Schätzungen zufolge leiden bis zu fünfzehn Prozent aller Erwachsenen an Depressionen.

Damit handelt es sich bei der Depression um die häufigste psychische Erkrankung überhaupt. Bisher war eine einfache Diagnose über die Bestimmung von Blutwerten nicht möglich. Wissenschaftler machen jedoch aktuell große Fortschritte bei der Identifizierung von Biomarkern im Blut, mit denen sich eine Depression zuverlässig feststellen lässt.

Depression
Arztgespräch zur Depression Copyright: Andrei_R bigstockphoto

Kann man eine Depression an den Blutwerten erkennen?

Bisher gibt es keine Blutwerte, mit denen die Diagnose einer Depression möglich ist. Jedoch zeigen die Bemühungen zur Identifizierung geeigneter Biomarker im Blut erste Erfolge.

Wie diagnostiziert man eine Depression?

Testosteronspiegel bei älteren Männern, der Blutwert des „Glückshormons“ Serotonin oder der Gehalt des Blutes an verschiedenen Vitaminen wie Vitamin D oder Vitamin B1 – alles bestenfalls Indizien, die für eine gesicherte Diagnose von depressiven Verstimmungen absolut ungeeignet sind.

Bisher erfolgt die Diagnose Depressionen in einer Untersuchung durch einen Facharzt oder Psychotherapeuten, in der dieser seinen Patienten über typische Symptome und mögliche Auslöser eingehend befragt. Antriebsverlust, mangelnde Lebensfreude und dauerhaftes Stimmungstief sind oft die Folge von Stress, psychosozialen Problemen, Krankheiten, Trauerfällen und bisweilen genetisch mit beeinflusst.

Welche Blutwerte zeigt eine Depression?

Das Wichtigste auf einen Blick:

  1. Bisher ist die Feststellung einer Depression über einen einfachen Bluttest nicht möglich. Blutwerte liefern bestenfalls Indizien, aber keine stichhaltigen Beweise.
  2. Da die Diagnose über die Befragung von Patienten langwierig ist und eine Menge Erfahrung und Fingerspitzengefühl seitens des untersuchenden Arztes erfordert, wäre ein einfacher Bluttest ein wesentlicher Fortschritt.
  3. Daher bemühen sich Wissenschaftler um die Identifizierung geeigneter Biomarker, anhand derer eine vereinfachte Diagnose depressiver Erkrankungen möglich ist.
  4. Absehbar ist schon heute, dass man mit einzelnen Markern nicht auskommen wird, sondern dass für eine gesicherte Diagnose mehrere Blutwerte relevanter Moleküle zusammen betrachtet werden müssen.
  5. Kann man ein geeignetes Paneel von Biomarkern zusammenstellen, ermöglichen diese vielleicht nicht nur eine Diagnose manifester Depressionen, sondern bereits im Vorfeld die Feststellung einer Neigung zu depressiven Verstimmungen oder die Beurteilung des Erfolges einer Behandlung.

Ein Bluttest könnte die Diagnose Depression wesentlich vereinfachen

Eine solche Diagnose ist keineswegs einfach, zumal die Abgrenzung von anderen psychischen Erkrankungen und organischen Ursachen eine Menge Erfahrung auf Seiten des behandelnden Arztes voraussetzt. Gäbe es dafür einen einfachen Labortest in Form eines Bluttestes, würde das die Diagnosestellung wesentlich vereinfachen.

Was bisher Zukunftsmusik war, zeigt in den letzten Jahren zusehends Fortschritte. Forscher ergänzen Puzzleteil um Puzzleteil, sodass ein Labortest für Depressionen in greifbare Nähe zu rücken scheint.

Welche Blutwerte weisen auf Depressionen hin?

Mögliche Blutwerte für die Identifizierung von Depressionen

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Bei der Identifizierung von geeigneten Biomarkern im Blut spielen unter anderem Marker für oxidativen Stress eine zunehmende Rolle.

Der Gehalt des Blutes an Antioxidantien, freien Radikalen, Oxidationsschäden oder der Antwort von Autoimmunreaktionen ist mit an der Entstehung von Depressionen beteiligt. Gegenstand der Untersuchungen sind beispielsweise Vitamin C und Vitamin E, Harnsäure, Zink, Katalase, HDL-Cholesterin und andere.

