Was sagt der Glukosewert im Blut aus?

Die Glukose besteht als Einfachzucker genanntes Monosaccharid. In der Medizin meinen die Ärzte mit dem Fachbegriff den Blutzucker. Der aus ihm resultierende Blutzuckerspiegel gibt über den Gesundheitszustand Auskunft. Kommt es zu einem deutlichen Anstieg oder dem Absinken des Werts, entstehen gesundheitsgefährdende Folgen. In der Regel liegt der normale Glukosewert im Blut bei 60 bis zu 100 Milligramm pro Deziliter. Nehmen die Patienten Nahrung zu sich, erhöht sich die Konzentration der Substanz. Dieser Umstand führt bei gesunden Personen nicht zu Schwierigkeit, da sich der Blutzuckerspiegel selbstständig einpegelt.

Glukosewert im Blut
Glukosewert im Blut – Langzeitzucker im Labortest – Urheber: kadmy / 123RF

 

Leiden Patienten an der „Zuckerkrankheit“, bleibt der Wert dauerhaft über dem Normbereich. Dadurch droht auf lange Sicht ein gestörter Zuckerhaushalt, der zu zahlreichen gesundheitlichen Komplikationen führt.

 

Langzeitzucker & Kurzzeitzucker – Stetige Kontrolle

Gehören Sie zu den Personen, deren Blutzuckerspiegel im oberen Bereich liegt, kontrollieren Sie diesen regelmäßig. Bei der Bestimmung des Werts existieren zwei verschiedene Messdaten. Bei einer Routineuntersuchung ermitteln die Mediziner den Kurzzeitzucker. Dieser weist auf die täglichen Schwankungen des Glukosewerts hin. Mithilfe der entsprechenden Zuckerkonzentration im Blut erkennen Diabetiker, ob eine Über- oder eine Unterzuckerung droht. Sie beugen damit einem Zuckerschock effektiv vor.

Zudem existiert der Langzeitzucker, den die Ärzte alle zwei bis drei Monate messen. Bei der Behandlung der Diabetes unterstützt der Wert die Prognosen. Leiden Sie unter einem erhöhten Zuckerwert, gilt eine einmalige Hyperglykämie nicht als Gefahr. Sie resultiert beispielsweise aus einer zuckerhaltigen Nahrung, die Sie nicht täglich konsumieren. Bleibt der Blutzucker jedoch im oberen Bereich, bewährt es sich, den Hausarzt zu konsultieren. Zunächst rät er Ihnen zu einer gesünderen Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und fetthaltige Produkte. Bleibt der Zuckerhaushalt gestört, schafft eine medikamentöse Behandlung Abhilfe.

 

Was stellt der Glukosewert im Blut dar?

Den Glukosewert ermitteln die Ärzte bei einer Blutuntersuchung, um den Zuckerhaushalt des Patienten im Auge zu behalten. Hierbei beachten die Betroffenen, dass sie im nüchternen Zustand zur Blutabnahme gehen. Verspeisen sie vorher Nahrungsmittel, kommt es zu einer natürlichen Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Dieser liegt in dem Fall zwischen 90 und 140 Milligramm pro Deziliter. Demnach entsteht ein verfälschtes Messergebnis, das die Diagnose des Mediziners beeinträchtigt. Beispielsweise stellt er aufgrund des gestiegenen Glukosewerts im Blut die Überzuckerung – auch Hyperglykämie genannt – fest.

Erhalten die Patienten entsprechende Medikamente, ohne dass die gesundheitliche Komplikation vorliegt, kommt es zum Unterzucker. Das Phänomen nennt sich in der Fachsprache Hypoglykämie. Bleibt der Blutzuckerspiegel stetig unter 70 Milligramm pro Deziliter, tritt die Erkrankung auf. Zu den charakteristischen Symptomen zählen ein Schwächegefühl, Schwindel und Ohnmachtsanfälle.

 

Welche Bedeutung erhält der Blutzucker?

Mit der Entnahme des Blutplasmas ermitteln die Mediziner den Glukosewert im Blut. Alternativ besteht die Möglichkeit, den Blutzuckerspiegel aus dem Vollblut zu bestimmen. Hierbei bedenken die Patienten, dass die Glukose einen wichtigen Stellenwert für den Energiehaushalt des Organismus einnimmt. Während der Nahrungsaufnahme dringt der Einfachzucker in den Magen und gelangt durch die Wände des Darms in den Blutkreislauf. Die Erythrozyten und die Nervenzellen nehmen den Blutzucker direkt auf. Andere Zellen brauchen ein körpereigenes Hormon, das Insulin heißt, um die Glukose zu speichern.

