Morbus Hodgkin – Ursachen, Symptome und Behandlung  – Besonderheiten des Morbus Hodgkin Rezidiv

Morbus Hodgkin bezeichnet sogenannte Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome. Die Lymphome sind eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems und können am ganzen Körper auftreten, da sich das lymphatische System über den gesamten menschlichen Körper erstreckt.

Ein Rezidiv bedeutet das Wiederauftreten der Krankheit.

Ursache für Morbus Hodgkin sind Veränderungen im Erbgut der Betroffenen. Wird die niederschmetternde Diagnose von einem Arzt gestellt, entwickelt ein Onkologe einen für die Ausprägung der Krankheit zutreffendes Therapieprogramm.

Blutzellen, blutgruppen
Blutzellen, blutgruppen in der übersicht Copyright: pitris bigstockphoto

Kann Morbus Hodgkin wieder kommen?

Die Heilungschancen sind zum großen Teil abhängig von der Ausprägung der Erkrankung bei Diagnosestellung.

Beim Morbus Hodgkin kommt es jedoch relativ häufig vor, dass die Krankheit zunächst offensichtlich ausheilt und verschwindet. Nach einer gewissen Zeit kommt es zu einem Krankheitsrückfall, Mediziner sprechen von einem Rezidiv.

Ein Morbus Hodgkin Rezidiv tritt meist in den ersten Jahren nach der Ersterkrankung auf, selten aber durchaus möglich, auch noch viele Jahre später. Als Betroffener der gerade eine Odyssee an Behandlungen hinter sich hat, oder als sorgender Angehöriger kommen daher oft Fragen auf wie: Woran erkenne ich ein Morbus Hodgkin Rezidiv? Kommt bei einem Morbus Hodgkin Rezidiv die gleiche oder eine ähnliche Therapieform zum tragen? Wie wird ein Morbus Hodgkin Rezidiv behandelt und wie groß sind die Heilungschancen bei einem Krankheitsrückfall?

Morbus Hodgkin & Rezidiv – Faktenblock

  • Mediziner sprechen von einem Rezidiv, wenn die Krankheit nach Ausheilung der Ersterkrankung erneut auftritt
  • Derzeit liegt die Rezidivquote für Morbus Hodgkin bei etwas 10 Prozent
  • Ursache für ein Morbus Hodgkin Rezidiv können eine Untertherapie mit Zytostatika sein oder gegen die Therapie resistente, bösartige Zellen
  • Symptome eines Morbus Hodgkin Rezidivs sind ähnlich, wie die der Ersterkrankung
  • Nach erfolgreicher Behandlung des Morbus Hodgkin Rezidivs ist es wichtig, dass Betroffene die Nachsorgeangebote engmaschig wahrnehmen.

Morbus Hodgkin – Ein Überblick

Morbus Hodgkin ist eine bösartige Krebserkrankung, der Krankheitsursprung befindet sich in einem bestimmten Teil des menschlichen Immunsystems, im sogenannten lymphatischen System. Lymphatische Organe sind beispielsweise die Lymphknoten, die Milz und die Mandeln. Daher kann Morbus Hodgkin überall im Körper auftreten.

Ein wichtiges, erstes Krankheitssympton sind geschwollene aber schmerzfreie Lymphknoten am Hals oder unter in den Achseln. Ist ein Lymphknoten befallen, kann sich Morbus Hodgkin im gesamten Körper über das lymphatische System ausbreiten. In einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium können auch Organe befallen sein, die nicht zum lymphatischen System gehören, wie zum Beispiel die Leber.

Bei Morbus Hodgkin sind die Symptome in ihrem Fortschreiten sehr langsam. Schmerzlose, geschwollene Lymphknoten, meist nur an einer Stelle, können über einen längeren Zeitraum das einzige Symptom sein. Daher sollten geschwollene Lymphknoten immer bei einem Arzt vorgestellt werden.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist Morbus Hodgkin sehr selten. Von 100.000 neu an Krebs Erkrankten haben lediglich zwei bis drei Patienten diese Form des Lymphdrüsenkrebs. Vor allem junge Erwachsene sind von Morbus Hodgkin betroffen. Kinder hingegen sind eher selten Leidtragende des bösartigen Krankheitsbildes.

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2014 erkrankten 2.390 Menschen an Morbus Hodgkin. Zum Vergleich: An Darmkrebs sind jährlich etwa 60.000 Neuerkrankungen zu verzeichnen. Männer sind von Morbus Hodgkin etwas häufiger betroffen als Frauen.

Generell können Lymphknoten in allen Bereichen des menschlichen Körpers betroffen sein. Jedoch treten die typischen Schwellungen vermehrt im Halsbereich, unter den Achseln, hinter dem Brustbein, im Nacken oder in der Leistengegend besonders häufig auf.

Betroffene können die Schwellung meist ertasten. Sie ist jedoch schmerzfrei. Befällt Morbus Hodgkin jedoch zu erst Lymphknoten, die von außen nicht zu tasten sind, bemerkt der Betroffene vorerst gar nichts.

Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Lymphknoten im Bauchraum betroffen sind. Erst mit dem immer stärkeren Zunehmen der Schwellung können Bauchschmerzen ein Hinweis auf vergrößerte Lymphknoten im Bauchraum sein.

So kann Morbus Hodgkin beim Befall innerer Lymphknoten auch Ursache für Reizhusten und Luftnot sein, wenn zum Beispiel ein geschwollener Lymphknoten auf die Luftröhre oder Lunge drückt.

Auch allgemeine Symptome können einen Hinweis auf Morbus Hodgkin sein. Da sie aber für eine Vielzahl von weitaus harmloseren Erkrankungen stehen, werden sie als sogenannte B-Symptome betitelt und sind im alleinigen Auftreten kein Grund zur Sorge.

Zu diesen B-Symptomen gehören unter anderem:

  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • starker Gewichtsverlust, der auf keine Ursache zurückzuführen ist (mehr als 10 Prozent Verlust des Körpergewichtes innerhalb von sechs Monaten)
  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Juckreiz am ganzen Körper
  • Brust-, Bauch und Rückenschmerzen
  • Schmerzen in betroffenen Lymphknoten nach Alkoholkonsum (sogenannter Alkoholschmerz, sehr selten!)

Eine frühe Feststellung von Morbus Hodgkin bietet die beste Voraussetzung für eine komplette Ausheilung der Erkrankung bei entsprechender Therapie.

Allerdings sind die oben genannten unspezifischen Symptome in Kombination mit geschwollenen Lymphknoten auch Hinweise für viele, harmlose Erkrankungen wie Erkältung, Grippe oder Bronchitis. Halten die Symptome jedoch länger als 2 Wochen an, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und die Ursache feststellen zu lassen.

Die Diagnose Morbus Hodgkin ist natürlich niederschmetternd. Keine Diagnose macht soviel Angst, wie die Diagnose Krebs. Trotzdem ist Morbus Hodgkin gut heilbar. Etwa 80 Prozent der Erkrankten überleben länger als fünf Jahre.

Wird die Krankheit in einem frühen Krankheitsstadium festgestellt, sind die Heilungschancen sogar noch besser. Allerdings ist der Krankheitsverlauf sehr individuell und daher nicht vorhersehbar. Grundvoraussetzung für die Heilung von Morbus Hodgkin ist eine konsequente und individuell angepasste Therapie, deren Hauptbestandteil die Chemotherapie ist.

Jedoch kommt es bei Morbus Hodgkin relativ häufig vor, dass nach Überwindung der Ersterkrankung ein Krankheitsrückfall, ein sogenanntes Rezidiv, auftritt. Dies ist meist in den ersten Jahren nach Krankheitsüberwindung der Fall. Sind Betroffene länger als fünf Jahre rezidivfrei, sinkt das Risiko erheblich, erneut an Morbus Hodgkin zu erkranken.

Daher ist eine engmaschige, langjährige Nachsorge auch nach Krankheitsüberwindung wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Morbus Hodgkin Ursachen

Was genau die Ursache von Morbus Hodgkin ist, können Forscher derzeit nur vermuten. So stehen beispielsweise bestimmte Viren im Verdacht, ein Ausbrechen der Krankheit zu begünstigen.

