Was sind Laborwerte?

Laborwerte verständlich erklärt

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Laborwerte gibt es viele und je nach Krankheitsbild wird der Arzt diese Werte vom Labor anfordern. Oft werden alle Laborwerte in ihrer Gesamtheit als Blutbild bezeichnet, doch streng genommen handelt es sich beim Blutbild nur um die Werte, die das Blut betreffen. Laborwerte gehören zu den wichtigsten diagnostischen Instrumenten in der modernen Medizin. Sie helfen dabei, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, Therapien zu überwachen und den allgemeinen Gesundheitszustand zu beurteilen. Umgangssprachlich wird oft vom „Blutbild“ gesprochen, wenn Laborwerte gemeint sind. Streng genommen bezeichnet das Blutbild jedoch nur die Untersuchung der Blutzellen – viele weitere Laborwerte betreffen Stoffwechsel, Organe oder Elektrolyte.

Doch was sagen diese Werte eigentlich aus? Wie entstehen sie? Und welchen Nutzen haben sie konkret für Patienten?

Was bedeuten die Laboruntersuchung

Ganz besonders oft untersucht werden die Laborwerte für Fette und Zucker. Bei den Fetten geht es in erster Linie um das Cholesterin. Normal sind Laborwerte zwischen 140 – 200mg/dl. Die Konzentration an Cholesterin sagt aber jetzt noch sehr wenig aus, denn Ärzte unterscheiden zwischen dem LDL und dem HDL. LDL steht für Low Density Lipoprotein, und wird salopp oft als das Böse Cholesterin bezeichnet. Es transportiert den größten Teil des Proteins. Hier sollen die Laborwerte unter 155mg/dl Liter. Das HDL, auch oft als das gute Cholesterin bezeichnet, transportiert Cholesterin zur Leber, wo es abgebaut wird. Daneben werden immer noch die Laborwerte der Triglyceride angegeben, der zwischen 60 und 180mg/dl liegen sollte. Für Diabetiker sehr wichtig ist der Gehalt an Glucose im Blut. Hier sollen die Laborwerte zwischen 90 und 110 mg/dl liegen. Im Detail weniger bekannt, aber genauso wichtig, sind die Laborwerte der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Unregelmäßigkeiten in den Laborwerten zeigen schwerwiegende Krankheiten, wie Leberzirrhose, Pankreaskarzinom oder Hepatitis an. Eine Vielzahl von Erkrankungen zeigt der Gamma-GT-Wert an. Dieser sollte bei Männern unter 66 und bei Frauen unter 39 U/l liegen. Das U steht in diesem Fall einfach für Unit, also Einheit. Sind die Werte erhöht, dann kann das auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder gar einen Bauchspeicheldrüsenkrebs hindeuten, aber auch bei einer Leberzirrhose und ein Myokardinfarkt sind diese Laborwerte erhöht. Diese Laborwerte können auch auf Alkoholmissbrauch hindeuten. Bei Hepatitis und Leberzirrhose sind allerdings auch noch andere Laborwerte erhöht, so zum Beispiel die alkalische Phosphatase, die normalerweise bei Männern unter 130 und bei Frauen unter 105 U/l liegen sollte.

Bilirubinwert

Der Bilirubinwert, der bei Frauen und Männern zwischen 0,1 und 1,2 mg/dl liegen sollte, ist hingegen nicht nur bei schweren Erkrankungen erhöht, sondern auch bei einer Schwangerschaft. Darüber hinaus sind die Laborwerte bei einer Hepatitis und bei einem Folsäuremangel erhöht. Als Blutbild im engeren Sinne werden die nachfolgenden Laborwerte bezeichnet. Zunächst einmal zu den Erythrozyten, so heißen bei den Medizinern die roten Blutkörperchen, deren Wert zwischen 4,3 und 5,7 Mill./ul bei Männern und 3,9 und 5,3 Mill./ul bei Frauen betragen soll. Die roten Blutkörperchen sind für den Transport des Sauerstoffes im Blut verantwortlich. Wenn die Laborwerte sinken, dann sprechen die Mediziner von Anämie, also Blutarmut.

