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Diagnose der Weizenallergie über erhöhte Blutwerte

Leiden Sie unter einer Weizenallergie, reagiert Ihr Immunsystem fälschlicherweise auf Weizeneiweiß. Dabei bildet der Körper Immunglobulin E (kurz IgE Blutwert). Dementsprechend dienen erhöhte Blutwerte bei der Weizenallergie zur Diagnose. Zusätzlich kommen weitere Methoden wie ein Hauttest zum Einsatz, um den Verdacht zu bestätigen.

Thrombozytenblutwerte
Blutwerte Urheber: chassenet / 123RF

 

 

Weizenallergie – Immunsystem reagiert auf Proteine

Bei einer Weizenallergie reagieren Sie empfindlich oder allergisch auf die in Weizen enthaltenen Proteine. Das Immunsystem Ihres Körpers bildet Abwehrstoffe gegen die harmlosen Eiweiße. Besagte Immunreaktion setzt ein, wenn der Dünndarm die Getreideprodukte verdaut. Dieser Prozess setzt unter der Kornschale sitzenden Allergene frei. Gegen die Allergene produziert das Immunsystem Antikörper.

Die ausgeschütteten Substanzen verursachen im Körper Entzündungsreaktionen, wodurch die Symptome der Weizenallergie entstehen. Dazu gehören Juckreiz der Haut, Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Durchfall oder Erbrechen. Schlimmstenfalls droht ein anaphylaktischer Schock. Als Folgeerkrankung der Weizenunverträglichkeit gilt das Reizdarmsyndrom. Außerdem steht die Weizenallergie in Verdacht, Typ-I-Diabetes auszulösen [Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Studie: Weizenallergie mögliche Ursache des Typ-I-Diabetes, (21.08.2009), URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/37798/Studie-Weizenallergie-moegliche-Ursache-des-Typ-I-Diabetes (letzter Zugriff: 05.02.2018)].

Eine Sonderform der Weizenallergie stellt die Krankheit WDEIA dar. Das Kürzel steht für „wheat dependend exercise induced anaphylaxis“. Hierbei verursachen die Weizenproteine ausschließlich in Kombination mit einem auslösenden Faktor einen allergischen Schock. Ohne den Faktor verträgt der Patient den Weizen. Zu den bekannten Faktoren gehören Medikamente, körperliche Anstrengung oder Alkohol.

 

Erhöhte oder niedrige Blutwerte bei der Weizenallergie ein wichtiger Indikator

Die Diagnose erfolgt über erhöhte Blutwerte bei der Weizenallergie. Auf Basis des Blut- und Hautbildes stellt der Allergologe fest, ob es sich um eine Unverträglichkeit der Weizenproteine oder um eine andere Allergie handelt. Hierfür kommt ein sogenannter IgE-Antikörpertest zum Einsatz. Infolge der fälschlichen Immunreaktion auf die in Weizen enthaltenen Allergene entsteht Immunglobulin E (kurz IgE). Der Nachweis des Abwehrstoffs in Form erhöhter Blutwerte bei der Weizenallergie gilt als wichtiger Indikator der Unverträglichkeit.

Normalerweise weist die IgE-Konzentration niedrige Blutwerte auf. Die Weizenallergie geht jedoch mit einem deutlichen Anstieg der Abwehrstoffe einher. Bei erwachsenen Personen liegt ein normaler IgE-Spiegel maximal bei 100 U/ml Blutserum. Übersteigt der Wert die Grenze, gilt eine allergische Reaktion vom „Typ I“ als wahrscheinlich. Die Weizenallergie gehört zur Kategorie der „Typ I Reaktionen“. Allergien in der besagten Kategorie zeichnen sich durch eine schnelle Reaktion des Immunsystems auf die entsprechenden Allergene aus. Daher lautet die alternative Bezeichnung „Soforttyp-Allergie“. Die fälschlicherweise stattfindende Produktion der Antikörper beginnt innerhalb weniger Sekunden oder Minuten.

 

Fundierte Diagnose der Weizenallergie setzt weitere Untersuchungen voraus

Stellt das Labor eine auffällige IgE-Konzentration fest, folgt die Suche nach dem Auslöser. Zu den möglichen Ursachen gehört die Weizenallergie bei erhöhten Blutwerten. Jedoch existiert eine Reihe weiterer Erkrankungen, die ebenfalls eine vergleichbare Immunreaktion hervorrufen. Deswegen schließt sich eine detaillierte Untersuchung der IgE-Antikörper an. Der Fokus liegt auf dem Nachweis des spezifischen Immunglobulins E, das der Körper gegen allergenes Weizeneiweiß bildet.

Allerdings reichen erhöhte oder niedrige Blutwerte bei Weizenallergie nicht aus, um die Krankheit eindeutig festzustellen. Für eine sichere Diagnose wendet der Arzt eine Kombination mehrerer Methoden an. Neben dem Blutbild gehören dazu ein Ausschluss der Zöliakie und ein Hauttest. Im Fall der Zöliakie produziert der Körper nicht nur gegen Weizenproteine Abwehrstoffe, sondern gegen Gluten. Die Glutenunverträglichkeit gilt es von der Weizenallergie abzugrenzen, da Gluten auch in anderen Getreidearten vorkommt. Die Diagnose der Zöliakie erfolgt ebenfalls über den Nachweis von Antikörpern im Blut. Zusätzlich kommen eine Gewebeprobe des Dünndarms und eine genetische Analyse zum Einsatz.

 

Nach dem Ausschluss der Zöliakie deuten bei der IgE-Analyse erhöhte Blutwerte auf eine Weizenallergie hin. Um die Diagnose zu bestätigen, findet abschließend ein Hauttest (Pricktest). Beim Pricktest bringt der behandelnde Arzt Ihre Haut mit einem Weizen-Allergen in Kontakt. Anschließend beobachtet er, ob eine allergische Reaktion der Haut einsetzt. Zusätzlich empfiehlt es sich, dass Sie ein Beschwerdetagebuch führen.

 

Verzicht auf weizenhaltige Nahrungsmittel erforderlich

Besitzen Sie den Verdacht, dass Sie allergisch auf Gluten oder Weizen reagieren, suchen Sie Ihren Arzt auf. Er verweist Sie bei Bedarf an einen Allergologen. Letzterer gibt eine Laboruntersuchung in Auftrag. Als wichtiger Indikator gelten erhöhte Blutwerte bei der Weizenallergie. Bestätigen andere Untersuchungen die Diagnose, informiert Sie der Arzt über die richtige Ernährung. Es besteht keine Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung. Daher basiert die Therapie auf dem Verzicht weizenhaltiger Lebensmittel.

 

 

Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.