Die entsprechenden Blutwerte sind bei Patienten mit Depressionen gegenüber dem Normalstatus verändert. Dabei muss man berücksichtigen, dass ein einzelner dieser Werte für eine Beurteilung niemals ausreicht!

Ein anderer Schwerpunkt der Forschung liegt in der Untersuchung von Veränderungen der Immunabwehr und des neuroendokrinen Systems. Hier spielen bei Depressionen vor allem Entzündungen, die Plastizität des Nervensystems und die Funktionalität von Glukokortoikoidrezeptoren eine Rolle.

Nachverfolgen kann man diese Veränderungen durch die Bestimmung des Transkriptoms, das heißt von Boten-RNAs (mRNAs) im Blut. Mittlerweile weiß man, dass ein Großteil dieser mRNAs nicht von den vergleichsweise wenigen, kernhaltigen Leukozyten stammt, sondern von den Erythrozyten, obwohl diese keinen Zellkern mehr enthalten, wohl aber noch Reste von mRNA, die vor der Abstoßung des Kernes gebildet wurden.

Weitere Biomarker, die in Zukunft bei der Diagnose von Depressionen eine Rolle spielen könnten, sind Neurotrophine, Nervenwachstumsfaktoren wie NGF, BDNF und VEGF. Eine Hypothese besagt, dass depressive Verstimmungen durch eine Herabregulierung der Neurotrophin-Signalwege zustande kommen.

 

Stimmungstief oder Depression?

von Anna Nilsson

Den Unterschied zwischen einem schlichten Stimmungstief und einer seelischen Verstimmung klärt seit Neuestem ein Bluttest, bei dem bestimmte Blutwerte auf die Depression hinweisen.

Eine Vielzahl von Biomarkern zeigt den Gemütszustand des Patienten an. Zu den Blutwerten bei einer Depression gehören Stresshormone.

Frau
Depression © Photographee.eu – Fotolia.com

Serotonin Wert bei Depression

Einen der wichtigsten Blutwerte bei einer Depression stellt das Serotonin dar. Bei diesem handelt es sich um ein Hormon, das eine Vielzahl von körperlichen Aktivitäten beeinflusst. Es stammt aus dem zentralen Nervensystem. Innerhalb des Organismus wirkt sich das Serotonin auf verschiedene Prozesse aus. Zu ihnen zählen:

  • das Empfinden von Schmerz,
  • das Gedächtnis,
  • das Schlafverhalten,
  • das Sexualverhalten
  • sowie der emotionale Zustand.

Ein niedriger Serotonin-Spiegel weist auf eine schlechte Gemütsverfassung hin. Die betreffenden Personen leiden an einer emotionalen Belastung. Dies führt zu Depressionen. Phantomschmerzen treten bei einer geringen Konzentration des Hormons ebenfalls auf. Der relevante Blutwert bei Despressionen verdeutlicht des Weiteren das Schlafverhalten der Patienten.

Befindet sich wenig Serotonin im Körper, leiden die Betroffenen in der Regel an einem unruhigen Schlaf. Dies wirkt sich auf den Gemütszustand aus. Eine Depression verschlimmert sich durch gestörte Schlafphasen zusätzlich. Im Normalfall dauern die depressiven Verstimmungen längere Zeit an. Dabei kommt es zu einem Kreislauf des Serotonin-Spiegels. Je weiter dieser sinkt, desto mehr verfallen die Patienten in die, auch „Schwermut“ genannte, Krankheit.

Depressionen führen zu Blutarmut

Bei einer Depression handelt es sich nicht um eine schlichte Stimmungs-Schwankung. Stattdessen leiden die Betroffenen an einer schwerwiegenden Komplikation. Bei schweren Depressionen zeigen sich Volumen und Zahl der roten Blutkörperchen betroffen. Diese nennen sich in der Fachsprache Erythrozyten. Leiden die Patienten unter depressivem Verhalten, sinkt die Anzahl der roten Blutzellen. Im gleichen Fall kommt es zu einer Senkung des Hämoglobins.

