Immunglobulin IgA Wert zu niedrig Y-Antikörper-Zellen
Immunglobulin Y-Antikörper-Zellen

IgA-Blutwert und Bedeutung für das Immunsystem

Die Abkürzung IgA steht für das Immunglobulin A. Dieser bildet 15 Prozent der im Körper befindlichen Immunglobuline. Aus den Plasmazellen im Darm entstanden, zeigt er sich vorwiegend auf den Schleimhautoberflächen.

Hier wehrt der Antikörper bestimmte Erreger ab. Er schützt Ihren Organismus vor Infektionen. Die Schleimhäute sondern den IgA-Blutwert ab, sodass er sich sekretorisches IgA nennt. Dementsprechend findet sich die Substanz im Blut sowie in den Sekreten von Magen-Darm-Trakt, Scheide, Nase und Bronchien. In der Tränenflüssigkeit und der Muttermilch kommt das Immunglobulin A ebenso vor.

Fünf wichtige Fakten über das Immunglobulin A:

  • Die Plasmazellen bilden das Immunglobulin A, das vorrangig auf Schleimhautoberflächen vorkommt.
  • Misst der Arzt den IgA-Wert im Speichel, liegt der Normbereich zwischen acht und zwölf Milligramm je Deziliter.
  • Bei Kindern zeigt sich die Normgrenze beim Immunglobulin A altersabhängig.
  • Niedrige IgA-Werte drohen beispielsweise durch die fehlende Fähigkeit, Antikörper zu bilden.
  • Steigt die Konzentration des IgA im Blut, liegt unter Umständen eine chronische Erkrankung vor.

Darum erhält der Blutwert IgA für Ihren Körper Relevanz:

Wie die anderen Immunglobuline verfügt IgA über die charakteristische Y-Struktur. Dadurch bindet es sich an Viren und Bakterien. Gleichzeitig neutralisiert der Antikörper in den Organismus eingedrungene Giftstoffe, die Toxine.

Die Plasmazellen, eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, bildet das Immunglobulin A. Die Hauptaufgabe des Blutwerts IgA besteht im Schutz der Schleimhäute vor Krankheitserregern. Verändert sich die Konzentration des Werts, liegt im Körper beispielsweise eine Infektion oder ein Entzündungsprozess vor.

Wann kommt es zu veränderten IgA-Blutwerten?

Über- oder unterschreitet der IgA-Wert die Normgrenze, liegt der Verdacht einer Infektion oder einer chronischen Erkrankung nahe. Um den Blutwert zu überprüfen, entnehmen Ihnen die Ärzte venöses Blut.

Welche Ursachen führen zu niedrigen IgA-Werten?

Zu den häufigen angeborenen Immunkrankheiten gehört ein selektiver IgA-Mangel. Er resultiert aus einer gestörten Entwicklung spezifischer Immunzellen, der B-Lymphozyten. Können sie sich nicht in Plasmazellen umwandeln, beeinträchtigt dies die IgA-Ausschüttung ins Blut.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen eine Übersicht über den IgA-Normbereich:

Geschlecht

IgA-Wert in Milligramm je Deziliter

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Männer

70 bis 380

Frauen

70 bis 380

Weitere Gründe für eine niedrige Konzentration des Immunglobulins A sind:

  • Verbrennungen,
  • eine Agammaglobulinämie,
  • das nephrotische Syndrom,
  • Nierenschwäche,
  • die exsudative Enteropathie (Eiweißverlust über die Schleimhaut des Darms),
  • Asthma,
  • Allergien,
  • Lymphknotenkrebs,
  • bösartige Tumore.

Warum erhöhen sich die IgA-Werte im Blut?

Ein hoher IgA-Blutwert resultiert beispielsweise aus einer IgA-Nephritis. Bei der Krankheit – Morbus Berger – handelt es sich um eine häufige entzündliche Veränderung der Nierenkörperchen. Studien untersuchen die Wirksamkeit von Methylprednisolon auf die gesundheitliche Komplikation (Jicheng Lv, et al.: Effect of Oral Methylprednisolone on Clinical Outcomes in Patients With IgA Nephropathy (August 2017). Weitere Gründe für einen hohen Blutwert des Immunglobulins A bestehen in:

  • einer chronischen Hepatitis,
  • chronischen Infektionen, beispielsweise HIV,
  • chronisch entzündlichen Krankheiten wie der Colitis ulcerosa,
  • Autoimmunkrankheiten,
  • Leberschäden aufgrund von Giften,
  • Leberzirrhose,
  • eine Erkrankung des Zentralnervensystems,
  • IgA-Plasmozytom,
  • eine blutige Entzündung im Darm.

Symptome bei veränderten IgA-Spiegel

Leiden Sie unter einem Mangel des Immunglobulins A, treten keine charakteristischen Anzeichen auf. Bei einigen Patienten entwickelt sich eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen. Gleichzeitig manifestieren sich spezielle Krankheiten gehäuft bei Personen mit einer IgA-Unterversorgung:

  • Neurodermitis,
  • verschiedene Autoimmunerkrankungen, beispielsweise die rheumatoide Arthritis,
  • allergische Nasenschleimhaut- oder Bindehautentzündungen,
  • eine Überempfindlichkeit gegenüber verschiedenen Nahrungsmitteln,
  • Asthma bronchiale.

Bei einer erhöhten IgA-Konzentration gibt es ebenfalls kaum direkte Symptome. Jedoch weisen allgemeine Krankheitszeichen auf ein infektiöses Geschehen im Körper hin.

Zu welchen Komplikationen führt ein veränderter IgA-Wert?

Leiden Sie unter einem niedrigen IgA-Wert, fehlen Antikörper im Organismus. Dieser Umstand erleichtert es Bakterien und Viren, über die Schleimhäute in den Körper einzudringen. Beispielsweise treten bei Menschen mit niedriger IgA-Konzentration häufiger Erkältungen oder die Grippe auf.

Bei einem hohen IgA-Spiegel drohen zunächst keine negativen Konsequenzen. Erst, wenn die Nachproduktion der Antikörper stockt, folgen eine IgA-Unterversorgung und schlimmstenfalls ein Mangel.

Tipps, um den IgA-Wert zu normalisieren

Bei einem angeborenen Defizit des Immunglobulins A schafft eine medikamentöse Therapie Abhilfe. Um von einem intakten IgA-Blutwert zu profitieren, fördern Sie die körpereigenen Abwehrkräfte. Zu dem Zweck eignen sich eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung sowie ausreichend Bewegung. Versorgen Sie Ihren Körper mit Vitamin D, stärken Sie das Immunsystem.

 

Quellen und weiterführende Literatur: