Blutgruppen » Hintergründe, Häufigkeit und Blutgruppen-Antikörper

Nicht jeder Mensch hat das gleiche Blut. Es gibt verschiedene Blutgruppen, in die das Blut unterteilt werden kann. Die Blutgruppen unterscheiden sich in der Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen. Hier werden durch verschiedene Zusammensetzung von Proteinen oder Glykolipiden unterschiedliche Strukturen geschaffen. Da nicht alle Oberflächen miteinander kompatibel sind, kann es zur Bildung von Antigenen kommen, wenn beispielsweise bei einer Transfusion unpassendes Blut verwendet wird.

Blutzellen, blutgruppen
Blutzellen, blutgruppen in der übersicht Copyright: pitris bigstockphoto

 

 

Aus diesem Grund wird Blut immer erst auf die Zugehörigkeit zu einer Blutgruppe untersucht, bevor es für medizinische Zwecke eingesetzt wird. Die eigene Blutgruppe zu kennen ist im Falle eines Unfalls ebenso von Bedeutung wie bei Eintreten einer Schwangerschaft. Allerdings wird ein Blutgruppentest bei Bedarf auch beim Arzt oder in der Klinik vorgenommen, um ganz sicher zu sein.

Wenn Antigene gebildet werden, kommt es zu einer Immunreaktion und das Blut verklumpt. Das führt zu schweren Komplikationen bis hin zum Tode. Blutgruppen sind vererbbar. Aus diesem Grund werden Sie auch genutzt, um Verwandtschaftsverhältnisse zu ermitteln. Für die Einordnung von Blutgruppen haben sich verschiedene Systeme herausgebildet. Dabei sind die beiden wichtigsten Systeme für eine Blutgruppen Übersicht die, die eine sichere Beurteilung der Verträglichkeit zulassen. Es handelt sich um das AB0-System und das Rhesussystem.

 

Blutgruppen Übersicht in den wichtigsten Systemen

Weltweit sind über 30 Blutgruppensysteme bekannt. Für medizinische Zwecke sind allerdings nur drei Systeme von großer Bedeutung. Dabei handelt es sich um das AB0-System, das Rhesussystem und das Kell-System. Die anderen Blutgruppensysteme spielen bei der Behandlung seltener Erkrankungen eine Rolle, sind aber für die Blutgruppenbestimmung der meisten Menschen nicht von Bedeutung. Das bis heute gebräuchliche AB0-System wurde bereits 1901 vom österreichischen Wissenschaftler Karl Landsteiner entdeckt. 1930 wurde er dafür mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. 1937 entdeckte er zusätzlich noch das Rhesussystem gemeinsam mit dem amerikanischen Serologen Alexander Salomon Wiener.

 

Welche Blutgruppen gibt es:

Blutgruppen
Blutgruppen – Schematische Darstellung der Erythrozyten

 

Blutgruppen Übersicht im AB0-System

Im AB0-System von Landsteiner gibt es vier Hauptgruppen und zahlreiche Untergruppen, die jedoch von geringerer Bedeutung sind.

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Die Blutgruppen Übersicht im AB0-System umfasst die:

Die Bezeichnungen ergeben sich aus der Art der Antikörper, die die Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen ausmachen. So haben Personen mit der Blutgruppe A auch die Antikörper der Blutgruppe A Hierbei handelt es sich um Antikörper gegen Blutgruppe B.

Bei Blutgruppe AB sind es Antikörper der Variante A und B, diese Blutgruppe gilt als Universalempfängergruppe im Falle einer Bluttransfusion. Bei der Blutgruppe 0 sind auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen keine Antikörper vorhanden, deshalb kann diese Blut den meisten Menschen verabreicht werden.

