Blutbild und Werte bei einem Herzinfarkt

Jeder Herzinfarkt benötigt umgehende medizinische Versorgung. Oftmals macht er unmissverständlich mit ausstrahlenden starken Brustschmerzen und Schweißausbrüchen auf sich aufmerksam.

In anderen Fällen wird er fast gar nicht wahrgenommen, weil er sich lediglich mit recht unspezifischen Symptomen wie Kurzatmigkeit und Übelkeit zeigt. Besonders Frauen sind von solchen heimlich daherkommenden Herzinfarkten betroffen.

Dann ist oftmals eine schnelle Bestimmung einiger Blutwerte hilfreich für die Diagnose.

stummer Herzinfarkt
gleichmäßiges EKG – Copyright: Korawig, Bigstockphoto

Wieso ändern sich Blutwerte bei einem Herzinfarkt?

Herzinfarkt bedeutet, dass ein Herzkranzgefäß verengt oder durch ein Blutgerinnsel verstopft ist. In der Folge bekommen die von ihm versorgen Gebiete des Herzmuskels keinen Sauerstoff und sterben ab.

Durch einen solchen Zelluntergang öffnen sich die Zellmembranen und Zellinhalt wird freigesetzt. Dieser erscheint im Blut, wo sich für das Herz charakteristische Eiweiße nachweisen lassen.

Wichtig zu wissen ist, dass sich diese Blutwerte nicht nur bei einem Herzinfarkt verändern, sondern bei allen Herzschädigungen, die zum Absterben von Herzmuskelzellen führen.

Welcher Blutwert zeigt einen Herzinfarkt an?

Wichtig für die Diagnose eines Herzinfarktes ist vor allem die Bestimmung des Blutwertes der kardialen Troponine cTnT und cTnI; oft verwendet man zusätzlich den Blutwert für die Herzmuskel.Kreatinkinase CK-MB.

Daher darf sich der Arzt bei Verdacht auf Herzinfarkt keinesfalls alleine auf die Blutwerte verlassen, sondern muss auch die Herzströme in einem Elektrokardiogramm (EKG) betrachten und eine eingehende körperliche Untersuchung vornehmen.

Welcher Blutwert zeigt einen Herzinfarkt an? Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Neben körperlicher Untersuchung und EKG ist die Labordiagnostik ein wichtiges Hilfsmittel bei der Diagnose eines Herzinfarktes.
  2. Gehen Herzmuskelzellen zugrunde, setzen sie ihren Inhalt frei. Eiweiße erscheinen im Blut und lassen sich dort als Blutwert bestimmen.
  3. Der wichtigste Laborparameter ist das kardiale Troponin, cTnT und cTnI.
  4. Häufig bestimmt man zusätzlich die herzspezifische Kreatinkinase CK-MB.
  5. Bei beiden Blutwerten ist zu beachten, dass sie sich auch bei anderen Herzschäden erhöhen können.

Werbung

 

krdiogram
krdiogram Copyright: AnnaVelfoto, Bigstockphoto

Blutwerte bei Herzinfarkt: Kardiales Troponin I und Troponin T

Die Bestimmung des Blutwertes der kardialen Troponine gilt mittlerweile als Goldstandard in der Labordiagnostik eines Herzinfarktes. Troponine sind Eiweiße, die für die Muskelkontraktion wichtig sind und sich in allen Muskeln finden.

Es handelt sich dabei um komplexe, aus mehreren Untereinheiten zusammengesetzte Proteine, die in Herzmuskelzellen aus dem kardialen (c) Troponin T (cTnT) , Troponin I (cTNI) und TNC bestehen. Das nach seiner Bindungsfähigkeit für Calcium-Ionen benannte TNC unterscheidet sich in den verschiedenen Muskeltypen kaum, wohingegen cTnT und cTNI sehr spezifisch für den Herzmuskel sind.

