Blutgruppen-Schnelltest für zu Hause

Die eigene Blutgruppe testen – Alles über die Schnelltests

Zur Bestimmung der eigenen Blutgruppe bieten sich verschiedene Verfahren an. Zu den einfachsten gehört der Blutgruppentest beim Arzt und die Blutspende. Mittlerweile bieten verschiedene Firmen einen Blutgruppen-Schnelltest für zu Hause an. Diesen erhalten Interessierte in der Apotheke oder im Onlineversandhandel. Wie diese Tests funktionieren und was Nutzer beachten, erfahren sie im Beitrag.

Die Kenntnis der eigenen Blutgruppe ist in verschiedenen Situationen hilfreich. Bei einem Unfall beispielsweise ist durch sie eine schnellere Transfusion von Blutkonserven möglich. Auch während der Schwangerschaft, zur Bestimmung der Vaterschaft und beim Blutspenden spielt die Blutgruppe eine wichtige Rolle.

Blutröhrchen

Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com

 

Die eigene Blutgruppe testen

In vielen Fällen ist es wichtig, die persönliche Blutgruppe zu kennen. Durch einen schweren Unfall verlieren Patienten viel Blut und benötigen im Ernstfall schnell eine passende Transfusion, um die Vitalfunktionen aufrechtzuerhalten. Ebenso ist die Kenntnis der eigenen Blutgruppe hilfreich, um als Spender für Verwandte und Freunde einzuspringen.

 

 

Verschiedene Methoden zur Identifizierung der Blutgruppe

Die Blutgruppe erfragen Interessierte beim Hausarzt. Dort bestimmt sie der Mediziner auf Wunsch mithilfe eines Bluttests. Die wichtigsten Blutgruppen stellen ABO und der Rhesusfaktor dar, nachzulesen in: Dean L.: Blood Groups and Red Cell Antigens. Chapter 2. Blood group antigens are surface markers on the red blood cell membrane.

 

Für Bluttransfusionen nutzen Ärzte oftmals einen weiteren Faktor: den Kell-Cellano-Wert. Dieses Blutgruppensystem besteht aus erythrozytären Antigenen. Zu deren wichtigsten Werten gehören der Kell- und der Cellano-Faktor. Diese sind immunogen. Das bedeutet, es kommt zu einer Antikörperbildung, die zu einer hämolytischen Transfusionsreaktion führt. Bestimmbar sind die Genotypen Kell-positiv mischerbig (Kk), Kell-negativ (kk), und Kell-positiv reinerbig (KK).

90 Prozent der Menschen gehören zum Typ Kell-negativ. Sie erhalten ausschließlich negative Erythrozyten-Konzentrate, um keine Antikörper zu bilden. Acht Prozent sind mischerbig Kell-Positiv. Sie erhalten Kell-positives- oder Kell-negatives Blut. Problematisch ist die Versorgung der reinerbig Kell-positiven Personen. Sie bilden Anti-Cellano und benötigen Blut mit derselben reinerbigen Kell-positiv-Struktur.

Personen, die Blutspenden, erfahren auf Anfrage ihre Blutgruppe, den Rhesus-Faktor und den Kell-Wert beim Roten Kreuz oder einer anderen Blutspende-Organisation. In vielen Fällen finden sie die Angaben gesammelt auf dem Blutspendeausweis. Alternativ bietet sich die Option, einen Blutgruppen-Schnelltest zu verwenden. Damit testen Anwender bequem zu Hause, ob sie Blut der Gruppen A, B, AB oder 0 aufweisen. Zusätzlich bestimmen sie damit einen positiven oder negativen Rhesusfaktor. Den Kell-Faktor erfahren sie mit diesem Heimtest nicht.

ilitärischen Studie von Diane R. Bienek et al. aus dem Jahr 2011 mit dem Titel Accuracy of User-Friendly Blood Typing Kits Tested Under Simulated Military Field Conditions, stehen die Ergebnisse jenen der Bluttests beim Arzt in nichts nach.

Die Blutgruppe zu testen ist auf verschiedene Weise möglich. Anhand der Blutgruppenzugehörigkeit der beiden Elternteile lässt sich schätzen, welche Art am ehesten in Frage kommt. Bei den meisten Kombinationen sind mehrere Varianten möglich. Sicherheit verschafft ein Blutgruppentest beim Arzt oder zu Hause.