Das Epstein-Barr-Virus, dass das pfeifferische Drüsenfieber auslöst, steht hier im Verdacht, denn: Menschen, die das Epstein-Barr-Virus in sich tragen, erkranken häufiger an Morbus Hodgkin, als Menschen, die noch keinen Kontakt mit dem Virus hatten.

Allerdings erkranken auch Menschen an Morbus Hodgkin, die das Epstein-Barr-Virus nicht in sich tragen. Hinzu kommt, dass relativ viele Menschen Kontakt mit dem Epstein-Barr-Virus haben, während Morbus Hodgkin sehr selten auftritt. Daher müssen noch weitere Faktoren ursächlich für den Ausbruch dieser schweren, lebensbedrohlichen Erkrankung sein. Auch Menschen, bei denen eine Organtransplantation durchgeführt wurde, haben ein erhöhtes Risiko an Morbus Hodgkin zu erkranken. Genetische Merkmale und Umwelteinflüsse können ebenso ursächlich sein.

 

Morbus Hodgkin Rezidiv – Was ist das?

Betroffene leiden an einem Morbus Hodgkin Rezidiv, wenn die Krankheit nach Ausheilung einer Ersterkrankung an Morbus Hodgkin erneut auftritt. Meist zeigt sich in einer Nachuntersuchung, dass die Lymphknoten erneut beginnen zu wachsen.

Wie bei der Ersterkrankung auch, kann lediglich eine Lymphknotenregion betroffen sein, was als sogenanntes Stadium I klassifiziert wird. Die Ausprägung des Rezidivs kann jedoch auch schlimmer sein und ein höheres Stadium wird diagnostiziert.

Derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit für Betroffene, erneut an Morbus Hodgkin zu erkranken bei ungefähr 10 Prozent.

Die 10 Prozent umfassen dabei alle vier Ausprägungsstadien. Allerdings kann man festhalten: Je höher das Ausgangsstadium der Ersterkrankung war, umso höher ist auch die Rezidivquote, denn: Je stärker der Körper des Betroffenen befallen war, umso höher ist auch die Wahrscheinlichkeit trotz idealer Therapie nicht alle bösartigen Zellen vernichtet zu haben.

Dabei sind Männer um einige Prozent häufiger betroffen als Frauen.

Morbus Hodgkin Rezidiv – wie kommt es dazu?

Wie bei der Ersterkrankung auch, bemerken entweder der Betroffene selbst oder der Arzt bei der Nachkontrolle, dass ein oder mehrere Lymphknoten wieder zu wachsen beginnen. Die vergrößerten Lymphknoten können unter den Achseln, am Hals, in der Leiste oder an anderen Körperregionen auftreten.

Da geschwollene Lymphknoten am Hals beispielsweise immer auch eine Begleiterscheinung bei harmlosen Infekten sind, ist eine engmaschige Nachkontrolle nach erfolgreich überwundener Ersterkrankung in den ersten fünf Jahren zwingend notwendig.

Nach diesen fünf Jahren sinkt die Wahrscheinlich an einem Morbus Hodgkin Rezidiv zu erkranken erheblich, ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Als Ursachen für das Auftreten eines Morbus Hodgkin Rezidivs nennen Mediziner eine sogenannte Untertherapie bei der Erstbehandlung. In der Behandlung beim Auftreten von Morbus Hodgkin werden sogenannte Zytostatika eingesetzt.

Zytostatika sind Medikamente, die das Zellwachstum und/oder die Zellteilung hemmen. Sie kommen bei der Behandlung von bösartigen, onkologischen Erkrankungen, im Volksmund: Krebs, zum Einsatz. Eine Untertherapie bei der Erstbehandlung meint, dass die eingesetzten Zytostatika nicht in ausreichender Menge eingesetzt wurden, um den Krebs zu besiegen.

Auch kann es bei einem Morbus Hodgkin Rezidiv dazu kommen, dass die Tumorzellen eine Resistenz, ähnlich wie multiresistente Bakterien bei einer Antibiotikatherapie, entwickelt haben und sich die bösartigen Zellen trotz ausreichendem Einsatz von Zytostatika weiter teilen.