Des Weiteren übernimmt das Insulin die Aufgabe, die Glukose innerhalb des Körpers zu transportieren. Besitzen die Patienten eine geringe oder – im Fall des angeborenen Diabetes – fehlende Konzentration des Hormons, verbleibt der Glukosewert im Blut. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel an, wodurch zahlreiche Folgen entstehen. Zu ihnen gehören beispielsweise:

  • starke Kopfschmerzen,
  • eine gestörte Sehfähigkeit,
  • unerklärliche Erschöpfung,
  • die langsame Heilung von Wunden,
  • ein vermehrter Appetit,
  • Übelkeit
  • und ein verstärkter Harndrang.

 

Speziell Patienten, die zu einer zucker- und fetthaltigen Ernährung neigen, achten auf den Blutzuckerspiegel. Beispielsweise bitten sie ihren Arzt während einer Routineuntersuchung, den Glukosewert im Blut zu ermitteln. Liegt die Glukose im Normbereich, erweist sich das Kohlenhydrat als wichtige Energiequelle. Beispielsweise gelangt es als Glykogen in die Muskeln oder in die Leber. Die Untergrenze bei männlichen Verbrauchern liegt bei 70 Milligramm pro Deziliter.

Das entspricht 3,9 Millimol pro Liter. Der Wert der oberen Grenze beträgt 109 Milligramm je Deziliter. Hierbei entnehmen die Ärzte das Kapillarblut. Ziehen sie dem Patienten venöses Blut ab, steigt die Obergrenze auf bis zu 115 Milligramm in einem Deziliter. Liegt der Nüchternwert der Männer zwischen 110 und 125 Milligramm pro Deziliter, leiden sie an einem gestörten Blutzuckerwert. Bei einem Glukosewert von über 125 Milligramm pro Deziliter sprechen die Mediziner von der Krankheit Diabetes mellitus. Die Damen weisen identische Ober- und Untergrenzen auf.

 

Wie bleibt der Glukosewert innerhalb der Normgrenze?

Steigt der Glukosewert im Blut über den Normbereich, raten die Ärzte, ihn zu senken. Beispielsweise denken die Betroffenen über eine Umstellung ihrer Ernährung nach. Eine gesunde Lebensweise, die mit ausreichend sportlicher Aktivität einhergeht, wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Eine gesunde, vitaminreiche Nahrung besitzt einen ähnlichen Effekt. In frischem Obst und Gemüse befinden sich die Vitamine, welche die Insulinproduktion unterstützen. Das Hormon trägt zur Senkung des Glukosewerts im Blut bei.

 

Die Mediziner raten dazu, auf Zucker zu verzichten. Das gelingt beispielsweise, wenn die Betroffenen diesen mit Süßstoff austauschen. Leiden sie bereits an der Zuckerkrankheit, kontrollieren sie ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig. Um das zu erleichtern, entwickelten Wissenschaftler an der Brown University eine Möglichkeit, den Glukosewert leichter zu bestimmen. Dies geschieht durch eine Plasmonen-Interferometrie des Speichels.

Die Wirksamkeit der Methode begutachtet die Studie: „NanoscalePlasmonic Interferometers for Multispectral, High-ThroughputBiochemicalSensing“. Die Publikation veröffentlichte Jing Feng et al. im Jahr 2011. Neben der Überzuckerung gehen auch mit dem Unterzucker gesundheitliche Risiken einher. Kommt es beispielsweise bei Diabetikern zur Hypoglykämie, besteht die Gefahr einer Ohnmacht. Das Phänomen tritt bei einer Überdosierung von Insulin oder einer fehlerhaften Nahrungsaufnahme nach dem Spritzen ein.

 

Weisen die Patienten niedrige Blutzuckerwerte auf, liegt eine Überdosierung des Insulins vor. In der Folge fallen die Betroffenen ins Koma. Ohne eine zeitnahe Behandlung besteht Lebensgefahr. Des Weiteren führt der als  Insulinom bezeichnete Bauchspeicheldrüsenkrebs zu einer Hypoglykämie. Liegt der niedrige Glukosewert im Blut nur zeitweilig vor, resultiert dies aus einem starken Alkoholkonsum. Alkoholkranke Personen weisen aus dem Grund einen geringen Zuckerwert auf.

Ein hoher Blutzuckerspiegel begründet sich aus dem Diabetes mellitus oder dem Cushing-Syndrom. Zudem führt ein Entzündungsprozess im Bereich der Bauchspeicheldrüse zu einer Hyperglykämie. In einigen Fällen tritt die Erhöhung nach einem Schädel-Hirn-Trauma auf. In Stresssituationen neigen auch gesunde Menschen zu einem erhöhten Glukosewert.

 

 

Quellen:
http://www.internisten-im-netz.de/de_glukose_1349.html
http://pubs.acs.org/doi/abs/10.1021/nl203325s

weiterführend:
Blutzuckermessgeräte

 

Hinweis für unsere Leser

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Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.