Symptome der Speiseröhrenentzündung

Schluckstörungen, Sodbrennen und Aufstossen – Anzeichen der Speiseröhrenentzündung

Eben noch auf der Party geschlemmt und jetzt saures Aufstoßen und ein Brennen in der Brust. Wahrscheinlich hat es jeder schon einmal erlebt: Sodbrennen. Kommt das häufiger vor, können das schon Symptome einer Speiseröhrenentzündung sein, die sich auf Dauer entwickelt. Aber wie merken Sie das? Und ist eine Speiseröhrenentzündung gefährlich? Kann das Brennen in der Brust nicht auch ein Herzinfarkt sein? Hier finden Sie es heraus.

Entzündung der Speiseröhre Symptome

medizinisch genaue Darstellung der Speiseröhre – Urheber: Sebastian Kaulitzki, Eraxion / 123RF

 

 

Ursachen der Speiseröhrenentzündung

Die Speiseröhre ist ein ungefähr 25 Zentimeter langer Schlauch aus Muskulatur. Sie beginnt hinter dem Kehlkopf und mündet in den Magen. Über diesen Weg wird die Nahrung vom Mund in den Magen transportiert. Innen ist die Speiseröhre mit Schleimhaut ausgekleidet.

Am unteren Ende zwischen Speiseröhre und Magen befindet sich eine Art Verschlussmechanismus, der dafür sorgt, dass die einmal im Magen angekommene Nahrung auch dort bleibt und nicht in die Speiseröhre zurückfließt. Das wiederum ist wichtig, weil die Schleimhaut der Speiseröhre nicht für den sauren Nahrungsbrei aus dem Magen ausgelegt ist.

Im Magen wird ein Verdauungssaft aus verdünnter Salzsäure hergestellt. Damit können die Nahrungsbestandteile aufgespalten und für die weitere Verwertung zugänglich gemacht werden. Um die Magenzellen selbst durch diese Säure nicht anzugreifen, ist der Magen von innen mit einer speziellen Schutzschicht aus Schleim ausgekleidet. In der Speiseröhre aber kommt normalerweise keine Säure vor, sodass diese nicht über einen solchen Schutz verfügt und deswegen die Magensäure nicht gut verträgt. Der Verschlussmechanismus soll also einen Kontakt der Magensäure mit der Schleimhaut der Speiseröhre verhindern. Wenn er nicht richtig funktioniert, kann es zum Auftreten einer Speiseröhrenentzündung und bestimmter Symptome kommen.

 

Speiseröhrenentzündung: welche Symptome sind typisch?

Wenn man von einer Speiseröhrenentzündung spricht, ist damit eine Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre gemeint. So etwas kommt meistens dann vor, wenn saurer Nahrungsbrei in die Speiseröhre zurückfließt und die Schleimhaut dort angreift. Es gibt für eine Speiseröhrenentzündung viele Symptome. Am bekanntesten ist das Sodbrennen, was sich durch Aufstoßen, ein Brennen hinter dem Brustbein oder einem komischen Geschmack im Mund äußert. Manche Menschen haben auch Schluckstörungen oder Übelkeit und Erbrechen. Der saure Magensaft kann ebenfalls auf die Stimmbänder schlagen und Heiserkeit verursachen. Es kommt oft vor, dass Sodbrennen im Liegen verstärkt auftritt. Dadurch kann es besonders in der Nacht sehr unangenehm werden und den Schlaf stören.

 

Wann kommt es zu einer Speiseröhrenentzündung?

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die das Auftreten von Sodbrennen verstärken und daher auch die Wahrscheinlichkeit einer Speiseröhrenentzündung und ihrer Symptome erhöhen. Dazu gehören:

  •  Fettiges, scharfes oder süßes Essen
  •  Alkohol und Rauchen
  •  Starkes Übergewicht
  •  Stress und Ärger

Neben lang andauerndem Sodbrennen gibt es aber auch noch andere Ursachen für eine Speiseröhrenentzündung. Manchmal entsteht dies auch durch eine Infektion mit Viren oder Bakterien. Bei Patienten mit einer Immunschwäche, zum Beispiel im Rahmen einer HIV-Infektion, einer Chemotherapie oder auch der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus kommen auch vermehrt Pilzinfektionen vor.

Weitere mögliche Ursache ist eine Bestrahlung in der Nähe der Speiseröhre im Rahmen einer Krebserkrankung. Durch die Strahlung kann die Schleimhaut gereizt werden und sich ebenfalls entzünden. Eine weitere Möglichkeit ist die Speiseröhrenentzündung im Rahmen von anderen Erkrankungen im Körper, zum Beispiel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn.

