Bluthochdruck und Schmerzen im Bein » Alarmzeichen für Arteriosklerose:

39

Schmerzen im Bein bei Bluthochdruck

Gerade Schmerzen in den Beinen bei Bluthochdruck deuten auf eine spezielle Form der Arteriosklerose hin:

Werbung

Werbung

Sind die Blut zuführenden Gefäße in den Beinen von Verkalkungen und Engstellen betroffen, sorgt das für eine Durchblutungsstörung in den Beinen, die die beschriebenen Schmerzen verursacht.

Mediziner nennen dieses Krankheitsbild „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (kurz: pAVK).

bluthochdruck schmerzen im bein

Bluthochdruck und Schmerzen im Bein – wann ein Alarmzeichen?

Die deutsche Herzstiftung geht davon aus, dass die periphere arterielle Verschlusskrankheit bei ungefähr einer Millionen Menschen in Deutschland für Schmerzen in den Beinen verantwortlich ist.

Manchmal sollten aber auch Menschen mit einem gut eingestellten Bluthochdruck hellhörig werden. Dies gilt zum Beispiel bei bestimmten Schmerzen in den Beinen. Auch wenn auf den ersten Blick beide Symptome, Bluthochdruck und Schmerzen im Bein, nichts miteinander zu tun haben. Doch was kann es bedeuten, wenn Betroffene mit Bluthochdruck gleichzeitig Schmerzen im Bein haben?

Bluthochdruck und Schmerzen im Bein – Faktenblock:

Werbung

  • Spezifische Schmerzen im Bein, die beim Gehen in den Waden auftauchen und beim Stehenbleiben schnell besser werden sowie Schmerzen in den Zehen beim Liegen, die beim Aufstehen verschwinden, können ein frühes Anzeichen für einen Herzinfarkt sein
  • Ursache für die Schmerzen kann dann eine Arteriosklerose, umgangssprachlich Aterienverkalkung genannt, sein
  • Sind die Blut zuführenden Gefäße in den Beinen von Arteriosklerose betroffen, heißt dieses Krankheitsbild „periphere arterielle Verschlusskrankheit“ (kurz: pAVK)
  • Sind die Gefäße der Beine betroffen, ist davon auszugehen, dass auch andere Gefäße, zum Beispiel in Herznähe, von Verkalkungen und Engstellen betroffen sind, da die Gefäße der Beine erst sehr spät im Krankheitsverlauf betroffen sind
  • Gerade Schmerzen in den Waden sind bei Arteriosklerose üblich. Je nachdem, wo die Verkalkung in den Gefäßen sitzt, können aber auch das Gesäß oder die Oberschenkel betroffen sein

Schmerzen in den Beinen können vor einem Herzinfarkt warnen

Die deutsche Herzstiftung warnt: Bestimmte Schmerzen im Bein können auf einen baldigen Herzinfarkt hindeuten.

Dies gilt vor allem dann, wenn Betroffene auch an Bluthochdruck leiden. Doch lassen sich diese Schmerzen genau spezifizieren, sodass es keinen Grund zur Panik gibt, wenn die Beine nach einem langen Spaziergang (wie gewohnt) schmerzen. Ein besonderes Augenmerk sollte man dann auf Schmerzen im Bein richten, wenn diese zum Beispiel beim Gehen in den Waden auftauchen.

Bleibt der Betroffene stehen und die Schmerzen lassen rasch nach, kann dies auf einen baldigen Herzinfarkt hindeuten. Dieses Symptom bezeichnen Mediziner auch gerne als „Schaufensterkrankheit“.

Geht der Betroffene nach dem Stehenbleiben weiter, setzen bei diesem Symptom die Schmerzen in den Waden rasch wieder ein. Gleiches gilt, wenn im Liegen die Zehen wehtun. Steht der Betroffene auf und erfährt ebenfalls Linderung, sollte ein Gang zum Arzt besser einmal zu viel als einmal zu wenig erfolgen.