 

Blutgruppentest für zu Hause

 

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Schnelltests zur Bestimmung der Blutgruppe sind auch für den Gebrauch für zu Hause erhältlich. Die Testkits enthalten in der Regel eine sterile Nadel beziehungsweise einen Pikser, einen Alkoholtupfer und eine Testkarte mit den verschiedenen Antikörper-Feldern, von denen die Ergebnisse ablesbar sind. Die Blutabnahme erfolgt hierbei aus der Fingerbeere.

Um zu Hause die Blutgruppe zu testen, erfolgt zunächst die Reinigung und Desinfektion des Fingers mit dem beiliegenden Alkoholtupfer. Anschließend sticht die Testperson sich in die Fingerbeere und verteilt die herausquellenden Blutstropfen auf die Testfelder. Nach einigen Minuten Wartezeit zeigen sich die Ergebnisse, anhand derer die entsprechende Blutgruppe abzulesen ist. Auch den Rhesusfaktor zeigen viele Tests an, sodass alle notwendigen Informationen herauszufinden sind.

 

Wie lässt sich die eigene Blutgruppe testen?

Um die eigene Blutgruppe zu testen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Das Bestimmungsverfahren macht sich die Antikörper zunutze, die das Blut gegen die nicht zur eigenen Blutgruppe gehörenden Merkmale bildet. Um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen, bringt der Test die entnommenen Blutstropfen jeweils mit den entsprechenden Antikörpern in Berührung. Entscheidend ist die Beobachtung, ob und bei welchen Proben es zu Verklumpungen kommt.

Verklumpt das Blut im Testfeld Anti-A, hat die Person Blutgruppe A. Geschieht es auf dem Feld Anti-B, heißt die Blutgruppe B. Kommt es in beiden Fällen zu Verklumpungen, liegt die Blutgruppe AB vor. Entstehen nirgendwo Klumpen, handelt es sich um Blutgruppe 0. Je nach Test gibt es ein weiteres Feld mit dem Namen Anti-D. Entsteht dort keine Reaktion, ist der Rhesusfaktor negativ, anderenfalls ist er positiv.

 

Die eigene Blutgruppe testen

Einen Blutgruppentest führt der Hausarzt auf Wunsch des Patienten durch, wobei die Krankenkasse die Kosten hierfür nur in bestimmten Fällen wie einer Schwangerschaft übernimmt. Bei einer Blutspende ist die Bestimmung der Blutgruppe kostenlos inbegriffen. Auch in der Apotheke besteht die Möglichkeit, sich beim Testen der Blutgruppe unterstützen zu lassen. Benötigt eine Person eine Bluttransfusion und die Blutgruppe ist nicht bekannt, erfolgt ein sogenannter Bedside-Test, das heißt, der Arzt nimmt Betroffenen zur Bestimmung unmittelbar vor einer Transfusion Blut ab.

Um die Blutgruppe eines Menschen festzustellen, erfolgt zunächst eine Blutabnahme. Die eigentliche Bestimmung findet entweder im Labor oder als Schnelltest vor Ort statt. Vor allem bei der Blutspende erfolgt eine genaue Prüfung des Blutes. Auch die Bestimmung des Rhesusfaktors enthalten die Tests größtenteils.

 

Geld sparen beim Blutgruppe testen

Die Bestimmung der Blutgruppe beim Hausarzt bezahlt die Krankenkasse in der Regel nicht, wenn keine Ausnahme wie eine Schwangerschaft vorliegt. Da diese mit etwa 150 Euro recht teuer ist, lohnt es sich, auf einen Heimtest zurückzugreifen, um Geld zu sparen. Dieser liefert ebenso schnelle und genaue Ergebnisse. Die Preise für die Testkits, die auf Amazon erhältlich sind, liegen zwischen 15 und 20 Euro.

Eine weitere Möglichkeit, die eigene Blutgruppe zu testen, ohne dafür zu bezahlen, ist die Blutspende. Hierbei ist die Blutgruppenbestimmung ein wichtiger Bestandteil und kostenlos im Vorgang inbegriffen. Dies nimmt allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch als ein Schnelltest für zu Hause.

