Osmolarität im Blut berechnen

Die Osmolarität im Blut gibt Aufschluss über den Wasserhaushalt

Die Plasmaosmolalität gilt als Osmolalität des Blutplasmas, sie misst die Wasser- und Elektrolyt-Bilanz des Körpers. Die Anzahl der osmotisch aktiven Bestandteile einer Lösung ergibt den Wert. Die Messung erfolgt pro Volumen-Einheit. Bei Krankheiten wie Alkohol-Vergiftung, Dehydration oder Hyperhydratation ist die gesuchte Größe für die Diagnose bedeutsam.

Labor Untersuchung Blut Kreatin

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Osmolarität von Flüssigkeiten im Labor bestimmen

Aus Blut oder Urin misst der Laborarzt die Osmolarität, um mit Flüssigkeits-Mangel oder -Überschuss verbundene Krankheiten zu diagnostizieren. Die Fachperson ermittelt den Wert durch Gefrierpunkt-Erhöhung oder mit dem osmotischen Druck.

Was ist Osmolarität?

Sie bestimmt das Volumen der osmotisch aktiven Teilchen einer Flüssigkeit. Folgende Stoffe bewegen sich gelöst im Körper:

  • Glucose,
  • Kalzium,
  • Natrium,
  • Kalium,
  • Magnesium,
  • Chlorid,

Die Natrium-Konzentration ist bei der physiologischen Serum-Osmolarität entscheidend.

Die Osmolarität ist bei nicht-ionischen Substanzen gleich der Molarität. Bei einer ionischen Lösung wie CaCl2 multipliziert sich der osmotische Wert wegen der Anzahl der dissoziierenden Ionen mal drei. Osmotische Konzentration ist der heute gebräuchliche Begriff für diese Art der Messung. Die Einheit der Osmolarität ist osmol/l. Ärzte bestimmen sie im Urin oder Blutserum, um Krankheiten rund um Flüssigkeits-Mangel oder -Überschuss zu diagnostizieren. Mithilfe einer Vergleichs-Flüssigkeit stellt der Laborant fest, ob sich im getesteten Serum eine größere oder kleinere Anzahl osmotischer Teilchen befinden. In einer hyperosmolaren Flüssigkeit ist die Teilchenmenge größer als in der Vergleichs-Lösung, bei Hypoosmolarität ist sie kleiner. Isoosmolarität bedeutet, dass die Teilchen-Anzahl pro Liter in beiden Flüssigkeiten gleich ist.

Die Osmolarität oder der osmotische Druck misst das Volumen der osmotischen Teilchen. Normalerweise ist in der Medizin die Osmolalität gebräuchlich. Sie gibt die Teilchen-Masse an. Bei wässrigen Lösungen sind beide Messungen annähernd gleich, da das Gewicht eines Liter Wassers einem Kilogramm entspricht. Der Patient bedarf für die Messung keiner Vorbereitung, da Störfaktoren nicht existieren. Die Osmolarität des Blutplasmas eines gesunden Menschen beträgt zwischen 280 bis 300 Milliosmol pro Liter Flüssigkeit. (mosm/l)

 

Messmethoden zur Bestimmung der Osmolarität

Der Laborant misst den osmotischen Druck mithilfe einer Vergleichs-Flüssigkeit. Das Osmometer bestimmt den Wert mittels Gefrierpunkt-Erniedrigung. Die Temperatur, bei der eine Lösung gefriert, richtet sich nach der Anzahl der darin gelösten Teilchen. Das gleiche Prinzip kommt im Winter beim Streuen von Salz zur Anwendung.

Alternativ bestimmt der Laborant das Trennen der beiden Flüssigkeiten durch eine semipermeable Membran. Da die Teilchen nicht diffundieren, fließt so lange Lösungsmittel von der Seite mit dem höheren Druck zur Flüssigkeit mit dem niedrigen Druck, bis der osmotische Druck durch den hydrostatischen ausgeglichen ist. Anhand des gestiegenen Flüssigkeits-Standes bestimmt der Laborant den gesuchten Wert.

 

Interpretation der unterschiedlichen Werte

Eine erhöhte Osmolarität indiziert entweder Dehydratation oder Hyperhydratation. Flüssigkeits-Mangel zeigt sich durch eine verkleinerte Blutmenge im Kreislauf. Diese ist bedingt durch einen erhöhten Verlust oder eine verminderte Zufuhr derselben. Der Flüssigkeits-Überschuss ist auf eine übermäßige Kochsalz-Zufuhr oder auf eine erhöhte Natrium- Rückresorption zurückzuführen. Renaler und zentraler Diabetes insipidus sind ebenfalls Ursachen einer Hyperosmolarität.

Hypoosmolarität ist ein Anzeichen diverser Leiden:

  • Hyperglykämie,
  • Ethanol-Intoxikation,
  • Urämie,

Je nachdem misst der Arzt die Werte aus Urin oder dem Blutserum. Beides sind gängige Flüssigkeiten zur Diagnose der oben genannten Krankheiten.

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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