Hämatokritwert

Eng mit dem Gehalt an Erythrozyten verwandt ist der Gehalt an Hämoglobin. Hier liegen die Laborwerte bei Männern zwischen 13,5 und 17 g/dl und bei Frauen zwischen 12 und 16 g/dl. Das Hämoglobin ist der eigentliche rote Blutfarbstoff, der die Aufgabe hat, den Sauerstoff zu binden. Natürlich ist auch dieser bei Anämie zu niedrig. Der Hämatokritwert gibt den Anteil der Erythrozyten am Blutvolumen an. Vereinfacht kann man sagen, dass es ein Wert dafür ist, wie flüssig das Blut ist. Die Leukozyten sind die weißen Blutkörperchen, die sich bei einer Infektion vermehren um Krankheiten zu bekämpfen. Hier sollte der Wert zwischen 3,8 und 10,5 Tsd./ul liegen. Sehr häufig wird auch der Gehalt an Elektrolyte gemessen. Eine Erhöhung und eine Reduzierung dieser Werte deuten auf unterschiedliche Krankheiten hin. So ist der Calciumwert, der normalerweise zwischen 2,2 und 2,6 mmol/l liegt, bei bösartigen Tumoren erhöht. Bei Vitamin-D-Mangel hingegen ist er erniedrigt. Ein stark erhöhter Phosphatgehalt deutet auf Diabetes oder Nierenversagen hin. Bei Alkoholmissbrauch hingegen sind die Werte niedriger als sie sein sollten. Der Kaliumwert hat eine ganz besondere Bedeutung beim Herzinfarkt, denn hier sind die Werte, die normalerweise zwischen 3,6 und 4,8 mmol/l liegen sollen, erniedrigt. Übersicht über alle Themen die Blutwerte eines kleinen oder großen Blutbild, Differentialblutbild betreffen. 

Laborwerte verständlich erklärt

Veröffentlicht am 12. Februar 2019 von M. Foerster, Medizinredakteur

Laborwerte gibt es viele und je nach Krankheitsbild wird der Arzt diese Werte vom Labor anfordern. Oft werden alle Laborwerte in ihrer Gesamtheit als Blutbild bezeichnet, doch streng genommen handelt es sich beim Blutbild nur um die Werte, die die Blutzellen betreffen. Viele andere Laborwerte sagen dagegen etwas über Stoffwechsel, Organe oder Elektrolyte aus.

Laboruntersuchungen helfen dabei, Erkrankungen früh zu erkennen, Risiken einzuschätzen und Therapien zu kontrollieren. Wichtig ist: Ein einzelner Wert ist selten allein entscheidend. Erst die Kombination mehrerer Werte, die Beschwerden und die Vorgeschichte ergeben ein sinnvolles Bild.

Was bedeuten Laboruntersuchungen?

Bei einer Laboruntersuchung werden messbare Bestandteile des Blutes (oder anderer Körperflüssigkeiten) analysiert. Dazu zählen zum Beispiel Fette, Zucker, Enzyme, Abbauprodukte sowie die Anzahl der Blutzellen. Moderne Labore nutzen standardisierte Analyseverfahren, damit Ergebnisse vergleichbar sind.

Die wichtigsten Laborwerte im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt zentrale Laborwerte, typische Orientierungsbereiche (können je nach Labor variieren), wie sie im Körper entstehen und welchen Nutzen sie haben.

