Was ist eine Azidose?

Ist der pH-Wert des Blutes geringer als 7,36, bezeichnet man diesen Zustand als Übersäuerung (Azidose). Am häufigsten tritt diese bei einer Überzuckerung mit erhöhtem Blutglukosespiegel bei Diabetes auf – daher spricht man von einer diabetischen Azidose. An zweiter Stelle stehen anhaltende Durchfälle, die den Elektrolythaushalt des Körpers durcheinanderbringen. Vergleichsweise seltene Ursachen für eine Azidose sind Störungen des Fettstoffwechsels und Niereninsuffizienz.

Wie wird ein großes Blutbild gemacht?

Was ist eine Alkalose?

Eine Alkalose tritt bei verstärkter Atmung durch die Bindung von Kohlendioxid auf. Dieser Effekt einer Hyperventilation ist nur vorübergehend und legt sich bei normaler Atmung nach einer Weile.

Lösen Durchfälle Azidosen auf, ist für Alkalosen häufiges Erbrechen eine Ursache. Durch den Verlust von Magensäure verschiebt sich das Gleichgewicht der Elektrolyte ins Saure.

Alkalkose ist zudem typisch für Cushing-Syndrom und Conn-Syndrom, bei denen die Hormonproduktion der Nebennieren gestört ist.

Der pH-Wert des Blutes entspricht dem der Extrazellularflüssigkeit außerhalb der Zellen. Er wird innerhalb eines sehr engen Rahmens konstant gehalten und ist für die Funktion der Körperzellen wichtig. Abweichungen vom Normwert bezeichnet man als Alkalose oder Azidose. Ein veränderter pH-Wert des Blutes ist immer Zeichen für eine Erkrankung.

Was ist der pH-Wert?

pH ist die Abkürzung von pondus hydrogenii. Der Wert gibt an, wie sauer oder basisch eine wäßrige Lösung ist. Als Maß dafür dient die Menge der darin enthaltenen Wasserstoffionen (Protoniumionen, H+). Daraus berechnet sich der pH-Wert als negativer dekadischer Logarithmus der im Mol pro Liter angegebenen Protoniumionen-Konzentration. Damit hat der pH-Wert selbst keine Dimension und wird als reine Zahl angegeben.

pH-Wert: Was bedeutet neutral, sauer, basisch?

Reinstes Wasser hat einen neutralen pH-Wert von 7 – das entspricht einer Konzentration von Protoniumionen von 107 mol/l. Lösungen mit einem geringeren pH bezeichnet man als sauer, Lösungen mit einem höheren pH als alkalisch oder basisch.

Welchen pH-Wert hat das Blut?

Der normale pH-Wert im Blut liegt in einem engen Bereich von 7,36 – 7,44. Dieser Referenzbereich muss streng eingehalten werden, damit die Zellen ordnungsgemäß funktionieren. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Enzyme nur in einem engem pH-Bereich funktionieren und häufig ein pH-Optimum aufweisen. Wichtig ist das nicht nur für das Blut, sondern auch für alle Gewebe, denn das Blutserum spiegelt lediglich die Elektrolytverhältnisse der Extrazellularflüssigkeit wider, die alle Körperzellen umspült.

Wie wird der pH-Wert des Blutes bestimmt?

Venöses Blut wie für die Bestimmung eines Blutbildes ist für die pH-Bestimmung nicht geeignet. Man benötigt dafür arterielles Blut, das man zumeist aus der Fingerkuppe gewinnt.

Wie wird der pH-Wert des Blutes reguliert?

Damit nicht bereits kleine Mengen Säure oder Basen zu Veränderungen des pH-Wertes des Blutes führen, ist dieses gepuffert. Als Puffer bezeichnet man spezielle Lösungen, die gegenüber der Zugabe von Säure oder Base relativ unempfindlich reagieren. Der wichtigste Puffer des Blutserums ist ein Bicarbonatpuffer, der vor allem durch im Blut gebundenes Kohlendioxid gebildet wird.

Gebundenes Kohlendioxid ist ein wichtiges Regulativ für den pH-Wert des Blutes. Daher führt forcierte Atmung zu einer vermehrten Bindung von Kohlendioxid im Blut und damit zu einem Basenüberschuss (Alkalose). Ansonsten steuert die Bindung oder Abgabe des Gases für eine Angleichung des pH-Wertes an den Normbereich. Weitere Regulative sind Schweiss, Stuhl und Urin, mit denen Elektrolyte abgegeben werden.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

    • H. Löffler,‎ J. Rastetter,‎ T. Haferlach,‎ L. Heilmeyer,‎ H. Begemann: Atlas der klinischen Hämatologie. 6. Auflage.
    • Rainer Klinge, Stefan Silbernagl: Lehrbuch der Physiologie. Stuttgart 2005: Thieme-Verlag. ISBN-10: 3137960045.
    • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
    • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
    • Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. Berlin 2014: Walter de Gruyter-Verlag. ISBN-10: 3110339978.
    • Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642621406.
    • Marlies Michl: BASICS Hämatologie. 4. Auflage. München 2016: Elsevier/Urban & Fischer-Verlag. ISBN-10: 3437421697.
    • Rolf Mahlberg, Annette Gilles, Anita Läsch:Hämatologie: Theorie und Praxis für medizinische Assistenzberufe. 3. Auflage. Hoboeken 2014: Wiley-Blackwell Verlag. ISBN-10: 3527334688.
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Dr. rer. medic. Harald Stephan, Doktor der Medizinwissenschaften und Naturwissenschaftler mit medizinischer Promotion. Dieser Artikel entspricht aktuellen wisenschaflichen Standards und medizinischen Leitlinien.
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