Darmblutungen – Ursachen, Symptome und Behandlung

Darmblutung  durch Erkrankungen und Stress

Sanguinationen im Darm äußern sich auf vielfältige Weise. In der Regel finden Patienten Spuren von Blut am Toilettenpapier, am After oder im Stuhl. Der Entstehungsort liegt entweder im Mastdarm, am Darmausgang oder im oberen Bereich des Verdauungstraktes. Die begleitenden Symptome äußern sich unterschiedlich je nach Ursache oder der zugrunde liegenden Erkrankung. Neben harmlosen Auslösern besteht die Möglichkeit, dass die Darmblutung durch Stress oder von einer ernst zu nehmenden Krankheit herrührt. Im Folgenden gehen wir auf die Ursachen, Symptome und die Behandlung ein.

Darmblutungen, Darm Innenansicht,Divertikel im Kolon

Divertikel im Kolon, Darmblutungen – Ursachen, Urheber: juangaertner / 123RF

 

Darmblutungen im Überblick

Sie äußern sich je nach Ursache sehr unterschiedlich, entweder als Sanguination am After, Spuren am Toilettenpapier oder in gehäufter Menge im Stuhl. Die Blutung liegt entweder direkt am After vor oder entsteht im Darmtrakt. Der Ursprung liegt dabei potenziell an jeder Stelle im Dünn- oder Dickdarm. Alle Blutungen, die sich in diesem Bereich zeigen, nennt der Mediziner Darmblutung. Treten diese bei Ihnen auf, suchen Sie baldigst einen Arzt auf!

 

Die gängigsten Begleitsymptome

Sie entstehen aus unterschiedlichen Gründen. Ärzte unterscheiden zwischen hellroten Blutungen, dunkelroten Blutbeimengungen oder Blutauflagerungen. Je nach Ursache und vorliegender Erkrankung variieren die Begleitsymptome. Zu diesen gehören Völlegefühl, Durchfall, Blähungen, Schmerzen im Unterleib, Juckreiz in der Analgegend oder Bauchschmerzen. Darmblutungen durch Stress entstehen durch Geschwüre im Magen. Neben simplen Gründen besteht jedoch die Gefahr einer Krebserkrankung. Daher suchen Sie beim ersten Auftreten dringend einen Arzt auf.

Bei Dickdarmtumoren leiden Sie zusätzlich unter Schlappheit, Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Fieber, Verstopfung und Abführproblemen. Durchfall und Verstopfung ergeben sich meist bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

 

Ursachen für Darmblutungen

Häufig tritt die Sanguination im Enddarm oder Anus auf. Zu den grundlegenden Erkrankungen gehören:

  • Hämorrhoiden, diese verdickten Gefäßpolster bluten bei fortschreitendem Verlauf.
  • Analfissuren sind Einrisse in der Haut des Afters. Sie entstehen oftmals bei Patienten mit Hämorrhoiden. Entzünden sich die Analfissuren, treten Darmblutungen und Schmerzen auf.
  • Feigwarzen sind ebenso ursächlich. Diese Geschwülste entstehen durch Viren und bilden seltener Analrandtumore.
  • Analfistel sind eingekapselte Entzündungen, die über Hohlgänge Flüssigkeiten absondern.
  • Ein Mastdarmvorfall bezeichnet eine vorgestülpte Analhaut. Auch sie entsteht durch ein Leiden an Hämorrhoiden. Die Erkrankung beeinträchtigt den Schließmuskel.
  • Analvenenthrombosen verwechseln Mediziner leicht mit einer Hämorrhoiden-Erkrankung. Hier entsteht eine Schwellung aufgrund eines Venenverschlusses am Rand des Anus. Darmblutungen gehören zu den auffälligsten Beschwerden bei dieser Form der Thrombose.
  • Entzündliche Hautausschläge wie Analekzem gehören ebenfalls zu den Ursachen. Sie entstehen durch Fisteln, Feigwarzen, Hämorrhoiden, eine Pilzinfektion, eine Schuppenflechte, raues Toilettenpapier und Hautreizungen durch Hygieneartikel.
  • Eine weitere Ursache stellt eine Enddarmentzündung dar. Hierbei kommen eitriger Ausfluss und Krampfschmerzen hinzu. Sie entsteht durch eine schlechte Immunabwehr, chronische Erkrankungen, Geschlechtskrankheiten und Unverträglichkeiten.
  • Schwieriger Fälle ergeben sich bei Analrandtumoren. Sie erscheinen auf infizierter Haut. Weitere Symptome sind hautfarbene Knötchen. Diese entwickeln sich im Verlauf zu Geschwüren, die die Organe und Lymphknoten angreifen.
  • Eine weitere ernst zu nehmende Erkrankung stellt der Mastdarmkrebs dar. Diese entsteht aus harmlosen Polypen. Er gehört zu den zweithäufigsten Krebsarten.

 

Ebenso entstehen die Blutungen in anderen Regionen des Darms, wie im Dünndarm oder im vorderen Dickdarm. Hierbei finden Sie im Stuhl Blut vor. Auslöser dafür sind:

  • Polypen, kleine Geschwülste in der Darmschleimhaut, die sonst keine Beschwerden hervorrufen. Größere Varianten verursachen oftmals Darmblutungen. Hier finden Sie Blut im Kot. In den meisten Fällen erweisen sich die Polypen als harmlos. Jedoch sind sie teilweise frühe Anzeichen einer Krebserkrankung.
  • Entzündungen im Dünndarm oder Dickdarm entstehen aus verschiedenen Gründen. Weitere Symptome sind Krampfschmerzen, Durchfall, Fieber und Unwohlsein.
  • Sogenannte Divertikel treten in Form von Ausstülpungen an der Darmschleimhaut auf. Ursächlich sind fehlende Blutgefäße im Bereich der Darmschleimhaut. In diesen Lücken sammelt sich Kot. Treten diese Divertikel gehäuft auf, verursachen sie eine Entzündung und eine damit einhergehende Sanguination. Bei älteren Personen tritt diese Form häufiger auf.
  • Durchblutungsstörungen im Darm fördern ebenfalls Blutungen. Die Erkrankung birgt ernst zu nehmende Gefahren.
  • Blutungen als Folge von Dünndarmkrebs treten seltener auf.