Diese Blutgruppen Übersicht ermöglicht die Übertragung von geeignetem Blut, sofern eine Blutspende notwendig wird. Das garantiert, dass es nicht zu Komplikationen durch fremdes Blut kommt. Aus diesem Grund werden Spender und Empfänger im Fall einer Blutübertragung gründlich geprüft. Vereinfacht kann man davon ausgehen, dass nur Blut kompatibel ist, das sich gegenseitig nicht durch Antikörper ausschließt. Das AB0-System trifft Aussagen über die Verträglichkeit des Blutes zwischen Sender und Empfänger. So kann das Blut der Blutgruppe 0 an jeden gespendet werden, weil keine Antikörper vorhanden sind. Blutspenden des Typs 0 sind daher besonders begehrt und wertvoll. Menschen mit der Blutgruppe AB können jedes Blut empfangen. Für diese Personengruppen steht in einem Notfall am ehesten Blut durch einen Spender zur Verfügung. Die Überprüfung im AB0-System reicht allerdings allein noch nicht aus. Ein weiteres System wird bei der Bestimmung der Kompatibilität benötigt, das Rhesussystem.

 

Blutgruppenbestimmung im Rhesussystem

Zusätzlich zur Klassifizierung verschiedener Blutgruppen im AB0-System bedarf es noch der Untersuchung des so genannten Rhesusfaktors. Der Rhesusfaktor wird durch ein Antigen D bestimmt. Es ist zusätzlich zu den Antikörpern A oder B vorhanden. Blut, in dem Antikörper des Typs D festgestellt werden, werden mit einem zusätzlichen „Plus“ hinter der Blutgruppenbezeichnung gekennzeichnet. Es ergibt sich also Blutgruppenbezeichnungen wie B+ oder AB+. Auch die Form AB positiv oder A positiv etc. ist gebräuchlich. Liegt das Antigen D nicht vor, spricht man von „Rhesus negativ (Rhesus -). Das Rhesus-System spielt in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle für Mutter und Kind.

 

Blutgruppen Übersicht im Kell-System

Nach dem AB0-System und dem Rhesussystem ist das Kell-System das drittwichtigste System wenn es um die Transfusion von Blut geht. In Deutschland, der Schweiz und Österreich werden Spender regelmäßig auf den Kell-Antikörper getestet. dabei sind 92 Prozent aller Menschen Kell-negativ. Sie erhalten nur Blut von Kell-negativen Spendern. 7,8 Prozent aller Menschen sind mischerbig und können Blut mit negativem und mit positivem Kellfaktor vertragen. Nur 0,2 Prozent der Menschheit sind Kell-positiv und können nur Kell-positives Blut gespendet bekommen. Daraus ergibt sich, dass Kell-negatives Blut von 99,8 Prozent der Menschen angenommen werden kann.

Die wichtigsten Blutgruppensystem und ihre Merkmale sind also

  • AB0-System mit Bestimmung der Antikörper A oder B
  • Rhesussystem mit Bestimmung des Antikörpers D
  • Kell-System mit Bestimmung des Kellfaktors

Wer seine Blutgruppe nach den Merkmalen der drei wichtigsten Systeme kennt, hat einen sehr genauen Überblick über die Beschaffenheit seines Blutes und der Verträglichkeit mit potentiellen Spendern.

 

Wie entstehen die Blutgruppen in der Blutgruppen Übersicht?

Die Ursache für die verschiedenen Blutgruppen sind Bakterien. Sie führen zu einer Sensibilisierung und damit zu einer Veränderung der Oberflächenstruktur der roten Blutkörperchen. Zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensmonat entwickelt der Säugling Antikörper gegen die bakteriellen Strukturen. Das geschieht aber nur gegenüber den Bakterien, die den körpereigenen Strukturen unähnlich sind. Gegen Bakterien, die der kindliche Organismus als ähnlich erkennt, werden keine Antikörper gebildet. Ein Darmbakterium ist beispielsweise als Auslöser für die Antikörper B bei Blutgruppe A nachgewiesen (vgl. N. Yang, B. Boettcher: Development of human ABO blood group A antigen on Escherichia coli Y1089 and Y1090. In: Immunol Cell Biol. 1992 S. 411-416).