Diese spezifischen Schmerzen treten meistens in den Waden auf, doch auch das Gesäß oder die Oberschenkel können betroffen sein. Gerade wenn Betroffene zusätzlich an Bluthochdruck leiden, sollten diese Art von Schmerzen besonders ernst genommen werden. Ein zeitnaher Besuch beim Hausarzt oder dem behandelnden Kardiologen sollte erfolgen.

Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit. Rund 25 Millionen Menschen in Deutschland sind von dieser Krankheit betroffen, die unbehandelt weitere schwere Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen kann und das Herz-Kreislauf-System stark belastet. Sind Betroffene mit Tabletten gut eingestellt, können sie meist ein ganz normales Leben leben.

Bluthochdruck und Schmerzen im Bein – Diagnose: Arteriosklerose

Spezifische Schmerzen im Bein können auf eine Arteriosklerose hindeuten. Diese Gefäßerkrankung ist dann auch Ursache für das erhöhte Herzinfarktrisiko.

Arteriosklerose wird im Volksmund auch „Aterienverkalkung“ genannt und ist eine der häufigsten Ursachen von Gefäßerkrankungen. Bei dieser Erkrankung lagern sich Fettstoffwechselprodukte und Verkalkungen in den Innenwänden der Gefäße ab. Dies kann weit fortgeschritten zu Einengungen in den betroffenen Gefäßen, Blutgerinnseln und ganzen Verschlüssen der Gefäße führen. Blutgerinnsel haben Infarkte und Embolien zur Folge.

Werbung

Ursache der Arteriosklerose kann eine Stoffwechselstörung oder ein arterieller Bluthochdruck sein.

Die Behandlung der Ursache (in diesem Fall der plötzlicher Bluthochdruck) ist bei der Arteriosklerose besonders wichtig. Ebenso wichtig ist es, betroffene Gefäße zu identifizieren und Gefäßverschlüssen vorzubeugen oder entgegen zu wirken.

 

Bluthochdruck und Schmerzen im Bein – warum so gefährlich?

Arteriosklerose tritt an vielen Stellen im Körper auf. Die Beine sind im Krankheitsverlauf erst später betroffen, weshalb bei Diagnosestellung davon ausgegangen werden muss, dass sich auch in anderen Gefäßen Ablagerungen und Verengungen befinden. Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit Sauerstoff.

Sind diese wichtigen Gefäße von Verkalkungen und Ablagerungen betroffenen, leiden Betroffene an einer koronaren Herzkrankheit (kurz KHK), die nicht selten zu einem Herzinfarkt führt. Wird eine Arteriosklerose in den Beinen diagnostiziert sind die Gefäße des Herzens in rund 90 Prozent der Fälle ebenfalls zum Teil massiv betroffen.

Weitere Untersuchungen des Herzens und der Herzkranzgefäße sind daher unbedingt notwendig, wenn Bluthochdruck und Schmerzen im Bein zu einer Diagnose wie Arteriosklerose führen.

Betroffene, deren Schmerzen in den Beinen auf eine Arteriosklerose zurückzuführen sind, erleiden zu 75 Prozent im späteren Verlauf auch einen Herzinfarkt, was die Schwere der Krankheit betont.

Bluthochdruck und Schmerzen im Bein – zu welchem Arzt können Betroffene gehen?

Wie bei den meisten Symptomen gehen Betroffene zu erst zu ihrem Hausarzt. Ist dieser schon länger der behandelnde Arzt, weiß er sicher bereits um Bluthochdruck und andere Krankheiten, die eine Arteriosklerose begünstigen können.

Trotzdem sollten Betroffene alle Symptome und Begleiterkrankungen sowie ihre Verdachtsdiagnose beim Arztbesuch nennen. Der Hausarzt kann bereits mit ein paar einfachen Untersuchgen feststellen, ob sich der Verdacht einer Durchblutungsstörung in den Beinen verfestigt, oder ob eine andere Ursache für die Schmerzen im Bein verantwortlich ist.

Erhärtet sich der Verdacht, wird der Hausarzt eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen.

Werbung

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"