Wie der Blutdruck korrekt gemessen wird 

Viele Patienten denken, dass das richtige Blutdruckmessen nicht schwierig ist. Doch vor der Messung stellen sich verschiedene Fragen. So ist es nicht unerheblich, wann Sie den Blutdruck messen und welchen Arm Sie dafür verwenden. Sind diese Hürden aus dem Weg geschafft, sollten Sie unbedingt wissen, welche Werte als normal gelten und wann Sie einen Arzt aufsuchen müssen. In unserer Anleitung zum Thema richtig Blutdruck messen, geben wir Ihnen einen kleinen Überblick über die wichtigsten Fragen und stellen klar, was Sie beim Messen Ihres Blutdruckes dringend beachten sollten.

Messen des Blutdruck
Anleitung zum richtigen Messen des Blutdrucks Copyright: cheyennezj01 bigstockphoto

 

 

Zwei Werte um den Blutdruck zu messen

Um den Blutdruck richtig zu messen, geben die modernen Geräte zwei verschiedene Werte aus.

Der erste gemessene Wert entspricht dem
– systolischen oder oberen Blutdruck,
Der zweite gemessene Wert
– dem unteren oder diastolischen Blutdruck.

mehr erfahren zum systolischen und diastolischen Blutdruck

Um Nährstoffe und Sauerstoff zu den einzelnen Zellen zu bringen, verteilt sich Ihr Blut im vollständigen Blutkreislauf. Um dies zu gewährleisten, pumpt Ihr Herz das Serum durch die Kontraktionen in die angrenzenden Gefäße, von wo aus es in den gesamten Blutkreislauf gelangt. Das Blut wirkt dabei einen gewissen Druck auf die Gefäße aus, wodurch sich diese ausdehnen.

Beim Weiterfließen des Serums ziehen sich diese Gefäße erneut zusammen. Durch die Pump-Funktion weist das Blut unterschiedliche Blutdruckwerte auf. Generell unterscheiden Mediziner zwischen dem diastolischen und dem systolischen Blutdruck. Letzteren bestimmen die Messgeräte, beim Zusammenziehen des Herzmuskels, bei dem das Herz das Serum in die umliegenden Gefäße pumpt. Erschlafft der Herzmuskel nach dem Pumpen und füllt sich erneut, misst das Blutdruckmessgerät den diastolischen Wert.

 

Wie Sie richtig Blutdruck messen

Bei einem Arztbesuch misst der Mediziner in der Regel Ihren Blutdruck, doch auch zu Hause nehmen Sie die Messung ohne Probleme vor. Dazu benötigen Sie lediglich ein Blutdruckmessgerät aus dem Reformhaus oder der Apotheke. Der Apotheker oder Ihr Arzt erklärt Ihnen sicher gern, wie Sie den Blutdruck richtig messen.

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Beim Kauf achten Sie auf die Breite der Manschette. Zu breite oder zu schmale Gurte verfälschen das Ergebnis. Grundsätzlich sind regelmäßig vom Patienten gemessene Werte aussagekräftiger als ein einmaliges Messergebnis beim Arzt. Führen sie dazu ein Blutdrucktagebuch, indem Sie die gemessenen Werte täglich eintragen, oder achten Sie beim Kauf auf ein Gerät mit Speicherfunktion.

Viele Patienten führen die Blutdruckmessung nicht korrekt durch. Durch die Messfehler entstehen falsche Ergebnisse, die im schlimmsten Fall zu einer zu hohen oder zu niedrigen Medikation führen.

Wichtig vor der Blutdruck-Messung ist eine vorherige Pause von fünf Minuten. Am besten Sie setzen sich dazu hin und vermeiden jede Anstrengung. Jede Aktivität erhöht den Blutdruck und führt zu weniger aussagekräftigen Ergebnissen. Optimal nehmen Sie auf den Stuhl Platz und stellen die Beine nebeneinander.

Der Mediziner verwendet in der Praxis ein Messegerät mit aufblasbarer Manschette. Diese befestigt er am Oberarm. Im Hausgebrauch verwenden Sie jedoch digitale Geräte, mit denen Sie selbstständig Ihren Blutdruck messen. Diese verwenden Sie wahlweise am unbekleideten Oberarm oder an Ihrem Handgelenk. Die Handgelenkmessung erfordert die genaue Anbringung des Gurtes direkt über Ihrem Puls. Daher fühlen Sie diesen vorab, bevor Sie das Gerät platzieren.

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Bei der Anwendung beachten Sie, dass Messpunkt und Herz etwa in einer Höhe liegen. Messen Sie am oberen Teil des Arms, ist das kein Problem, da die Höhe nahezu mit der des Herzens übereinstimmt. Nehmen Sie die Messung am Handgelenk vor, stützen Sie den betreffenden Ellenbogen auf dem Tisch ab und heben den Unterarm in die passende Höhe. Bei der Durchführung am Oberarm legen Sie den Arm hingegen nur locker auf dem Tisch auf. Vermeiden Sie es, zu sprechen, zu lachen oder zu husten. Verhalten Sie sich so ruhig wie möglich. Schlagen Sie zudem Ihre Beine nicht übereinander. Dies beeinflusst das Ergebnis.