Auch das Volumen der Erythrozyten stellt einen relevanten Blutwert bei Depressionen dar. Hierbei weisen die untersuchten Patienten ebenfalls eine Verringerung auf. In der Folge erfolgt der Sauerstofftransport der Zellen langsamer. Im schlimmsten Fall folgt eine Unterversorgung der Organe, auch des Gehirns. Der fehlende Sauerstoff im Blut führt zu einem stetigen Gefühl der Müdigkeit. Diese und Abschlaffung gehören zu den emotionalen Zuständen, die eine Depression unter Umständen verschlimmern. Die Betroffenen fühlen sich ausgelaugt. Die körperliche Schwäche nimmt dabei direkt Einfluss auf die Psyche der Patienten.

Stress spielt eine tragende Rolle

Bei einer Depression fühlen sich die Betroffenen unter Druck gesetzt. Die Gründe hierfür liegen in einer psychischen Dauerbelastung. Die Folge besteht in einer vermehrten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Dieses stammt aus den Nebennieren. Die Patienten weisen einen erhöhten Cortisol-Spiegel auf. Daher bildet dieses einen wichtigen Blutwert bei einer Depression.

Zahlreiche Biomarker weisen auf Depressionen hin

Zu den relevanten Werten für die Diagnose einer Depression zählen verschiedene Biomarker. Zu diesem Ergebnis kam eine Forschungsgruppe vom Institute of Biotechnology der Universität Cambridge. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass elf Biomarker auf eine „Schwermut“ hindeuten. Diese helfen in einem Bluttest dabei, den Unterschied zwischen der Depression und einer Stimmungs-Schwankung festzustellen. Zu diesen Biomarkern gehört beispielsweise die mtDNA, die DNA der Mitochondrien.

Die Telomere spielen bei diesem Test ebenfalls eine wichtige Rolle. Zudem existieren 18 weitere Biomarker, die speziell bei der Untersuchung von jugendlichen Patienten zum Einsatz kommen. Sie bestimmen, ob die Betroffenen zusätzlich zu der Depression an einer Angststörung leiden. Um ein konkretes Resultat zu erzielen, untersuchen die Ärzte die Ribonukleinsäure.

Bei Depressionen fehlen oftmals Nährstoffe

Das Fehlen verschiedener Vitamine und Nährstoffe im Blut weist auf eine Depression hin. Bei dieser Erkrankung verlangsamen sich aufgrund von Stress und emotionalem Druck einige Prozesse im Körper. Dazu gehört beispielsweise der Transport diverser Nährstoffe. Durch die anhaltende Schwermut verspüren die Patienten in der Regel geringfügigen oder keinen Appetit. Demzufolge gelangen weniger Vitamine in den Organismus.

Mangelnde Aufenthalte im Freien sorgen für anhaltende Schwermut. Zudem wirkt sich das fehlende Vitamin D auf das Immunsystem aus. Den Erkrankten drohen weitere Infektionen. Stellen die Mediziner durch einen Bluttest eine Depression fest, bedarf diese einer schnellen Behandlung. Vorwiegend kommen Antidepressiva zum Einsatz.

Was sind Depressionen?

Neurologische Untersuchungen bei Depressionen

Depressionen kommen meistens schleichend. Der Alltag macht weniger Freude, sich zu konzentrieren fällt immer schwerer und irgendwie ist die Welt nicht mehr so bunt wie vorher.

Es ist die klassische Erkrankung von der jeder denkt: Depressionen? Ich doch nicht! Psychotherapie und Medikamente können helfen, aus dem Tal herauszufinden. Vorher werden Patienten jedoch neurologisch untersucht. Denn nicht jede Depression hat nur seelische Gründe, manchmal kann auch eine organische Störung dahinter stecken.

  • Depression ist eine sehr häufige Erkrankung, die jeden treffen kann
  • Typische Symptome sind Traurigkeit, Antriebslosigkeit und der Verlust von Freude und Interessen
  • Es gibt viele körperliche Erkrankungen, die eine Depression verursachen können
  • Vor der Therapie steht eine neurologische Diagnostik, die meistens eine kraniale Bildgebung enthält
  • Bei organisch bedingter Depression hilft eine Heilung der Grunderkrankung auch gegen die Depression

Die Depression gehört zu den affektiven Störungen, die sich durch Veränderungen in Stimmung und Antrieb zeigen. Der der Depression entgegengesetzte Pol der affektiven Störungen ist die Manie. Es gibt auch bipolare Störungen, bei denen Depression und Manie abwechselnd auftreten.