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Blutzellen, blutgruppen in der übersicht Copyright: pitris bigstockphoto

 

Verteilung der Blutgruppen in der Übersicht

Nur 15 Prozent der Bevölkerung verfügen über Blut, das Rhesus negativ ist. Bei allen anderen Menschen ist das Antigen D im Blut vorhanden. Die Blutgruppe A+ ist zu 37 Prozent in der Bevölkerung vertreten, die Blutgruppe 0 zu 35 Prozent. Blutgruppe B+ haben 9 Prozent der Bevölkerung und AB wird bei 4 Prozent der Bevölkerung festgestellt. Durch diese Verteilung kann es teilweise zu Engpässen bei vorhandenem Spenderblut kommen. Nur ein Drittel der Bevölkerung verfügt über das Blut, das besonders kompatibel mit anderem ist und nur 4 Prozent der Bevölkerung sind in der glücklichen Lage, Universalempfänger zu sein.

Blutgruppen-
merkmal
Häufigkeit
weltweit Deutschland Österreich Schweiz
Blutgruppe 0 45 % 41 % 37 % 41 %
A 40 % 43 % 41 % 47 %
B 11 % 11 % 15 % 8 %
AB 4 % 5 % 7 % 4 %
Rhesus positiv 88 % 85 % 85,5 % 85 %
Rhesus negativ 12 % 15 % 14,5 % 15 %
Kell negativ 92 % 91 % 91 % 91 %
Kell positiv 8 % 9 % 9 % 9 %

(Datentabelle via wikipedia)

 

Vererbung von Blutgruppen in der Übersicht

Blutgruppen vererben sich. Von den zwei Antigen-Merkmalen, die jeder Mensch besitzt, wird immer nur eines an die Kinder weitervererbt. Beim Neugeborenen setzt sich die eigene Blutgruppe damit aus einem vererbten Merkmal der Mutter und einem vererbten Merkmal des Vaters zusammen. Die Merkmale A und B werden dabei untereinander gleichwertig vererbt.

Dem Antikörper 0 gegenüber sind sie allerdings dominant. Das bedeutet, dass das Merkmal 0 durch Antikörper des Typs A oder B unterdrückt werden.

Das heißt, Typ 0 wird rezessiv vererbt. Er tritt hinter A und hinter B zurück und vererbst sich nur dann weiter, wenn er doppelt vorkommt und somit ohne Konkurrenz ist. Das bedeutet, dass bei einer elterlichen Kombination von A- oder B-Merkmalen mit dem rezessiven 0-Merkmal immer die Blutgruppen A und B dominieren und somit über die Blutgruppe des Kindes entscheiden. Kinder mit der Blutgruppe A können also entweder jeweils von beiden Elternteilen das Antigen A oder die Genkombination A0 besitzen. Im zweiten Fall wird 0 unterdrückt und das Mensch hat Blutgruppe A. Menschen mit Blutgruppe AB haben von den Eltern einmal das Antigen A und einmal das Antigen B geerbt, 0 war in diesem Fall nicht vorhanden oder wurde unterdrückt. Eine besondere Bedeutung der Vererbung von Blutgruppen gibt es in Fällen, in denen eine Vaterschaft nachgewiesen oder ausgeschlossen werden muss. Aus der Blutgruppe des Kindes können die möglichen Blutgruppen der Eltern ermittelt werden.

 

In der Tabelle oben sind die verschiedenen Formen der Blutgruppe B als BB (reinerbig) und als B0 (mischerbig) bezeichnet. Das gilt auch für die Blutgruppe A.

