Welcher Arzt macht großes Blutbild und weiterführende Blutuntersuchungen? Ein kleines Blutbild ist absolut gängig, ein zusätzliches Differenzialblutbild für ein großes Blutbild lassen Ärzte anfertigen, wenn der Verdacht auf Veränderungen in der Zahl der verschiedenen weißen Blutkörperchen als Folge bestimmter Erkrankungen ist. Weiterführende Blutuntersuchungen wie die Höhe von Vitaminspiegeln oder Hormonen im Blutserum werden üblicherweise nur in medizinisch begründeten Verdachtsfällen vorgenommen.

Pflichten des Hausarzt
Pflichten und Rechte – Klärendes Gespräch zwischen Hausarzt und Patient, Copyright: Nyul bigstockphoto

Welcher Arzt macht ein großes Blutbild und weiterführende Blutuntersuchungen?

Für die Anfertigung von kleinem und großen Blutbild sowie darüber hinausgehende Untersuchungen ist in der Regel Ihr Hausarzt zuständig; bei einem stationären Klinikaufenthalt kümmern sich die Stationsärzte um Blutentnahmen und entsprechende Blutuntersuchungen.

Welcher Arzt macht Blutuntersuchungen wie das großes Blutbild?

Blutuntersuchungen sind eine einfache und effektive Möglichkeit, ohne Aufwand und invasive Eingriffe viel über die Geschehnisse in einem Körper zu erfahren. Dafür reicht eine Blutprobe aus der Armvene eines Patienten aus.

Die einfachste und gängigste Blutuntersuchung ist das kleine Blutbild. Diese ist mittlerweile so weit automatisiert, dass es die Krankenkassen nur noch weniger als einen Euro kostet. In hämatologischen Laboren bestimmen moderne Durchflusszytometer und Hämatologie-Analyzer in Sekundenschnelle die Zahl der roten Blutkörperchen, Erythrozytenparameter wie MCH, MCV und MCHC, Blutplättchen und weiße Blutkörperchen. Damit sind bereits zahlreiche Aussagen über Infektionen, Entzündungsreaktionen oder Blutarmut möglich.

Im nächsten Schritt sieht sich der Arzt in einem Differenzialblutbild die Untergruppen der weißen Blutkörperchen näher an, die im kleinen Blutbild nur in ihrer Gesamtheit gezählt werden. Da diese Untergruppen verschiedene Aufgaben bei Infektionen und Entzündungsreaktionen haben, lässt sich damit auf Allergien, Leukämien, Parasiten und sonstige Infektionserkrankungen schließen.

Kleines Blutbild und Differenzialblutbild ergeben zusammen ein großes Blutbild. Darüber hinaus fordert der Arzt bei Bedarf zusätzliche Bestimmungen an, um einem möglichen Verdacht diagnostisch weiter nachzugehen. Dazu gehören Enyzme wie die Leberwerte und Nierenwerte, Gerinnungswerte, Entzündungsfaktoren oder Hormone. Ebenso lassen sich Tumormarker und bestimmte Proteine wie die Bluteiweiße und Immunglobuline quantifizieren, bei Bedarf auch Vitamine, Eisengehalt und eingenommene Medikamente.

Das großes Blutbild beim Arzt – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Neben dem kleinen Blutbild, das vor allem die roten Blutkörperchen umfasst, ist das große Blutbild mit der Leukozytendifferenzierung ein wichtiges Instrument zur Diagnose von Krankheiten. Darüber hinaus sind weiterführende Blutuntersuchungen möglich, die weitere Auskünfte geben.
  2. Der Arzt selber nimmt diese Untersuchungen nicht vor, sondern ordnet sie nur an. Die meisten Blutbilder fordern die Hausärzte an, bei denen es sich um Allgemeinmediziner oder Internisten handelt.
  3. Die Blutuntersuchungen nimmt ein hämatologisches Labor an einer Blutprobe aus der Armvene vor. Die Ergebnisse stehen in der Regel spätestens nach drei Tagen vor.
  4. Damit die Krankenkasse diese Untersuchungen bezahlt, muss ein hinreichend belegter medizinischer Verdacht bestehen.
  5. Sollten Sie weiterführende Blutuntersuchungen wünschen, müssen Sie das mit Ihrem Hausarzt bereden und gegebenenfalls selbst bezahlen.