Mobus Hodgkin Rezidiv – welche Symptome können auftreten?

Betroffene, die bereits eine Morbus Hodgkin Erkrankung überstanden haben, sind sicherlich genau von ihrem behandelnden Onkologen über mögliche Hinweise auf ein Rezidiv aufgeklärt worden. Hinzu kommen regelmäßige Nachkontrollen, die ein Rezidiv im besten Falle ausschließen oder es zumindest rechtzeitig entdecken.

Wie bei der Ersterkrankung auch können jedoch bestimmte Krankheitszeichen auf ein Mobus Hodgkin Rezidiv hinweisen. Ob und welche Symptome bei Betroffenen auftreten, hängt wie bei der Ersterkrankung davon ab, in welchem Ausmaß und wo im Körper die Krankheit erneut ausbricht.

Das tückische an der Krankheit:

Sie kann sowohl bei der Ersterkrankung als auch bei einem Rezidiv an Körperstellen auftreten, die von Außen nicht zu ertasten sind. Die Lymphknoten schwellen innerhalb des Körpers an, zum Beispiel hinter dem Brustbein oder in der Bauchhöhle. Ist die Lage des anschwellenden Lymphknotens beispielsweise hinter dem Brustbein, kommt es vorerst zu Reizhusten und später zu Luftnot. Schmerzen oder ein Druckgefühl im Unterbauch sowie unklare Durchfälle können auf einen Befall der Lymphknoten im Bauchraum hinweisen. In sehr seltenen Fällen bemerkt der Betroffene einen sogenannten „Alkoholschmerz“ in der betroffenen Bauchregion nach einem Bier oder einem Glas Wein. Weitere Symptome eines Mobus Hodgkin Rezidivs können sein:

  • Rückenschmerzen, Brustschmerzen, Bauchschmerzen
  • starker Juckreiz an bestimmten Stellen oder am ganzen Körper
  • allgemeiner Leistungsabfall, Antriebslosigkeit, verstärkte Müdigkeit
  • Husten, der länger als 14 Tage anhält
  • Schmerzen im Bauchraum nach Alkoholkonsum (Alkoholschmerz)
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust, wobei der Gewichtsverlust mehr als 10 Prozent des Körpergewichtes innerhalb von sechs Monaten beträgt
  • starkes Schwitzen, vor allem in der Nacht (Nachtschweiß)
  • Unklares Fieber, das nicht auf eine Infektion zurückzuführen ist
  • Lymphknotenschwellung

Betroffene, die eines oder mehrere Symptome bei sich feststellen, sollten in jedem Fall schnellstmöglich einen Termin bei ihrem behandelnden Onkologen vereinbaren, um ein Morbus Hodgkin Rezidiv im besten Fall auszuschließen.

Morbus Hodgkin Rezidiv – Behandlung und Therapie

Generell lässt sich sagen: Leiden Betroffene an einem Krankheitsrückfall (Morbus Hodgkin Rezidiv) erhalten sie vorerst eine erneute beziehungsweise intensivere Therapie. Gleiches gilt für Ersterkrankte, die auf die Therapie nicht reagieren. Behandlungsmaßnahmen sind unter anderem Chemotherapie, Strahlentherapie sowie die sogenannte Hochdosis-Chemotherapie und die Stammzellentransplantation.
Welche Behandlungsmethode bei einem Morbus Hodgkin Rezidiv angewendet wird, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Hierzu zählen unter anderem:

  1. Der Zeitpunkt des Auftretens des Morbus Hodgkin Rezidivs nach der Ersterkrankung
  2. Welche Ausprägung (welches Stadium) weist das Morbus Hodgkin Rezidiv auf?
  3. Welche Therapieform wurde für die Erstbehandlung eingesetzt (Therapiegruppe bei Ersterkrankung)

Tritt ein Morbus Hodgkin Rezidiv erst spät auf (ein Jahr nach Abschluss der Erstbehandlung oder später) können mit Chemotherapie und Strahlentherapie in Kombination sehr gute Ergebnisse und somit eine gute Prognose erzielt werden.