Eine Speiseröhrenentzündung kann auch durch Medikamente ausgelöst werden, wenn eine Tablette beim Schlucken dort hängen bleibt und die Schleimhaut angreift.

 

Wie kann eine Speiseröhrenentzündung festgestellt werden?

Wenn Sie mit typischen Beschwerden wie Sodbrennen, Aufstoßen oder Übelkeit zum Arzt gehen und dieser herausfinden möchte, ob eine Speiseröhrenentzündung ihre Symptome verursacht, kann eine sogenannte Magenspiegelung ( Gastroskopie) gemacht werden. Sie bekommen normalerweise während der Untersuchung ein Medikament zum Schlafen. Dann wird ein schwarzer Schlauch über den Mund in die Speiseröhre geschoben, der etwa so dick ist wie ein kleiner Finger.

Am unteren Ende des Schlauchs befindet sich eine Kamera. Über einen Bildschirm kann der Arzt sehen, ob sich auffällige Stellen in der Speiseröhre oder im Magen befinden. Zusätzlich zur Kamera befindet sich ein Arbeitskanal in dem Schlauch, über den Geräte wie zum Beispiel eine Zange vorgeschoben werden können. Damit kann eine Probe aus der Schleimhaut gewonnen werden, die hinterher unter dem Mikroskop untersucht wird. Man kann damit sehen, ob die Schleimhaut entzündet ist oder sich bösartige Zellen dort befinden.

 

Wie behandelt man eine Speiseröhrenentzündung und ihre Symptome?

Die häufigste Ursache für eine Speiseröhrenentzündung ist der ständige Kontakt mit saurem Magensaft. Man behandelt diese Form der Erkrankung deshalb mit Medikamenten, die die Herstellung von Magensäure hemmen. Man nennt diese Medikamente Protonenpumpenhemmer. Sie heißen zum Beispiel Pantoprazol oder Omeprazol. Dadurch wird zwar nicht verhindert, dass Speisebrei zurückfließt, er ist aber weniger sauer und deshalb weniger schädlich.

Wenn der Grund für den Rückfluss von Speisebrei aus dem Magen ein schwacher Schließmuskel am unteren Ende der Speiseröhre ist und die Beschwerden auch mit Medikamenten nicht besser werden, kann eine Operation erwogen werden. Dabei wird der obere Magenanteil in einer Schlaufe unten um die Speiseröhre gelegt und so eine neue Abdichtung geschaffen.

 

Ist eine Speiseröhrenentzündung gefährlich?

Ob eine Speiseröhrenentzündung gefährlich ist, hängt davon ab, wie stark sie ausgeprägt ist. Manchmal können die entzündeten Stellen anfangen zu bluten oder es kann sich ein Geschwür entwickeln. Bei einer starken Entzündung kann es auch passieren, dass sich die Speiseröhre narbig umwandelt und dadurch verengt wird. Das führt zu Schluckstörungen und muss vom Arzt durch einen Ballon aufgeweitet werden. Die schwerste Komplikation, die aus einer lang andauernden Entzündung entstehen kann, ist ein Speiseröhrenkrebs.

 

Brennen in der Brust: Speiseröhrenentzündung oder Symptome eines Herzinfarkts?

Wie oben beschrieben sind die für eine Speiseröhrenentzündung wesentlichen Symptome Übelkeit und ein schmerzhaftes Brennen im Brustkorb. Häufig verursachen Schmerzen in der Brust große Angst und Verunsicherung, weil die Befürchtung besteht, einen Herzinfarkt zu haben. Meistens ergibt sich bei einem Herzinfarkt aber ein anderes Beschwerdebild.

 

Typisch für eine Speiseröhrenentzündung sind diese Symptome:

  •  Brennender Schmerz, oft hinter dem Brustbein
  •  Übelkeit, Erbrechen
  •  Oft nach bestimmtem Essen oder in bestimmten Körperpositionen

 

Ein Herzinfarkt äußert sich eher folgendermaßen:

  1.  Druck auf der Brust, Schmerzen mit Ausstrahlung in Hals, Oberbauch oder linken Arm
  2.  Starkes Angstgefühl, Schweißausbruch, Bluthochdruck, Kreislaufprobleme, Luftnot
  3.  Schmerz ist nicht bewegungs- oder atemabhängig

 

Für einen Nicht-Mediziner ist das natürlich schwer zu unterscheiden:

Macht eine Speiseröhrenentzündung meine Symptome oder kommt es vom Herzen? Daher sollte bei Schmerzen in der Brust im Zweifel immer ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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