Messen Sie den Blutdruck zweimal nacheinander im Abstand von etwa zwei Minuten. Bei der zweiten Durchführung liegen die Werte oft niedriger. Diese notieren Sie für Ihr Blutdrucktagebuch.

 

Welchen Arm nutze ich für die Oberarm-Messung?

Um den Blutdruck richtig zu messen, ist auch der Arm entscheidend, an dem Sie das Gerät anlegen. Generell messen Sie den Blutdruck am linken oder am rechten Arm. Optimal bestimmen Sie den Wert an dem Arm, an dem Sie den höheren Blutdruck aufweisen. Dies finden Sie heraus, indem Sie bei der ersten Durchführung eine Messung an beiden Armen vornehmen. Fallen Ihnen dabei an einer Seite höhere Werte auf, führen Sie die zukünftigen Messungen ausschließlich an diesem Arm durch. Dies tun Sie, da beim Blutdruck generell eher die höheren als die niedrigeren Werte den Ausschlag geben.

 

Wann Messen Patienten den Blutdruck am besten?

Bevorzugt nehmen Sie die Messung am Morgen vor. Der Grund dafür ist, dass sich erhöhte Blutdruckwerte in den Morgenstunden als besonders gefährlich erweisen. Nehmen Sie blutdrucksenkende Medikamente ein, sollte Sie unbedingt täglich die morgendliche Messung durchführen, bevor Sie diese einnehmen.

Beginnen Sie erst mit den Messungen, empfiehlt der Arzt Ihnen in der Regel, den Blutdruck mehrmals am Tag zu messen. Führen Sie diese zu verschiedenen Zeiten durch, um herauszufinden, wann sich der Blutdruck als am höchsten erweist.

 

Blutdruckwerte richtig interpretieren

Wie bereits oben erwähnt, liegen bei der Messung zwei Werte vor. Der vordere entspricht dem systolischen Blutdruck, der hintere dem diastolischen Blutdruck. Ein erhöhter Blutdruck liegt vor, wenn mindestens einer der Werte erhöht ist. Für Erwachsene gelten systolische Werte von 140 mmHg und diastolische Werte unter 90mmHg als normal.

Die regelmäßige Blutdruckmessung zu Hause dokumentiert langfristig Ihre Werte. Stellen Sie dauerhaft zu hohe Blutdruckwerte fest, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. In der SPRINT-Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass sich ein systolischer Blutdruck von 120 mmHg positiv auswirkt. Die teilnehmenden Bluthochdruckpatienten wiesen nach einem Einpegeln auf diesen Wert weniger oft Herzschwäche, Schlaganfälle und Herzinfarkte auf. Ebenso verstarben weniger Personen.

 

Worauf Sie achten, um richtig Blutdruck zu messen

Zusammenfassend gibt es einige Faktoren, die Sie bei der Messung beachten. Zunächst gilt es, fünf Minuten vor der Prüfung zu warten. Anschließend messen Sie die Werte an dem Arm, an dem Sie den höheren Blutdruck aufweisen. Die Manschette legen Sie am Oberarm oder am Handgelenk direkt über dem Puls an. Beachten Sie, dass sich das Gerät in Höhe Ihres Herzens befindet. Bei einer Armmessung entspricht dies meisten den Vorgaben. Der Arm liegt dabei locker auf dem Tisch auf. Führen Sie die Messung bevorzugt morgens durch, bevor Sie zu blutdrucksenkenden Arzneien greifen. Grundsätzlich gilt, dass Sie nicht bei einem erhöhten Wert sofort in Panik geraten. Nur regelmäßige Messungen sind aussagekräftig!

 

Hinweise für das richtige Blutdruckmessen

Bevor sie mit dem Messen starten, achten Sie beim Kauf auf das passende Gerät. Viele Modelle arbeiten nicht genau. Achten Sie auf das Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga. Prüfen Sie vorab das Gerät auf die Messgenauigkeit. Dazu nimmt der Apotheker gleichzeitig eine Messung mit dem Stethoskop vor und vergleicht die Werte. Dabei liegen die Werte im Optimalfall weniger als 10 mmHg auseinander. Teilweise zeigen die Geräte sogar Herzrhythmusstörungen an. Im Blutdruckpass schreiben Sie regelmäßig Ihre Werte ein und besprechen diese beim nächsten Arztbesuch. Das erleichtert nicht nur die Identifikation von Erkrankungen, sondern ebenso deren Behandlung.

weiterlesen:

Quellen:

The SPRINT Research Group: A Randomized Trial of Intensive versus Standard Blood-Pressure Control. In: N Engl J Med 2015; 373:2103-2116 November 26, 2015DOI: 10.1056/NEJMoa1511939, Online: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1511939

 

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