Referenzbereich cTnT: < 0,2 µg/l

Referenzbereich cTnI: < 0,1 µg/l

 

Der Blutwert für die kardialen Troponine steigt drei Stunden nach Herzinfarkt an und erreicht nach zwanzig Stunden seinen Höchstwert. Danach sinkt er sehr langsam wieder ab und normalisiert sich im Laufe von ein bis zwei Wochen.

Blutwerte bei Herzinfarkt: Herzmuskel-Kreatinkinase (CK-MB)

Die CK-MB ist die Kreatinkinase, die spezifisch im Herzmuskel auftritt. Kreatinkinase (CK) kommt außer im Gehirn in jedem Muskel vor, auch in der glatten Muskulatur der Eingeweide oder im Skelettmuskel und ist für den Energiestoffwechsel der Zellen wichtig.

Referenzbereich CK-MB: ≤ 5 % der Gesamt-CK

Über die Höhe des CK-MB Blutwertes kann man auf das Ausmaß der Schädigung des Herzmuskels schließen.

Blutwerte bei Herzinfarkt: Myoglobin

Myoglobin ist ein Eiweiß, das in allen Muskeln vorkommt und ähnlich aufgebaut ist wie der rote Blutfarbstoff.

Allerdings liegt hier nur eine einzige anstelle von vier kugelförmigen Aminosäureketten mit einem zentralen Häm-Molekül vor. Wie das Hämoglobin des Blutes ist es für den Sauerstofftransport zuständig.

Myoglobin ist sehr unspezifisch und zeigt sich mit erhöhten Blutwerten bei allen Formen von Muskelschäden.

Daher wurde es in der Labordiagnostik des Herzinfarktes weitestgehend vom spezifischeren Troponin abgelöst. Bisweilen ist die Bestimmung des Myoglobin-Blutwertes trotzdem sinnvoll, da er nach dem Herzinfarkt innerhalb von ein bis zwei Stunden ansteigt und sein Maximum nach vier bis sechs Stunden erreicht.

Da Myoglobin sehr schnell über die Nieren ausgeschieden wird, beginnt sich der Blutwert bereits nach zwölf Stunden wieder zu normalisieren.

Referenzbereich Myoglobin: Frauen < 65 µg/l, Männer < 75 g/l
Herzinfarkt Test
Blutabnahme zum Herzinfarkt Test © benjaminnolte – Fotolia.com

Eiweißstoff Troponin

( von Anna Nilsson )

Dieser Blutwert zeigt einen Herzinfarkt an

Nicht jeder Herzinfarkt führt wie hier auf unserem Foto zu einer Notsituation – besteht nur ein Verdacht auf eine Störung der Funktionsfähigkeit des Herzens, muss der Infarkt nachgängig durch eine Labordiagnostik  festgestellt werden. Welcher Blutwert zeigt aber einen Herzinfarkt an? Hierbei spielt der Eiweißstoff Troponin eine wesentliche Rolle. Ausschließlich bei einer Beschädigung des Herzens gelangt die Substanz in den Blutkreislauf.

Herzinfarkt
Herzinfarkt in der Notsituation © william87 – Fotolia.com

 

 

Labordiagnostik beim Herzinfarkt

Bei einem umgangssprachlich als Herzanfall bezeichneten Myokard-Infarkt handelt es sich um einen medizinischen Notfall, der ohne die richtige Behandlung tödlich verläuft. Daher stellt sich für potenzielle Patienten die Frage: Welcher Blutwert zeigt einen Herzinfarkt an? Bemerken die Ärzte im Zuge einer Blutuntersuchung den Eiweißstoff Troponin, dient dessen Existenz als Warnsignal für einen drohenden Infarkt.

 

Warum erhält das Troponin bei Herzinfarkt eine Relevanz?

