Erhöhter Troponin Wert – was beudeutet das?

Das Troponin stellt ein wichtiges Muskeleiweiß im menschlichen Körper dar. Die Skelett- und Herzmuskeln bestehen aus Muskelfasern. Diese bilden sich aus bis zu 100 Muskelfibrillen, die fadenartige Stränge beinhalten.

In der Fachsprache nennen sie sich Myofilamente. An ihnen haften unterschiedliche Eiweiße, wie das Troponin, das in drei verschiedenen Formen existiert.

Besteht bei Ihnen der Verdacht auf einen Schaden im Herzmuskelgewebe, messen die Ärzte den Blutwert. Erweist sich das Troponin als zu hoch, folgen weitere Untersuchungen Ihrer Herzfunktion.

Troponin Wert
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Relevante Faktoren über das Troponin im Überblick:

  • Troponin existiert als wichtiges Muskeleiweiß in den Herzmuskelzellen.
  • Ein Anstieg des Blutwerts weist auf beschädigte Zellen im Herzmuskel hin.
  • Mithilfe des Troponins decken die Mediziner eine mögliche Abstoßungsreaktion nach einer Herztransplantation auf.
  • Zeigt sich das Troponin zu hoch, leiten die Ärzte schnell ein EKG ein.
  • Hohe Troponinspiegel deuten ebenfalls auf ein Organversagen, beispielsweise der Niere, hin.

Wofür braucht der Körper das Troponin?

Im menschlichen Organismus übernimmt der Eiweißkomplex Troponin eine wesentliche Rolle. Im erschlafften Zustand des Herzmuskels verhindert das Tropomyosin das Anheften eines Aktinfilaments an die Myosinköpfchen.

Zudem finden sich Kalziumionen an das Troponin, sobald es zu einer elektrischen Erregung der Muskelzellen kommt. Dadurch gelangen die Tropomyosinfäden stärker in die Rinnen zwischen der Aktin-Helix.

Dementsprechend spielt Troponin eine wesentliche Rolle bei der Regulierung der Muskelkontraktion. Sobald Schäden an den Herzmuskeln auftreten, steigt der Blutwert an. Ist das Troponin hoch, stellt dies einen Indikator für einen Herzinfarkt dar.

Wann erweist sich das Troponin als zu hoch?

Sobald der Verdacht auf einen geschädigten Herzmuskel besteht, bestimmen die Mediziner bei Ihnen den Troponinwert.

Sie achten vorwiegend auf das Troponin-T und das Troponin-I. Liegt die Konzentration des Eiweißes im Blut oberhalb der Normgrenze, erhärtet sich die Wahrscheinlichkeit einer Herzmuskelzellenbeschädigung. Zur Sicherheit untersucht der Arzt im Rahmen der Blutuntersuchung weitere herzspezifische Werte. Die Normwerte des Troponins zeigen sich folgendermaßen:

Geschlecht

Kardinales Troponin in Mikrogramm je Liter

Männer

unter 0,2

Frauen

unter 0,2

 

Wann leiden Sie unter einem hohen Troponinwert?

Bereits geringe Beschädigungen an den Herzmuskelzellen lösen im Blut einen Anstieg des Troponins aus. Steigt die Konzentration des Eiweißes deutlich an, kommen folgende Ursachen infrage:

  • eine Operation am Herzen,
  • eine Herztransplantation,
  • ein Herzinfarkt (Myokardinfarkt),
  • Herzrasen in Verbindung mit Rhythmusstörungen,
  • eine instabile Angina Pectoris,
  • ein gefährlicher Anstieg des Blutdrucks (hypertensive Krise),
  • eine Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis),
  • eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche),
  • eine Erkrankung des Herzmuskels,
  • Fehlfunktion der Herzmuskulatur durch psychischen oder emotionalen Stress,
  • eine Lungenembolie,
  • eine stark verengte Hauptschlagader (Aortenstenose),
  • ein Einriss in der Hauptschlagader (Aortendissektion).

Seltenere Gründe für einen gestiegenen Troponinwert stellen eine Verkrampfung der Herzkranzgefäße (Koronarspasmus) sowie deren Entzündung dar. Letzteres nennt sich in der Fachsprache koronare Vaskulitis. Weitere Ursachen sind:

  • Neurologische Krankheitsereignisse, beispielsweise eine Hirnblutung oder ein Schlaganfall,
  • eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose),
  • eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose),
  • Gifte, wie das Schlangengift,
  • eine Sepsis (Blutvergiftung)
  • geringfügige Verletzungen am Herzen durch einen operativen Eingriff.

Welche Symptome zieht ein gestiegener Troponinwert nach sich?

Zeigt sich das Troponin hoch, verweist es auf eine Beschädigung der Herzmuskelzellen. Dabei reicht ein geringer Schaden aus, damit der Blutwert steigt. Direkte Symptome für das Phänomen existieren nicht. Oft messen die Mediziner den herzspezifischen Laborwert nur bei Verdacht auf einen Herzinfarkt. Bleibt er unentdeckt, schreiten die Schäden in den Zellen weiter fort. Durch die Zerstörung des Herzmuskels spüren die Betroffenen beispielsweise einen unregelmäßigen Herzschlag, Übelkeit sowie den Ausbruch von kaltem Schweiß.

Oft klagen Patienten bei einem akuten Herzproblem über starke Schmerzen in der Brust. Diese strahlen bis in den linken Arm, den Rücken und den Kiefer aus.

Resultiert das erhöhte Troponin aus Herzrasen durch Stress, kommt es beispielsweise zum erhöhten Blutdruck. Gleichzeitig fühlen Sie sich aufgeregt und dünnhäutig. Starkes Herzklopfen und schweißnasse Handflächen können ebenfalls auf einen Anstieg des Troponinspiegels hinweisen.

Welche Folgen bringt hohes Troponin im Blut?

Sobald der Troponinspiegel ansteigt, erhärtet sich der Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom. Bemerken die Mediziner den Anstieg des Blutwerts nicht rechtzeitig, erleiden die Betroffenen schlimmstenfalls einen Herzinfarkt. Studien fanden einen Grenzwert für das hochsensitive Troponin I.

Steigt dessen Wert auf über fünf Nanogramm je Liter, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Myokardinfarkts (Dr. Anoop S. V. Shah, et al.: High-sensitivity cardiac troponin I at presentation in patients with suspected acute coronary syndrome: a cohort study (Dezember 2018).

Tipps um das Troponin zu normalisieren

Ist das Troponin hoch, führen die Mediziner Folgeuntersuchungen durch, um die Ursache des Phänomens aufzuklären. Resultiert der Anstieg aus emotionalem Stress oder hohem Blutdruck, empfehlen sie eine gesunde Lebensweise mit wenig psychischer und physischer Belastung.

Beispielsweise achten Sie auf eine ausgewogene, fettarme Ernährung. Ebenso lohnt es, täglich sportliche Aktivitäten einzuplanen.

⏲ Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan

Hinweis für unsere Leser

Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
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Verantwortliche Autorin: Ilona Klavon ist Medizinredakteurin und Tierheilpraktikerin. Sie arbeitet als medizinische Angestellte im Gesundheitswesen und ist Mutter von 2 Mädchen. In Ihrer redaktionellen Arbeit für unserem Gesundheitsportal kann Sie medizinische Sachverhalte allgemeinverständlich darstellen.
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