EVB-Blutwert – Erythrozyten-Verteilungs-Breite

Mit dem EVB-Blutwert Ursachen für Anämie feststellen

Der EVB-Blutwert spielt bei der Diagnose von Anämie eine entscheidende Rolle. Nebst anderen Parametern dient er dazu, die Ursache der Krankheit festzustellen und die korrekte Behandlungs-Methode zu bestimmen. Die Abkürzung EVB steht für Erythrozyten-Verteilungs-Breite. Oft benutzen Ärzte im deutschen Sprachraum die englische Abkürzung. RDW bedeutet Red Cell Distribution Width.

Blutproben

Blutproben zur Diagnose von Erkrankungen © Henrik Dolle – Fotolia.com

 

Anämie anhand von roten Blutkörperchen diagnostizieren

Der EVB-Blutwert zeigt die Verteilungsbreite und das Volumen der Erythrozyten. Die Abweichung vom Normalbereich gibt in Kombination mit anderen Blutwerten Aufschluss über eine mögliche Krankheit. Vor allem für die Diagnose von Anämie spielt der Wert eine wichtige Rolle.

 

Was die EVB im Blut aussagt

Rote Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff im Blut. Nach ihrer Produktion im Knochenmark leben sie durchschnittlich 120 Tage. Die Milz baut sie ab. Der EVB-Parameter gibt die Verteilungs-Breite der Erythrozyten an. Er zeigt ebenfalls an, ob die roten Blutkörperchen ungefähr gleich groß sind oder ob relevante Unterschiede bestehen. Veränderungen der Normwerte liefern Hinweise auf verschiedene Erkrankungen. Der Normalbereich bei Frauen umfasst 4,1 bis 5,1 Millionen rote Blutkörperchen pro Mikroliter. Bei Männern sind es zwischen 4,2 und 5,6 Millionen.

Der Arzt untersucht bei Verdacht auf Anämie den RDW-Blutwert. Er erkennt die Krankheit an folgenden Symptomen:

  • Herzrasen,
  • brüchige oder verformte Nägel,
  • Atem-Beschwerden,
  • Müdigkeit,
  • Haut-Verfärbungen,
  • verminderte körperliche Belastbarkeit.

Eine Anämie hat verschiedene Ursachen. Ein Infekt, ein Mangel an Folsäure, Eisen oder Vitamin B12 löst die Krankheit aus. Ein Tumor ist ebenfalls ein möglicher Grund.

Diagnose einer Anämie

Nieren-Erkrankungen, Leberzirrhose, Alkoholismus sowie hoher Blutverlust haben in vielen Fällen eine Blutarmut zur Folge. Bei Frauen bilden Schwangerschaft und Stillzeit zusätzliche Gefahren. Die Feststellung von Anämie geschieht durch die Bestimmung der EVB im Blut in Kombination mit MCV, MCH und MCHC. Diese Parameter ermitteln die Größe und die Hämoglobin-Menge im einzelnen Blutkörperchen.

Der wichtigste Wert zur Bestimmung einer Blutarmut ist das MCV; das mean corpusular volume. Eisenmangel-Anämie zeigt niedriges MCV, kombiniert mit hohem EVB. Thalassämie-Formen hingegen weisen einen geringen EVB-Blutwert auf. Ein erhöhtes MCV und ein niedriger RDW-Wert deuten auf eine megaloblastäre Anämie hin. Bei hohem MCV und normalem EVB sind die Anzeichen für eine aplastische Anämie gegeben.

 

Studie zum EVB-Blutwert

Ergebnisse einer Studie des „Intermountain Medical Center Heart“ Institute in Utah, Vereinigte Staaten, zeigen einen Zusammenhang zwischen dem RDW-Wert und Depressionen bei herzkranken Personen. Durch diese Erkenntnis gelingt es in Zukunft Ärzten, ihre Patienten schneller und effektiver zu therapieren.

Herzkranke mit einem RDW über 12,9 Prozent unterliegen einem erhöhten Risiko, an einer Depression zu erkranken. Die Forscher beurteilten 43.226 Patienten über einen Zeitraum von 5,3 Jahren. Sie identifizierten die EVB im Blut während der Diagnose und verglichen sie mit denen nach der folgenden Depression.

Dr. Heidi May ist die Leiterin der Studie des Institutes in Murray im Bundesstaat Utah. Sie meint, Ärzte haben die Pflicht, Herzpatienten mit hohem RDW-Wert aufmerksam zu beobachten. Sie sind sich bewusst, dass sie einem höheren Risiko für Depressionen unterliegen. Der Studie kommt eine große Bedeutung zu, da sie die erste ist, die Depressionen in Zusammenhang mit Herzkrankheiten bringt.


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