fall ganz ausschließen.

Gut zu wissen: Viele Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes können mit einer gut abgestimmten Ernährung erheblich verbessert werden. Dies gilt insbesondere für chronische Darmerkrankungen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten entdeckt meist ein Gastroenterologe und kann zu dem Symptomen umfassend beraten. Lässt man die Nahrungsmittel weg, die Symptome auslösen, ist das Problem meist gebannt getreu den Motto: Problem erkannt – Problem gebannt.

Probiotika stehen für eine gesunde Darmflora. Diese kann durch die falsche Ernährung oder durch die Einnahme von Medikamenten, zum Beispiel Antibiotika, massiv gestört sein. Beim Aufbau einer gesunden Darmflora kann ein Gastroenterologe ebenfalls unterstützen. Das Immunsystem profitiert sehr von einer gesunden Darmflora, sodass sich eine Besserung des Allgemeinzustandes und des Wohlbefindens bei Betroffen schnell wieder einstellen kann, wenn die richtige Ernährung zugeführt wird.

Was können Betroffene einen Gastroenterologen fragen und was ist wichtig für das Arztgespräch?

Generell gilt: Fragen Sie alles, was Sie wissen müssen. Auch, wenn Sie etwas nicht gut verstanden haben, fragen Sie nach. Gut ist es, wenn der Facharzt den Bericht mit den Untersuchungsergebnissen an Ihren Hausarzt weiterleiten kann, so können Sie im Zweifelsfall auch dort nochmal nachfragen. Oftmals ist man aufgeregt und vergisst daher schnell, was gemeinsam mit dem Arzt besprochen wurde.

Ein Gastroenterologe kann Ihnen erklären, wie Ihre Symptome zu Stande kommen und welche Symptome hinzukommen können. Auch fragen Sie alle für Sie relevanten Fragen zur Ernährung und beantworten Sie die Fragen des Facharztes wahrheitsgemäß auch wenn Ihnen die Antwort im ersten Impuls unangenehm erscheint. Nur so kann die Behandlung individuell auf Ihre Bedürfnisse und Symptome abgestimmt werden.

In Ihrer Familie gibt es bereits Krankheitsfälle im Magen-Darm-Trakt? Auch diese Information kann wertvolle Hinweise liefern und eine Diagnosestellung beschleunigen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  1. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (DGVS)
  2. Das Gastroenterologieportal: Initiative von Spezialisten zum Austausch von neuen Behandlungsmethoden, Patientenbetreuung und Technikentwicklungen.
  3. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Aktualisierte S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des M. Crohn“ 2014.
  4. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI): Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2004 · 47:51–61. DOI 10.1007/s00103-003-0752-9.
  5. Theodor H. Schiebler, Walter Schmidt, Karl Zilles: Anatomie. Zytologie, Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie des Menschen. 7. Auflage. Stuttgart 1999: Springer-Verlag. ISBN-10: 3540618562.
  6. Detlev Dreckhahn, Alfred Benninghoff: Anatomie. Makroskopische Anatomie, Embryologie, Zellbiologie: Band 1: Zelle, Gewebe, Entwicklung, Skelett- und Muskelsystem, Atemsystem, Verdauungssystem, Harn- und Genitalsystem. 17. Auflage. München 2008: Urban & Fischer Verlag/Elsevier. ISBN-10: 3437423509.
  7. Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
  8. Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.

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