Neutropenie – Symptome, Ursache, Verlauf

Neutropenie Symptome bei unzureichend neutrophilen Granulozyten

Bei der Neutropenie handelt es sich um eine Krankheit, bei der sich unzureichend neutrophile Granulozyten im Blut befinden. Diese gesundheitliche Komplikation stellt die häufigste vorkommende Art der Leukopenie dar. Diese bezeichnet eine Verminderung der weißen Blutkörperchen, auch Leukozyten genannt.

Der Normwert der neutrophilen Granulozyten liegt zwischen 1.800 und 8.000 Zellen in einem Mikroliter Blut. Sinken sie bis zu einem Wert von 1.000 Stück pro Mikroliter ab, sprechen die Ärzte von einer leichten Neutropenie. Bei einer moderaten Form befinden sich zwischen 500 und 1.000 neutrophile Granulozyten im Blut. Vermindert sich die Anzahl der Zellen auf unter 500 in einem Mikroliter, liegt eine schwere Form der Krankheit vor (Granulozytopenie, in der schwersten Form eine Agranulocytose.).

Blutbild

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Wenn die Krankheit bereits im Kindesalter entsteht, kommt als Ursache das erbliche Kostmann-Syndrom in Frage. Das belegt die Studie: „Infantile genetic agranulocytosis; agranulocytosis infantilis hereditaria“. Diese veröffentlichte R. Kostmann im Jahr 1956.

Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass eine fiebrige Neutropenie auftritt. Zu ihren charakteristischen Symptomen zählt eine erhöhte Temperatur von über 38 Grad Celsius, die länger als eine Stunde anhält.

 

Was passiert bei der Neutropenie?

Die neutrophilen Granulozyten stehen bei der Abwehr von Erregern an vorderster Stelle. Sie gehören zum unspezifischen Immunsystem im menschlichen Organismus. Leiden die Patienten an der Erkrankung, erhöht sich bei ihnen die Infektionsgefahr.

 

Welche Ursachen führen zur Erkrankung?

Die Bildung der neutrophilen Granulozyten erfolgt im Knochenmark. Kommt es zu einer Schädigung des Marks, resultiert daraus die Neutropenie. Beispielsweise entsteht das Phänomen infolge einer Chemotherapie oder einer länger anhaltenden Antibiotika-Therapie. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass giftige Chemikalien die Krankheit auslösen. Kommen die Patienten mit giftigen Pflanzen oder Schlangengift in Kontakt, verringert sich die Anzahl der besonderen Granulozyten ebenfalls. Bei einer Organtransplantation wird das Immunsystem durch spezielle Medikamente systematisch unterdrückt, um die Abstoßungsreaktion des Körpers zu unterbinden. Auch das führt zur Neutropenie.

 

Liegt eine akute Entzündung im Körper vor, verbrauchen die körpereigenen Abwehrkräfte zahlreiche neutrophile Granulozyten, um den Entzündungsprozess zu unterdrücken. Bleibt die Entzündung über einen längeren Zeitraum bestehen, stockt die Neuproduktion der Zellen: Das Knochenmark braucht zu lange, um die neutrophilen Granulozyten zu bilden, sodass im Körper ein Mangel entsteht. Nach dem Abklingen der Infektion reguliert sich die Neuproduktion der besonderen weißen Blutkörperchen. Jedoch zeigen sich die neu gebildeten Zellen unreif, da es sich bei ihnen um Vorläuferzellen handelt. Fachlich nennt sich der Prozess eine Linksverschiebung.

 

Blutbild

Blutbild-Anämie / Urheber: oorka / 123RF.com

 

Kommt es zu einer schweren Erkrankung, erhöht sich das Risiko, dass eine Neutropenie folgt. Auch bei chronischen Autoimmunkrankheiten manifestiert sich diese gesundheitliche Komplikation.

 

Neutropenie Symptome

Leiden die Betroffenen an der Neutropenie, bemerken sie charakteristische Symptome. Dazu gehören:

  • erhöhte Temperatur oder Fieber ggf. mit Schüttelfrost,
  • Anfälligkeit für Erkältungen und Infektionen,
  • lang anhaltende Erkrankungen,
  • niedriger Blutdruck

 

Leiden Sie häufig an Infektionen, bitten Sie Ihren Hausarzt, eine Blutuntersuchung durchzuführen. Dadurch erfahren Sie, ob die Zahl der neutrophilen Granulozyten unterhalb der Normgrenze liegt. Hierbei kommt es darauf an, auf eventuelle Fieberschübe zu achten. Bei einer febrilen Neutropenie kommt es beispielsweise zu einer einmaligen Temperaturerhöhung auf 38,5 Grad Celsius. Sobald der Nachweis der gesundheitlichen Komplikation erfolgte, vereinbaren Sie mit dem Mediziner eine Nachuntersuchung. Sie gibt Auskunft darüber, um welchen Schweregrad es sich bei der Krankheit handelt.

