Was ist eine Sonografie Diagnostik?

► Ein Überblick über das Fachgebiet der Sonographie:

Was in der Umgangssprache als Ultraschall bezeichnet wird, trägt in der Fachwelt die Bezeichnung Sonographie. Das Ultraschallbild ist entsprechend das Sonogramm. Das Verfahren gehört in den Fachbereich der bildgebenden Diagnostik und wird beispielsweise zur Untersuchung von inneren Organen oder in der Schwangerschaft zur Abklärung der Gesundheit des Ungeborenen genutzt. Anders als beim Röntgen, was ebenfalls ein bildgebendes Verfahren ist, wird keine Strahlung mit potenziellen Nebenwirkungen eingesetzt.

Sonographie Ultraschall Untersuchung
Sonographie Diagnostik beim Arzt, Copyright: cucurudza, Bigstockphoto

 

Wie funktioniert die Sonografie?

Der Begriff geht auf „sonare“, das lateinische Wort für „erklingen“ zurück. Der Arzt nutzt Schallwellen, die außerhalb des menschlichen Hörvermögens liegen. Diese Ultraschallwellen treffen auf das menschliche Gewebe und werden davon reflektiert. Je nach Beschaffenheit des Gewebes werden die Ultraschallwellen anders zurückgeworfen. Durch die Berechnung der unterschiedlichen Beugung der Strahlen entsteht ein Sonogramm.

Begrifflichkeiten:
Sonographie, auch Sonografie, oder Echografie, umgangssprachlich Ultraschall 

Haben Sie schon einmal eine Sonographie erlebt, wissen Sie aus Erfahrung, dass der behandelnde Arzt ein Handgerät nutzt, das völlig schmerzfrei über Ihre Haut geführt wird. Dieser Ultraschallkopf gibt die Schallwellen ab und empfängt gleichzeitig die reflektierten Wellen. Neben der bloßen Darstellung von Gewebezuständen kann die Sonografie  auch in Echtzeit Bewegungen erfassen. So lässt sich beispielsweise auch eine Durchblutungsstörungen sichtbar machen.

 

Anwendungsgebiete der Sonographie

Es gibt eine Reihe von Gründen, die eine Sonographie sinnvoll machen. Grob umrissen sind es folgende Indikationen:

  •  gynäkologische Untersuchung
  •  Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen
  •  Doppler- und DuplexSonografie  für ein Screening der Blutgefäße
  •  abdominelle Organe untersuchen (Magen, Galle etc.)
  •  Gelenkbeschwerden abklären
  •  Veränderungen im Lymphsystem erkennen

Die AbdomenSonographie bezeichnet die Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes.

 

Ablauf der Sonographie

Ablauf von Ultraschall / Sonographie ( Anschauungsfilm Institut für Radiologie und Nuklearmedizin – Stadtspital Triemli)

 

Was erwartet Sie bei einer konventionellen Sonographie?

Auch wenn sie wissen, dass die Untersuchung schmerzfrei ist, haben viele Menschen ihre Bedenken vor dem Termin. Um ihnen die Angst zu nehmen, ist es hilfreich, vorab zu wissen, wie die Sonografie abläuft.

1. Nach dem Vorgespräch werden Sie gebeten, die zu untersuchende Region freizulegen. Das Ultraschallgerät wird auf die nackte Haut gedrückt.

2. Der Arzt wird vor dem Aufsetzen des Ultraschallkopfes ein Gel auftragen. Darin sind keinerlei Wirkstoffe enthalten. Es dient als neutrale Substanz lediglich dem Zweck, keine Luft zwischen Gerät und Haut zuzulassen. Diese würde ansonsten die Schallwellen ablenken und das Sonogramm verfälschen. Das Kontaktmedium schadet weder der Haut noch darunterliegenden Gewebeschichten.

3. Der Mediziner wird den Schallkopf mit leichtem Druck über die Haut führen und in Echtzeit die Bilder an einem kleinen Monitor sehen. Durch Aufzeichnungen können diese auch für später archiviert werden.

 

Das Sonogramm:

Abdomen-Sonografie
Sonogramm nach Abdomen-Sonografie Copyright: Aniphaes.serenity, Bigstockphoto

 

Was erwartet Sie bei der sogenannten EndoSonografie ?