Dies gilt ebenso, wenn bereits die Ersterkrankung in einem sehr frühen Stadium (Stadium I) entdeckt und behandelt wurde. Betroffene, die während der Erstbehandlung noch keine Strahlentherapie erhalten mussten, haben ebenfalls eine gute Prognose, da diese Therapiemöglichkeit bei einem Morbus Hodgkin Rezidiv nun hinzugezogen werden kann.

Bei Behandlung des Morbus Hodgkin Rezidivs mit einer Chemotherapie werden andere Medikamente verwendet, als im ersten Erkrankungsfall.

Tritt Morbus Hodgkin Rezidiv bereits früh auch (Zeitraum kürzer als ein Jahr nach Abschluss der Ersterkrankung) ist eine alleinige Therapie mit Chemotherapie und Strahlentherapie meist wenig erfolgsversprechend.

Morbus Hodgkin Rezidiv Chemotherapie

Gleiches gilt für Betroffene, die zwar erst später ein Rezidiv erleiden, jedoch bei der Ersterkrankung eine sehr intensive Form der Chemotherapie benötigt haben, um die bösartige Krankheit zu überwinden.

Um trotz der Schwere des Krankheitsverlauf die Prognose und somit auch die Heilungschancen zu optimieren, wird in solchen fällen auf eine hochdosierte Form der Chemotherapie bei Morbus Hodgkin zurückgegriffen. Anschließend folgt in solchen Fällen meist eine sogenannte autologe Stammzelltransplantation. Sollten nach der autologen Stammzelltransplantation weiterhin Tumorzellen im Körper des Betroffenen nachzuweisen sein, wird eine Strahlentherapie oder eine sogenannte erhaltende Chemotherapie eingeleitet.

Dies bedeutet, dass der Erfolg der bisherigen Behandlung so lange wie möglich stabil erhalten werden soll. Ein weiteres oder erneutes Fortschreiten der Erkrankung soll so lange wie möglich eingedämmt werden.

Morbus Hodgkin Rezidiv – Was ist eine autologe Stammzelltransplantation?

Eine Stammzelltransplantation beschreibt die Übertragung von Stammzellen von einem Spender auf einen Empfänger. Hierbei können Spender und Empfänger unterschiedliche Menschen oder ein und dieselbe Person sein.

Bei der autologen Stammzelltransplantation sind Empfänger und Spender derselbe Mensch. Eine Spende durch einen Fremdspender ist somit nicht notwendig. Bevor die Behandlung mit einer hochdosierten Chemo- oder Strahlentherapie beginnt, werden die Stammzellen für die autologe Stammzelltransplantation zuvor aus dem Knochenmark oder dem sogenannten peripheren Blut des Betroffenen gewonnen.

Damit eine ausreichende Menge Stammzellen gewonnen werden kann, erhält der Betroffene im Vorfeld Medikamente, die die Wachstumsfaktoren von Stammzellen im Blut beschleunigen beziehungsweise mobilisieren. Damit nicht auch Tumorzellen gewonnen werden, die bei einer anschließenden Spende ein erneutes Rezidiv verursachen, werden bei der Gewinnung gesunde Stammzellen mit Hilfe von Tumorantikörpern von kranken Stammzellen getrennt.

Damit eine autologe Stammzelltransplantation überhaupt möglich ist, ist es Voraussetzung, das ungefähr 50 Prozent der Tumorzellen bei einer vorangegangenen Chemotherapie abgestorben sind. Mediziner sprechen in diesem Fall von einer Teilremission (Teilweise Ausheilung der Krankheit).

Hierzu erhält der Betroffene vier Chemotherapieblöcke, die kurz vor der Hochdosis-

Kann Morbus Hodgkin wieder kommen?

angeordnet sind. Ob das Morbus Hodgkin Rezidiv auf diese vorbereitende Chemotherapie überhaupt anspricht wird nach dem Therapieblock zwei und vier überprüft. Mediziner sprechen dann von einem frühen (nach dem zweiten Block) oder späten (nach dem vierten Block) Ansprechen der Krankheit auf die Chemotherapie.

Ein gutes, frühes Ansprechen auf die vorbereitende Chemotherapie spricht für einen guten Behandlungserfolg mit der Hochdosis-Chemotherapie und der anschließenden autologen Stammzelltransplantation.

