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Wie Sie die Bluthochdruck Symptome erkennen und behandeln

Etwa 20 Millionen Patienten in Deutschland leiden unter Bluthochdruck und den Symptomen der Erkrankung. Bis zur Diagnose vergehen meist mehrere Jahre. In der Zwischenzeit richtete die Krankheit Schäden im Organismus an. Zwar heilen Ärzte die Erkrankung nicht, jedoch tragen eine ausreichende Medikation und die Umstellung der Lebensgewohnheiten des Betroffenen zur Absenkung des Blutdrucks bei. In der Fachsprache bezeichnet der Mediziner die Krankheit als Hypertonie. Bereits jeder vierte Deutsche leidet an diese Volkskrankheit. Zu Beginn verursacht sie keine Beschwerden. Bluthochdruck Symptome äußern sich erst nach Jahren. Welche dazuzählen, erfahren Interessierte im Beitrag.

 

Langzeit-Blutdruckmessung
24-Stunden-Blutdruckmessung im Krankenhaus Urheber: auremar / 123RF

 

 

Bluthochdruck entwickelt sich schleichend

Viele Jahre leben Betroffene beschwerdefrei. Oftmals entdeckt der Hausarzt die Hypertonie bei einer Vorsorgeuntersuchung. Die Symptome entwickeln sich erst durch sogenannte Folgeerkrankungen. Diese zu behandeln gestaltet sich schwieriger. Eine früh erkannte Hypertonie und eine entsprechende Therapie verhindern ernsthafte Folgen.

Der Bluthochdruck schädigt die Arterien im Gefäßinneren, das beeinträchtigt die Versorgung des Körpers mit Blut. Komplikationen ergeben sich dadurch am Herzen, an den Nieren und Augen. Ziel der Behandlung durch den Arzt ist das Absenken des Blutdrucks auf normale Werte. Diese liegen bei unter 140/90 mmHg.

In den USA erzielte eine Studie zur Behandlung des arteriellen Bluthochdrucks. An der SPRINT-Studie (Systolic Blood Pressure Intervention Trial) von Ambrosius WT. et al. aus dem Jahr 2018 nahmen 9.000 Patienten teil.

Die Ergebnisse schließen eine Empfehlung ein, den Blutdruck des Hypertonikers nicht mehr nur auf 140/90 mmHg zu senken, sondern auf unter 120 mmHg. Dieser Werte senkt das Risiko für Folgeerkrankungen um 30 Prozent sowie die Wahrscheinlichkeit eines Todes um 25 Prozent. Diese Ergebnisse bilden eine Kontroverse zur ACCORD-Studie. Hier nahmen 4733 Patienten teil, die unter Diabetes und Hypertonie litten. Die ACCORS Study Group ermittelt 2010 keinen signifikanten Unterschied zwischen einem Bluthochdruck unter 120 mmHg oder unter 140 mmHg auf kardiovaskuläre Erkrankungen.

 

Symptome des Bluthochdrucks

In vielen Fällen bestehen erhöhte Werte seit längerer Zeit, ohne Beschwerden oder Symptome zu verursachen. In dieser Phase richtet die Hypertonie bereits erste Schäden an den Blutgefäßen an. Viele Erkrankungen erkennen Ärzte frühzeitig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung.

Erste Bluthochdruck Symptome treten erst auf, wenn eine Schädigung der Organe vorliegt. Zu den am häufigsten betroffenen Gebieten gehören Augen, Gehirn, Nieren und Herz. Die Stärke der Symptome sagt nichts über die Schwere der Krankheit aus. Kleine Anzeichen deuten bereits auf eine Hypertonie hin. Die Symptome äußern sich unspezifisch oder je nach betroffenem Organ. Zu diesen gehören:

  • Herzrasen,
  • Ohrensausen,
  • Schwindelgefühl,
  • Schlafstörungen,
  • Kurzatmigkeit,
  • Nasenbluten,
  • Sehstörungen,
  • rote Gesichtsfarbe,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Schweißausbrüche,
  • Engegefühl in der Brust,
  • Kopfschmerzen am Morgen oder in der Nacht,
  • Konzentrationsstörungen,
  • Erektionsstörungen,
  • Gereiztheit und
  • Nervosität.

