Entzündung nach Blutabnahme, Phlebitis am Arm (Venenentzündung)

Entzündung nach Blutentnahme – Ursachen und Auswirkungen einer Phlebitis am Arm

Eine Phlebitis an den oberen Extremitäten entsteht durch eine Entzündung nach der Blutabnahme. Der Mediziner versteht darunter eine Erkrankung mit inflammatorischem Charakter der an der Oberfläche liegenden Venen. Sie trägt die medizinische Bezeichnung Thrombophlebitis superficialis, so Prof. Dr. K. Kröger vom Bundesverband angeborene Gefäßfehlbildungen e.V. Kommt es zu einer Inflammation der Venen, besteht die Gefahr für eine Blutgerinnselbildung (Thrombus). Die leichte Form der Phlebitis am Arm ist abzugrenzen von einer Varikophlebitis, bei der es sich um eine entzündliche Erkrankung der Krampfadern unter der Hautoberfläche handelt. Bei Blutgerinnseln in den Gefäßen der Muskulatur spricht der Arzt von einer tiefen Venenthrombose oder Phlebothrombose.

Venenentzündung

Entzündung nach Blutabnahme Urheber: lculig / 123RF.com

 

Venenentzündung nach der Blutabnahme

Entzündungen nach der Blutabnahme führen bei fehlender Behandlung zu Komplikationen

Die oberflächliche Phlebitis am Arm ist eine inflammatorische Erkrankung der Gefäßwand. Sie ist örtlich begrenzt und tritt ebenso bei Krampfadern an den Beinen auf. Eine Entzündung nach Blutabnahme löst die Venenentzündung seltener aus, so Prof. Dr. K. Kröger. Zu den Risiken einer Gefäßentzündung zählt die Bildung eines Blutgerinnsels. Der Mediziner unterscheidet die Thrombophlebitis an der Oberfläche von Entzündungen der Gefäße im tiefer liegenden Gewebe. Diese schwierigere Verlaufsform trägt die Bezeichnung Phlebothrombose oder tiefe Venenthrombose. Der Verlauf beider Erkrankungen ist unterschiedlich und bestimmt die Behandlung. Eine Phlebitis indiziert eine Behandlung vom Arzt, da sie bei fehlender Versorgung zu Komplikationen führt, so Prof. Dr. K. Kröger.

Symptomatik, Ursachen und Behandlung der Venenentzündung im Überblick

Venenentzündung

Entzündung nach Blutabnahme Urheber: lculig / 123RF.com

Wodurch entsteht die Phlebitis am Arm?

Verschiedene Ursachen rufen die Erkrankung hervor. Eine Inflammation der Venen am Arm entsteht häufig durch die Lädierung der Venenwände infolge einer Blutentnahme. Dabei reizt die Nadel die epifasziale Vene und löst eine Entzündung durch die Blutabnahme aus. Seltener tritt die Infektion durch eingeschwemmte pathogene Keime auf. Sie entsteht ebenso beim Einführen von Kathetern, durch Insektenstiche, einen Schlag oder durch die Verwendung von Infusionslösungen. Ferner bildet sich eine Phlebitis durch Krampfadern im Bereich der oberen und unteren Extremitäten. Ebenso denkbar als Auslöser sind laut Professor Wolfram Delius, Facharzt für innere Medizin und Kardiologie, bösartige Tumore und Bindegewebserkrankungen. Zu den weiteren Ursachen zählt das Tragen zu enger Kleidung und die Einnahme von Antikonzeptiva in Kombination mit Rauchen.

 

Typische Symptome einer Phlebitis am Arm

Kommt es zu einer entzündlichen Reaktion, schmerzt der betroffene Teil der Vene. Zu erkennen ist er als geschwollener, roter Abschnitt auf der Hautoberfläche. Der Arm ist nicht angeschwollen, lediglich der entzündete Teil. Bei der oberflächlichen Reizung ist die Haut über der jeweiligen Vene spürbar wärmer. Leichter Druck auf die Stelle verursacht beim Patienten Schmerzen. Bei einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien begleitet Fieber die Thrombophlebitis. Zu den häufigsten, charakteristischen Beschwerden zählen:

  • Rötungen,
  • Schwellungen,
  • Druckempfindlichkeit,
  • Verhärtungen,

Kommt es zu einer Superinfektion durch Bakterien, ergänzen ein allgemeines Unwohlsein und Fieber die Symptome. Seltener entsteht eine Phlebothrombose beim Befall der tieferen Venen bedingt durch Krampfadern am Arm

Patienten mit Krampfadern walten Vorsicht bei einer Entzündung nach der Blutabnahme, sie fördert das Risiko einer Thrombose. Durch die Varix gelangt die oberflächliche Inflammation in die tieferen Gewebeschichten und begünstigt schwere Lungen- und Herzleiden. In jedem Fall empfehlen sich die Vorstellung beim Arzt und die entsprechende Behandlung, um Komplikationen zu vermeiden.

Therapie der Venenentzündung

Stellt der Patient eine Venenentzündung fest, ist der Gang zum Arzt ratsam. Er unterscheidet eine oberflächliche von einer tiefen Venenthrombose. Eine frühzeitige Behandlung verhindert schwere Komplikationen. Beim Ablösen eines Thrombus von der Vene besteht die Gefahr, dass er über das Blut in Lunge und Herz gelangt. Dort verstopft er die Blutgefäße und löst im schlimmsten Fall eine Lungenembolie aus.

