MCV Blutwert

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Der MCV-Blutwert: Mittlere Größe der roten Blutkörperchen unterstützt Diagnose einer Blutarmut

Der MCV-Wert gehört zu den Bestandteilen des Blutbildes. Das Kürzel steht für den englischen Begriff „mean cell volume“ oder „mean corpuscular volume“. Ins Deutsche übersetzt bedeutet die Bezeichnung „mittleres korpuskuläres Zellvolumen“. Die Zellgröße bezieht sich dabei auf die roten Blutkörperchen, die sogenannten Erythrozyten. Folglich gibt der MCV-Wert das durchschnittliche Volumen der roten Blutkörperchen an.

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Das Blutbild besteht aus zahlreichen Befunden – dazu gehört der Wert namens „MCV“. Er beschreibt die durchschnittliche Größe der Erythrozyten und spielt bei der Diagnose von Blutarmut eine wichtige Rolle.

Berechnung der Zellgröße der roten Blutkörperchen

Labors berechnen bei der Bestimmung des Blutbildes den MCV-Spiegel. Hierfür ermitteln sie den Quotienten aus Hämatokrit und Anzahl der Erythrozyten. Der Hämatokrit-Wert beschreibt den Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen. Die Division durch die Anzahl der Erythrozyten liefert deren durchschnittliches Einzelvolumen.

Diagnose mithilfe der MCV-Angabe

Der ermittelte Wert besitzt bei der Diagnose von Krankheiten eine wichtige Bedeutung. Er hilft zum Beispiel dem Arzt, verschiedene Arten von Blutarmut zu unterscheiden. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Anämie. Die Diagnose anhand des MCV-Wertes erfolgt über einen Vergleich mit dem Normalwert.

Bei einem gesunden Erwachsenen bewegt sich das durchschnittliche Zellvolumen zwischen 80 und 96 Femtoliter. Eine gesunde Lebensweise begünstigt normale MCV-Werte. Nahrung mit hohem Mineralstoff- und Vitamingehalt sowie der Verzicht auf Alkohol helfen, die Zellgröße der roten Blutkörperchen auf einem gesunden Niveau zu halten.

Endgültige Diagnose erfordert zusätzliche Werte

Diagnostiziert der Arzt einen erhöhten oder erniedrigten MCV-Wert, kommen unterschiedliche Auslöser für die Abweichung infrage. Allerdings reicht das durchschnittliche Zellvolumen der roten Blutkörperchen als alleiniger Wert nicht aus. Die endgültige Diagnose erfolgt durch das Kombinieren mit weiteren Laborbefunden des Blutbildes.

Der Arzt benötigt neben der MCV-Angabe die MCH- und MCHC-Werte. Der MCH-Wert beschreibt, wie viel Hämoglobin ein rotes Blutkörperchen im Durchschnitt enthält. Zusätzlich gibt der MCHC-Wert die mittlere Konzentration von Hämoglobin pro Erythrozyt an. Mediziner fassen die MCV-, MCH- und MCHC-Werte als Erythrozytenindizes zusammen.

Auslöser eines erhöhten MCV Wertes

Im Hinblick auf einen erhöhten MCV-Wert existieren diverse Gründe. Die Medizin kennt für die sogenannte makrozytäre Anämie unter anderem die folgenden Auslöser:

  • Krankheiten, die Tumore bilden – zum Beispiel Leukämie
  • Mangel an Vitamin B12
  • Mangel an Folsäure
  • Alkoholmissbrauch und weitere toxische Ursachen

Eisenmangel häufigster Grund für niedriges MCV-Ergebnis

Daneben stellt der Arzt in manchen Fällen ein zu geringes Volumen der roten Blutkörperchen fest. Hierbei spricht der Mediziner von einer sogenannten mikrozytären Anämie. Als häufigste Ursache gilt ein Mangel an Eisen. Die sogenannte Eisenmangelanämie stellt mit 80 % die häufigste auftretende Form der Blutarmut dar.

Die Blutarmut infolge eines Vitamin-B6- oder eines Kupfermangels kommt vergleichsweise seltener vor. Darüber hinaus bedingt die Thalassämie einen zu niedrigen Wert. Die genetisch bedingte Form der Blutarmut führt zu einem Abbau des Hämoglobins.

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Abhängig von der anhand des MCV-Wertes und anderer Laborbefunde getroffenen Diagnose leitet der Arzt eine passende Therapie ein. Sie zielt darauf ab, die identifizierte Ursache zu beheben. Im Fall des angesprochenen Eisenmangels nimmt der Patient das wichtige Spurenelement oral über Nahrungsergänzungsmittel ein.

Zusammengefasst unterstützt der zum Blutbild gehörende MCV-Wert bei der Diagnose einer konkreten Form der Blutarmut. Ein zu hoher oder niedriger Wert ermöglicht Rückschlüsse auf die Ursachen. Für eine endgültige Diagnose benötigt der Arzt zusätzliche Angaben zum Blutbild.

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redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

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Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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