Wo wird Blut mit Sauerstoff angereichert?

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Wo und wie erfolgt die Anreicherung des Bluts mit Sauerstoff?

Die Sauerstoffsättigung bezeichnet den Gehalt des Sauerstoffs im Hämoglobin genannten roten Blutfarbstoff. Das Anreichern des Bluts mit Sauerstoff findet im Lungenkreislauf statt. In einigen Situationen leiden Patienten unter einer erhöhten oder erniedrigten Sauerstoffsättigung. Daraus können sich gesundheitliche Komplikationen ergeben.

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Hämoglobin Darstellung www.grossesblutbild.de
Rote Blutkörperchen mit Hämoglobin. Struktur von menschlichem Hämoglobin. Schematisches visuelles Modell des sauerstoffbindenden Prozesses. Hämoglobin besitzt vier Globine, je zwei α-Globoline und β-Globoline mit einer Häm-Gruppe. www.grossesblutbild.de

 

Blut mit Sauerstoff anreichern – Wie geht das?

Der medizinische Begriff „Sauerstoffsättigung“ gibt die Beladung des Hämoglobins mit dem lebenswichtigen Element an. Dieses gelangt über die Lunge in den Organismus. Wird das Blut mit Sauerstoff angereichert, transportiert es diesen über den Blutkreislauf in Gewebe und Organe. In den Zielregionen gibt der rote Blutfarbstoff die geladenen Sauerstoffmoleküle an die Körperzellen ab.

 

Wie funktionieren Herz- und Lungenkreislauf?

Die Anreicherung des Bluts mit Sauerstoff bildet einen lebenswichtigen Prozess im Körper. Geschieht dies nicht, bleibt das Zielgewebe unterversorgt, sodass kurze Zeit später der Tod eintritt. Besitzen Sie eine gute Sauerstoffsättigung, gibt eine gesunde Hautfarbe darüber Auskunft. Eine blasse oder kränkliche Farbe weist unter Umständen auf eine Störung im Lungenkreislauf hin.

Das Herz pumpt das Blut durch den Organismus. Damit der Sauerstoff in das Hämoglobin gelangt, findet der Lungenkreislauf statt. Dieser nennt sich auch „kleiner Kreislauf“. Seine Versorgung übernimmt die rechte Herzhälfte. Fließt das Blut in die rechte Herzkammer – Ventriculus dexter genannt – pumpt sie es über die Pulmonalklappe in die Arterie der Lunge.

Anschließend gelangt es über die verästelten Arterien und Arteriolen in die Kapillaren des Organs. Hier erfolgt das Anreichern des Bluts mit Sauerstoff. Nach dem Vorgang strömt es in die Venolen und Venen, bis es den linken Vorhof erreicht. Dessen medizinischer Name lautet Atrium. Von hier aus pumpt das Herz das angereicherte Blut durch die Mitralklappe in die linke Herzkammer. Sie heißt Ventriculus sinister und treibt den großen Kreislauf, den Herzkreislauf, an.

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Blutfette
gesunde Blutzellen mit viel Sauerstoff  Urheber: mackoflower / 123RF

Mehrere Faktoren beeinflussen die Sauerstoffsättigung

Die Sauerstoffsättigung des Bluts hängt von mehreren Komponenten ab:

• dem pH-Wert des Bluts,
• dem Kohlenstoffdioxid-Partialdruck,
• der Temperatur und
• der Menge an Bisphosphoglycerat in den Erythrozyten.

 

Bei einer hohen CO2-Konzentration und niedrigem pH-Wert gibt der rote Blutfarbstoff den Sauerstoff schneller ab. Gleiches geschieht bei einer hohen Außentemperatur. Um die Bindung des Elements an das Hämoglobin zu stabilisieren, bedarf es beispielsweise erhöhter pH-Werte sowie einer niedrigen Konzentration an Kohlenstoffdioxid.

Was ermöglicht den Gasaustausch in der Schwangerschaft?
Die Bindungsfähigkeit des Sauerstoffs hängt von der Art des Hämoglobins ab. Embryonen besitzen eine andere Blutzusammensetzung als Erwachsene. Erwarten Sie ein Baby, übernehmen Sie daher die Sauerstoffversorgung Ihres ungeborenen Kindes. Folglich brauchen Sie eine gute Sauerstoffanreicherung im Blut. Das fetale Hämoglobin, kurz HbF, nimmt Sauerstoff schnell auf. Dies erleichtert den in der Schwangerschaft stattfindenden Gasaustausch zwischen Mutter und Kind.

 

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Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"