Laboratoriumsmedizin

Die Methoden der Laboratoriumsmedizin

Die Laboratoriumsmedizin ist ein medizinischer Fachbereich der sich mit der Untersuchung menschlicher Körperbestandteile wie Blut, Stuhl, Urin und Abstriche befasst. Viele kennen es vom Arzt: „Wir benötigen noch eine Urinprobe von Ihnen.“Nach der Analyse derselben zieht der Arzt Rückschlüsse auf Krankheitserreger. Die Untersuchung nehmen in Deutschland Fachärzte für Laboratoriumsmedizin auch Labormedizin genannt vor.

Fachbereich Labormedizin

 

Definition der Laboratoriumsmedizin

Die Laboratoriumsmedizin befasst sich mit der Analyse von Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen zum Zweck der Diagnose von Krankheiten, der Kontrolle des Verlaufs und der Therapie. Dabei bedienen sich Fachärzte für Labormedizin Methoden, die aus der Chemie und Biologie stammen. Zu ihnen gehörenmorphologische,physikalische, biochemische, immunbiologische und andere Untersuchungsverfahren.Die gängigsten Untersuchungen führen Ärzte mit Blut und Urin durch.

 

Methoden in der Labormedizin

Um korrekte Untersuchungsergebnisse zu liefern, bedient sich die Laboratoriumsmedizin verschiedener Methoden und Werkzeuge.

  • Zentrifuge:

Mit einer Zentrifuge trennen Mitarbeiter eines Labors verschiedene Stoffgemische in ihre Einzelteile. Sie bewegt sich kreisend und erzeugt damit die sogenannte Zentrifugalkraft. Diese schleudert Partikel mit einer höheren Dichte an die Außenwand. Stoffe mit einer geringen Dichte bleiben in der Mitte.

  • Schnelltest:

Ein Schnelltest analysiert eine Probe schnell und mit niedrigem Kostenaufwand. Dabei reagieren Stoffe aus der Probe mit chemischen Elementen auf dem Teststreifen. Als chemische Reaktion entstehen Verfärbungen, die erkennen lassen, ob die Probe den getesteten Stoff enthält. Schnelltests mit hoher Qualität ermöglichen es, genaue Wertebereiche einzugrenzen.

  • Mikroskop:

Das Mikroskop ist ein universell einsetzbares Werkzeug im Labor. Durch starke Vergrößerung macht es kleinste Bestandteile einer Probe sichtbar. Der Mitarbeiter des Labors führtmithilfe des Mikroskops viele Untersuchungen durch. Er bestimmt die exakten Bestandteile einer Probe oder zeigt eine Zellveränderung. Das Mikroskop ist ein universell einsetzbares Diagnose-Werkzeug der Medizin. Die Vorbereitung einer Probe ist jedoch teuer und aufwendig.

 

Untersuchung von Urin

Der Urin eines Menschen enthält viele nachweisbare Stoffe, die über den Gesundheitszustand eines Patienten Aufschluss geben. Im Urin ausgeschiedene Salze oder Eiweiße liefern Hinweise auf eine mögliche Erkrankung.

Als Erstes setzt der Facharzt für Laboratoriumsmedizin einen Schnelltest ein. Dieser zeigt an, ob sich folgende Stoffe im Urin befinden:

  • Zucker,
  • Ketone,
  • rote Blutkörperchen,
  • Eiweiß,
  • Nitrit,
  • pH-Wert,

Durch eine Verfärbung des Teststreifens an der entsprechenden Stelle, erkennt der Arzt, ob dieser Stoff im Urin zu finden ist. Zeigt der Teststreifen eine solche nicht, ist die Urinprobe unauffällig und eine weitere Untersuchung mit einem Mikroskop ist nicht nötig.

Verfärbt sich der Urinstreifen beispielsweise bei den Zuckerwerten, besteht die Möglichkeit, dass der entsprechende Patient an Diabetes leidet. Der im Labor tätige Facharzt untersucht die Probe unter dem Mikroskop, um die genaue Höhe der gemessenen Werte zu ermitteln.Dazu trennt er flüssige von festen Bestandteilen in der Probe. Er setzt eine Zentrifuge ein. Anschließend untersucht die Labormedizin die Probe unter dem Mikroskop und bestimmt die genauen Werte.

 

Untersuchung von Blut

Eine weitere gängige Untersuchungsmethode ist die Erstellung eines Blutbilds. Als ersten Schritt zentrifugiert ein Labormitarbeiter die Blutprobe, um Plasma oder Serum zu erhalten. Mit einem Schnelltest ermittelt er, ob die Messwerte im normalen Bereich liegen.

Im Serum weisen Fachärzte für Laboratoriumsmedizin folgende Stoffe nach:

  • Blutzucker
  • Blutfette (Cholesterine)
  • Enzyme
  • Hormone
  • Mineralstoffe
  • Eisen
  • Antikörper

Im Blutplasma finden sich:

  • Elektrolyte
  • Plasmaproteine
  • Hormone
  • Nährstoffe
  • Abbauprodukte aus unterschiedlichen Stoffwechselprozessen (Kreatin, Harnsäure)

Zur genauen Bestimmung der Messwerte untersucht ein Mitarbeiter der Laboratoriumsmedizin entweder das Serum oder das Plasma unter dem Mikroskop.

Zusammenfassung

Die Laboratoriumsmedizin beschäftigt sich mit der Analyse verschiedener medizinischer Proben. In Deutschland gibt es eine offizielle Spezialisierung zum Facharzt für Labormedizin. Die eingesetzten Werkzeuge unterscheiden sich nicht von den Utensilien eines biologischen oder chemischen Labors. Die Mitarbeiter eines medizinischen Labors setzen Schnelltests ein, um einen allgemeinen und schnellen Überblick über die Probe zu erhalten. Sind die Ergebnisse des Schnelltests auffällig, untersucht der Arzt die Probe exakt unter dem Mikroskop. Mit diesem ermittelt er die genauen Werte, der in der enthaltenen Stoffe. Das Mikroskop ist universell einsetzbar.

 

Lizenzen und weiterführende Literatur:

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

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Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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