 

Typische Symptome bei Bluthochdruck sind Kopfschmerzen. Sie sitzen im Hinterkopf und treten nach dem Aufstehen auf. Diese entstehen durch einen zu hohen nächtlichen Bluthochdruck. Generell sinkt dieser nachts ab, passiert die nicht, kommt es zu Durch- und Einschlafstörungen. Personen, die zusätzlich unter Schlafapnoe leiden, betrifft dies stark. Ein weiteres signifikantes Anzeichen ist eine Couperose. Sie äußert sich durch rote Äderchen, die zu einem geröteten Gesicht führen. Kurzatmigkeit, Nervosität und Schwindelanfälle treten häufiger auf. Die Bluthochdruck Symptome steigern sich bei vielen Betroffenen in der kühleren Jahreszeit.

Bei einer Panikattacke oder in Stresssituationen schnellt der Blutdruck nach oben. Das führt zu Schwindel, Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Angina pectoris und Sehstörungen. Bei Werten von über 230/130 mmHg besteht Lebensgefahr.

 

Komplikationen von erhöhtem Bluthochdruck

Bleibt die Erkrankung über Jahre hinweg unbehandelt, schädigt das die Gefäße unwiderruflich. Daraus entwickeln sich schwere Beeinträchtigungen an verschiedenen Organen. Die Hypertonie belastet die linke Herzkammer, wodurch sich eine Herzinsuffizienz entwickelt. Eine Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen führt zu Durchblutungsstörungen in Form einer koronaren Herzkrankheit. Unbehandelt führt diese zum Herzinfarkt.

Betrifft die Schädigung die Hirngefäße, erhöht das die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall. Wirkt sich die Hypertonie auf die Nierengefäße aus, sind eine Niereninsuffizienz und das Versagen der Nieren die Folge. Beeinträchtigungen an den Augengefäßen führen zu Sehbehinderungen und bei starkem Befall zur Erblindung. Ebenso wirkt sich ein erhöhter Blutdruck auf die Durchblutung der Beine negativ aus.

 

Bluthochdruck Symptome bei Folgekrankheiten

Oftmals weisen Organschädigungen auf einen zu hohen Blutdruck hin. Zu diesen gehören:

  • Herzschmerzen und Brustenge bei Koronarer Herzkrankheit,
  • Beinschmerzen bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit,
  • Wassereinlagerungen und eine verringerte Leistungsfähigkeit bei Herzinsuffizienz,
  • Gesichtsfeldausfälle und beeinträchtigte Sehschärfe bei hypertensiver Retinopathie,
  • Herzinfarkt und
  • Schlaganfall.

 

Die Bluthochdruck Symptome behandeln

Um die Beeinträchtigungen zu verringern, gilt es den Blutdruck dauerhaft auf einen normalen Wert zu senken. Das verringert die Wahrscheinlichkeit für Folgeschäden. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung durch den Arzt unter Mithilfe des Patienten begünstigt ein beschwerdefreies Leben. Im Fokus stehen die Änderung der Gewohnheiten und eine ausreichende Medikation. Dafür ist es notwendig, die Ursachen der Hypertonie zu kennen.

In den meisten Fällen liegt eine primäre Hypertonie vor. Ursächlich dafür sind die Erbanlagen und verschiedene Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Stress, Alkohol, Diabetes und eine ungesunde Ernährung. Stellen Patienten ihre Gewohnheiten um und reduzieren ihre ungesunde Lebensweise, erzielen diese meist ohne Medikation Erfolge. Schwieriger gestaltet sich die Behandlung von einer sekundären Hypertonie. Hierbei liegen Organ- und Hormonstörungen vor. Hier beseitigt der Arzt zunächst die Ursache und behandelt dann mit Medikamenten.

