Besonderheiten der Blutwerte in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft verändern sich die Blutwerte

Die Blutwerte in der Schwangerschaft unterliegen einigen Veränderungen. Bei vielen Frauen sinkt die Hämoglobin-Konzentration im Blut, sodass es zu einer Anämie kommt. Auch der Hämatokrit zeigt sich unter Umständen erniedrigt. Um die Blutwerte in der Schwangerschaft zu bestimmen, führen die Ärzte bei den Patientinnen regelmäßige Blut-Untersuchungen durch. Einen hohen Stellenwert nimmt dabei das Schwangerschaftshormon hCG ein.

Blutwerte in den Wechseljahren

Das große Blutbild deutet in Schwangerschaft oft auf Anämien hin

Während einer Schwangerschaft leiden viele Frauen unter einer Blutarmut, einer Anämie. Durch die hormonellen Veränderungen bilden die roten Blutzellen weniger Hämoglobin. Diesen Umstand zeigt das große Blutbild. Liegt die Hämatokrit-Konzentration unter dem Normwert, besteht bei den betroffenen Frauen der Verdacht auf eine Anämie. Die sogenannte Schwangerschafts-Anämie resultiert aus einem Eisenmangel (Sideropenie). Das Eisen benötigt der Körper, um das Hämoglobin zu bilden. In einem großen Blutbild weist eine geringere Zahl roter Blutzellen auf das Defizit hin.

Befinden sich die Eisen-Werte der untersuchten Frauen im Intervall, besteht kein Grund zur Sorge. Veränderte Blutwerte in der Schwangerschaft deuten ausschließlich bei starken Abweichungen auf gesundheitliche Probleme hin.

 

Blutveränderungen ab 45 Jahre

© Dangubic – Fotolia.com

 

In der Schwangerschaft erhöht sich die Zahl der Leukozyten

In der Schwangerschaft sind die Blutwerte auch im Bereich der weißen Blutzellen außerhalb der normalen Werte. Oftmals erhöht sich die Zahl der Leukozyten. Die Leukozytose erklärt sich durch den Umstand, dass der Organismus der werdenden Mutter das ungeborene Kind schützt. Dafür bildet er mehr weiße Blutzellen, die Krankheitserreger fernhalten. Der Arzt untersucht mithilfe des großen Blutbilds, ob die Erhöhung des Leukozyten-Werts im normalen Bereich liegt.

Ein Differenzial-Blutbild gibt zusätzlich Auskunft über die veränderten Werte der Lymphozyten, Granulozyten und Monozyten. Während der Schwangerschaft kann es zu einer Verminderung der Lymphozyten kommen. Schuld daran sind die hormonellen Veränderungen im Blut.

 

Das Schwangerschafts-Hormon kontrollieren Ärzte während der gesamten Schwangerschaft

Zu den wichtigsten Blutwerten in der Schwangerschaft gehört das Schwangerschafts-Hormon hCG. Diese Abkürzung steht für das humane Choriongonadotropin, einem Glykoprotein. Dieses Hormon verhindert die Menstruation. Der Nachweis erfolgt bereits mit der ersten Benutzung eines normalen Schwangerschafts-Tests. Während der gesamten Gravidität überwachen die Ärzte das hCG der werdenden Mütter. Dieses Hormon bewirkt beispielsweise die Abgabe von dem Gelbkörperhormon Progesteron und dem Östrogen.

Mediziner messen regelmäßig den hCG-Wert, weil dessen Höhe und Veränderung relevante Hinweise auf den Verlauf der Schwangerschaft geben. In den ersten Wochen der Gravidität steigt die Konzentration des Schwangerschafts-Hormons stark an. Ab der siebten Woche der Gestation verdoppelt sich dieser Wert alle zwei bis drei Tage. Seine Maximalhöhe erlangt der hCG-Wert in der zehnten bis zwölften Woche der Gravidität. Danach sinkt er bis zu der 20. Schwangerschafts-Woche stetig um 1.000 Internationale Einheiten. Somit pegelt sich der Wert bei 20.000 I. E. ein und bleibt bis zur Niederkunft konstant.

 

Veränderte hCG-Werte geben Auskunft über Risiken in der Schwangerschaft

Wie bei allen Blutwerten in der Schwangerschaft kann eine Abweichung des hCG-Werts auf einen gestörten Schwangerschafts-Verlauf hindeuten. Die Normwerte des hCG liegen in der dritten Woche der Gravidität bei neun bis 130 Internationalen Einheiten. Ab der sechsten Schwangerschafts-Woche liegt der Wert bei bis zu 20.800 I. E.. Bis zur zwölften Woche steigt er auf bis zu 289.000 Internationale Einheiten. Danach verringert sich der hCG-Wert, sodass er in der 41. Woche der Gravidität zwischen 940 bis 60.000 I. E. liegt.

Zu niedrige Werte deuten auf eine drohende Früh- oder Fehlgeburt hin. Weitere Ursachen bestehen beispielsweise in der falschen Berechnung der Schwangerschafts-Woche (SSW) sowie einer Extrauterin-Gravidität (EUG). Dagegen resultiert ein erhöhter hCG-Wert aus einer Blasenmole, einer Entwicklungs-Störung der Plazenta. Auch in der Zellwand entstehende Tumore führen zu einer außerordentlich starken Erhöhung des Schwangerschafts-Hormons.

Neben den normalen Blutwerten bestimmen die Ärzte bei schwangeren Frauen routinemäßig die Blutgruppe sowie den Rhesusfaktor. Weiterhin untersuchen sie das Blut auf verschiedene Erreger. Zu diesen gehören beispielsweise Verursacher der Krankheiten:

  • Ringelröteln,
  • Hepatitis C,
  • Herpes,
  • Zytomegalie,
  • Listerien
  • und Varizella zoster.

 

Zu den wichtigen Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft für werdende Mütter gehören:

 Schwangerschaft VorsorgeBlutgruppenuntersuchung
Schwangerschaft VorsorgeAntikörper-Suchtest
Schwangerschaft VorsorgeRöteln-HAH-Test
Schwangerschaft VorsorgeKontrolle auf das HBs-Antigen
Schwangerschaft VorsorgeFreiwilliger HIV-Test Blutuntersuchung
Schwangerschaft VorsorgeToxoplasmose
Schwangerschaft VorsorgeLues-Such-Reaktion

 

Die Zusammenfassung der Blutwerte in der Gravidität

In der Schwangerschaft sind die Blutwerte in der Regel unterschiedlichen Veränderungen unterworfen. Bei vielen Frauen steigt die Anzahl der Leukozyten, während die Hämoglobin-Konzentration sinkt. Der hCG-Wert spielt während der Gravidität eine tragende Rolle. Liegt dieses Hormon außerhalb der Normwerte, deutet dies auf einen gestörten Verlauf der Schwangerschaft hin.

 

http://www.leukozyten-info.de/leukozytose

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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