Wann steigt das Risiko für einen Herzinfarkt

Der Herzinfarkt ist in Verbindung mit verschieden weiteren Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems in den Industrinationen eine der häufigsten Todesursachen bei über 60-jährigen. Trotz dieser Einsicht darf man sich jedoch nicht täuschen lassen, denn ganz grundsätzlich kann ein Infarkt selbstverständlich auch bei deutlich jüngeren Personen vorkommen und auch bei diesen zum Tode führen. Die Frage „Herzinfarkt: ab welchem Alter?“ lässt sich aus diesem Grund nicht so ganz einfach beantworten.

Herinfarkt ab welchem Alter erhöht sich das Risiko
Herinfarkt Risiko bei Senioren? Copyright: Yastremska, Bigstockphoto

 

 

Ab welchem Alter ist man Herzinfarkt gefährdet?

Üblicherweise tritt ein Herzinfarkt bei jungen Patienten allerdings weniger auf Grund eines ungesunden Ernährungsverhaltens auf, sondern ist meist genetisch bedingt: auf Grund einer erblichen Veranlagung sind hier die Bluttfettwerte deutlich zu hoch, was zu Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen führt. Da Cholesterin– und Blutfettwerte nicht notwendigerweise standardmäßig bei jüngeren Personen untersucht werden, bleibt diese gefährliche Tatsache manchmal unentdeckt.

 

Der Cholesterinwert in den Industrienationen

Meistens ist ein Herzinfarkt die Folge einer bereits über einen längeren Zeitraum bestehenden Erkrankung, die aber nicht behandelt oder vom Patienten möglicherweise gar nicht als Problem wahrgenommen wurde. Ursächlich dafür ist die Tatsache, dass eine über einen längeren Zeitraum bestehende Erhöhung der Cholesterin- und anderer Bluttfettwerte, sowie eine Erhöhung des Blutdrucks zunächst nicht unbedingt Symptome machen. Die Ursache für einen Herzinfarkt ist damit meistens die sogenannte koronare Herzerkrankung, also eine Erkrankung auf Grund von Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Bei der Frage „Herzinfarkt: ab welchem Alter?“ ist es auch wichtig zu betonen, dass es weltweit viele Kulturen gibt, bei denen die Erkrankung deutlich seltener vorkommt, als in den Industrienationen, in denen eine unausgewogene Ernährung und ein akuter Bewegungsmangel häufig das grundlegende Problem sind.

 

Herzinfarkte bei Kindern

Stellt man die Frage „Herzinfarkt ab welchem Alter?“ so muss man auch evaluieren, ob das Krankheitsbild Herzinfarkt bereits bei Kindern vorkommt. Und tatsächlich ist es eine Tatsache, dass das Risiko bei Kindern in den Industrienationen in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Die Ursache hierfür liegt in den veränderten Ernährungsgewohnheiten ganzer Generationen von Menschen und ist somit auf genetische und kulturelle Faktoren zurückzuführen. Insbesondere liegt dieser Form des Herzinfarktes – ebenso wie beim Herzinfarkt des Erwachsenen – nicht das Übergewicht alleine, sondern insbesondere die ernährungsbedingte Vermehrung von Bauchfett zugrunde; dieses produziert Hormone, die chronische Entzündungen im Organismus verursachen, was bei Kindern und Erwachsenen zur Arterienverkalkung und Störungen in der Blutzufuhr verursacht. Ein Myokardinfarkt (Herzinfarkt) kann die Folge sein.

 

Mythos „Managerinfarkt“

Die Frage „Herzinfarkt ab welchem Alter?“ lässt sich also ganz klar mit der Einsicht beantworten, dass ein Herzinfarkt im Grunde in jeder Altersgruppe möglich ist. Falls in der Familie schon Herzinfarkte vorgekommen sind, verdoppelt sich das Risiko, selber einen zu erleiden. Studien haben allerdings auch gezeigt, dass die Idee des sogenannten „Managerinfarktes“, also eines allein Stress-bedingten Infarktes bei CEOs oder Personen in führenden und verantwortungsvollen Positionen ein Mythos ist.

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Es ist eher umgekehrt so, dass eine passive Lebensweise ohne durch Aktivität kompensierten Stress einen Herzinfarkt in jüngerem Alter zu verursachen vermag. Während also vor vielen Jahren noch vermutet wurde, dass die damals als Typ-A beschriebene Persönlichkeit, die sich durch Durchsetzungsfähigkeit, „übertriebenen“ beruflichen Einsatz und Aggressivität auszeichnet, für einen Infarkt prädestiniert ist, stehen heute introvertierte und zurückhaltende Personen eher in zunehmendem Interesse der Herzinfarktforschung.