 

Darmblutungen durch Stress, Medikamente und andere Erkrankungen

Weiter Ursachen sind:

  • chronische entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn,
  • ein Zwölffingerdarmgeschwür,
  • Darmendometriose sowie
  • die Einnahme von Diclofenac.

Darmblutungen durch Stress treten ebenfalls gehäuft auf. Dabei entwickelt sich durch die andauernde Belastung ein Magengeschwür, das sich in Blutungen äußert. Unbehandelt zerstört es die Magengefäße und führt zu Magenwanddurchbrüchen. Die Sanguination tritt bereits bei der Schädigung der Magenschleimhaut auf. Bei unklaren Ursachen bewährte sich laut der Studie von Carey E.J. et al. „A single-center experience of 260 consecutive patientsundergoing capsule endoscopy for obscure gastrointestinal bleeding“ die Videokapsel-Endoskopie. Mit dieser klärten Ärzte bis zu 53 Prozent der Auslöser auf.

 

Behandlung der Sanguination

Da Darmblutungen unterschiedliche Ursachen aufweisen, gestaltet sich deren Therapie vielfältig. Am Anfang steht die Identifizierung der jeweiligen Gründe für das Symptom, bevor der Arzt eine Behandlung vornimmt. Um diese zu eruieren, stehen verschiedene Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung, je nachdem, wo und in welcher Form die Blutung auftritt. Ebenso interessiert sich Ihr Arzt für die weiteren Begleiterscheinungen, die oftmals erste Anhaltspunkte bieten.

Bei Hämorrhoiden verschreibt der Arzt zunächst eine Ernährung mit mehr Ballaststoffen, Abnehmen von Gewicht und eine erhöhte körperliche Belastung, die zu einer vermehrten Darmtätigkeit führt. Cremes und Salben lindern lediglich die Symptome. Bei großen Hämorrhoiden bietet sich das Abbinden der Gefäßpolster durch einen Eingriff an. Eine Infrarotkoagulation oder Kältetherapie bringt das Gewebe zum Schrumpfen. Eine Operation steht an letzter Stelle, falls andere Behandlungen nicht greifen.

 

Bei Analfissur steht die Stuhlregulierung im Vordergrund, dadurch vermeidet der Arzt beim Patienten harten Stuhl oder Verstopfungen. Salben lindern die Entzündung und Schmerzen. Auch hier ist eine Operation der letzte Ausweg.

Bei einem Zwölffingerdarmgeschwür bekämpft der Mediziner die ursächlichen Bakterien mit Antibiotika. Bei einer Darmblutung infolge von Medikamenten setzt der Patient diese dringend ab. Die Symptome verschwinden.

 

Die Divertikulitis behandelt der Arzt durch eine mehrtägige Nahrungskarenz kombiniert mit der Einnahme von Antibiotika. Bei Krebserkrankung steht eine Operation sowie die Entfernung befallenden Gewebes im Vordergrund. Im Anschluss beginnt die Chemotherapie.

Treten Darmblutungen durch Stress auf, gilt es, das zugrunde liegende Magengeschwür zu behandeln. Der Verzicht auf weitere Belastungen und Alkohol ist hierbei essenziell. Generell handelt es sich dabei um eine Magen-Darm-Blutung, bei der das Serum über das Erbrochene hervortritt. Fließt das Blut in den Darm, entwickelt sich sogenannter Teerstuhl. Ein Anzeichen dafür, dass die eigentliche Blutung mindestens acht Stunden zuvor im Magen stattfand.

 

Empfehlungen für Betroffene

Treten bei Ihnen Darmblutungen und weitere Symptome auf, empfiehlt sich der rasche Gang zum Arzt. Neben harmlosen Ursachen treten ebenso Krebsleiden auf. Früh erkannt bestehen höhere Chancen, diese Erkrankung zu überstehen. Durch eine Operation mit anschließender Chemotherapie heilen Ärzte diese in vielen Fällen. Krankenkassenmitgliedern bietet sich ab dem 55. Lebensjahr die kostenlose Darmspiegelung an. In der Studie „Adverse Events requiring hospitalization within 30 days after outpatient screening and nonscreening colonoscopies“ von Christian Stock et al. bestätigen die Wissenschaftler die Sicherheit und die Notwendigkeit der Koloskopie. Bei stark blutigen Durchfällen und Sickerblutungen rufen Sie den Notarzt oder begeben sich schnellstens zum Arzt.

 

Quellen:

Christian Stock, Peter Ihle, Andreas Sieg, Ingrid Schubert, Michael Hoffmeister und Hermann Brenner: Adverse Events requiring hospitalization within 30 days after outpatient screening and nonscreening colonoscopies. Gastrointestinal Endoscopy 2013, DOI: 10.1016/j.gie.2012.10.028

http://www.healthcare-in-europe.com/de/artikel/10566-studie-bestaetigt-sicherheit-von-darmspiegelungen.html

Carey EJ et al. A single-center experience of 260 consecutive patientsundergoing capsule endoscopy for obscure gastrointestinal bleeding. Am J Gastroenterol 2007 Jan; 102:89-95: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17100969?dopt=AbstractPlus.

 

 

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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