Anteil des Eiweißes im Urin zu niedrig

Ist der Anteil des Eiweißes im Urin zu niedrig, zieht Ihr Arzt daraus verschiedene Schlüsse. Liegen keine weiteren Symptome oder Erkrankungen vor, gilt ein geringer Wert als normal.

Ist der Gehalt an Eiweiß im Urin zu niedrig, gehen Ärzte von einer Erkrankung aus.

Dazu gehören Nierenschäden, Harnwegsinfekte, Diabetes oder Medikamente. Im Urin befindet sich immer eine geringe Menge an Proteinen.

Eiweiß Urin Werte
Urin Untersuchung im Labor Copyright: Belish bigstockphoto

Welche Bedeutung weist ein zu geringer Eiweißwert im Harn auf?

Bei Personen mit Diabetes mellitus oder Bluthochdruck verhält sich das anders. Bei diesen zeigt ein niedriger Wert eine Mikroalbuminurie an.

Stellt der Arzt im 24h-Sammelurin Werte zwischen 30 und 300 Milligramm fest, ist das ein Anzeichen für das dritte Stadium einer Nierenveränderung. In dieser Phase zeigt sich eine beginnende Nephropathie, die bei Behandlung rückbildungsfähig ist.

Die wichtigsten Fakten: Eiweiß im Urin zu niedrig

  • Geringe Mengen an Eiweiß im Harn gelten bei gesunden Menschen als normal.
  • Von einer Erhöhung sprechen Ärzte ab 150 Milligramm im 24h-Sammelurin.
  • Ist der Anteil des Eiweißes im Urin bei Diabetikern leicht erhöht (ab 30 Milliliter), liegt eine Mikroalbuminurie vor.
  • Sie zeigt sich im dritten Stadium einer Nierenveränderung als beginnende Nephropathie.
  • Durch eine frühzeitige Identifizierung ansteigender Eiweißwerte im Urin verhindern Ärzte eine schleichende Niereninsuffizienz.

Wann ist der Anteil des Eiweiß im Urin zu niedrig?

Regulär befinden sich die Werte im 24h-Sammelurin im Normalbereich von 60 bis 150 Milligramm.

Sie gelten für Männer und Frauen. Ergebnisse unterhalb des Minimums sind nicht gesundheitsschädlich. Bei Personen mit Diabetes mellitus deuten Werte ab 30 Milligramm auf eine Nierenveränderung oder Mikroalbuminurie hin. In der Tabelle finden Sie die Normwerte:

Normalwerte Eiweiß (Protein) im Urin (i.U.)
mg im SU
♀ 60-150
♂ 60-150

Geschlecht

Männer

Frauen

minimaler Eiweiß-Wert im Urin in Milligramm

60

60

maximaler Eiweiß-Wert im Urin in Milligramm

150

150

Ursachen von zu niedrigen Eiweißwerten

Bei gesunden Menschen wirken sich geringe Werte nicht auf den Organismus aus. Bei Personen mit Diabetes mellitus liegt eine Mikroalbuminurie vor, die auf eine beginnende Nephropathie hindeutet.

Bei diesen Patienten scheidet der Körper kleinste Mengen des Proteins Albumin aus. Im Regelfall verarbeitet die Niere die Eiweiße und führt sie dem Organismus wieder zu. Bei Nierenschädigungen verlieren die Nieren ihre Filterfunktion. Das Albumin gelangt in den Urin. Im Körper liegen verschiedene Eiweiße vor. Albumin halten die paarig angelegten Organe als ersten Stoff nicht mehr zurück, wenn deren Funktionen Störungen unterliegen.

Symptome einer beginnenden Nephropathie

Diese Erkrankung entwickelt sich schleichend. Sie zeigt in den Anfangsjahren keinerlei Symptome.

Eine diabetische Nephropathie zeigt sich erst in einer Mikroalbuminurie. In diesem Stadium des Nierenschadens scheiden die Nieren vermehrt Eiweiße aus. Schreitet die Erkrankung fort, zeigen sich erste Symptome, wie:

  • Ödeme,
  • Juckreiz,
  • Gewichtszunahme,
  • Leistungsschwäche,
  • Müdigkeit,
  • milchkaffeefarbene Haut,
  • Kopfschmerzen,
  • Blutarmut (Anämie),
  • Erschöpfung und
  • schäumender Urin.

Liegt ein Bluthochdruck vor, schädigt dieser die Nieren zusätzlich und führt zu Symptomen wie:

  • Übelkeit,
  • Krampfanfällen,
  • Erbrechen oder
  • Kopfschmerzen.

Folgen eines zu geringen Eiweißwertes

Stellt der Arzt beim Diabetiker einen erhöhten Albuminwert fest, veranlasst er einen zweiten 24h-Sammelurintest sowie weitere Laboruntersuchungen, um sicherzugehen, dass der Wert gültig ist.

Bestätigt sich der Verdacht auf eine beginnende Nierenschädigung, leitet der Arzt zusätzliche Untersuchungen ein. Teilweise sorgt ein unzureichend eingestellter Diabetes zur allmählichen Erhöhung der Werte. Hier gilt es, die Medikation zu ändern, um Folgeschäden an den Nieren zu verhindern. Im schlimmsten Fall führt eine Veränderung an den Organen zu deren Funktionsausfall.

Neben einem Nierenschaden deutet eine Mikroalbuminurie auf eine Beschädigung der Herzkranzgefäße oder eine Hypertonie hin. Laut der HOPE-Studie senken ACE-Hemmer das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse und die Hypertonie, die durch eine Mikroalbuminurie entstehen [J. Renin: Angiotensin Aldosterone Syst. The HOPE Study (Heart Outcomes Prevention Evaluation)(2000 Mar;1(1):18-20.)].

Gleichzeitig deuten die Werte auf weitere Schäden an anderen Organen hin.

Tipps zum Senken der Werte

Ist Ihr Wert des Eiweißes im Urin zu niedrig, funktionieren Ihre Nieren normal. Bei Diabetikern wirken sich leichte Erhöhungen unterhalb des Normwertes von 60 Milligramm nachträglich auf die Nieren und andere Organe aus.

Daher steht die Senkung des Wertes durch Medikamente und die richtige Therapie bei Diabetes im Vordergrund. Patienten halten sich an ihren Diätplan und an die regelmäßige Einnahme ihrer Medizin, um Nierenschäden zu vermeiden. Die ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine gesunde Ernährung ohne Alkohol, Rauchen und Schmerzmittel tragen zu gesunden Nieren bei.

ACE-Hemmer senken einen zu hohen Blutdruck, der die Organe schädigt. Sie wirken sich positiv auf den Eiweißhaushalt aus . Auch AT2-Antagonisten senken die Werte des Albumins.

Quellen:

Kunz R., Friedrich C., Wolbers M., Mann J.F.E.: Meta-analysis: Effect of Monotherapy and Combination Therapy with Inhibitors of the Renin-Angiotensin System on Proteinuria in Renal Disease. Ann Int Med 2008; 148(1): 30-48

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11967789
https://www.grossesblutbild.de/blutwerte

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Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
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