 

Frauen „ticken“ anders: Eva-Infarkte

Während Herzinfarkte sich in vielen Fällen durch sehr akute und bedrohliche Symptome, wie ein extremes Druckgefühl in der Brust, Todesängste und Atemnot zeigen, existieren auch sogenannte stumme Infarkte, die man auch gerne als Eva-Infarkt bezeichnet, da sie bei Frauen häufiger vorkommen. Es stellt sich also nicht alleine die Frage „Herzinfarkt ab welchem Alter?“, sondern es ist ebenso wichtig zu nachzuforschen, wie und in welchem Alter sich der Herzinfarkt bei den unterschiedlichen Geschlechtern zeigt. Bemerkenswert ist hier die Tatsache, dass dass Herzinfarktrisiko bei Männern größer ist, ebenso erkranken diese gerne auch früher. Die Ursache dafür liegt in der Tatsache, dass Männer bei einer Fehlernährung eher zu einer verstärkten Ansammlung von Bauchfett neigen, während sich das zugelegte Gewicht bei Frauen eher verteilt. Wie oben erwähnt ist es insbesondere das Fett im Bauchgereicht, dass die Neigung zur Arterienverkalkung verstärkt.

 

Erkrankungsgipfel und Sterblichkeit

Bei Männern muss man die Frage „Herzinfarkt ab welchen Alter?“ aus diesem Grund mit einem relativ frühen Erkrankungsgipfel von 55 bis 59 Jahren beantworten, während Frauen am häufigsten zwischen 65 und 69 Jahren erkranken. Auf Grund eines Schutzes durch das Hormon Östrogen ist bei Frauen ein Herzinfarkt in jungem Alter (also vor der Menopause) überaus selten. Bei Männern tritt dieser frühe Myokardinfarkt mit einer etwa 10 mal höheren Wahrscheinlichkeit auf. Auf die Frage „Herzinfarkt ab welchem Alter?“ muss man also geschlechtsspezifisch antworten. Allerdings muss man an dieser Stelle noch einmal betonen, dass ein Infarkt bei Frauen oft untypisch und scheinbar subakut verläuft.

In den Situationen, in denen bei Frauen ein Infarkt auftritt, wird er häufig deutlich später erkannt, als das bei Männern der Fall ist. Frauen erhalten daher die lebensnotwendige Behandlung oft mit einer Verzögerung, so dass bei Ihnen bei Auftreten eines Myokardinfarktes eine höhere Sterblichkeitsrate vorliegt.

 

Die Sache mit den Fetten: Vorbeugung

Der Herzinfarkt ist Folge einer Langzeiterkrankung, die rechtzeitig erkannt werden muss. Eine wichtige Frage der Forschung bezieht sich also auf die Möglichkeiten einer Vorbeugung. Bereits seit mehreren Jahren ist bekannt, dass eine mediterrane Ernährung über Eigenschaften verfügt, die das Herz auf Dauer schützen kann. Sie zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie reich an „guten“ Fetten, wie Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren ist, was durch den hohen Anteil an Fisch und Meeresfrüchten, sowie durch Olivenöl erreicht wird. Es ist also keinesfalls so wie man früher dachte: es geht nicht darum, die Fette aus der Nahrung zu verbannen, sondern es geht um eine Reduzierung der „negativen“ also „gesättigten“ Fettsorten.

Die Frage „Herzinfarkt ab welchem Alter?“ hat aber nicht nur etwas mit der Ernährung zu tun, sondern richtet sich – wie bereits erwähnt auch sehr stark nach erblichen Faktoren.

Viele Fragen sind noch offen

Wenn in der Familiengeschichte also bereits Herzinfarkte in jüngerem Alter vorgekommen sind, kann es sinnvoll sein, mit einer regelmäßigen Überprüfung der Cholesterinwerte schon früher anzufangen, als das üblicherweise der Fall wäre. Auch eine regelmäßige Untersuchung der Halsarterien kann schnell zeigen, ob sich hier Ablagerungen in einem für das Alter des Untersuchten ungewöhnlichen Ausmaß bilden und das Risiko für arterielle Erkrankungen größer ist als bei anderen Menschen.

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