Welcher Blutwert zeigt einen Herzinfarkt an? – diese Frage erhält für zahlreiche Menschen eine wesentliche Bedeutung. Vorwiegend bei Personen mit bereits festgestellten Herzschäden besteht ein erhöhtes Risiko für einen Infarkt. Ohne eine zeitnahe Behandlung verläuft der ruckartige Stillstand des Herzens im schlimmsten Fall tödlich. Als erstes Warnsignal für den drohenden Myokardinfarkt präsentiert sich der Eiweißstoff Troponin.

Die Substanz entsteht ausschließlich bei einer Schädigung des Herzgewebes, sodass ihre Existenz im Blutkreislauf Aufmerksamkeit erfordert. Bemerken die Ärzte das Troponin im Blut der Patienten, nehmen sie Folge-Untersuchungen vor, um die Ursache für dessen Bildung zu ergründen. Bereits kleine Risse in den Herzmuskeln führen zu einem Anstieg der Troponin-Konzentration.

Daher besteht bei einer leichten Steigerung dieses Blutwerts der Verdacht auf einen Herzinfarkt. Das kardiale Troponin besteht als spezifisches Eiweiß bei einem Schaden im Bereich der Herzmuskeln. Daher erhält die Messung des Blutwerts bei Personen mit einem bereits diagnostizierten Herzschaden einen hohen Stellenwert. Sobald sich die Menge des Eiweißstoffs vergrößert, liegt der Verdacht eines drohenden Infarkts nahe. Bei dem Phänomen stirbt ein Teil des Gewebes innerhalb der Herzmuskeln ab.

Das geschieht in der Regel nach einer Verstopfung der Gefäße, wodurch es zu einer geringeren Blutzufuhr des betreffenden Herzmuskels kommt. Durch die daraus resultierenden Schäden in den Zellwänden gelangt das Troponin in den Blutkreislauf. Menschen mit einer festgestellten Herzschwäche verfügen über ein höheres Risiko, einem Herzinfarkt zu erliegen.

Vorwiegend im Zuge starker Emotionen entsteht eine verstärkte Belastung des Herzgewebes, da der Blutdruck steigt. Zu dem Ergebnis kam eine während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 angelegte Studie namens „Cardiovascular Events during World Cup Soccer“. Hierbei erhöhten die Emotionen während der Spiele die Gefahr von Myokardinfarkten bei Teilnehmern, die bereits unter einer Herzkrankheit litten.

Werte des Blutwert Troponin

Befindet sich der Blutwert Troponin in einem normalen Bereich, brauchen die Patienten keinen drohenden Herzinfarkt zu befürchten. In der Regel beträgt die Grenze des Troponin T 0,03 Mikrogramm in einem Liter Blut. Bei dem Troponin I liegt der normale Wert bei 0,014 Mikrogramm innerhalb eines Liters Blut. Erst bei einem Anstieg der Mengen besteht ein Grund zur Sorge. In dem Fall klärt der Mediziner die Ursache für den steigenden Troponin-Spiegel.

mehr Informationen für Patienten zum Thema Herzinfarkt:

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063
    Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  • Rottbauer W, Greten T, Müller-Bardorff M, Remppis A, Zehelein J, Grünig E, Katus HA: Troponin T: a diagnostic marker for myocardial infarction and minor cardiac cell damage. Eur Heart J. 1996 Dec;17 Suppl F:3-8. Review.
  • Saenger AK: A tale of two biomarkers: the use of troponin and CK-MB in contemporary practice. Clin Lab Sci. 2010 Summer;23(3):134-40. Review.
  • Apple FS: Diagnostic use of CK-MM and CK-MB isoforms for detecting myocardial infarction. Clin Lab Med. 1989 Dec;9(4):643-54. Review.
  • Futterman LG, Lemberg L: SGOT, LDH, HBD, CPK, CK-MB, MB1MB2, cTnT, cTnC, cTnI. Am J Crit Care. 1997 Jul;6(4):333-8. Review.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 44 Punkte, in 9 Bewertungen