Subakute Blutungen – Was bedeuten Blutungen im Magen

Blutungen im Magen-Darm-Bereich, die auch als gastrointestinale Blutungen bezeichnet werden, haben in den seltensten Fällen eine harmlose Ursache und sind auf Grund der Gefahr eines Magendurchbruches stets als Notfall zu behandeln.

Auf Grund der Vermischung mit Magensäure ist eine akute Blutung der Magenwand nicht immer als solche zu erkennen und falls es zu einem Erbrechen kommt, dann hat der „Auswurf“ häufig ein schwarzes, einem Kaffeesatz ähnelndes Aussehen.

Magenuntersuchung
Magenuntersuchung, Magenspiegelung (Gastroskopie) Copyright: Kzenon bigstockphoto

Subakute Blutungen werden in vielen Fällen zunächst bei Routineuntersuchungen entdeckt – hierbei kann es beispielsweise vorkommen, dass der Eisen- und der Hämoglobinwert auf Grund des subtilen Blutverlustes sinkt, ohne dass dafür direkt eine Erklärung gefunden wird.

Die Ursachen von Blutungen im Magen

Die diagnostische Aufgabe, die sich dem Mediziner stellt, wäre zunächst einmal die Feststellung, ob vorliegende Blutungen im Magen oder in der Speiseröhre ihren Ursprung haben.

Mögliche gastrointestinale Blutungen im Bereich des Darmes sollen hier außen vorgelassen werden, beschreiben aber natürlich ebenfalls ein wichtiges Symptom, das beispielsweise auf Entzündungen oder Tumorerkrankungen hinweisen kann. In diesem Fall ist das Blut entweder in den Ausscheidungen sichtbar oder kann über einen Standard-Test nachgewiesen werden. Im Folgenden sollen aber die möglichen Ursachen von Blutungen im Magen stichpunktartig aufgezählt und dann näher beschrieben werden:

(1) Die wohl häufigste Ursache für eine Magenblutung sind Geschwüre oder bösartige Tumorerkrankungen, die die Magenschleimhaut angreifen, zu Entzündungen führen und einen Magendurchbruch zur Folge haben können. Dabei treten gutartige Magengeschwüre häufiger auf als Krebserkrankungen des Magens. Darüber hinaus machen sich erstere auch schneller schmerzhaft bemerkbar, während Magenkrebs oft schon lange Zeit gewachsen ist, bevor er symptomatisch wird.

(2) Viele handelsübliche Schmerzmittel insbesondere aber sogenannte nichtsteroidale Entzündungshemmer (etwa Ibuprofen, Diclofenac, Naprofen oder Acetylsalicylsäure) können bei längerfristiger Anwendung die Magenschleimhaut angreifen und dadurch ebenso gefährliche Reaktionen auslösen, wie ein Magengeschwür.

(3) Krampfadern im Bereich von Magen und Speiseröhre können (teilweise lebensgefährliche) Blutungen im Magen und in der Speiseröhre verursachen. Ursächlich ist hier meist ein über längere Zeit bestehender Pfortaderhochdruck, der beispielsweise im Rahmen einer Leberzirrhose entstehen kann.

(4) Verletzungen der Speiseröhre (etwa auf Grund von wiederholten starken Brechanfällen) oder eine schwere Refluxkrankheit können zu Blutungen aus dem oberen Verdauungstrakt führen.

Sickerblutung oder akuter Notfall

Magenblutungen können je nach der zugrunde liegenden Ursache subtil ablaufen oder sich überaus dramatisch in Form von „Blut spucken“ beziehungsweise dem sogenannten „Kaffeesatzerbrechen“ präsentieren.

Bei der eher schleichenden Verlaufsform von Blutungen im Magen bleiben die Patienten in manchen Fällen vollkommen symptomlos und werden erst im Rahmen einer Routineuntersuchung auffällig, bei der beispielsweise ein niedriger Hämoglobinwert typisch ist, da dieser auf einen über einen längeren Zeitraum hinweg ablaufenden stillen Blutverlust hindeutet.

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Dieser kann dann vom Körper nicht mehr kompensiert werden kann. Differentialdiagnostisch wird man hier eine Eisenmangelanämie oder eine sogenannte perniziöse Anämie, die durch einen Mangel an Vitamin B 12 entstehen kann, ausschließen müssen.

