Systolisch und diastolisch –  Fakten, Messung, Normalwerte

Im menschlichen Körper gibt es viele Dinge, die einfach so passieren, ohne dass wir darüber nachdenken müssen. Dazu gehört auch der Blutdruck. Egal was Sie tun, der Körper merkt, wenn Leistung gefragt ist und der Blutdruck erhöht werden muss und auch wenn er sich entspannen und den Blutdruck senken kann. Aber wie funktioniert das eigentlich? Was bedeutet dieser Wert, den der Arzt oft direkt zur Begrüßung schon misst und warum besteht er aus zwei verschiedenen Zahlen? Was sind systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck? Am Ende dieses Artikels werden Sie es genau wissen und beim nächsten Arztbesuch mitreden können.

Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck
Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck – 3d gerenderten Darstellung des menschlichen Herzens Urheber: eraxion /Sebastian Kaulitzki 123RF

 

 

Meistens merkt man den Blutdruck nur, wenn er nicht so eingestellt ist, wie er sollte. Ist der Blutdruck zu niedrig, kann sich das durch Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen oder sogar einer kurzen Ohnmacht äußern. Ein zu hoher Blutdruck macht sich zum Beispiel durch Kopfschmerzen, ein Rauschen im Ohr oder Pulsieren im Kopf bemerkbar.

In den meisten Fällen funktioniert die Blutdruckeinstellung durch ein ausgeklügeltes System mit Messfühlern, vegetativem Nervensystem und Botenstoffen aus der Niere aber gut und passt den Blutdruck an die aktuelle Leistungssituation des Körpers an.

 

Was ist Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck: Was hat das Herz damit zu tun?

Der Motor, der dafür zuständig ist, den Blutdruck im Körper aufzubauen, ist das Herz. Das Herz besteht aus vier Höhlen: zwei Vorhöfen und daran angeschlossen jeweils eine linke und eine rechte Herzkammer. Das sauerstoffarme Blut aus dem Körper wird über die Venen zum rechten Herzvorhof transportiert.

Von dort aus fließt es in die rechte Kammer. Weiter geht es über die Lungenschlagader in die Lunge, wo das Blut wieder mit Sauerstoff angereichert wird. Über die Lungenvenen fließt es dann zum linken Vorhof und von dort weiter in die linke Kammer. Von dort aus pumpt das Herz das Blut in die Hauptschlagader, die Aorta. Von der Aorta wiederum gehen Gefäßäste zu den verschiedenen Körperteilen ab, zum Beispiel in die Arme und Beine und zu den einzelnen Organen. Dadurch werden alle Bereiche des Körpers mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt.

Die Arbeit des Herzens lässt sich in zwei Abschnitte einteilen. Die Auswurfphase, die man auch Systole nennt und die Füllungsphase, die Diastole heißt. In der Auswurfphase wird das Blut von der linken Herzkammer in die Hauptschlagader ausgeworfen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Druck in den Blutgefäßen am höchsten und wird als systolischer Blutdruck bezeichnet. In der Füllungsphase fließt aus den Vorhöfen neues Blut in die Herzkammern, um sie für den nächsten Herzschlag ausreichend zu füllen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Blutdruck am niedrigsten und wird als diastolischer Blutdruck bezeichnet.

 

Wie werden systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck vom Körper reguliert?

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Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck können vom Körper durch verschiedene Mechanismen an die momentane Leistungsanforderung angepasst werden. Dafür ist das sogenannte vegetative Nervensystem zuständig. Es besteht aus zwei Teilen, die man Sympathikus und Parasympathikus nennt. Grob kann man sagen, dass der Sympathikus immer dann aktiv ist, wenn der Körper Energie braucht und in Bewegung ist. Bei Ruhe und Entspannung kommt der Parasympathikus zum Zug.