 

Bluthochdruck Symptome klingen in der Regel beim Erreichen der Normalwerte ab. Findet der Arzt die Ursache der Hypertonie und behandelt diese, stehen die Chancen gut für ein beschwerdefreies Leben. Je nach vorliegendem Fall schneidet der Mediziner die Therapie auf den Patienten zurecht. Zum Einsatz kommen Diuretika, welche die Salz- und Wasserausscheidung der Nieren ankurbeln. Kalziumantagonisten erweitern die Gefäße und Beta Blocker dämpfen das vegetative Nervensystem. Medikamente gegen Hypertonie nehmen Betroffene ihr ganzes Leben lang ein. Liegen keinerlei Bluthochdruck Symptome vor, ist es dennoch wichtig, diese täglich anzuwenden.

 

Empfehlungen für Betroffene

Leiden Sie unter den genannten Bluthochdruck Symptomen, empfiehlt sich der Gang zum Arzt. Mittels geeigneter Untersuchungsmaßnahmen ermittelt er, ob bei Ihnen eine Hypertonie vorliegt. Frühzeitig erkannt behandelt der Mediziner mit Blutdruck senkenden Mitteln. Zusätzlich hilft im Anfangsstadium die Umstellung Ihrer Lebensgewohnheiten. Dazu gehört der Abbau von Übergewicht, Sport, Bewegung, das Vermeiden von Stress und eine ausgewogene Ernährung. Helfen diese Methoden nicht schließt sich die Medikation an. Dabei beginnt der Arzt mit einem Wirkstoff und kombiniert später mehrere Substanzen um den Blutdruck zu senken.

Liegen keine Bluthochdruck Symptome vor, empfehlen wir Ihnen dennoch, zur regelmäßigen Blutdruckmessung beim Arzt vorzusprechen. Ab 35 Jahre zahlt die Krankenversicherung einen regelmäßigen Check-up. Hierbei prüft der Mediziner Ihren Gesundheitszustand und führt Urin- und Bluttests durch sowie ein EKG. Mit diesen bestimmt er ebenso Risikofaktoren für die Hypertonie.

 

weiterführend:

Der menschliche Blutdruck
Bluthochdruck Symptome
Bluthochdruck
Bluthochdruck bei Kindern
Langzeit Blutdruckmessung und Messgeräte
Leicht erhöhter Blutdruck
Bluthochdruck homöopathisch behandeln
Niedriger Blutdruck homöopathisch behandeln
Bluthochdruck im Schlaf

 

 

Weiterführendes Material zum Nachlesen:

  • Blutdruck in Deutschland 2008–2011. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) von H. Neuhauser et al.: http://edoc.rki.de/oa/articles/re8KOEo8EndiU/PDF/27o1T5kanfuvA.pdf.
  • SPRINT-Studie: Update pharmakologische Therapie der Hypertonie – Welche Blutdruckziele für welche Patienten? Prof. Dr. med. Martin Hausberg, Städtisches Klinikum Karlsruhe: https://www.my-cme.de/wp-content/uploads/arztcme_sprint-studie_2018.pdf.

 

Quellen:

Ambrosius WT, et al.: The design and rationale of a multicenter clinical trial comparing two strategies fort control of systolic blood pressure: SPRINT Systolic Blood Pressure Intervention Trial. Clin Trials 2018; 11: 532–46.

The ACCORD Study Group: Effects of Intensive Blood-Pressure Control in Type 2 Diabetes Mellitus. N Engl J Med 2010; 362: 1575–85 CrossRe MEDLINE PubMed Central: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4123215/.

http://edoc.rki.de/oa/articles/re8KOEo8EndiU/PDF/27o1T5kanfuvA.pdf

https://www.my-cme.de/wp-content/uploads/arztcme_sprint-studie_2018.pdf

https://www.cardio-guide.com/erkrankung/bluthochdruck/

https://www.aerzteblatt.de/archiv/172649

 

 

 

 

Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.