Brustkrebs ohne Metastasen

Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist es die häufigste Krebserkrankung der Frau.

Es gibt verschiedene Arten von Brustkrebs, die im Verlauf vom Grad ihrer Malignität unterschiedlich sind.

Bei manchen Frauen fällt der Tumor zufällig im Rahmen einer Mammographie oder einer gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung auf, manche Frauen tasten selbst plötzlich einen harten Knoten in ihrer Brust.

Brustkrebs ohne Metastasen
Brustkrebs Vorsorge, Mammogram Copyright: monkeybusinessimages bigstockphoto

Brustkrebs ohne Metastasen – Das Wichtigste im Überblick:

  • Der häufigste bösartige Brusttumor ist das Mammakarzinom, deutlich seltener sind Sarkome, Lymphome oder Metastasen anderer Tumore
  • Brustkrebs ist im Verlauf die häufigste Krebsart bei Frauen, das mittlere Erkrankungsalter liegt etwa bei 63 Jahren
  • Das Mammakarzinom metastasiert früh, meist in Lunge, Leber, Gehirn oder Knochen
  • Bis zu 75 Prozent der Patientinnen bekommen Brustkrebs ohne Metastasen, der individuelle Verlauf kann sehr unterschiedlich sein
  • Die Heilungschancen sind bei früher Behandlung gut, ohne Behandlung können bei Brustkrebs im Verlauf lebensbedrohliche Metastasen auftreten

 

Brustkrebs- die wichtigsten Formen im Überblick

Die häufigste Art von Brustkrebs ist das Mammakarzinom. Man kann hier nochmals unterscheiden in noch nicht invasiv wachsende und invasiv wachsende Tumore.

Die noch nicht invasiven, die sogenannten präinvasiven Formen, bezeichnet man je nach ihrer Histologie als duktales Carcinoma in situ (DCIS) oder als lobuläres Carcinoma in situ (LCIS).

Diese Formen von Brustkrebs können im Verlauf in invasive Formen übergehen. Bei den invasiven Formen sind etwa 75 bis 80 Prozent duktal invasive Tumore, etwa 15 Prozent sind lobulär invasive.

Die duktalen Karzinome gehen von den Milchgängen aus, die lobulären Formen bestehen aus entarteten Drüsenläppchen. Neben diesen mit Abstand am häufigsten auftretenden Mammakarzinomen gibt es noch die mesenchymalen Tumore, die man Sarkome nennt, sowie primäre und sekundäre Lymphome.

Ungefähr fünf Prozent der bösartigen Brusttumore sind Metastasen anderer Tumore. Sonderformen des Brustkrebses sind der Morbus Paget – eine Sonderform des DCIS mit Infiltration der Mamille und der umgebenden Haut – sowie das inflammatorische Mammakarzinom.

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Das Mammakarzinom selbst hat neben den häufigen Formen des duktalen und des lobulären Typs noch verschiedene deutlich seltenere Typen wie das medulläre Karzinom, das muzinöse Karzinom oder neuroendokrine Karzinome.

Über Blut- und Lymphgefäße kann Brustkrebs im Verlauf früh metastasieren. Die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs ohne Metastasen nimmt mit höherer Malignität ab.

Um den Brustkrebs weiter einzuteilen, gibt es wie bei allen anderen Tumoren auch verschiedene Stadien, die sich an der Größe des Primärtumors, Anzahl und Ort der befallenen Lymphknoten und dem Auftreten von Fernmetastasen richten.

Man kann Brustkrebs nach dem TNM-Stadium oder nach UICC-Stadien einteilen. Brustkrebs ohne Metastasen hat das M-Stadium M0.

Wie entsteht Brustkrebs?

Das Mammakarzinom kann durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, die noch nicht alle komplett geklärt sind. Etwa fünf Prozent der Brustkrebspatientinnen haben eine erblich bedingte Form von Brustkrebs, die durch eine Mutation im BRCA-1 oder BRCA-2-Gen ausgelöst wird.

Daneben gibt es noch weitere Risikofaktoren wie das Alter, orale Kontrazeptiva, Hormonsubstitution, frühe Menarche, späte erste Schwangerschaft oder Umweltfaktoren.

Wissen
Zusätzlich ist das Geschlecht ein wichtiger Risikofaktor: Etwa 99,4 Prozent der Patienten sind weiblich. Das heißt aber auch, dass etwa 0,6 Prozent der Brustkrebspatienten Männer sind!