 

 

Inhalt der Blutgruppen-Schnelltest-Kits

Die gängigen Tests erhalten Anwender online oder in stationären Apotheken. Die praktischen Kits bieten eine ausführliche, bebilderte Anleitung für die Anwendung und Durchführung des Blutgruppen-Schnelltests. Hinzu kommt eine Testkarte, die sogenannte Eldon-Card. Diese weist vier Testfelder auf. Diese enthaltenen Antikörper. Träufeln Nutzer Blut darauf, regieren diese mit den Antigenen der roten Blutkörperchen.

Zur Fixierung des Ergebnisses auf der Testkarte enthält das Paket einen Aufkleber. Zusätzlich finden Anwender eine Lanzette, mit der sie sich in den Finger stechen, um einen Blutstropfen zu entnehmen. Eine Tropfenpipette dient dazu, Wasser auf die Testkarte zu träufeln. Des Weiteren enthält das Testkit einen Alkoholtupfer zur Desinfizierung der Einstichstelle sowie einen Tupfer zum Stoppen der Blutung. Ebenso befinden sich im Paket vier Eldon-Sticks, um das Blut auf die dafür vorgesehenen Felder auf der Karte aufzutragen.

 

Durchführung des Blutgruppen-Schnelltests

Zunächst öffnen Anwender die ELDON-Card. Darauf finden sie vier kreisrunde farbige Testfelder und darunter ein Formular zum Eintragen des Ergebnisses und der persönlichen Daten. Zur Anwendung legen Nutzer die Karte auf eine waagerechte Fläche. Anschließend füllen sie die Tropfenpipette mit etwas Leitungswasser und träufeln jeweils einen Tropfen auf jedes Testfeld. Mit dem Alkoholtupfer streichen Anwender einige Mal über den Finger, den sie zur Blutentnahme verwenden. Die Lanzette enthält eine Sicherung, die sie vorab herausdrehen. Nun setzen sie die Lanzette im 90-Grad-Winkel auf den desinfizierten Finger und drücken diese einmal kurz herunter.

Bildet sich ein großer Blutstropfen, verwenden sie den ersten Eldon-Stick zur Aufnahme des Blutes. Dieses verreiben Anwender auf dem ersten Testfeld. Mit den anderen drei Sticks verfahren sie auf dieselbe Weise und verteilen das Blut jeweils auf einem neuen Feld. Sind alle befüllt, nehmen sie die Karte auf und halten diese in alle vier Richtungen für wenige Sekunden leicht senkrecht. Dadurch läuft das Blut gleichmäßig mehrmals über die Felder. Anschließend liest der Tester das Ergebnis direkt ab. In der Testanleitung findet er verschiedene Ergebnisbilder, die er mit dem eigenen Ergebnis vergleicht. Anschließend trägt er die Daten in die Karte ein und fixiert sie mit dem Aufkleber, um das Ergebnis dauerhaft aufzubewahren.

 

Fazit zum Blutgruppen-Schnelltest

Der Test zur einmaligen Anwendung gibt Ihnen Auskunft über Ihre jeweilige Blutgruppe und den dazugehörigen Rhesusfaktor. Er ist simpel anzuwenden und liefert schnell ein exaktes Ergebnis. Sogenannte Eldon-Testkits kaufen Sie im Versandhandel oder in der Apotheke. Dort erhalten Sie auf Wunsch Hilfe bei der Durchführung und beim exakten Ablesen des Testergebnisses. Den für Bluttransfusionen wichtigen Kell-Faktor weisen Sie anhand dieses Blutgruppen-Schnelltests nicht nach. Kliniken oder der Hausarzt bestimmen alle drei Faktoren zuverlässig. Im Rahmen einer Blutspende tun sie Gutes und erfahren ebenfalls Ihre Blutgruppe.

 

 

Blutgruppentest für verschiedene Anlässe

Um im Falle einer schweren Verletzung eine Bluttransfusion zu erhalten, ist die Kenntnis der Blutgruppe unerlässlich. Gelangt eine falsche Blutkonserve in den Körper, kommt es zu lebensgefährlichen Komplikationen. Ist die Blutgruppe nicht bekannt, erfolgt zunächst ein entsprechender Test, der inzwischen innerhalb von kurzer Zeit Ergebnisse liefert. Auch bei der Abgabe von Blutspenden erfolgt eine Bestimmung der Blutgruppe, die als Vermerk im Spenderausweis steht.