Wird der Sympathikus aktiviert, sorgt er dafür, dass sich die Gefäße eng stellen und Botenstoffe ausgeschüttet werden, die den Blutdruck erhöhen. Beim Parasympathikus funktioniert es genau andersherum. Im Herzen und in der Halsschlagader gibt es Messfühler, die den aktuellen Blutdruck registrieren und an das Gehirn melden, ob er der jeweiligen Situation angemessen ist oder geändert werden muss.

 

Wie funktioniert eine systolische und diastolische Blutdruckmessung?

Wenn beim Arzt der Blutdruck gemessen wird, werden immer zwei verschiedene Werte angegeben: systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck. Systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck, wie sie vom Arzt gemessen werden, geben die Druckverhältnisse in den großen Gefäßästen der Aorta wider. Meistens wird der Blutdruck am Arm gemessen, genauer gesagt an der großen Armarterie, deren Pulsieren man unten am Handgelenk fühlen kann.

Wenn man den Blutdruck bei einem Menschen messen will, geht man folgendermaßen vor: Man legt eine aufblasbare Manschette um den Oberarm und platziert das Bruststück des Stethoskops in der Ellenbeuge über der Schlagader. An der Manschette ist ein Druckmesser befestigt. Für die Messung macht man sich zu Nutze, dass man in einer Schlagader Strömungsgeräusche hört, wenn sie verengt ist. Zuerst wird die Manschette so weit aufgeblasen, dass die Schlagader komplett abgedrückt wird. In diesem Moment hört man über das Stethoskop nichts. Dann wird der Druck langsam abgelassen.

Ab einem bestimmten Moment wird der Druck in der Manschette kleiner als in der Schlagader und kann das Gefäß deshalb nicht mehr komplett abdrücken. Da das Gefäß aber immer noch komprimiert und dadurch verengt wird, hört man im Stethoskop ein Strömungsgeräusch. Zu dem Zeitpunkt, an dem das Strömungsgeräusch beginnt, muss man am Druckmesser ablesen, wie stark der Druck im Gefäß gerade ist. Dieser Wert wird systolischer Blutdruck genannt und ist der maximale Blutdruckwert, der in der Auswurfphase des Herzens entsteht. Je mehr Druck man aus der Manschette ablässt, desto freier wird das Gefäß und desto leiser das Strömungsgeräusch. Irgendwann ist das Gefäß komplett entfaltet und das Strömungsgeräusch endet. Auch dann muss man wieder den Druck ablesen und erhält so den zweiten Blutdruckwert, der als diastolischer Blutdruck bezeichnet wird.

 

Welcher systolischen und diastolischen Blutdruckwert sind normal? Wann spricht man von Bluthochdruck?

Ein optimaler Blutdruckwert liegt ungefähr bei 120/80 mmHg. Das bedeutet, dass systolischer Blutdruck und diastolischer Blutdruck im Gefäß bei 120 mmHg bzw. 80 mmHg liegen. mmHg steht für „Millimeter Quecksilbersäule“ und ist eine Maßeinheit für den Druck, so wie Kilogramm eine Einheit für ein Gewicht ist. Ausgesprochen wird das Ganze meistens als „120 zu 80 Millimeter Hg“.

Besonders im höheren Alter leiden viele Menschen unter Bluthochdruck. Meistens findet man keine konkrete Ursache dafür. Selten gibt es aber auch andere Erkrankungen, die als Folgeerscheinung einen hohen Blutdruck verursachen wie zum Beispiel eine Verengung der Nierengefäße oder bestimmte hormonproduzierende Tumore.

Man kann sagen, dass ein normaler Blutdruckwert maximal bei etwa 140/90 mmHg liegt. Ist der Blutdruck dauerhaft über diesem Wert, nennt man das Bluthochdruck. Bei manchen Menschen sind auch nur systolischer Blutdruck oder nur diastolischer Blutdruck zu hoch. Weil ein dauerhaft zu hoher Blutdruck das Herz und andere Organe schwer schädigen kann, muss man in der Regel Medikamente dagegen einnehmen.

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