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Welcher Arzt macht ein großes Blutbild?

Kein Arzt macht ein solches kleines oder großes Blutbild selbst, dafür fehlt ihm die apparative Ausstattung. Er kann nur eine Blutentnahme anordnen, die eine medizinische Fachkraft im praxiseigenen Labor vornimmt.

Der Arzt gibt an, welche Blutuntersuchungen er vorgenommen haben möchte. Dafür gibt es spezielle Anforderungsbögen, in denen man Parameter wie kleines oder großes Blutbild, Leberwerte und so weiter ankreuzen kann. Die eindeutig gekennzeichneten Blutproben und Anforderungszettel holt üblicherweise ein Kurierdienst einmal am Tag gegen Mittag ab, da Blutentnahmen nüchtern und daher morgens erfolgen.

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Die Bestimmung der Blutwerte erfolgt in einem speziellen hämatologischen Labor, das über die entsprechende apparative Ausstattung verfügt. Was bei der Untersuchung herausgekommen ist, leitet das Labor inzwischen meistens in digitaler Form an die Praxis weiter. Die meisten Blutwerte stehen daher je nach Andrang und angeforderten Untersuchungen bereits am Folgetag oder spätestens am dritten Tag nach der Blutentnahme zur Verfügung.

In der Regel laufen die meisten Blutbilder und weiterführende Blutuntersuchungen über die Hausärzte ab, die zumeist Allgemeinmediziner oder Internisten sind.

Einen Sonderfall stellen die Blutuntersuchungen bei einem stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus dar. Hier erfolgt die Blutentnahme ebenfalls aus der Armvene oder falls bereits vorhanden aus einem zentralen Venenkatheter. Die Stationsärzte lassen die Blutwerte in einem externen oder gegebenenfalls hauseigenen Labor überprüfen, über das große Krankenhäuser in der Regel verfügen. Gerade bei Notfallpatienten sind schnelle Ergebnisse notwendig, sodass man zumindest auf kleines und großes Blutbild nicht auf Ergebnisse von außerhalb warten kann.

Welcher Arzt kümmert sich um weitergehende Blutuntersuchungen – Sinn und Unsinn

Jeder Arzt sollte sich um die relevanten Blutuntersuchungen kümmern, wenn der Verdacht auf eine bestimmte Diagnose besteht. In diesen Fällen übernimmt die Krankenkasse alle dabei anfallenden Kosten.

Sollten Sie bestimmte Blutuntersuchungen wünschen, können Sie sicherlich mit Ihrem Arzt darüber reden. Ist er der Meinung, dass Ihr Wunsch gerechtfertigt ist, wird er die entsprechenden Laborwerte anfordern. Unter Umständen müssen Sie allerdings diese Untersuchung selbst bezahlen.

Seien Sie bitte nicht erbost, wenn Ihr Arzt auf Ihren Wunsch nicht eingeht. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber Sie sollten mit Ihrem Hausarzt ein Vertrauensverhältnis auf Gegenseitigkeit haben. Das schließt ein, dass nur notwendige Untersuchungen durchgeführt werden und er Ihnen erörtert, welche das sind – und welche nicht. Hier wiederum sollten Sie seiner ärztlichen Erfahrung und Ausbildung vertrauen können, die eine halbe Stunde Google-Suche nicht ersetzen kann.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Reinhard Andreesen, Hermann Heimpel: Klinische Hämatologie. München 2009: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 343731498X.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold-Verlag. ISBN-10: 3981466063.
  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  • Marlies Michl: BASICS Hämatologie. München 2016: Urban & Fischer/Elsevier-Verlag. ISBN-10: 3437421697.
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