Falls Grund zu der Vermutung besteht, dass die Blutarmut tatsächlich durch eine „Sickerblutung“ im Bereich des Magens entsteht würde im nächsten Schritt eine Magenspiegelung vorgenommen. Gleichzeitig hat man über das Einführen der Magensonde die Möglichkeit, eine eventuell bestehende „Verwundung“ der Magenschleimhaut direkt endoskopisch zu behandeln.

Symptome einer Magenblutung

Je nach der zugrunde liegenden Ursache macht sich er Vorläufer einer Magenblutung in vollkommen unterschiedlicher Weise bemerkbar. Im Folgenden sollen die möglichen Symptome einzeln aufgeführt werden:

(1) Druckgefühl und/oder Schmerzen im Oberbauch: Insbesondere der sogenannte Nüchternschmerz ist ein Indikator für das Vorliegen einer Entzündung der Magenschleimhaut, die auf lange Sicht zu einem Magendurchbruch und damit zu Blutungen im Magen und aus dem Magen führen kann.

(2) Falls Varizen, also Krampfadern im Bereich des Magens oder der Speiseröhre bestehen, so ist das häufig die Folge einer Leberzirrhose, die sich in Form vielfältiger weiterer Beschwerden bemerkbar macht. Im Zentrum steht hier ein dauerhaft aufgedunsener Bauch – der sogenannte Aszites – der durch einen Umgehungskreislauf und daraus folgende Wassereinlagerungen entsteht.

(3) Wie bereits erwähnt gibt es sehr subtil ablaufende Blutungen im Magen, die kaum wahrnehmbare Beschwerden produzieren und die aus diesem Grund häufig erst im Rahmen von Routinekontrollen mehr oder minder zufällig entdeckt werden. Ein Mangel des lebensnotwendigen Blutfarbstoffes und Sauerstofftransporters Hämoglobin ist Folge einer subakuten Sickerblutung.

(4) Das Erbrechen von Blut ist das typische Symptom einer akut ablaufenden Magenblutung, bei der ein sofortiges Eingreifen durch den Arzt gefordert ist; auf die Tatsache, dass das erbrochene Blut auf Grund der Reaktion mit der Magensäure ein schwarzes, dem Kaffeesatz ähnliches Aussehen annimmt wurde ebenfalls bereits hingewiesen.

Behandlung von Blutungen im Magen

Bei einer subakut ablaufenden Blutung, die alleine auf Grund einer routinemäßig durchgeführten Laboruntersuchung vermutet wird, muss zunächst einmal eine ausführliche differentialdiagnostische Analyse erfolgen, damit festgestellt werden kann, ob der Blutverlust seine Ursache im Magen oder in einem anderen Bereich des Körpers hat.

Sowohl bei einer subakuten, wie bei einer akuten Magenblutung ist eine endoskopische Spiegelung der Speiseröhre und der Magenwand unumgänglich, da nur mit Hilfe dieser Untersuchung eine Aussage über Lokalisierung und Ausbreitung der Blutung getroffen werden kann.

Gleichzeitig kann über diesen endoskopischen Zugang auch die Notfall-Behandlung einer akuten Blutung erfolgen, die über diesen Zugangsweg direkt verschlossen werden kann. Da der Magen auf diesem Wege gut erreichbar ist, ist die offene Operation in diesem Falle häufig nicht nötig.

Anders sieht es jedoch bei einer zugrundeliegenden Krebserkrankung aus, bei es zu Verwachsungen mit dem umliegenden Gewebe kommen kann und dadurch meist ein größerer Eingriff mit einem Einschnitt im Bauchbereich erforderlich ist.

Ist ein Magengeschwür oder eine übermäßige Produktion von Magensäure die Grundlage der Blutung, dann werden – auch zur Vermeidung eines Wiederauftretens der Problematik – Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Protonenpumpenhemmer verschrieben.

Auch bei der Notwendigkeit eines längeren Einsatzes von Schmerzmitteln werden letztere dem Patienten zur Vorbeugung von Blutungen im Magen gerne zusätzlich verschrieben.

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