Bereits bei einer ungefährlichen Infektion führt die Verminderung der Granulozyten zu Fieber. Demnach sollten Sie das Thermometer stets zur Hand haben, um eine Kontrollmessung durchzuführen. Liegt bei Ihnen eine niedrige Konzentration der weißen Blutkörperchen vor, halten Sie sich besser von erkrankten Personen fern. Zudem eignen sich Reinigungstücher, um beispielsweise die Griffe von Türen oder Einkaufswagen zu säubern. Auf die Weise beugen Sie einer Folgeinfektion vor.

 

 

Wie erfolgt die Diagnose der Neutropenie?

Liegt eine akute Entzündung im Körper vor, verbrauchen die körpereigenen Abwehrkräfte zahlreiche neutrophile Granulozyten. Sie übernehmen die Aufgabe, den Entzündungsprozess zu unterdrücken. Bleibt die Komplikation über einen längeren Zeitraum bestehen, stockt die Neuproduktion der Zellen. Das Knochenmark braucht zu lange, um die neutrophilen Granulozyten zu bilden, sodass im Körper ein Mangel entsteht. Nach dem Abklingen der Infektion reguliert sich die Neuproduktion der besonderen weißen Blutkörperchen.

Die Diagnostik erfolgt in zwei Stufen:

  1. Feststellung der Neutropenie im Blutbild
  2. Abklärung der Ursache:
  • Knochenmark
  • Entzündungen akut/chronisch
  • Allergische Ursachen
  • Autoimmunreaktionen (Antikörper)

 

Die Behandlung der Erkrankung

Diagnostizieren die Ärzte eine Verminderung der neutrophilen Granulozyten, steht für die Betroffenen die Hygiene an erster Stelle. Beispielsweise waschen die Patienten häufig ihre Hände und verwenden Desinfektionsmittel. Bei einer schweren Form der Erkrankung benutzen sie einen Mundschutz. Der Sinn besteht darin, das Eindringen von Bakterien und Viren zu verhindern. Kommt es nach einer Transplantation eines Organs zur medikamentös ausgelösten Neutrophilie, benötigen die Erkrankten ein Einzelzimmer. Die Isolation beugt beispielsweise der Ansteckung weiteren Erregern vor.

Des Weiteren lohnt es sich, die Ausreifung der neugebildeten Granulozyten anzuregen. Hierfür kommt ein spezifischer Wachstumsfaktor, der G-CSF, zum Einsatz.

Speziell bei der Behandlung kommen Medikamente mit G-CSF zur Anwendung. Sie sorgen dafür, dass keine Neutropenie entsteht. Sie sorgen dafür, dass die verbrauchten Granulozyten rascher nachgebildet werden. Alternativ bewährt es sich, eine intensive Antibiotikatherapie zu beginnen.

Die Medikamente führen zu einer deutlichen Verkürzung der Neutropeniephase. Beide Maßnahmen können begleitend zu einer Chemotherapie eingesetzt werden, um die Gefahr einer Immunschwächung und Infektion zu mindern.

Bei Allergien und Autoimmunreaktionen als Ursache sind weitere Therapien möglich, die hier verkürzt nicht dargestellt werden können.

 

Weitere Maßnahmen, die Sie vornehmen können

Es bewährt es sich, den Verzehr von ungekochtem Fleisch zu vermeiden. Verspeisen Sie frisches Obst oder Gemüse, waschen Sie die Produkte sorgfältig. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit, ausreichend Flüssigkeit zu konsumieren.

Bereits bei einer ungefährlichen Infektion führt die Verminderung der Granulozyten zu Fieber. Demnach sollten Sie das Thermometer stets zur Hand haben, um eine Kontrollmessung durchzuführen. Liegt bei Ihnen eine niedrige Konzentration der weißen Blutkörperchen vor, halten Sie sich besser von erkrankten Personen fern. Zudem eignen sich Reinigungstücher, um beispielsweise die Griffe von Türen oder Einkaufswagen zu säubern. Auf die Weise beugen Sie einer Folgeinfektion vor.

 

Ebenso bewährt es sich, den Verzehr von ungekochtem Fleisch zu vermeiden. Verspeisen Sie frisches Obst oder Gemüse, waschen Sie die Produkte sorgfältig. Gleichzeitig besteht die Notwendigkeit, ausreichend Flüssigkeit zu konsumieren.

 

Quellen / weiterführend:

R. Kostmann: Infantile genetic agranulocytosis; agranulocytosis infantilis hereditaria

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https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/13326376?dopt=Abstract

http://www.mds-patienten-ig.org/mds/symptome/neutropenie

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Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"


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