Die Bedeutung der Blutgruppen Übersicht im Fall einer Schwangerschaft

Im Fall einer Schwangerschaft spielt die Blutgruppen Übersicht des Rhesussystems eine große Rolle. Es kommt möglicherweise zu einer Blutgruppen- oder Rhesusunverträglichkeit während einer Schwangerschaft, wenn der Rhesusfaktor der Mutter nicht zu dem des Kindes passt. Schwerwiegende Folgen können entstehen, wenn eine Rhesus-negative Mutter ein Rhesus-positives Kind austrägt. Allerdings ist der medizinische Fortschritt inzwischen so weit gekommen, dass durch vorbeugende Maßnahmen Komplikationen inzwischen nahezu in jedem dieser Fälle vermieden werden können. Im Rahmen der ersten Schwangerschaft ist selten mit Komplikationen zu rechnen, denn eine Immunisierung geht sehr langsam vonstatten und verursacht nur unerhebliche Auswirkungen. Unter Umständen werden einige der roten Blutkörperchen des Kindes zerstört. Das führt dann zu einer verstärkten Neugeborengelbsucht, die aber leicht behoben werden kann. Diese Neigeborenengelbsucht ist eine typische Anpassungsreaktion des Säuglings auf die Geburt und kommt bei fast allen Neugeborenen mehr oder weniger stark ausgeprägt vor. Wenn die Mutter allerdings in der zweiten Schwangerschaft bereits vom ersten Kind sensibilisiert wurde, kann sie sehr schnell Antikörper gegen das Blut des Kindes bilden. Hier ist eine medizinische Intervention notwendig.

 

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema

Wie oft darf ein Mensch Blut spenden?

Frauen und Männer werden unterschiedlich häufig zu einer Blutspende zugelassen. Innerhalb eines Jahres, also in zwölf Monaten, dürfen Frauen viermal und Männer sechsmal zur Blutspende gehen. Zwischen zwei einzelnen Blutspenden müssen nach dem Blutspendegesetz 56 Tage liegen. Das ist wichtig für den Spender, damit sich das eigene Blut wieder nachbilden kann. Um einem Eisenmangel des Spenders vorzubeugen wird auf die Einhaltung dieses Zeitabstand sehr genau geachtet.

Wie erfährt ein Mensch seine eigene Blutgruppe?

Die Blutgruppe wird bereits direkt nach der Geburt eingetragen. Wenn Ihnen die Unterlagen nicht mehr zur Verfügung stehen, kann Ihr Hausarzt Ihre Blutgruppe ermitteln und Ihnen mitteilen. Außerdem wird die Blutgruppe vor der ersten Blutspende ermittelt bestimmt. Es wird zuerst eine vorläufige Bestimmung vorgenommen. Nach etwa vier Wochen erhalten Blutspender einen Spenderausweis zusammen mit Ihrer Blutgruppenbestimmung per Post.

Ist die Blutgruppe 0 eine Universalblutgruppe?

Menschen mit der Blutgruppe Null (speziell 0 Rhesus negativ) sind sogenannte Universalspender. Das heißt, dass ihr Blut mit allen anderen Blutgruppen kompatibel. Im Notfall ist es also unter Umständen lebensrettend für Menschen mit den Blutgruppen A, B und AB. Allerdings tritt diese Blutgruppe nur sehr selten auf. In Deutschland sind es nur 6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Was ist die Blutgruppenernährung?

Nach Dr. Peter D`Adamo gibt es für jede Blutgruppe eine optimale Form der Ernährung. Die sogenannte Blutgruppenernährung ist Teil der alternativen Medizin. In Rahmen seiner anthropologischen Forschungen entwickelte er ein Ernährungssystem, dass dich auf die Blutgruppen bezieht. Dr. D´Adamo erklärt, dass jede Blutgruppe zu einem individuellen biologischen Prinzip gehört. Die alternative Methode verspricht ihren Anwendern Erfolge bei der Gewichtsabnahme und eine Stärkung der Selbstheilungskräfte. In die Schulmedizin konnte die Blutgruppenernährung bisher nicht Einzug halten.

Wie wirkt sich die Blutgruppe auf die Gesundheit aus?

Es gibt Wissenschaftler, die untersucht haben, ob sich die Blutgruppe auf das Krankheitsrisiko oder die Lebenserwartung auswirkt. Es konnte zumindest ein Zusammenhang erkannt werden zwischen den Menschen mit Blutgruppe 0 und ihrer erhöhten Resistenz gegenüber Malaria. Außerdem sollen Menschen mit der Blutgruppe 0 seltener Demenzerkrankungen entwickeln.

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