Symptome von Brustkrebs im Verlauf

Sehr häufig stellen Frauen den Krebs in ihrer Brust selbst fest, indem sie einen Knoten tasten. Das ist häufig das erste klinische Zeichen für Brustkrebs ohne Metastasen: ein derber, harter, nicht verschieblicher Knoten in der Brust.

Wenn dieser nicht innerhalb weniger Tage wieder von selbst weggeht oder größer wird, sollte unbedingt ein Gynäkologe aufgesucht werden. Gleichzeitig unterstreicht dies die immense Wichtigkeit der regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust.

Sie sollte etwa einmal im Monat von den Frauen eigenständig durchgeführt werden. Die meisten Tumore bei Brustkrebs bilden sich im oberen äußeren Quadranten, sodass dieser besonders gut untersucht werden sollte. Auch Lymphknotenschwellungen in der Achselhöhle sollten bei Persistenz abgeklärt werden.

Weitere typische Zeichen für Brustkrebs sind im Verlauf neu aufgetretene Asymmetrien der Brust. Die von Brustkrebs befallene Brust kann durch den wachsenden Tumor entweder größer werden oder dadurch, dass er vom Tumor an der Brustwand fixiert wird, kleiner. Auch Vorwölbungen der Haut oder Einziehungen in der Brust sind ein häufiges Phänomen.

Manchmal fallen diese Besonderheiten erst auf, wenn man sich nach vorne beugt, liegt oder die Arme anhebt. Wenn man über einer auffälligen Hautstelle die Haut zwischen Daumen und Zeigefinger komprimiert und daraufhin eine Einziehung sichtbar wird, ist das ein positives Jackson-Phänomen, das ebenfalls auf Brustkrebs hindeuten kann. Auch eine Orangenhaut, die durch ein intradermales Lymphödem entsteht, kann auftreten.

Ein sehr frühes Zeichen bei Brustkrebs, das allerdings nicht ganz so häufig auftritt, ist die einseitige Sekretion aus der Mamille, die meist serös-blutig ist.

Wenn bereits viele Lymphknotenmetastasen vorliegen, kann es auch zu einem geschwollenen Arm kommen. Schmerzen in der Brust sind bei Brustkrebs meistens nicht vorhanden.

Der Goldstandard zur Sicherung der Diagnose ist die Mammographie.

Bei einem malignomverdächtigen Befund wird anschließend der Knoten biopsiert und histologisch untersucht, um herauszufinden, um welche Art von Brustkrebs es sich handelt. Um den Brustkrebs im Verlauf beurteilen zu können, macht man oft Staging-Untersuchungen, um zu schauen, ob Brustkrebs ohne Metastasen oder mit Metastasen vorliegt.

Die Therapiemöglichkeiten sind eine operative Entfernung des Tumors, Chemotherapie, Bestrahlung und je nach Art des Tumors auch eine spezielle Hormon- oder Antikörpertherapie. Brustkrebs ohne Metastasen hat eine gute Prognose.

Brustkrebs ohne Metastasen

Bei ungefähr 97 Prozent der Frauen liegt bei der Erstdiagnose ein Brustkrebs ohne Metastasen vor. Bei ungefähr jeder vierten Frau mit Brustkrebs treten im Verlauf Metastasen auf.

Das Mammakarzinom zeichnet sich zusätzlich dadurch aus, dass es oft ein relativ hohes Rezidivrisiko hat und somit auch Jahre nach der abgeschlossenen Behandlung erneut auftreten kann. Grundsätzlich kann Brustkrebs ohne Metastasen in der Regel kurativ behandelt werden, man kann den Brustkrebs in frühen Stadien also heilen.

Wenn der Brustkrebs im Verlauf metastasiert, dann liegen die Metastasen typischerweise in der Lunge, der Leber, dem Gehirn oder den Knochen.

Behandlung von Brustkrebs ohne Metastasen

Der Brustkrebs im Verlauf wird von der frühzeitigen und gezielten Behandlung beeinflusst. Die erste Möglichkeit der Behandlung, die auch in den meisten Fällen durchgeführt wird, ist die operative Resektion des Tumors.