Die typischen Kennzeichen einer Depression sind:

  • traurige und niedergeschlagene Stimmung
  • fehlender Antrieb
  • Rückzug aus sozialen Aktivitäten
  • eingeschränktes Denken und Grübelzwang
  • negative Gedanken
  • körperliche Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Schwäche, Schlafstörungen oder Übelkeit

Kann man im Blut eine Depression festgestellen

Zu jeder Routinediagnostik bei Depressionen sollte eine Blutuntersuchung gehören. Damit kann man zum Beispiel feststellen, ob die Leber- oder Nierenwerte erhöht sind. Eine hochgradige Leber- oder Niereninsuffizienz kann dazu führen, dass giftige Stoffe nicht mehr genügend aus dem Körper ausgeschieden werden können und sich deshalb in den Geweben anreichern, auch im Gehirn.

Man nennt das eine hepatische oder eine nephrogene Enzephalopathie. Wenn die Giftstoffe beispielsweise im Rahmen einer Dialyse wieder aus dem Körper entfernt werden, stellt sich eine Besserung ein.

Im Blut können auch Störungen der Schilddrüsenfunktion festgestellt werden, die ebenfalls eine Depression erzeugen können. Durch medikamentöse Behandlung der Unter- oder Überfunktion lässt sich die Depression weitgehend beheben.

Neurologische Untersuchungen bei Depressionen

Viele neurologische Erkrankungen werden neben der Anamnese besonders anhand ihres klinischen Erscheinungsbilds diagnostiziert. So macht zum Beispiel ein Morbus Parkinson meist recht typische Symptome, die sich auf die Einnahme von L-Dopa bessern. Da auch mehrere psychische Erkrankungen gleichzeitig vorkommen können, die sich manchmal in ihren Symptomen ähneln, ist es auch wichtig, dies anhand der Anamnese gut zu differenzieren. Angststörungen oder Psychosen beispielsweise gehen nicht selten mit Depressionen einher und es ist wichtig, alle Erkrankungen zu erkennen und entsprechend therapieren zu können.

Zudem gibt es noch speziellere neurologische Untersuchungen bei Depressionen, die dem Ausschluss einer körperlichen Ursache dienen sollen.

Eine wichtige Säule der Diagnostik ist die Bildgebung. Insbesondere eine Schnittbildgebung des Gehirns wird in der Diagnostik neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen sehr häufig durchgeführt. Zuerst wird in der Regel ein CT gemacht. Dies ist relativ schnell und einfach durchführbar. Wenn sich im CT unklare Befunde ergeben oder spezielle Fragestellungen vorliegen, zum Beispiel nach entzündlichen ZNS-Erkrankungen, Erkrankungen des Hirnstamms oder Gefäßmissbildungen, schließt sich meistens ein MRT an. Bei jungen Erwachsenen oder Kindern wird aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung meistens nur ein MRT durchgeführt. Durch die Bildgebung des Gehirns kann man strukturelle Hirnerkrankungen, entzündliche Krankheiten wie eine multiple Sklerose oder auch Hirntumore oder Hirnmetastasen sehen.

Ein weiterer Punkt der Diagnostik ist die Durchführung eines EEGs, eines Elektroenzephalogramms. Damit werden die Hirnströme gemessen. Auffälligkeiten können auf eine Enzephalopathie oder Epilepsie hindeuten.

Je nachdem, welche Grunderkrankung anhand der Anamnese noch in Frage kommt, können spezifische weitere Diagnoseverfahren angewandt werden. Dazu gehören zum Beispiel eine spezielle Infektionsserologie oder der Nachweis bestimmter Antikörper bei rheumatischen Erkrankungen. Insbesondere bei älteren Patienten sollte auch eine Demenz ausgeschlossen werden.

Ursachen der Depression

Bei jedem Patienten spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, die zusammen das Auftreten einer Depression begünstigen. Zum einen kann bei prädisponierten Patienten ein Ungleichgewicht zwischen Anforderungen, Stress und Bewältigungsmöglichkeiten zu einer Depression führen. Zusätzlich gibt es genetische Faktoren.