Laborwert Orientierungsbereich (Erwachsene) Wie entsteht der Wert? Nutzen / Bedeutung
Cholesterin gesamt 140–200 mg/dl Wird in der Leber gebildet und über Nahrung aufgenommen. Grundwert zur Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos.
LDL-Cholesterin („schlechtes“) < 155 mg/dl Transportiert Cholesterin vom Blut in Richtung Gewebe. Erhöhtes LDL begünstigt Ablagerungen in Gefäßen (Arteriosklerose).
HDL-Cholesterin („gutes“) häufig > 40 mg/dl Transportiert Cholesterin zur Leber zurück, wo es abgebaut wird. Schutzfaktor: höheres HDL ist meist günstig für Gefäße.
Triglyceride 60–180 mg/dl Energiereserve aus Fetten; steigt u. a. nach fettreicher Kost. Hinweis auf Stoffwechselstörungen und kardiovaskuläre Risiken.
Glucose (nüchtern) 90–110 mg/dl Blutzucker wird durch Hormone (Insulin/Glukagon) reguliert. Wichtiger Wert zur Diabetes-Diagnostik und Therapiekontrolle.
Gamma-GT Männer < 66 U/l, Frauen < 39 U/l Enzym aus Leber- und Gallengangzellen; steigt bei Zellstress. Hinweis auf Leber-/Gallenwegsprobleme, Alkoholbelastung, teils auch Pankreas-Stress.
Alkalische Phosphatase (AP) Männer < 130 U/l, Frauen < 105 U/l Enzym u. a. aus Leber, Gallenwegen und Knochen. Hilft bei der Abklärung von Gallenstau, Leber- und Knochenprozessen.
Bilirubin 0,1–1,2 mg/dl Abbauprodukt aus Hämoglobin; wird über Leber/Galle ausgeschieden. Erhöht u. a. bei Lebererkrankungen, Gallenstau; kann auch in besonderen Situationen ansteigen.
Erythrozyten Männer 4,3–5,7 Mio./µl
Frauen 3,9–5,3 Mio./µl
Rote Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet. Sauerstofftransport; niedrige Werte sprechen u. a. für Blutarmut (Anämie).
Hämoglobin (Hb) Männer 13,5–17 g/dl
Frauen 12–16 g/dl
Roter Blutfarbstoff in Erythrozyten, bindet Sauerstoff. Wichtig für die Beurteilung einer Anämie und Sauerstoffversorgung.
Hämatokrit häufig ca. Männer 40–50 %
Frauen 37–45 %
Anteil der Blutzellen am gesamten Blutvolumen. Hinweis auf „Dicke“/Fließfähigkeit des Blutes und Flüssigkeitshaushalt.
Leukozyten 3,8–10,5 Tsd./µl Weiße Blutkörperchen (Immunsystem), Bildung im Knochenmark. Steigen häufig bei Infektionen/Entzündungen; wichtig zur Verlaufskontrolle.
Calcium 2,2–2,6 mmol/l Reguliert durch Vitamin D und Parathormon; Speicher vor allem im Knochen. Wichtig für Knochen, Muskeln, Nerven; Abweichungen bei verschiedenen Erkrankungen möglich.
Kalium 3,6–4,8 mmol/l Elektrolyt, zentral für Zellfunktionen und elektrische Erregbarkeit. Relevant für Herzrhythmus; Störungen können gefährlich sein.
Phosphat häufig ca. 0,8–1,5 mmol/l Bestandteil von Knochen und Energiestoffwechsel (ATP). Hinweise u. a. auf Nierenfunktion und Stoffwechselprozesse.

Wie entstehen Laborwerte und warum sind sie so nützlich?

Laborwerte sind messbare Ergebnisse körperlicher Prozesse. Viele Werte entstehen durch den normalen Stoffwechsel und verändern sich, wenn Organe stärker belastet sind oder Erkrankungen vorliegen. Ein Beispiel: Leberenzyme steigen häufig, wenn Leberzellen gereizt oder geschädigt sind. Blutzucker verändert sich, wenn die Insulinregulation gestört ist.

Der große Vorteil: Laborwerte liefern objektive Hinweise, oft schon bevor Beschwerden eindeutig sind. Sie helfen dabei, Risiken früh zu erkennen (z. B. Fettstoffwechselstörungen), Ursachen einzugrenzen (z. B. Infektion vs. andere Auslöser) und Behandlungen zu überwachen (z. B. Diabetes-Therapie).

Blutbild: kleiner vs. großer Check

Das kleine Blutbild umfasst vor allem Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit sowie Leukozyten (und in der Regel auch Thrombozyten). Das große Blutbild ergänzt diese Werte um ein Differentialblutbild, bei dem die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen genauer aufgeschlüsselt werden. Das kann helfen, die Art einer Infektion oder Entzündung besser einzuordnen.

Laborwerte sind ein zentraler Baustein moderner Diagnostik. Sie geben Hinweise auf Organfunktion, Entzündungen und Stoffwechselprozesse. Dennoch gilt: Ein einzelner Wert ist selten allein aussagekräftig. Erst im Zusammenspiel mit Symptomen, Vorgeschichte und ggf. weiteren Untersuchungen entsteht eine verlässliche medizinische Einordnung.