In den meisten Fällen ist Blut im Urin (Hämaturie) auf eine Entzündung der Harnwege, allen voran der Blase zurückzuführen. Blut im Urin kann aber auch Anzeichen schwerer Erkrankungen wie Blasenkrebs oder Nierentuberkulose sein. Daher sollte man unbedingt ärztlichen Rat einholen, um die Ursache von Blut im Urin abklären zu lassen.

Welcher Arzt ist bei Blut im Urin aufzusuchen?

Da Blut im Urin bei schweren Erkrankungen auftreten kann, sollten Sie damit unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen; gegebenenfalls wird der Sie für weitere Untersuchungen an einen Urologen oder andere Fachärzte überweisen.

Patient übergibt Röhrchen
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Wie läuft bei Blut im Urin die Diagnose ab?

Welcher Arzt entscheidet – viel Blut, wenig Blut, ist es überhaupt Blut?

Eine Rotfärbung des Urins ist nicht immer auf Blut zurückzuführen. Auch einige Nahrungsmittel wie Blaubeeren oder Rote Bete können dem Urin eine sonderbare Farbe verleihen – aber nur vorübergehend. Nach einer Weile verschwindet die ominöse Urinfarbe wieder.

Ebenso verfärbt sich der Urin, wenn zu wenig getrunken wird – ein Effekt, der vor allem ältere Patienten betrifft, die oft zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen und an einer Ankonzentrierung des Urin leiden. Mit Blut hat das allerdings nichts zu tun.

Weniger echtes Blut als der rote Blutfarbstoff Hämoglobin kann im Blut vermehrt auftreten, wenn massenhaft rote Blutkörperchen zugrunde gehen, den Farbstoff abgeben und dieser im Urin ausgeschieden wird (Hämoglobinurie). Dazu reicht körperliche Anstrengung wie intensiver Sport aus. Gleiches findet sich bei Blutarmut (Anämien) und überschießenden Reaktionen des Immunsystems wie einigen Autoimmunerkrankungen und Allergien.

„Echtes“ Blut ist meistens unauffällig. Wenige Erythrozyten im Blut bezeichnet man als Mikrohämaturie. Erst bei erheblichen Mengen roter Blutkörperchen ist der Urin blutrot gefärbt, sodass man von einer Makrohämaturie spricht.

Wichtig! Eine Makrohämaturie ist ein unmissverständliches Warnsignal und muss umgehend von einem Arzt abgeklärt werden!

Welcher Arzt bei Blut im Urin? Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Blut im Urin sollte man immer als Warnsignal auffassen. Auch wenn die Ursache meistens wie bei einer Blasenentzündung relativ harmlos ist, können auch schwerwiegende Krankheiten bis hin zu Krebs dahinterstecken.
  2. Daher sollte man unbedingt seinen Hausarzt aufsuchen, der eine körperliche Untersuchung sowie eine Blut- und Urinuntersuchung ansetzen wird.
  3. Gegebenenfalls überweist der Hausarzt an einen Facharzt, einen Urologen, der weiterführende Untersuchungen durchführt.
  4. Bildgebungen fallen in das Fachgebiet der Radiologie.
  5. Bei Frauen mit Endometriose ist der behandelnde Gynäkologe für Blut im Urin zuständig, um Krebserkrankungen kümmert sich ein Onkologe.

Welche Blutungen kommen in Frage?

Blut im Urin stammt in den meisten Fällen aus den Harnwegen. Damit kommen als Blutungsquellen vor allem Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre infrage. Hier handelt es sich vor allem um Entzündungen und/oder Infektionen mit Bakterien.

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Zudem kann die Ursache bei Männern und Frauen weitere geschlechtsspezifische Ursachen haben. Bei Frauen steht die Endometriose im Vordergrund, abgesiedelte Zellen der Gebärmutter, die sich woanders niedergelassen haben. Männer leiden bisweilen an einer Entzündung der Vorsteherdrüse, einer Prostatitis, der Hoden (Orchitis), Nebenhoden (Epididymitis) oder der Samenbläschen (Spermatocystitis) sein, die alle in unmittelbarem Kontakt mit der männlichen Harnröhre stehen.

Welche Untersuchungen führt welcher Arzt bei Blut im Urin durch:

Blut beim Hausarzt

In jedem Falle empfiehlt es sich, bei Blut im Urin den Hausarzt aufzusuchen, der Sie weiter untersuchen wird. Dazu gehört insbesondere die körperliche Untersuchung (Anamnese), bei der der Arzt mögliche Ursachen wie Grunderkrankungen, vorhergehende Krankheiten der Harnwege und eingenommene Medikamente abfragt und eine Tastuntersuchung des Bauches und der Nierengegend (Palpation) durchführt.

Auf jeden Fall wird er eine Schnelluntersuchung des Urins vornehmen. Das funktioniert heutzutage in weniger als einer Minute mithilfe eines Schnelltests, bei dem ein Teststreifen in Mittelstrahlurin eingetaucht mit Farbänderungen der aufgedruckten Felder Auskunft über verschiedene Laborparameter gibt. Finden sich hier rote und weiße Blutkörperchen sowie Bakterien, steckt meistens eine Blasenentzündung (Cystitis) dahinter.

Gegebenenfalls ordnet der Hausarzt eine Blutuntersuchung an, um Laborwerte wie Nierenwerte, Entzündungsparameter und andere Werte zu überprüfen.

Welche Untersuchungen führt welcher Arzt bei Blut im Urin durch:

Blut beim Urologen

Kommt der Hausarzt mit seinen Untersuchungsergebnissen nicht weiter oder möchte er seinen Befund bestätigen lassen, überweist er Sie an einen Facharzt, einen Urologen, der sich mit Erkrankungen der Harnwege besonders gut auskennt. Dieser kann eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) mit einem Endoskop vornehmen und die Harnwege mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) näher untersuchen.

Bei männerspezifischen Erkrankungen von Hoden, Nebenhoden, Samenbläschen und Prostata ist ebenfalls der Urologe zuständig. Hier gibt eine Tastuntersuchung der Genitalien und/oder eine rektale Untersuchung der Vorsteherdrüse weitere Auskunft.

Welche Untersuchungen führt welcher Arzt bei Blut im Urin durch:

Blut beim Radiologen

Gegebenenfalls kommen bildgebende Verfahren hinzu, wie Röntgen, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, oft mit Kontrastmittel, das die Harnwege gesondert darstellt. Diese fallen in den Kompetenzbereich der Radiologie und eines Radiologen.

Welche Untersuchungen führt welcher Arzt bei Blut im Urin durch:

Blut beim Frauenarzt

Bei Frauen steht die Endometriose als mögliche Ursache von Blut im Urin im Vordergrund, wenn die verbreitete Blasenentzündung als Ursache ausscheidet. Entsprechende Bildgebungen und andere Untersuchungen nimmt der Frauenarzt (Gynäkologe) vor.

Welche Untersuchungen führt welcher Arzt bei Blut im Urin durch:

Blut beim Onkologen

Große Mengen frischen Blutes im Urin können die Folge eines blutenden Blasentumors (Urothelkarzinom) sein. Hier und bei anderen Tumoren der Harnwege ist ein Krebsspezialist für Diagnose und Therapie zuständig, ein Onkologe.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  1. Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  2. Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
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