Auch Störungen bei der Ausschüttung von Neurotransmittern, die zu einem Ungleichgewicht von Noradrenalin und Serotonin führen, können eine Depression begünstigen. Chronischer Stress und psychosoziale Belastungen wie Verlust des Arbeitsplatzes, Trennung vom Lebenspartner oder der Tod nahestehender Angehöriger können auch zur Entstehung der Krankheit beitragen. Es gibt verschiedene psychologische Theorien, wie aus dem Zusammenspiel zwischen belastender Situation und individueller Reaktion eine Depression entsteht.

Depression feststellen: Liegt eine organische Erkrankung zugrunde?

Nicht immer ist die Depression eine rein seelische Erkrankung. Manchmal können auch organische Krankheiten vorliegen, die die Depression verursachen und nach deren Behandlung eine deutliche Besserung der Depression verzeichnet werden kann. Es gibt viele mögliche körperliche Ursachen einer Depression.

Einige Beispiele sind:

  • Zerebrale Erkrankungen wie Chorea Huntington, Epilepsie, Hirntumore, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder Morbus Alzheimer
  • Hormonelle Ursachen wie eine Unterfunktion der Schilddrüse, Morbus Addison oder Morbus Cushing
  • Metabolische Störungen wie eine Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz oder Morbus Wilson
  • Rheumatologische Erkrankungen wie Lupus erythematodes
  • Infektionskrankheiten wie AIDS, Borreliose, Tuberkulose oder Syphillis
  • Nebenwirkungen von Medikamenten

Wie man eine Depression feststellen kann

Wie bei jedem Arzt-Patienten-Kontakt steht eine Anamnese und eine körperliche Untersuchung an erster Stelle. Bei der Anamnese kann der Arzt herausfinden, ob es einen bestimmten Auslöser wie ein belastendes Ereignis zum Beginn der Symptomatik gab.

Er kann ebenfalls ermitteln, wie ausgeprägt die Depression ist und damit auch bereits erste Entscheidungen über die weitere Therapie treffen. Sowohl Anamnese als auch körperliche Untersuchung sollten ebenfalls darauf abzielen, mögliche körperliche Ursachen für eine Depression herauszufinden.

Man kann zum Beispiel fragen, ob noch andere Symptome der möglichen auslösenden Krankheiten beim Patienten vorliegen.

Zusätzlich erfolgen auch neurologische Untersuchungen bei Depressionen. Dabei werden zum Beispiel die Funktionen der Hirnnerven überprüft und geschaut, ob Motorik und Sensibilität normal und seitengleich vorhanden sind.

Auch Reflexe können überprüft werden. Weiterhin wird geschaut, ob Störungen der Sprache oder des Gedächtnisses oder inhaltliche Denkstörungen vorliegen. Zusätzlich werden meistens noch einige Koordinationsübungen durchgeführt. Der Arzt schaut dabei zum Beispiel, ob der Patient auf einer geraden Linie laufen kann oder ob er auch mit geschlossenen Augen bestimmte Bewegungen ausführen kann.

Depression als Nebenwirkung?

Grundsätzlich sollten auch Nebenwirkungen von Medikamenten als Auslöser einer Depression bedacht werden. Die typischen Medikamente, die dies auslösen können sind zum Beispiel Kortikosteroide oder Immunsuppressiva. Vorkommen kann es aber auch bei sehr häufig verwendeten Medikamenten wie der Anti-Baby-Pille oder manchen blutdrucksenkenden Mitteln. Zusätzlich wird der Arzt in der Regel auch fragen, ob Alkohol- oder Drogenkonsum eine Rolle spielen, denn auch das kann eine Depression auslösen.

Tipps für Patienten

Eine Depression kann jeden treffen, genauso wie eine körperliche Erkrankung. Sie ist nichts, wofür man sich schämen muss. Es ist wichtig, dem Arzt gegenüber ehrlich zu sein, damit eine richtige Diagnose gestellt und auch eine entsprechende Therapie eingeleitet werden kann. Ohne Hilfe von Außen ist eine Heilung oft schwierig.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

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