Je nach Größe und Malignität, aber auch je nach Wunsch der Patientin, gibt es dazu verschiedene Verfahren. Bei der brusterhaltenden Therapie wird nur der Tumor selbst mit einem gewissen Sicherheitsabstand entfernt. Bei der kompletten Mastektomie wird die gesamte betroffene Brust abgenommen.

Je nach Art der Operation und der geplanten weiteren Therapie besteht die Möglichkeit, eine Brustrekonstruktion durchzuführen, bei der mit Implantaten wieder eine weitgehend natürliche Form der entfernten Brust hergestellt werden soll. Wenn Lymphknoten ebenfalls von Tumorzellen befallen sind, werden diese im Rahmen der Operation direkt mit entfernt.

Bei einer brusterhaltenden Therapie erfolgt in der Regel anschließend eine Strahlentherapie, weil diese nachgewiesen das Risiko eines Lokalrezidivs senkt.

Damit wird der Brustkrebs im Verlauf besser kontrolliert und auch die Überlebenswahrscheinlichkeit steigt. Wenn eine komplette Mastektomie erfolgt ist, wird auch meist dann eine Bestrahlung durchgeführt, wenn der Tumor sehr groß war, nicht vollständig entfernt werden konnte oder viele Lymphknoten befallen sind.

Bei hoch malignen und/ oder großen Tumoren wird in der Regel eine Chemotherapie durchgeführt. Diese erfolgt meist mit Anthrazyklinen wie Doxorubicin oder Epirubicin in Kombination mit 5-FU und Cyclophosphamid. Wenn axilläre Lymphknoten befallen sind, werden statt Anthrazyklinen Taxane wie Paclitaxel oder Docetaxel verwendet.

„Bei Brustkrebs ohne Metastasen kann die Chemotherapie der alleinige Eckpfeiler der Behandlung sein.“

http://www.forumgesundheit.at/portal27/forumgesundheitportal/content?contentid=10007.689670&viewmode=content&portal:componentId=gtn20b5485c-de78-44aa-8db9-b969f00e0d95

Wenn ein Tumor Östrogen- oder Progesteronrezeptoren exprimiert, gilt er als hormonempfindlich.

Er ist damit einer endokrinen Therapie zugänglich, die meist an die Chemotherapie angeschlossen wird. Dazu werden Tamoxifen und Aromatasehemmer wie Anastrozol oder Letrozol verwendet.

Eine weitere Sonderform sind Tumore, die das Gen HER2/neu exprimieren und somit mit einer speziellen Antikörpertherapie behandelt werden können. Dazu wird das Medikament Trastuzumab verwendet.

Brustkrebs ohne Metastasen: Verlauf mit und ohne Behandlung

Insgesamt überleben etwa 76 Prozent der Brustkrebspatientinnen die ersten fünf Jahre nach Diagnosestellung, etwa 60 Prozent die ersten zehn Jahre. Es zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied in der Prognose je nach Ausbreitung des Tumors.

Weil Brustkrebs im Verlauf frühzeitig metastasiert, ist die Prognose besonders bei einer sehr frühen Behandlung günstig. Der Tumor kann bei Brustkrebs ohne Metastasen oft gut kontrolliert, oft sogar geheilt werden und es kommt erst gar nicht zum Auftreten von Metastasen.

Das metastasierte Mammakarzinom ist nicht mehr heilbar und kann nur noch palliativ behandelt werden.

Brustkrebs ohne Metastasen gilt in der Regel nach Abschluss der Therapie als geheilt. Dann sind nur noch regelmäßige Nachkontrollen wichtig, um ein Rezidiv frühzeitig erkennen zu können. Wenn zunächst Brustkrebs ohne Metastasen vorliegt, aber keine Behandlung erfolgt, wird der Brustkrebs im Verlauf streuen und somit ins metastastierte Stadium übergehen.

Die Beschwerden richten sich dann nach dem Ort der Metastasen. Hirnmetastasen machen oft Schwindel, Übelkeit oder Persönlichkeitsveränderungen. Lebermetastasen verursachen Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Lungenmetastasen können zu Luftnot, Husten und Pleuraergüssen führen.

Knochenmetastasen können Schmerzen verursachen und eine Frakturgefahr darstellen. Durch diese Komplikationen kann der unbehandelte Brustkrebs im Verlauf tödlich enden.

Quellen und Literatur:

Regine Gätje, Christine Eberle, Christoph Scholz et al.: Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe, 1. Auflage 2011, Thieme-Verlag

 

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