Morbus Hodgkin Rezidiv überwunden – und nun?

Die Behandlung eines Morbus Hodgkin Rezidivs und bereits die Behandlung der Ersterkrankung verlangen dem Betroffenen körperliche und psychische Höchstleistungen ab. Die intensive Behandlung mit Chemo- und Strahlentherapie sowie die Erkrankungssymptome und der langwierige Behandlungsprozess mit vielen unangenehmen Nebenwirkungen können sowohl körperliche als auch psychische Folgen hervorrufen.

Oft machen sich diese erst nach der Behandlung bemerkbar, wenn Betroffene eigentlich den Behandlungserfolg genießen sollten. Auch nach einer erfolgreichen Behandlung eines Morbus Hodgkin Rezidivs besteht immer das Risiko, dass die Erkrankung ein weiteres Mal ausbricht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Betroffene eine intensive körperliche und psychosoziale Nachsorge erfahren.

Ziel der Nachsorge ist es, mögliche Spätfolgen sowie ein erneutes Auftreten der Erkrankung so schnell wie möglich zu erkennen. Auch bei körperlichen, psychischen oder sozialen Problemen, die auf die Krankheit oder die Behandlung zurückzuführen sind, unterstützt eine gute Nachsorge.

Nach Abschluss einer erfolgreichen Therapie befindet sich der Betroffene in sogenannter Remission (Genesung). Das Behandlungsteam wird engmaschige Nachsorgetermine in der behandelnden Klinik festlegen um Spätfolgen oder gar ein erneutes Auftreten des Morbus Hodgkin Rezidivs rechtzeitig zu erkennen beziehungsweise im besten Falle auszuschließen.

Im Mittelpunkt der Nachsorge stehen neben ausführlichen Arztgesprächen auch umfangreiche Untersuchungen. Hinzu kommen abhängig vom Ausgangsbefund der Erkrankung bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomographie? (kurz: MRT) und/oder Computertomographie? (kurz: CT).

Um ein weiteres Morbus Hodgkin Rezidiv rechtzeitig zu erkennen finden die Nachsorgeuntersuchungen im ersten Jahr nach erfolgreicher Behandlung sehr zeitnah alle drei Monate statt.

Die Zeiträume verlängern sich, je länger der Betroffene gesund bleibt. Erst ab dem sechsten Jahr nach Abschluss der Behandlung entscheiden Arzt und Betroffener gemeinsam ob und wie oft weitere Nachsorgetermine erfolgen. Festzuhalten ist, dass ab dem fünften krankheitsfreien Jahr ein weiteres Rezidiv immer unwahrscheinlicher wird. Möglich ist ein erneutes Auftreten des Morbus Hodgkin Rezidivs jedoch trotzdem.

Ebenso erfolgen während der Nachsorge regelmäßig Kontrollen bezüglich sogenannter Spätfolgen. Die umfangreiche Therapie und Behandlung des Morbus Hodgkin Rezidivs ist leider weder nebenwirkungsfrei noch risikoarm.

Keine Behandlung der Erkrankung würde jedoch binnen weniger Wochen zum Tod des Betroffenen führen.

Im Allgemeinen ist der Nachsorgezeitraum nach einer Erkrankung an Morbus Hodgkin mindestens auf zehn Jahre festgelegt. Gerade weitere Krebserkrankungen, die ihren Auslöser in der aggressiven Bekämpfung des Morbus Hodgkin Rezidivs finden, können erst viele Jahre später auftauchen. Daher ist eine gute und regelmäßige Nachsorge als Teil des Lebens des Betroffenen zu sehen.

Quelle:

Volker Diehl, Rudolf Schlag, Eckkard Thiel (Herausgeber): „Morbus Hodgkin und Non-Hodgkin-Lymphome: Fortschritte der Diagnostik und aktuelle Therapiekonzepte (Uberarbeitete Auflage)“, Karger Verlag, Freiburg 1998
Quelle: Tumorzentrum München, M. Dreyling (Herausgeber): „Maligne Lymphome: Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge (Manuale Tumorzentrum München)“, Zuckschwerdt Verlag, 2015

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