Um festzustellen, ob der Vater eines Kindes auch tatsächlich der leibliche Vater ist, kommt ebenfalls zunächst eine Prüfung der Blutgruppenzugehörigkeit zum Einsatz. Welche Blutgruppe ein Mensch erhält, entscheidet sich durch die Vererbung und genetischen Veranlagung. Passen die Blutgruppen von Vater und Kind nicht zusammen, beweist dies, dass keine Verwandtschaft zwischen beiden vorliegt.

Während der Schwangerschaft einer Frau spielt zudem der Rhesusfaktor eine Rolle. Dieser ist entweder negativ oder positiv. Haben Mutter und Kind unterschiedliche Rhesusfaktoren, kommt es möglicherweise zu Komplikationen. Kommt das Blut einer rhesusnegativen Frau mit dem des Kindes in Berührung, bilden sich Antikörper. Die Blutkreisläufe von beiden sind zwar voneinander getrennt, während der Geburt besteht beispielsweise durch Verletzungen die Gefahr, dass sich das Blut vermischt. Die Folgen sind Missbildungen, geistige oder körperliche Behinderungen, Fehlgeburt oder Tod der Mutter. Aus diesem Grund führen Ärzte bei Schwangeren einen Blutgruppentest durch, um durch Medikamente mögliche Schäden zu verhindern.

 

Welche Blutgruppen gibt es?

Vier verschiedene Blutgruppen sind möglich:

  • A,
  • B,
  • AB,
  • 0

Hinter den Buchstaben verbergen sich Blutgruppen-Eiweiße, eine Form der Antigene, die den roten Blutkörperchen ihre Oberflächenstruktur verleihen. Es gibt die beiden Eiweiße A und B. Treten beide im Blut eines Menschen auf, besitzt dieser die Blutgruppe AB. Wer keines der beiden Antigene besitzt, hat Blutgruppe 0.

Am häufigsten kommen in Deutschland die Blutgruppen A mit 43 % und 0 mit 41 % vor. Nur 11 % der Bevölkerung besitzen Blutgruppe B, 5 % Blutgruppe AB. Das eigene Blut enthält jeweils Antikörper gegen die fremden Eiweiße, anhand derer sich die Blutgruppe testen lässt. Welche Antigene ein Mensch in seinem Blut hat, ist Vererbungssache. Jeweils ein Blutgruppenmerkmal erhält er von der Mutter und dem Vater. Dabei vererben sich A und B dominant, 0 rezessiv. Zu unterscheiden ist zwischen den mischerbigen Blutgruppen A0, B0 und AB sowie den reinerbigen AA, BB und 00. Dies spielt allerdings nur bei der Variante AB eine Rolle, bei der zwei verschiedene dominante Antigene zusammentreffen.

Der Rhesusfaktor eines Menschen ergibt sich durch das Merkmal D, das dominant ist, beziehungsweise d, das rezessiv ist. Personen, welche die Kombinationen DD oder Dd besitzen, sind rhesus-positiv, diejenigen mit dd sind negativ. 85 % der Deutschen haben einen positiven, nur 15 % hingegen einen negativen Rhesusfaktor. Bei Letzteren bildet sich allerdings, anders als beim AB0-System, keine Antikörper gegen das dominante Merkmal D.

 

Quellen:

Diane R. Bienek et al.: Accuracy of User-Friendly Blood Typing Kits Tested Under Simulated Military Field Conditions, in: Military Medicine Vol. 176, April 2011: http://www.eldoncard.com/sites/eldoncard.com/files/field/file/publication/accuracy_of_user-friendly_blood_typing_kits_tetsed_under_simulated_military_field_conditions.pdf.

Dean L.: Blood Groups and Red Cell Antigens. Chapter 2. Bloogroup antigens are surface markers on the red blood cell membrane, Bethesda (MD): National Center for Biotechnology Information (US); 2005: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK2264/.

 

veröffentlicht von: Anna Nilsson

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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