Die Therapie ist abhängig von Art und Schwere der Venenentzündung. Der Mediziner behandelt die oberflächliche Thrombophlebitis superficialis ambulant und örtlich. Er verwendet bei Bedarf Alkoholwickel, nichtsteroidale, entzündungshemmende Antirheumatika und reibt die Stelle mit Heparinsalbe ein. Eine Studie von Bergqvist D. et al. zum Thema „Treatment of superficial thrombophlebitis. A comparative trial between placebo, Hirudoid cream and piroxicam gel.“ aus dem Jahr 1990 zeigt, dass die Verwendung von in Apotheken erhältlichen Lokaltherapeutika wie Hirudoid Creme und Piroxicam Gel denselben Effekt aufweist, wie eine Nichtbehandlung der betroffenen Stelle.

Zunächst empfiehlt sich das Kühlen des betroffenen Hautareals. Ein Kompressionsverband unterstützt die Heilung. Ein kurzzeitiges Hochlagern des Arms verspricht Linderung. Patienten bewegen sich dennoch wie gewohnt und nehmen keine Schonhaltung ein. Medikamente lindern den Schmerz und die Entzündung. Bewährt haben sich nichtsteroidale Antiphlogistika. Bekannt und frei verkäuflich ist der Wirkstoff Diclofenac. Patienten tragen die Salbe auf den entzündeten Bereich auf. Ebenso erhalten sie das Mittel zur oralen Einnahme in Tablettenform.

Ein Blutgerinnsel entfernt der Mediziner mit mehreren Stichinzisionen in die Vene. Tritt eine bakterielle Infektion auf, helfen Antibiotika, die Entzündung zu stoppen. Thromben in der Nähe tiefer liegender Venen behandelt der Arzt mit Blutgerinnungshemmern wie Heparin. Bei Krampfadern, welche die Inflammation begünstigten, schließt sich deren Behandlung an. Eine tiefe Venenthrombose erfordert einen Krankenhausaufenthalt. Dieser dient der Verhinderung einer Lungenembolie unter Verwendung blutgerinnungshemmender Medikamente.

 

Die Diagnose einer Venenentzündung

Zur Behandlung der Erkrankung erkundigt sich der Mediziner nach der Anamnese des Patienten. Er bringt in Erfahrung, ob bereits früher eine Phlebitis erkannt wurde und, ob am Arm Krampfadern auftraten. Wichtig sind Informationen über eingenommene Medikamente und die Antibabypille. Bei der Untersuchung konzentriert er sich auf den betroffenen Arm. Er erkennt einen oberflächlichen Befall sofort, da sich an der entzündeten Vene über der Haut ein verdickter, roter Strang bildet. Das Abtasten verursacht Schmerzen.

Zur Sicherheit erfolgt eine Ultraschalluntersuchung. Infolge einer Venenentzündung erscheint die Gefäßwand verdickt. Eine Doppler-Sonografie stellt den Blutfluss innerhalb des Gefäßes farblich dar. Mit dieser Technik erkennt der Arzt Blutgerinnsel und andere Strömungshindernisse. Bei Verdacht auf eine Venenthrombose in den tieferen Schichten erfolgen weitere Untersuchungen wie eine Blutuntersuchung, eine Computertomografie, die die Gefäße bildlich darstellt oder eine Magnetresonanztomografie.

 

Prognose der Entzündung nach Blutentnahme

Generell bildet sich eine frühzeitig behandelte oberflächliche Phlebitis am Arm komplikationslos zurück. Entsteht im Verlauf der Erkrankung ein Blutgerinnsel an einer Mündungsstelle der Vene im tiefer liegenden Bereich, entwickelt sich aus dem anfänglich oberflächlichen Befall eine tiefe Venenthrombose. Sie stellt ein Gesundheitsrisiko dar, das im schlimmsten Fall zu einer Lungenembolie führt.

 

Venenentzündungen vorbeugen mit geeigneten Maßnahmen

Eine Phlebitis am Arm lässt sich nicht verhindern. Lediglich das Risiko daran zu erkranken, schränken Patienten durch diverse Maßnahmen ein:

  • Krampfadern behandeln,
  • Rauchen aufgeben,
  • Antibabypille nicht mit dem Konsum von Tabak verbinden,
  • keine enge Kleidung tragen,
  • ausreichend Wasser trinken.

 

Studien zur Thrombophlebitis

Die CALISTO-Studie von R. M. Bauersachs von der

Medizinische Klinik IV, Max-Ratschow-Klinik für Angiologie, Klinikum Darmstadt GmbH bestätigt, dass eine epifasziale Venenthrombose häufiger auftritt als eine tiefe. Frauen tragen ein doppelt hohes Risiko dafür. Die oberflächliche Erkrankungsform verursacht laut Bauersachs öfter thromboembolische Komplikationen.

Im Rahmen der Studie untersuchte der Mediziner die Wirkung des Antikoagulantiums Fondaparinux. Dieses verabreichte er 3002 Patienten mit isolierter oberflächiger Venenthrombose über einen Zeitraum von 45 Tagen. Der Wirkstoff gilt seither als wissenschaftlich bestätigte antithrombotische Therapie, da er Komplikationen der Erkrankung im höheren Maße einschränkt.

 

Quellen:

Bergqvist D, Brunkwall J, Jensen N, Persson N. Treatment of superficial thrombophlebitis. A comparative trial be- tween placebo, Hirudoid cream and piroxicam gel. Ann Chir Gynaecol 1990;79:92–6

weiterführend:

Blutentnahme bei schlechten Venen – Rollvenen

http://www.angiodysplasie.de/de/syndrome/thrombophlebitis-phlebitis.php

http://www.venenzentrum.org/de/index.html?detzeigen=ja&info=20&menuks=114

 


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