Anders als bei der klassischen Sonografie  auf der Haut wird bei der EndoSonografie  eine kleine Sonde in den Körper eingeführt. Diese Endoskopsonde wird bis zur notwendigen Stelle vorgeschoben und liefert so Ultraschallbilder aus dem Inneren. Der Ablauf einer Untersuchung ist entsprechend ein anderer:

1. Die Sonde wird in die Körperöffnung eingeführt, die dem zu untersuchenden Organ am nächsten ist. Dies kann eine rektale Einführung bei Problemen mit der Prostata oder eine vaginale Einführung zur Beurteilung der Eierstöcke sein. Oral wird die Sonde eingesetzt, wenn die Speiseröhre und der Magen betrachtet werden sollen.

2. Je nach Einsatzgebiet kann dies eine lokale Betäubung oder auch eine Vollnarkose notwendig machen. Manche Ärzte empfehlen auch eine leichte Sedierung, damit beim Einführen der Sonde kein Gewebe durch unbeabsichtigte Bewegungen verletzt wird.

Sonographie Ultraschall Untersuchung
Sonographie Diagnostik beim Arzt, Copyright: cucurudza, Bigstockphoto

 

Die Sonographie mit Kontrastmitteln

In vielen Fällen ist es nicht notwendig, dass Sie vor der Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt bekommen. Das gilt sowohl für die konventionelle Untersuchung (inklusive Duplex-Sonografie ) durch die Haut als auch für die EndoSonografie . Es gibt jedoch Untersuchungen, bei denen der Aussagewert durch Kontrastmittel höher wird.

In diesen Fall wird Ihnen ein Kontrastmittel in einen Arm oder in den Handrücken gespritzt. Der Schmerz ist in etwa mit dem Einstich bei einer Blutuntersuchung zu vergleichen. Das injizierte Mittel besteht aus sogenannten Mikrobläschen. Diese Blasen sind 2,5 µm groß und enthalten ein Gas namens Schwefelhexafluorid. Dieses ist völlig ungiftig und konträr zu den Kontrastmitteln anderer bildgebenden Verfahren wird es ausgeatmet, statt Leber und Nieren zu belasten.

Sobald die Wirkung des Kontrastmittels eingetreten ist, kann der Arzt den Zustand des zu untersuchenden Organs beurteilen. Dies ist nun leichter, da das Gas und die umliegende Flüssigkeit (das Blut oder die Lymphe) eine unterschiedliche Dichte haben. Die Ultraschallwellen werden entsprechend unterschiedlich reflektiert und es entsteht ein klares Sonogramm.

 

Hat die Sonographie auch Nebenwirkungen und/oder Nachteile?

Da die Untersuchung schmerzfrei ist und ohne Strahlenbelastung kein Gewebe verletzt, stellen sich viele Patienten die Frage, ob die Sonografie  auch Nebenwirkungen hat. Prinzipiell lässt sich dies verneinen. Es gibt allerdings einige Nachteile, die nennenswert sind:

  1. Je tiefer ein Organ liegt, desto geringer ist die Auflösung auf dem Sonogramm. Daher kann ein MRT für eine Diagnose die sinnvollere Wahl werden.
  2. Da Knochen die Ultraschallwellen ablenken, wird die Aussagekraft der Untersuchung in Regionen mit hoher Knochendichte geringer. Auch hier ist das MRT die Alternative.
  3. Während einer Schwangerschaft besteht prinzipiell die Gefahr, dass bei einer Doppler-Sonografie  das Gewebe stärker erhitzt, was dem Ungeborenen schaden kann. Auf diese Form des Ultraschalls sollte daher verzichtet werden. Die konventionelle Sonografie  hingegen ist für Mutter und Kind unbedenklich.

 

Quellen und Literatur:
1. https://amboss.miamed.de/wissen/Sonografie
2. Günter Schmidt (Hrsg.): Ultraschall-Kursbuch. Nach den Richtlinien der DEGUM und der KBV. 4. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart u. a. 2004, ISBN 3-13-119104-X.
3.Olaf Dössel: Bildgebende Verfahren in der Medizin. Von der Technik zur medizinischen Anwendung. 1. Auflage. Springer, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-540-66014-3.

 

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Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
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